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Das IOC und die Olympischen Spiele 1936 in Berlin. Über den Beginn der Verstrickung von Sport und Politik

Verbreitung des Olympischen Geistes oder Gewinnmaximierung?

Title: Das IOC und die Olympischen Spiele 1936 in Berlin. Über den Beginn der Verstrickung von Sport und Politik

Term Paper , 2018 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Philipp Müller (Author)

History of Europe - Ages of World Wars
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Diese Arbeit analysiert die Bewerbung der Stadt Berlin für die Ausrichtung der Olympischen Spiele 1936, um herauszuarbeiten, mit welchen Argumenten das Internationale Olympische Komitee (IOC) in den 1920er und 30er Jahren überzeugt werden konnte. Was war dem IOC in der Zwischenkriegszeit wichtiger: Verbreitung des Olympismus und damit eine weltbürgerliche Philosophie zu prägen oder wirtschaftliche Expansion, Gewinnstreben und Bedeutungsgewinn?

Die letzten Olympischen Spiele vor dem Zweiten Weltkrieg 1936 in Berlin gingen als "Propaganda-Spiele" der NS-Diktatur in die Geschichte ein. Sie waren die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit, die als Plattform für politische Machtdemonstrationen und Selbstinszenierungen missbraucht wurden, katapultierten gleichzeitig aber auch die Bedeutung Olympias und damit des IOC in neue Sphären. Horrende Summen investierte das NS-Regime in die Spiele, wodurch es Olympia geschafft hat, bis heute das größte und wichtigste Sportereignis der Welt zu sein. Es konstituierte sich seither als Marke und wurde vom größten Teil der Bevölkerung akzeptiert. Ein Status, der noch in den 1920er Jahren in dem Ausmaß kaum abzusehen war, wenn er denn überhaupt gewollt war?

Dass die Olympischen Spiele von einem autokratischen, faschistischem System dazu genutzt werden, das Ausland vom Planungsvermögen und von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Regimes zu überzeugen und sich als friedliebendes, weltoffenes Land zu inszenieren, stand sicherlich nicht in der Absicht des IOC, als sie die Spiele 1930 in die Hauptstadt der Weimarer Republik gelegt haben. Der Olympischen Charta gemäß, sollte sich jede Stadt an den Gedanken des Olympismus halten und diesen fördern.

Von diesem ursprünglichen Olympismus hatte man sich 1936 aber weit entfernt, auch wenn die Verantwortlichen stets beteuerten in diesem Sinne zu handeln. Folgt man den Zeitungsberichten aus Deutschland und Italien im Nachgang der Spiele war es nicht der Sportler selbst, der Leistung erbrachte, sondern die überlegene "arische Rasse". Dass das rassistische und gewaltanwendende NS-Regime der Olympischen Idee entgegensteht, wurde von vielen Zeitgenossen zwar erkannt, dennoch wurden die Spiele weder abgesagt noch boykottiert. Offensichtlich spielten also auch andere Gründe als nur die Verbreitung des Olympischen Gedankens eine Rolle bei der Wahl der Austragungsorte Olympischer Spiele.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Olympismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts

3. Die Bewerbung Berlins als Olympiastadt 1930

3.1 Der IX. Olympische Kongress

3.2 Motivation & Hoffnung der Berliner

3.3 „Berlin – Die Sporthauptstadt Deutschlands“

4. Vergabe der Spiele 1931 - die Intention des IOC

5. Diskussion & Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in der Zwischenkriegszeit, insbesondere im Kontext der Berliner Olympiabewerbung 1930. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob die Entscheidung für Berlin primär durch das Ideal der Verbreitung des Olympismus oder durch eigennützige Motive wie wirtschaftliche Expansion und den Wunsch nach Bedeutungsgewinn der Marke „Olympia“ motiviert war.

  • Analyse der olympischen Idee und ihrer Ambivalenzen im frühen 20. Jahrhundert.
  • Untersuchung der Bewerbungsstrategien Berlins als „Sporthauptstadt“.
  • Bewertung der Rolle des IX. Olympischen Kongresses in Berlin für die Vergabeentscheidung.
  • Kritische Reflexion der politischen Instrumentalisierung des Sports durch das IOC.
  • Analyse der Diskrepanz zwischen olympischem Idealismus und realpolitischen Interessen.

Auszug aus dem Buch

Die Bewerbung Berlins als Olympiastadt 1930

Als Deutschland das erste Mal nach dem Ersten Weltkrieg 1928 in Amsterdam wieder an Olympischen Spielen teilnehmen durfte und dort auch einen überraschend guten zweiten Platz im Medaillenspiegel erreichte, herrschte ein regelrechter Aufschwung der Olympischen Bewegung in Deutschland. Im Zuge dessen forcierte der Deutsche Olympische Ausschuss (DOA) Bestrebungen, die Spiele nach Deutschland zu holen. Bereits Ende 1927 wurde dieser Wunsch erstmals artikuliert und Theodor Lewald, der damalige Vorsitzende der DOA und IOC-Mitglied mit diesem Auftrag vertraut. Die deutschen Sportfunktionäre betrachteten den Zeitpunkt dafür als optimal, da in ihren Augen die Weimarer Republik innenpolitisch gefestigt war und außenpolitisch an Ansehen gewonnen habe. So stieß Lewald im IOC mit diesem Vorschlag auf offene Ohren und das Komitee war willig, einer deutschen Stadt den Zuschlag für die Spiele 1936 zu geben. Daraufhin bewarben sich neben Berlin als deutsche Städte noch Nürnberg, Köln und Frankfurt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Olympischen Spiele 1936 als „Propaganda-Spiele“ und hinterfragt, ob die Entscheidung des IOC für Berlin 1930 bereits auf ideologische oder eher auf expansionistische Motive hindeutete.

Der Olympismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Dieses Kapitel erläutert die Ambivalenz des Olympismus zwischen dem Wunsch nach Weltfrieden und der zunehmenden Kommerzialisierung sowie sportpolitischen Konflikten.

Die Bewerbung Berlins als Olympiastadt 1930: Hier werden der Kontext und die Strategien beleuchtet, mit denen Berlin sich als Austragungsort positionierte, sowie der IX. Olympische Kongress als Bühne für diese Ambitionen beschrieben.

Der IX. Olympische Kongress: Das Kapitel analysiert den Kongress in Berlin als Plattform der Vernetzung und macht deutlich, wie die deutsche Delegation Berlin als idealen Rahmen präsentierte.

Motivation & Hoffnung der Berliner: Dieser Abschnitt beschreibt den enormen finanziellen und inszenatorischen Aufwand Berlins, um das IOC trotz wirtschaftlicher Krisenzeiten zu überzeugen.

„Berlin – Die Sporthauptstadt Deutschlands“: Eine Analyse der offiziellen Bewerbungsschrift, die die lokale Infrastruktur und die Sportbegeisterung als zentrale Argumente anführt.

Vergabe der Spiele 1931 - die Intention des IOC: Dieses Kapitel hinterfragt die Motive des IOC, Berlin den Zuschlag zu geben, und setzt diese in Bezug zur politischen Lage der Weimarer Republik.

Diskussion & Fazit: Das Fazit stellt fest, dass das Wachstum der Marke „Olympia“ und nationale Interessen für das IOC schwerwiegender waren als die ursprüngliche, weltbürgerliche Philosophie des Olympismus.

Schlüsselwörter

Olympismus, IOC, Berlin 1936, Olympiabewerbung, Sportpolitik, NS-Propaganda, Theodor Lewald, Carl Diem, Weimarer Republik, Olympische Spiele, Sportgeschichte, Ideologie, Kommerzialisierung, Völkerverständigung, Infrastruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die strategischen Motive des IOC bei der Vergabe der Olympischen Spiele an Berlin im Jahr 1930 und hinterfragt die Authentizität des olympischen Geistes im historischen Kontext der Zwischenkriegszeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die sportpolitische Instrumentalisierung, die Professionalisierung und Expansion der Olympischen Bewegung sowie der Einfluss von nationalem Prestige und wirtschaftlichen Interessen auf das IOC.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzudecken, ob die Vergabe der Spiele nach Berlin primär dem Streben nach Verbreitung des olympischen Gedankens folgte oder von wirtschaftlichem Gewinnstreben und Machtinteressen gesteuert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse zeitgenössischer Dokumente, insbesondere der Berliner Bewerbungsschrift, sowie auf der Auswertung relevanter historiografischer Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet detailliert den IX. Olympischen Kongress, die Berliner Bewerbungsaktivitäten, die Rolle einflussreicher Funktionäre wie Lewald und die ambivalente Haltung des IOC gegenüber politischen Systemen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Olympismus, IOC, Berlin 1936, Sportpolitik, Ideologie und internationale Wettkampfstandards.

Welche Rolle spielte der IX. Olympische Kongress für die Berliner Bewerbung?

Der Kongress diente als perfekte Bühne, auf der Berlin seine moderne Infrastruktur und Sportlandschaft präsentieren konnte, um die IOC-Mitglieder ohne direkte Konkurrenz zu überzeugen.

Wie bewertet der Autor die Haltung des IOC gegenüber der NS-Diktatur nach 1933?

Der Autor kritisiert, dass sich das IOC von der Größe und Propaganda der Spiele blenden ließ und die rassistische Realität des NS-Regimes ignorierte, solange das Versprechen aufrechterhalten wurde, die Spiele in gewohntem Glanz zu feiern.

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Details

Title
Das IOC und die Olympischen Spiele 1936 in Berlin. Über den Beginn der Verstrickung von Sport und Politik
Subtitle
Verbreitung des Olympischen Geistes oder Gewinnmaximierung?
College
University of Cologne  (Historisches Institut)
Course
Handelsplatz Europa
Grade
1,0
Author
Philipp Müller (Author)
Publication Year
2018
Pages
21
Catalog Number
V502648
ISBN (eBook)
9783346042958
ISBN (Book)
9783346042965
Language
German
Tags
Olympia 1936 IOC Zwischenkriegszeit Sport und Politik Olympia
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Müller (Author), 2018, Das IOC und die Olympischen Spiele 1936 in Berlin. Über den Beginn der Verstrickung von Sport und Politik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502648
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