Ist Papst Johannes XXIII. der Initiator der II. Vatikanischen Konzils? Was ist sein Beitrag zum II. Vatikanischen Konzil? Welche Intentionen verfolgt er? Unter diesen drei Hauptfragen soll der Inhalt der Hausarbeit erarbeitet werden.
Um zunächst ein Verständnis von der Person Johannes XXIII. zu bekommen, wird im ersten Teil der Hausarbeit ein Überblick über sein Leben gegeben. Seine Kindheit und Jugend, seine Weihe, sein Dienst im ersten Weltkrieg und auch seine Arbeit als Apostolischer Diplomat unter Pius XII. prägen das Handeln und Wirken als späterer Papst. Um einen realistischen Blick dafür zu bekommen, in welcher Zeit Johannes XXIII. das Konzil einberuft, wird die Vorgeschichte des Konzils dargestellt, im besonderen Bezug auf den politischen Kontext sowie auf die "Nicht-Fertigstellung" des I. Vatikanischen Konzils.
In dem Hauptteil der Arbeit wird die Rolle Johannes im II. Vatikanischem Konzil dargestellt. Von der Idee bis hin zu den Vorbereitungen des Konzils wird die Bedeutung des Papstes in den Blick genommen. Auch die Stimmen der Kritik kommen zu Wort. Der Papst musste gegen die Kurie arbeiten, um das Konzil, so wie er es letztendlich wollte, zu bekommen. Auch die Vorbereitungen sind z.T. durch Rückschläge gekennzeichnet, zeigen aber sehr gut die Art und Weise des Papstes, die so ganz anders ist als die seines Vorgängers. Die Rundfunkbotschaft, einen Monat vor der Eröffnung des Konzils, zeigt inhaltlich konkret seine Intention.
Die erste und für ihn letzte Sitzungsperiode, die Johannes miterlebt, wird hier auch kurz dargestellt. Zum einen, um die Früchte der Arbeit des Papstes zu zeigen. Zum anderen, um zu verdeutlichen, unter welchen Bedingungen das Konzil beginnt. Das Fazit soll auf die anfangs gestellten Fragen zurückgreifen, diese beantworten und einen Überblick über die von Johannes XXIII. verfolgten Ziele und Gründe geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Person Johannes XXIII.
2.1 Seine Biographie bis zur Papstwahl
2.2 Die Papstwahl
3. Die Vorgeschichte des Konzils
3.1 Historische Kontextsituation
3.2 Das unvollendete I. Vaticanum
4. Johannes Beteiligung am II. Vatikanischen Konzil
4.1 Initator
4.1.1 Die Idee zum Konzil
4.1.2 Kritik am Konzil
4.2 Die Vorbereitung des Konzils
4.3 Die Rundfunkbotschaft
5. Die Konzilseröffnung und die erste Sitzungsperiode
6. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung von Papst Johannes XXIII. für das II. Vatikanische Konzil. Dabei wird erörtert, ob der Papst als Initiator des Konzils betrachtet werden kann, welchen Beitrag er zur Durchführung leistete und welche Intentionen er mit diesem historischen Ereignis verfolgte.
- Lebensweg und Werdegang von Angelo Roncalli vor seiner Papstwahl
- Politischer und kirchlicher Kontext des 20. Jahrhunderts als Voraussetzung des Konzils
- Die Rolle der Kurie und die interne Kritik an der Konzilseinberufung
- Inhaltliche Intentionen des Papstes, dargelegt in der Rundfunkbotschaft von 1962
- Verlauf und Dynamik der ersten Sitzungsperiode des Konzils
Auszug aus dem Buch
4.3 Die Rundfunkbotschaft
Die Radiobotschaft von Johannes XXIII. wurde am 11. September 1962, also einen Monat vor der Eröffnung des Konzils, ausgestrahlt. In dieser Botschaft lassen sich gut die zahlreichen Intentionen des Papstes für das Konzil herauslesen. Die Rede wurde an „Katholiken aller Welt“ adressiert.
Zunächst spricht der Papst von den großen Erwartungen, die, einen Monat vor dem Konzil, greifbar sind. Er betont die weltweite Zusammenarbeit für die Themen der Lehre und Seelsorge, die im Konzil behandelt werden sollen. Darüber hinaus vergleicht er die Arbeiten des Konzils mit dem Reich Gottes. Das Reich Gottes symbolisiert die Kirche. Aus diesem Vergleich wird deutlich, dass Johannes XXIII. dieses Konzil als von Gott gewollt und gegeben ansieht. Weiter deutet er an, dass das ökumenische Konzil eine „Begegnung mit dem Antlitz Christi“ sei. Der Grund der Einberufung wird deutlich: Die Kirche soll kraftvoll erneuern, was ihre Antwort für die Welt ist. Der Papst zieht hier den Missionsaufruf aus Mt 28, 19-20 hinzu.
Ihre Lebenskraft nach innen (ad intra) muss wieder greifbar werden. Sie soll ihren Gläubigen die „Schätze erleuchtenden Glaubens und heiligender Gnade“ zeigen und so ihre Aufgabe wahrnehmen, nämlich Leben zu spenden, zu lehren und zu beten. Auch die Lebensäußerungen nach außen (ad extra) sollen auf die Bedürfnisse und Nöte der Völker abgepasst werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Bedeutung von Papst Johannes XXIII. und Definition der zentralen Forschungsfragen der Arbeit.
2. Die Person Johannes XXIII.: Darstellung der Biographie Roncallis, von seiner Herkunft über seine diplomatischen Stationen bis hin zu seiner Papstwahl unter schwierigen kirchlichen Bedingungen.
3. Die Vorgeschichte des Konzils: Analyse der historischen Kontextsituation des 20. Jahrhunderts und der Bedeutung des unvollendeten Ersten Vatikanischen Konzils für das Zweite Vatikanum.
4. Johannes Beteiligung am II. Vatikanischen Konzil: Untersuchung der Rolle des Papstes als Initiator, der Vorbereitungsprozesse sowie der aufkommenden innerkirchlichen Kritik und der inhaltlichen Ziele.
5. Die Konzilseröffnung und die erste Sitzungsperiode: Beschreibung der feierlichen Eröffnung und der ersten inhaltlichen sowie strukturellen Entwicklungen während der ersten Sitzungsperiode.
6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfragen und Würdigung der historischen Leistung von Papst Johannes XXIII.
Schlüsselwörter
Johannes XXIII., II. Vatikanisches Konzil, Kirchengeschichte, Papsttum, Aggiornamento, Konzilsvorbereitung, Römische Kurie, Pastoral, Ökumene, Reform, Religionsfreiheit, Apostolische Diplomatie, Weltkirche, Kirchenerneuerung, 20. Jahrhundert.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle und Bedeutung von Papst Johannes XXIII. im Kontext des Zweiten Vatikanischen Konzils.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind der Lebensweg des Papstes, die historischen Umstände der Konzilseinberufung, der Widerstand der Kurie und die pastoralen Ziele des Konzils.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu klären, inwieweit Johannes XXIII. als Initiator des Konzils fungierte, welchen Beitrag er zur Umsetzung leistete und welche theologischen Intentionen er verfolgte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die historische Ereignisse, Tagebucheinträge und offizielle Verlautbarungen des Papstes systematisch auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Konzilsidee, der Kritik daran, den komplexen Vorbereitungsphasen und der ersten Sitzungsperiode des Konzils.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Konzilspapst, Aggiornamento, Kirchenerneuerung, römische Kurie und ökumenischer Dialog.
Wie reagierte die Kurie auf die Ankündigung des Konzils?
Die Kurie reagierte größtenteils mit Unverständnis und Ablehnung, da sie das Konzil aufgrund der festgeschriebenen Unfehlbarkeit des Papstes als unnötig und die bestehenden Machtstrukturen als gefährdet ansah.
Welche Bedeutung hatte die Rundfunkbotschaft von 1962?
Die Botschaft diente dazu, die Absichten des Papstes für das Konzil öffentlich zu verdeutlichen, insbesondere die Notwendigkeit einer Erneuerung nach innen und einer Anpassung an die Nöte der Völker nach außen.
- Quote paper
- Anne-Catherine Niagne (Author), 2018, Der "Konzilspapst" Johannes XXIII. und seine Bedeutung für das II. Vatikanische Konzil, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502609