Eine hohe Anzahl an Ideen ist erforderlich, um eine nachhaltig erfolgreiche Innovation hervorzubringen. Deshalb sind Kreativitätstechniken – nicht nur im Kontext der Innovation – seit vielen Jahren ein fortlaufend und intensiv diskutiertes Thema, vor allem wenn es darum geht, auf Knopfdruck möglichst viele neue Ideen und kreative Problemlösungen zu entwickeln. Mittlerweile gibt es eine kaum noch überschaubare Anzahl an unterschiedlichen Kreativitätstechniken sowie zahlreiche Fachliteratur und umfassende Seminarangebote speziell im Bereich der Kreativitätstechniken. Es stellt sich aber die Frage, ob Kreativitätstechniken überhaupt in nennenswertem Umfang in der Praxis eingesetzt werden und mit welchem Erfolg. Die zentrale Zielsetzung dieser Arbeit besteht also darin, die praktische Relevanz und den Nutzen von Kreativitätstechniken im deutschsprachigen Raum genauer zu untersuchen.
Dabei gilt es zunächst einmal festzustellen, welche der zahlreichen Kreativitätstechniken in der Unternehmenspraxis am weitesten verbreitet sind und wie häufig diese genutzt werden. Zudem soll die Arbeit auch Aufschluss darüber geben, in welchen Anwendungsfeldern und für welche konkreten Aufgaben- bzw. Problemstellungen Kreativitätstechniken als hilfreiches Instrument eingesetzt werden. Ebenfalls zentraler Bestandteil ist es herauszufinden, welche generellen Vorteile durch den Einsatz von Kreativitätstechniken erzielt werden und wie erfolgreich die einzelnen Kreativitätstechniken in der Praxis angewendet werden. Ein weiteres Bestreben dieser Arbeit ist es, mögliche Gründe und Ursachen für den Nichteinsatz von Kreativitätstechniken aufzudecken.
Innovationen gelten für eine Vielzahl von Unternehmen und ganze Branchen als entscheidender Schlüsselfaktor für Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum. Notwendige Voraussetzung für Innovationen sind zunächst einmal originelle Ideen, die den kreativen Nährboden bilden. Allerdings sind gute Ideen oftmals ein seltenes und kostbares Gut. Vor allem, wenn es notwendig ist, unter Zeitdruck neue Ideen zu entwickeln, bleibt der Einfallsreichtum meist aus. Zudem wird eine sehr hohe Anzahl an Ideen benötigt, um ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung auf den Markt zu bringen. Durchschnittlich werden circa elf Erstideen benötigt, damit ein neues Produkt in den Markt eingeführt werden kann. Für ein langfristig am Markt erfolgreiches Produkt sind zu Beginn sogar durchschnittlich 175 Ideen notwendig.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise und Aufbau
2. Theoretische Grundlagen zur Kreativität
2.1 Begriffsbestimmungen
2.1.1 Kreativität
2.1.2 Kreatives Denken
2.1.3 Kreativitätstechniken
2.2 Kreativität und Kreativitätstechniken im Innovationsprozess
2.3 4P Modell der Kreativität
2.4 Kreative Prozesse – Prozessmodelle der Kreativität
2.4.1 Klassisches 4-Phasen-Modell
2.4.2 Offenes Problemlösungsmodell (OPM)
2.5 Übersicht und Einteilung der Kreativitätstechniken
2.5.1 Einteilung der Techniken nach der grundlegenden Vorgehensweise
2.5.2 Einteilung der Techniken nach dem ideenauslösenden Prinzip
2.5.3 Periodensystem der Kreativitätstechniken
3. Empirische Studien im Bereich der Kreativitätstechniken
3.1 Vorgehensweise bei der Recherche und Analyse der Studien
3.2 Übersicht der identifizierten Studien
3.3 Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse aus den Studien
3.3.1 Kenntnisse im Bereich der Kreativitätstechniken
3.3.2 Anwendung von Kreativitätstechniken
3.3.3 Nutzen von Kreativitätstechniken
3.3.4 Signifikante Zusammenhänge mit weiteren Faktoren
3.3.5 Sonstige Erkenntnisse für einen systematischen Methodeneinsatz
4. Empirische Studie: Praktische Relevanz und Nutzen von Kreativitätstechniken
4.1 Zielsetzung und zentrale Fragestellungen
4.2 Forschungsdesign und Vorgehensweise
4.2.1 Planung und Entwicklung der Studie
4.2.2 Durchführung der Studie
4.2.3 Auswertung der Studie
4.3 Teilnehmer der Studie – Stichprobenbeschreibung
4.4 Ergebnisse der Studie
4.4.1 Aktuelle Bedeutung von Kreativität
4.4.2 Detaillierte Analyse der Anwender von Kreativitätstechniken
4.4.3 Kenntnis und Anwendung von Kreativitätstechniken
4.4.3.1 Kenntnisse und Einarbeitung in die Kreativitätstechniken
4.4.3.2 Anwendungsbereiche der Kreativitätstechniken
4.4.3.3 Anwendung und Anwendungshäufigkeit einzelner Kreativitätstechniken
4.4.4 Nutzen von Kreativitätstechniken
4.4.4.1 Nutzen und positive Nebeneffekte von Kreativitätstechniken
4.4.4.2 Erfolge mit den eingesetzten Kreativitätstechniken
4.4.5 Nichtanwendung von Kreativitätstechniken
4.4.5.1 Gründe für den Nichteinsatz von Kreativitätstechniken
4.4.5.2 Voraussetzungen für einen zukünftigen Einsatz von Kreativitätstechniken
4.4.6 Zukünftige Bedeutung von Kreativität
5. Diskussion und Handlungsempfehlungen
5.1 Diskussion der Studienergebnisse
5.1.1 Aktuelle Bedeutung von Kreativität
5.1.2 Detaillierte Analyse der Anwender von Kreativitätstechniken
5.1.3 Kenntnis und Anwendung von Kreativitätstechniken
5.1.4 Nutzen von Kreativitätstechniken
5.1.5 Nichtanwendung von Kreativitätstechniken
5.1.6 Zukünftige Bedeutung von Kreativität
5.2 Handlungsempfehlungen für zukunftsorientierte Unternehmen
5.2.1 Rahmenbedingungen für ein kreativitätsförderliches Arbeitsumfeld
5.2.2 Systematische Einführung und Anwendung von Kreativitätstechniken
6. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die praktische Relevanz und den Nutzen von Kreativitätstechniken im deutschsprachigen Raum. Ziel ist es, den Verbreitungsgrad, die Anwendungsfelder, den erzielten Nutzen sowie die Gründe für einen möglichen Nichteinsatz wissenschaftlich fundiert aufzuarbeiten und Handlungsempfehlungen für Unternehmen abzuleiten.
- Empirische Untersuchung von Kreativitätstechniken in der Unternehmenspraxis
- Analyse theoretischer Grundlagen zu Kreativität und Prozessmodellen
- Evaluation bisheriger empirischer Studien in diesem Bereich
- Identifikation von Treibern und Barrieren für den Einsatz von Kreativitätstechniken
- Ableitung von Handlungsempfehlungen für ein kreativitätsförderliches Arbeitsumfeld
Auszug aus dem Buch
2.1.3 Kreativitätstechniken
Die Bezeichnung Kreativitätstechnik hielt zu Beginn der 70er Jahre Einzug im deutschen Sprachraum. Vor dieser Zeit waren Kreativitätstechniken eher unter den Begriffen Ideenfindungsmethoden und Problemlösungsmethoden bekannt. Auch heute werden teilweise Begriffe wie Problemlösungstechniken oder kreative Problemlösungs-Tools synonym zu den Kreativitätstechniken verwendet. „Als Kreativitätstechnik ist ein Satz von Denk- und Verhaltensregeln für eine Gruppe oder ein Individuum zu verstehen, die in ihrer Gesamtwirkung das Entstehen von Ideen begünstigen und anregen. Die Regeln beinhalten so genannte heuristische Prinzipien wie assoziieren, abstrahieren, Analogien bilden, kombinieren, variieren usw. Diese in den Regeln enthaltenen heuristischen Prinzipien sind die eigentlichen Ideenanreger […].“
Als älteste (beschriebene) Kreativitätstechnik gilt das Brainstorming, welches Ende der 30er Jahre von Osborn entwickelt wurde und primär auf der freien Assoziation aufbaut. Mithilfe der gesammelten Erfahrungen aus dem Brainstorming und auf Grundlage weiterer heuristischer Prinzipien wurden im Laufe der Jahre zahlreiche Kreativitätstechniken entwickelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Problemstellung der Innovationstätigkeit, die Zielsetzung der Arbeit sowie den methodischen Aufbau der Untersuchung.
2. Theoretische Grundlagen zur Kreativität: Erläutert zentrale Begriffe der Kreativität, relevante Prozessmodelle und bietet eine Einteilung der verschiedenen Kreativitätstechniken.
3. Empirische Studien im Bereich der Kreativitätstechniken: Analysiert bisherige Forschungsergebnisse und fasst Erkenntnisse zu Kenntnis, Anwendung und Nutzen der Methoden zusammen.
4. Empirische Studie: Praktische Relevanz und Nutzen von Kreativitätstechniken: Detaillierte Darstellung des Forschungsdesigns, der Stichprobe und der eigenen Studienergebnisse.
5. Diskussion und Handlungsempfehlungen: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Ableitung von Empfehlungen für Unternehmen zur Förderung von Kreativität.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Abschließende Synthese der Ergebnisse sowie Identifikation von zukünftigem Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Kreativität, Kreativitätstechniken, Innovationsprozess, Ideenfindung, Brainstorming, angewandte Kreativität, 4P-Modell, Problemlösung, empirische Studie, Unternehmenspraxis, Mind Mapping, Innovationsmanagement, Methodenkompetenz, Fehlerkultur, Wissensmanagement
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen der Masterarbeit?
Die Arbeit untersucht, welche Kreativitätstechniken im deutschsprachigen Raum in Unternehmen verbreitet sind, wie diese angewendet werden und welchen tatsächlichen Nutzen sie stiften.
Welche zentralen Themenbereiche werden bearbeitet?
Die Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der Kreativität, die Rolle von Kreativität im Innovationsprozess sowie eine umfassende Analyse sowohl bestehender Studien als auch einer eigenen empirischen Erhebung.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist die Erstellung eines aktuellen Bildes zur praktischen Relevanz von Kreativitätstechniken, um daraus Handlungsempfehlungen für Unternehmen abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Der Autor führt eine Literaturanalyse sowie eine quantitative Online-Befragung durch, deren Daten anschließend statistisch ausgewertet wurden.
Welche Inhalte bilden den Kern des Hauptteils?
Der Kern besteht aus der Analyse bisheriger Studien, der eigenen empirischen Untersuchung von 66 Teilnehmern sowie der daraus abgeleiteten Diskussion und den konkreten Handlungsempfehlungen für Unternehmen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Kreativitätstechniken, Innovationsmanagement, Ideenfindung, empirische Studie und Methodenkompetenz charakterisiert.
Warum spielt die Teamarbeit bei Kreativitätstechniken eine so große Rolle?
Laut der Arbeit ist die Teamarbeit eines der wichtigsten Kriterien für die Ideenfindung, da ein Großteil der Techniken für die Gruppeninteraktion ausgelegt ist und diese erst durch den Gruppenvorteil optimale Resultate erzielen.
Welche Gründe werden für den Nichteinsatz von Kreativitätstechniken genannt?
Hauptgründe sind fehlende Ressourcen, hoher Zeitdruck im Tagesgeschäft sowie der Mangel an praktischer Erfahrung im Umgang mit den Methoden.
Warum wird im Anhang so viel Wert auf die Abgrenzung von Anwendern und Nichtanwendern gelegt?
Dies ermöglicht einen Vergleich der Einstellung, des Wissensstandes und der individuellen Voraussetzungen bei der Arbeit, um besser zu verstehen, warum bestimmte Zielgruppen Kreativitätstechniken nutzen und andere nicht.
- Arbeit zitieren
- Florian Kaufmann (Autor:in), 2018, Praktische Relevanz und Nutzen von Kreativitätstechniken. Neue Ideen als Schlüsselfaktoren für Wettbewerbsfähigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502604