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Die Entwicklung des Herzogs im mittelalterlichen Versroman "Herzog Ernst" während der Orientfahrt

Title: Die Entwicklung des Herzogs im mittelalterlichen Versroman "Herzog Ernst" während der Orientfahrt

Term Paper , 2018 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Lisanne Schmitz (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Inzwischen als wichtigster Handlungsstrang verstanden, konzentriert sich die Arbeit hauptsächlich auf Herzog Ernsts Orientreise, und zwar speziell auf die Frage, wie der Weg der Flucht von Zuhause, hinein in eine fremde Welt voller Abenteuer und prägender Begegnungen, letztendlich wieder zurück in die ideale Welt des rîche, den Herzog prägt. Als in der Arbeit zu beantworten gilt also die Frage: Welchen Einfluss hat der Verlauf der Orientreise auf die charakterliche Entwicklung des Herzogs? Das Versepos ist in seiner Themenfülle derart komplex, dass es sich von der Darstellung herrschaftlicher Machtverhältnisse über religiöse Kreuzzugthematiken hin zur Reise in ferne Realitäten streckt, die primär in zwei Teile gegliedert werden kann: den Reichsteil und den Orientteil. Während die frühe Forschung dem Orientteil keine große Bedeutung beigemessen hat, folglich den Reichsteil als primäre Handlung verstand, hat sich diese Auffassung mittlerweile ins Gegenteil gekehrt.

An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass es vorerst klärungsbedürftig scheint, Ernsts Reise in Verbindung mit einer Entwicklung des Herzogs zu bringen. Während beispielsweise Jürgen Kühnel die These vertritt, Ernst verkörpere innerhalb der Dichtung das Schema "Aufstieg-Sturz-Bewährung-erneuter Aufstieg" – was offensichtlich eine Entwicklung darstellt – verneint Monika Schulz diese Auffassung. Ihrer Meinung nach durchlaufe Ernst zu keiner Zeit die in der obigen Aufführung als "Fall" beschriebene Wendung, verfüge also die gesamte Dichtung hinweg über dieselben Tugenden. Die Hausarbeit schließt an die Interpretation Kühnels an. Die Frage nach Ernsts Entwicklung wird also im Folgenden nicht mehr angezweifelt, sondern als gegeben vorausgesetzt.

Darauf aufbauend wird es zunächst einen kurzen Überblick über die Ausgangssituation des Herzogs geben, die der Orientreise vorangeht, um den Gesamtkontext der Dichtung und der folgenden Arbeit verstehen zu können. Der folgende Teil befasst sich mit der angedeuteten Orientreise. Aufgeteilt in drei Etappen werden nun die wichtigsten Geschehnisse und die damit einhergehenden Entwicklungen Ernsts detailliert aufgeführt. Hier wird primär das Verhalten des Herzogs während seiner Reise behandelt, um im Zusammenhang damit beleuchten zu können, wie sich dieses im Laufe seiner Reise verändert. Abschließend werden alle gesammelten Erkenntnisse gebündelt zusammengefasst, um damit nun die Eingangsfrage zufriedenstellend beantworten zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ausgangssituation

3 Der Kreuzzug in den Orient – Begegnung mit dem Fremden

3.1 Die Bewährungsprobe in Grippia

3.2 Die Flussfahrt als Wendepunkt

3.3 Heldenhaft in Arimaspi

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

5.1 Primärliteratur

5.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische und charakterliche Entwicklung des Herzogs Ernst im Kontext seiner Orientreise, wie sie im mittelhochdeutschen Versepos "Herzog Ernst" (Fassung B) dargestellt wird. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, welchen Einfluss die Flucht, die Konfrontation mit der Fremde und die verschiedenen Abenteuer auf den Prozess seiner Reifung vom Exilanten zum erfolgreichen Herrscher haben.

  • Analyse der Ausgangslage im Reichsteil und der damit verbundenen Handlungsunfähigkeit.
  • Untersuchung der Grippia-Episode als Raum der Desorientierung und des Scheiterns.
  • Beleuchtung der Flussfahrt als zentraler Wendepunkt der erzählten Entwicklung.
  • Herausarbeitung der Arimaspi-Episode als Phase der Restitution und heldenhaften Bewährung.
  • Interpretation der Rolle des Grafen Wetzel als Mentor im Lernprozess des Protagonisten.

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Flussfahrt als Wendepunkt

Ir segel sie dô zugen hô und sigelten ûf den wilde sê. doch tet in herzeclîche wê umb ir geverten die sie liezen dâ. (V. 3849-3852)

Nach der angesprochenen Flucht Ernsts und seiner Gefolgsleute aus Grippia retten sich die überlebenden Kämpfer nun auf ein Schiff. Mit der Hoffnung, ebenso wie in Grippia bürge und liute im lande (V.3907) anzutreffen, setzten sie ihre Reise auf dem Lebermeer fort.

Nach auffällig geringer Erzählzeit, jedoch ohne wirkliche Kenntnis über die erzählte Zeit, geraten der Herzog und seine Truppe in ernsthafte Gefahr: sie steuern auf den Magnetberg zu, werden gar von ihm angezogen. Der Herzog erkennt die ausweglose Lage sofort und sieht den einzigen Ausweg im Beistand Gottes: nu bitet alle got daz er/uns helfe und genaedic sî (V.3964f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung des Versepos dar und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach dem Einfluss der Orientreise auf die Entwicklung des Herzogs Ernst.

2 Ausgangssituation: Dieses Kapitel skizziert den Reichsteil, der den Herzog als idealen Helden einführt, welcher jedoch durch politische Konflikte in eine existenzielle Krise und Handlungsunfähigkeit gerät.

3 Der Kreuzzug in den Orient – Begegnung mit dem Fremden: Dieser Hauptteil analysiert die Reise als Prozess, der den Herzog mit fremden Welten konfrontiert und schrittweise seine Handlungsfähigkeit wiederherstellt.

3.1 Die Bewährungsprobe in Grippia: Die Episode wird als Raum der Fremdheit und Desorientierung beschrieben, in dem Ernst trotz tugendhaften Verhaltens an Kommunikationsschwierigkeiten scheitert.

3.2 Die Flussfahrt als Wendepunkt: Die Passage fungiert als symbolischer Wendepunkt, an dem sich Ernst durch göttlichen Beistand und neue Problemlösungsstrategien aus der Krise befreit.

3.3 Heldenhaft in Arimaspi: In diesem Kapitel wird die Arimaspi-Episode als Phase der erfolgreichen Restitution und gesellschaftlichen Eingliederung analysiert, in der Ernst wieder als aktiver Held agiert.

4 Fazit: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und bestätigt die These einer mentalen und charakterlichen Reifung des Herzogs durch die gewonnenen Erfahrungen.

5 Literaturverzeichnis: Hier werden alle in der Arbeit verwendeten Quellen und die wissenschaftliche Forschungsliteratur aufgelistet.

Schlüsselwörter

Herzog Ernst, mittelhochdeutsche Literatur, Orientreise, Heldenepos, Charakterentwicklung, Handlungsfähigkeit, Desorientierung, Grippia, Magnetberg, Arimaspi, Reifeprozess, Höfische Dichtung, Triuwe, Wissenserwerb, Restitution.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung des Protagonisten im Versepos "Herzog Ernst" (Fassung B), insbesondere während seines Aufenthalts im Orient.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind der Übergang von Handlungsunfähigkeit zu aktiver Heldenhaftigkeit, die Konfrontation mit der Fremde und die Rolle göttlichen Beistands.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass die Orientreise nicht nur eine bloße Abenteuerfolge ist, sondern einen gezielten Reifungs- und Entwicklungsprozess des Herzogs darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung relevanter Forschungsliteratur, um die strukturelle Entwicklung der Romanfigur zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Episoden: die Bewährungsprobe in Grippia, die Flussfahrt als Wendepunkt und die erfolgreiche Rückkehr bzw. Restitution in Arimaspi.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Charakteristisch sind Begriffe wie "Herzog Ernst", "Orientreise", "Handlungsfähigkeit", "Heldenepos" und "Reifeprozess".

Warum wird die Flussfahrt als "Wendepunkt" bezeichnet?

Sie wird so bezeichnet, weil sie den Übergang vom Scheitern und der Desorientierung in Grippia hin zu einem neuen Erfolgspfad markiert, auf dem Ernst wieder Eigenverantwortung zeigt.

Welche Rolle spielt der Graf Wetzel im Lernprozess des Herzogs?

Wetzel fungiert anfangs als wichtiger Ratgeber, dessen Bedeutung jedoch abnimmt, je stärker Ernst selbstständig und besonnen agiert, was seinen Reifegrad unterstreicht.

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Details

Title
Die Entwicklung des Herzogs im mittelalterlichen Versroman "Herzog Ernst" während der Orientfahrt
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
1,3
Author
Lisanne Schmitz (Author)
Publication Year
2018
Pages
20
Catalog Number
V502794
ISBN (eBook)
9783346042699
ISBN (Book)
9783346042705
Language
German
Tags
entwicklung herzogs versroman herzog ernst orientfahrt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisanne Schmitz (Author), 2018, Die Entwicklung des Herzogs im mittelalterlichen Versroman "Herzog Ernst" während der Orientfahrt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502794
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