Der bedeutendste Marinemaler Russlands Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski (1817-1890) ist eine einzigartige Figur der Malerei. Sein Werk, das über 6000 Arbeiten zählt, ist fast ausschließlich dem Meer gewidmet - dies war sein Herzensthema und Lebensbestimmung. Aiwasowski baut ein enges Verhältnis zum Meer auf, dass sein ganzes Leben wir ein roter Faden durchdringt. Die wissenschaftliche Arbeit bietet einen kurzen Überblick über die Vita von Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski: Zeigt ihn als talentierten Maler und als eine bedeutende gesellschaftspolitische Figur seiner Zeit. In diesem Bezug wird auch das Wasser in der wissenschaftlichen Untersuchung als Element, Gewalt und Lebensquelle diskutiert und die im 17. Jahrhundert in den Niederlanden entstandene Gattung der Marinemalerei als Vorstellung und Begeisterung vom Meer analysiert.
Wie kein anderer russischer Maler seiner Zeit hat Aiwasowski außerordentlich viel gereist und verschiedene Meeres- und Weltansichten gesammelt, die er in seinen Werken festhält. Allein zwischen 1841 und 1844 besucht er Italien, Portugal, Spanien, Frankreich, England, die Niederlande, Malta, später reist er nach Griechenland und durch den Kaukasus. Aiwasowski war der erste Maler, der den Suezkanal darstellte und somit als eine Art Informationsvermittler diente. Die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts war in Hinsicht auf alles Ferne und Fremde größtenteils auf die Malerei, weniger auch auf die Fotographie angewiesen. Somit war Aiwasowski ein Dokumentalist oder Historiker seiner Zeit, der (nicht nur) das Maritime für seine und spätere Generationen in seinen Werken festhält und wiedergibt.
Darüberhinaus strebt es die Arbeit an, Aiwasowskis Werk mit dem des Impressionismus zu vergleichen und möglichst zu identifizieren, d.h. Aiwasowski nicht als einen Mitläufer des Impressionismus darzustellen, sonder Bezüge zwischen seinem Werk und der Kunstbewegung zu schaffen. Ziel dieser Forschung ist es, Aiwasowski aus einer dreifachen Sicht zu definieren: als einen Marinemaler, Dokumentalisten und vor allem als Impressionisten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Eine Biografie: Iwan Aiwasowski als Maler, Weltenbummler und Mäzen
3. Das Wasser und seine kulturelle und künstlerische Tradition
4. Die Trinität der Kunst
4.1 Aiwasowski als Marinemaler
4.2. Aiwasowski als Dokumentalist
4.3 Aiwasowski als Impressionist
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die wissenschaftliche Arbeit setzt sich zum Ziel, das künstlerische Werk von Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski umfassend zu analysieren und ihn aus einer dreifachen Perspektive als Marinemaler, Dokumentalist und Impressionisten zu definieren, wobei insbesondere die künstlerische Darstellung des Wassers als zentrales Motiv untersucht wird.
- Biografische Einordnung von Iwan Aiwasowski
- Kulturelle und künstlerische Bedeutung des Elements Wasser
- Analyse der Marinemalerei als Gattung
- Dokumentarischer Wert historischer Seestücke
- Verhältnis von Aiwasowskis Werk zum Impressionismus
Auszug aus dem Buch
4.3 Aiwasowski als Impressionist
Jedes Gemälde ist impressionistisch, denn in der Kunst geht es immer um den Augenblick, um das Gefühl, um den Eindruck. In der Kunst geht es immer um den Augenblick, um das Gefühl, um den Eindruck. Aus dieser Hinsicht ist jedes Gemälde impressionistisch. Um Aiwasowski und sein Werk rankten sich immer Legenden. Bei einer Ausstellung in Paris im Jahr 1842 überprüften die Besucher - überzeugt davon, dass hier ein Trick im Spiel war -, ob hinter den Leinwänden nicht ein Licht oder eine Laterne brannte. Manche behaupteten, Aiwasowski hätte entdeckt, dass die gesamte Natur nur fünf Farben enthielte; wieder andere meinten, er besäße ein Geheimrezept zur Mischung der Farben, ohne das er nicht in der Lage sein würde, derartige Wirkungen zu erzielen. Ein Kritiker einer seiner Ausstellungen in Berlin ließ seine Leser wissen, dass Aiwasowski taubstumm geboren worden sei und deswegen ein besonders scharfes Sehvermögen entwickelt hätte, wodurch sich die Kraft seiner Farben erklärte. Alle dieser Geschichten sind sinnlos, aber sie deuten auf eine wichtige Idee hin: Das Meer von Aiwasowski leuchtete und fühlte sich realistisch an – der Grad der Wahrhaftigkeit kommt nicht durch die präzise Wiedergabe zustande, sondern eher durch die Impression. Aiwasowski wiedergibt nicht das Meer, sondern das Gefühl, welches man bei dem Betrachten des Meeres empfindet, den Zustand des Staunens, sodass man Salzwassertropfen auf der Wange spürt, sodass man Salzwassertropfen - als ob aus dem Bild geweht - auf der Haut spürt. Er schafft es, das Meer schöner zu malen als es wirklich ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Leben und Werk von Iwan Aiwasowski sowie Darstellung der Zielsetzung, den Künstler als Marinemaler, Dokumentalist und Impressionisten zu betrachten.
2. Eine Biografie: Iwan Aiwasowski als Maler, Weltenbummler und Mäzen: Überblick über den Lebensweg des Künstlers, seine Ausbildung und sein soziales Engagement für seine Heimatstadt Feodossija.
3. Das Wasser und seine kulturelle und künstlerische Tradition: Erörterung der kulturellen und philosophischen Bedeutung des Wassers als Element und dessen Rolle in der Kunstgeschichte.
4. Die Trinität der Kunst: Analyse der künstlerischen Praxis Aiwasowskis in den Unterkategorien Marinemalerei, dokumentarische Erfassung historischer Gegebenheiten und impressionistische Herangehensweise.
5. Fazit: Zusammenführende Betrachtung von Aiwasowskis Schaffen, das die verschiedenen Ebenen seines Werkes als Einheit aus technischer Präzision und emotionaler Impression begreift.
Schlüsselwörter
Iwan Aiwasowski, Marinemalerei, Wasser, Impressionismus, Dokumentarismus, Feodossija, Seestücke, Landschaftsmalerei, Romantik, Kunstgeschichte, Element, Meeresdarstellung, Wahrhaftigkeit, Licht und Schatten, Ästhetik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der künstlerischen Entwicklung und Bedeutung des russischen Malers Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski mit einem speziellen Fokus auf sein lebenslanges Hauptmotiv, das Meer.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Biografie des Künstlers, die kulturwissenschaftliche Bedeutung des Wassers, die Entwicklung der Marinemalerei sowie die Einordnung Aiwasowskis in den Kontext von Dokumentation und Impressionismus.
Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Aiwasowskis Werk über eine einfache Kategorisierung hinaus zu definieren und eine Verbindung zwischen seiner akribischen Präzision und seiner impressionistischen Wirkung auf den Betrachter herzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Autorin nutzt eine kunsthistorische Analyse, die biografische Fakten, eine Einordnung in die zeitgenössische Kunsttradition (insbesondere die Romantik und den Impressionismus) sowie eine werkimmanente Bildanalyse kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Einleitung, eine Untersuchung des Wassers als kulturelles Symbol und eine detaillierte Auseinandersetzung mit den drei Säulen seines Schaffens: der klassischen Marinemalerei, dem historisch-dokumentarischen Anspruch und der impressionistischen Qualität seiner Licht- und Farbwirkung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Iwan Aiwasowski, Marinemalerei, Impressionismus, Wasser als künstlerisches Element und die historische Dokumentation maritimer Schauplätze.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle Aiwasowskis als Dokumentalist?
Aiwasowski wird als Chronist seiner Zeit gesehen, dessen detailreiche Darstellungen von Schiffen und Häfen für das 19. Jahrhundert eine wertvolle visuelle Informationsquelle darstellten, da er viele Orte und Details festhielt, die heute nur noch über seine Bilder rekonstruierbar sind.
Warum wird Aiwasowski in der Arbeit auch als Impressionist eingeordnet?
Obwohl er sich selbst nicht so bezeichnete, wird in der Arbeit argumentiert, dass sein Fokus auf den flüchtigen Augenblick, die Lichtstimmungen und die emotionale Wirkung des Wassers auf den Betrachter wesentliche Merkmale impressionistischer Kunst erfüllt.
Was bedeutet der Begriff des Erhabenen in Bezug auf Aiwasowskis Kunst?
In Anlehnung an Immanuel Kant beschreibt die Arbeit das Erhabene als eine ästhetische Kategorie, die durch die Darstellung der mächtigen, unermesslichen Natur beim Betrachter ein Gefühl der Ehrfurcht und eine meditative, fast therapeutische Wirkung auslöst.
- Arbeit zitieren
- Ilona Yafimava (Autor:in), 2018, Das Meer bei Marinemaler Ivan Aiwasowski. Eine lebenslange Impression, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502529