Die Arbeit stellt Möglichkeiten einer prosperierenden Strukturveränderung für eine zukünftige Filialbank vor, um eine erfolgversprechende, sich wirtschaftlich gut zu entwickelnde Ertragssituation zu erreichen. Die zunehmende Nutzung des Online-Bankings, auch von der Zielgruppe der 50-jährigen und älter, verstärkt den Trend zu einer Reduzierung des Filialnetzes in Deutschland. Es wird untersucht, wie der gravierende Vorteil einer Filialbank, der persönliche Kundenkontakt, genutzt werden kann, um diesem Trend entgegenzuwirken. Neben Produktausrichtungen in Bezug auf unterschiedliche Zielgruppen, werden auch räumliche Anpassungen einer Filiale der Zukunft untersucht. Es werden dazu die Bereiche Personalwesen, Ertragssteigerung durch beratungsintensive Produkte, Multi-Kanal-Banking und räumliche Gestaltung betrachtet.
Aus dem Bankstellenbericht 2015 der Deutschen Bundesbank geht hervor, dass die Gesamtzahl der Kreditinstitute in Deutschland sich im Jahr 2015 um 1,5 % gegenüber 2014 verringert hat. Es findet sich vor allem eine Reduzierung der Zweigstellen. Hauptursachen sind die Ertragsrückgänge, denen die Banken durch Kosteneinsparungen bzw. Filialschließungen begegnen und die Zunahme von Online-Banking, wodurch viele Bankgeschäfte (Überweisungen, Daueraufträge, etc.) von den Bankkunden selbständig im Internet durchgeführt werden und damit der Besuch vor Ort bei einer Filiale nicht mehr notwendig ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Begriffliche Grundlagen der Bankentypen
2.1 Filialbank
2.2 Direktbank
3. Aufgabe der Filialbank in Deutschland und ihre Marktanpassungen
3.1 Ursprüngliche Aufgabe und Zielsetzung einer Filialbank
3.2 Veränderung der Filialbank durch den Einfluss der Europäischen Zentralbank
3.2.1 Ziele der Europäischen Zentralbank
3.2.2 Maßnahmen der Europäischen Zentralbank
3.2.3 Auswirkungen auf die Filialbank
3.3 Wandel im Kundenverhalten
3.4 Gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen einer Filialbank
4. Lösungsansätze für eine zukunftsorientierte Filialbank
4.1 Gestaltung und räumliche Innovation einer Filialbank
4.2 Veränderung der Zielgruppenausrichtung
4.3 Modifikation des Produktportfolios
4.4 Vorsorge als erfolgsversprechender Produktansatz
4.4.1 Definition und Zielsetzung im Filialgeschäft
4.4.2 Hauptzielgruppen für diesen Lösungsansatz
5. Fazit und Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Möglichkeiten, wie Bankfilialen durch eine prosperierende Strukturveränderung ihre Zukunftsfähigkeit in einem sich wandelnden Marktumfeld sichern können. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, durch welche konkreten Anpassungsmaßnahmen in den Bereichen Personal, Produktportfolio, Multi-Kanal-Strategie und räumlicher Gestaltung Ertragssteigerungen erzielt werden können, um dem Trend der Filialschließungen entgegenzuwirken.
- Analyse der Marktveränderungen und des Wandels im Kundenverhalten.
- Einfluss der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die Filialbanken.
- Innovative Filialkonzepte wie Community Banking und High-Tech-Banking.
- Zielgruppenspezifische Strategien für die Altersgruppen der 20- bis 29-Jährigen, 30- bis 49-Jährigen und der Generation 50plus.
- Ganzheitliche Beratungsansätze im Produktbereich Vorsorge.
Auszug aus dem Buch
3.3 Wandel im Kundenverhalten
Die deutsche Filialbank steht in einem strukturellen Umbruch und verändert sich. Dieser Prozess wird sich in den nächsten Jahren weiter fortsetzen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich das Kundenverhalten gravierend verändert. Die Internetaffinität, die Akzeptanz von Social Media und die fortschreitende Digitalisierung stellen die maßgebenden Einflussfaktoren für den zukünftigen Vertrieb der Filialbank dar. Die Kunden sind heutzutage im Bereich von Geldanlagen und Kreditgeschäften zunehmend gut informiert. Dieses hat zur Folge, dass ihre Erwartungshaltungen gegenüber der Filialbank gestiegen sind.
Ursprünglich wurde die Filialbank gegründet, um für die Kunden das Transaktionsbanking sicherzustellen. Sie war grundsätzlich die Anlaufstation des Kunden für seine Bankgeschäfte jeglicher Art. Im Laufe der Jahre hat sich das Kundenanforderungsprofil aber bedeutend verändert. Viele Aufgaben, die eine Filialbank für Kunden persönlich vorgenommen hat, d.h. durch Bankmitarbeiter, werden heute durch Terminals (Kontoauszüge, Ein- und Auszahlungen, Überweisungen) durchgeführt. Das aktive Eingreifen des Bankmitarbeiters ist in der Regel dazu nicht erforderlich. Mit der Einführung des Online – Banking ergaben sich weitere Möglichkeiten die Standardbankaktivitäten aus der Filialbank mit persönlicher Betreuung durch den Bankmitarbeiter herauszulösen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die aktuelle Problematik des Zweigstellenabbaus deutscher Banken aufgrund rückläufiger Erträge und veränderten Kundenverhaltens und definiert das Ziel der Untersuchung.
2. Begriffliche Grundlagen der Bankentypen: Definiert die Filialbank und die Direktbank als wesentliche Banktypen im deutschen Bankenmarkt und grenzt diese voneinander ab.
3. Aufgabe der Filialbank in Deutschland und ihre Marktanpassungen: Analysiert die historische Entwicklung, den Einfluss der EZB-Politik sowie den Wandel im Kundenverhalten und identifiziert zentrale Herausforderungen.
4. Lösungsansätze für eine zukunftsorientierte Filialbank: Erarbeitet konkrete strategische Lösungsansätze, darunter innovative Raumgestaltung, Zielgruppensegmentierung und die Neuausrichtung des Produktportfolios im Bereich Vorsorge.
5. Fazit und Zusammenfassung: Fasst die Kernergebnisse der Untersuchung zusammen und betont die Notwendigkeit einer ganzheitlichen, kombinierten Strukturveränderung zur Sicherung der Zukunftsperspektiven.
Schlüsselwörter
Filialbank, Direktbank, Strukturveränderung, Kundenverhalten, Online-Banking, Europäische Zentralbank, EZB, Zielgruppen, Vorsorge, Beratungsqualität, Personalkosten, Ertragssteigerung, Multi-Kanal-Banking, Digitalisierung, Finanzberatung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die gegenwärtigen Schwierigkeiten von Filialbanken in Deutschland und entwickelt strategische Ansätze für eine erfolgreiche Strukturveränderung, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Auswirkungen der Digitalisierung, das veränderte Kundenverhalten, die Rolle der Geldpolitik der EZB und die Entwicklung neuer, kundenorientierter Vertriebsmodelle.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Filialbanken durch prosperierende Strukturveränderungen und eine Steigerung der Ertragssituation dem Trend der Filialschließungen entgegenwirken können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt primär eine theoretische Analyse der Marktsituation sowie ergänzend das Instrument der SWOT-Analyse, um Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der Filialbank systematisch darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Im Hauptteil werden innovative Filialkonzepte, eine zielgruppengenaue Kundenansprache und die Modifikation des Produktportfolios, insbesondere im Bereich der privaten Vorsorge, intensiv diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Filialbank, Strukturveränderung, Kundenverhalten, Digitalisierung, Multi-Kanal-Banking, Zielgruppen, Vorsorge und Ertragssteigerung.
Welche Rolle spielt die Generation 50plus in den neuen Lösungsansätzen?
Diese Generation wird als Master Consumer identifiziert, die über eine hohe Kaufkraft verfügt und bei der die persönliche, vertrauensbasierte Beratung durch einen altersähnlichen Berater besonders erfolgsversprechend ist.
Wie soll das Produkt "Vorsorge" zur Ertragssicherung beitragen?
Das Produkt "Vorsorge" soll ganzheitlich als lebensbegleitender Beratungsansatz implementiert werden, um durch eine hohe Servicequalität und individuelle Planung die Kundenbindung langfristig zu erhöhen.
Welchen Stellenwert nimmt das "Multi-Kanal-Banking" ein?
Es dient als strategische Antwort auf die Digitalisierung, bei der die Filialbank Online-Services und physische Präsenz effizient kombiniert, um sowohl Kosten zu senken als auch die Servicequalität hochzuhalten.
Warum ist die "SWOT-Analyse" für die Argumentation wichtig?
Sie ermöglicht eine strukturierte Gegenüberstellung der internen Stärken (z.B. Kundenbetreuung) und Schwächen sowie der externen Herausforderungen (z.B. Zinspolitik), woraus konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.
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- Kai Möllers (Author), 2017, Multi-Kanal-Banking. Prosperierender Strukturwandel für eine zukünftige Filialbank, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502365