Ziel dieser Arbeit ist es, auf die in Deutschland gelegenen europäischen Metropolregionen einzugehen. Die Leitfrage befasst sich damit, welche Funktionen den Metropolregionen zugeordnet werden können und wie die Feststellung dieser Indikatoren verläuft. Geschieht die empirische Erfassung von Indikatoren ohne Probleme oder trifft man bei der Messung auf Probleme?
Zu Zeiten der ansteigenden Globalisierung spielen europäische Metropolregionen eine zentrale Rolle im Raum- und Planungskonzept. Durch die immer weiter voranschreitende internationale Verknüpfung des Wirtschaftssektors gewinnt der Wettbewerb unter Regionen weiter an Bedeutung. Ziel ist es, sich als Metropolregion auf dem internationalen Markt einen Platz zu verschaffen und sich wachstumsorientiert weiter zu entwickeln. Während andere europäische Staaten eine dominierende Metropole besitzen, sieht dies im deutschen Städtesystem ganz anders aus. Diese Entwicklung ist auf die Historik des Landes zurückzuführen, es entwickelte sich eine dezentrale Raumstruktur. Dieses Jahr findet das 50-jährige Jubiläum der Ministerkonferenz für Raumordnung statt, diese beschloss 1997 die Zusammenarbeit zwischen Bundesregierung und Landesregierung. Durch den Orientierungs- und Handlungsrahmen der MKRO wurde das Ziel der gleichzeitigen Stärkung mehrerer europäischer Metropolregionen festgelegt. Das Ziel der dynamischen Entwicklung soll vor allem durch Innovationen, Sicherung der Daseinsvorsorge und der Bewahrung von Ressourcen umgesetzt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition
3. MKRO/ IKM
4. Funktionen einer Metropolregion
4.1 Messmethodik
5. Europäische Metropolregion München
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle Europäischer Metropolregionen (EMR) als zentrale Raum- und Planungskonzepte im Kontext der Globalisierung. Das primäre Ziel ist es, die Funktionen dieser Regionen zu identifizieren und kritisch zu hinterfragen, wie die empirische Messung ihrer Indikatoren erfolgt und welche methodischen Herausforderungen dabei auftreten.
- Grundlagen der Definition und Abgrenzung von Metropolregionen
- Strukturen und Arbeitsweise von MKRO und IKM
- Analyse der zentralen Funktionen: Entscheidungs-, Kontroll-, Innovations- und Gateway-Funktion
- Methodische Problematiken bei der quantitativen Messung von Metropolfunktionen
- Fallbeispiel: Wirtschaftliche Bedeutung der Metropolregion München
Auszug aus dem Buch
4. Funktionen einer Metropolregion
Oftmals wird in Statistiken die Bevölkerungszahl als das Hauptkriterium herangezogen, wenn es sich dabei um die Darstellung oder den Vergleich von Metropolen handelt. Der Wissenschaftler Hans Heinrich Blotevogel stellte das Konzept der „Metropolfunktionen“ für deutsche Metropolregionen vor, dieses wurde von Bund und Ländern weiterentwickelt. Laut der MKRO müssen die drei folgenden Hauptfunktionen von einer Metropolregion erfüllt werden: die Entscheidungs- und Kontrollfunktion, die Innovations- und Wettbewerbsfunktion und die Gateway-Funktion.
Die Entscheidungs- und Kontrollfunktion befasst sich mit der ökonomischen und politischen Ebene. Dabei tritt vor allem die ökonomische Ebene in den Vordergrund. Bestandteil dieser sind die (Haupt-)Sitze von führenden nationalen als auch internationalen Unternehmen. In diesen Headquartern werden wichtige Entscheidungen in Bezug auf die Entwicklung des Unternehmens getroffen. In Metropolregionen sind zudem auch Börsen, Banken und Dienstleister angesiedelt. Das breite Spektrum des Dienstleistungssektors beinhaltet zum Beispiel auch Unternehmensberatungsfirmen. Diese haben und nehmen erheblich Einfluss auf die internen Unternehmensentscheidungen. Ministerien und Behörden entscheiden auf politischer Ebene, welche Entwicklungen im Land oder der Region durchlaufen werden. In einigen Metropolregionen befinden sich auch Leitstellen von internationalen Organisationen wie zum Beispiel der UN oder auch der EU.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Europäischen Metropolregionen als Konzepte der Raumplanung ein und definiert die zentrale Forschungsfrage hinsichtlich der Funktionen und Messbarkeit dieser Gebiete.
2. Definition: Das Kapitel differenziert zwischen den Begriffen Metropole und Metropolregion und erläutert die raumkategorialen Ansätze zur Definition im europäischen Kontext.
3. MKRO/ IKM: Hier werden die Institutionen Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) und der Interaktivkreis Europäische Metropolregionen (IKM) sowie deren Rolle bei der Entwicklung raumordnungspolitischer Rahmenkonzepte vorgestellt.
4. Funktionen einer Metropolregion: Das Kapitel analysiert die drei Kernfunktionen von Metropolregionen (Entscheidung/Kontrolle, Innovation/Wettbewerb, Gateway) und deren Bedeutung für die internationale Vernetzung.
4.1 Messmethodik: Es werden die methodischen Schwierigkeiten und die Kritik an der zweistufigen Zuordnungsregel zur Messung von Metropolfunktionen durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung thematisiert.
5. Europäische Metropolregion München: Anhand dieses Fallbeispiels wird die wirtschaftliche Bedeutung, die industrielle Spezialisierung und die infrastrukturelle Stellung einer bedeutenden deutschen Metropolregion illustriert.
6. Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die methodischen Defizite bei der Indikatorenmessung zusammen und reflektiert über die zukünftige Gestaltung und Schutzbedürftigkeit der Kulturlandschaft von Metropolregionen.
Schlüsselwörter
Europäische Metropolregionen, Raumordnung, MKRO, IKM, Metropolfunktionen, Globalisierung, Standortraum, Innovationszentrum, Messmethodik, Wirtschaftskraft, Metropolregion München, regionale Disparitäten, Daseinsvorsorge, Raumentwicklung, Standortpolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit behandelt die Bedeutung und die Funktionen Europäischer Metropolregionen (EMR) als zentrale Steuerungseinheiten in einer globalisierten Wirtschaft.
Welche Themenfelder stehen im Fokus?
Zentrale Themen sind die Definition von Metropolregionen, die institutionellen Rahmenbedingungen durch MKRO und IKM, die drei Hauptfunktionen von Metropolregionen sowie deren empirische Quantifizierung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Untersuchung konzentriert sich darauf, welche Funktionen Metropolregionen zugeschrieben werden können und vor welchen methodischen Problemen die empirische Messung dieser Indikatoren steht.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie eine zweistufige Zuordnungsregel zur empirischen Indikatorenmessung, deren Validität kritisch hinterfragt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Metropolregionen, die Analyse ihrer Funktionen sowie eine detaillierte Betrachtung der Region München als exemplarisches Fallbeispiel.
Welche Begriffe charakterisieren diese Publikation besonders?
Schlüsselbegriffe sind insbesondere Europäische Metropolregionen, Metropolfunktionen, Gateway-Funktion, Raumentwicklung und der Interaktivkreis Europäische Metropolregionen (IKM).
Warum wird die Metropolregion München als Fallbeispiel gewählt?
München dient als Beispiel einer wirtschaftlich hochpotenten Region, um die Bedeutung von IT-Technologie, Messeinfrastruktur und internationaler Verkehrsanbindung in der Praxis zu belegen.
Welche Kritik äußert die Autorin an der aktuellen Messmethodik?
Die Autorin kritisiert, dass es an einheitlichen Datensätzen mangelt und die Gewichtung der Indikatoren – etwa beim Güterumschlag gegenüber internationalen Flugverbindungen – oft nicht ausreichend begründet ist.
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- Marie Schönert (Autor), 2017, Europäische Metropolregionen. Besonderheiten in Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502451