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Die Konstruktion des Phänomen Terrorismus durch die Massenmedien

Eine diskursanalytische und systemtheoretische Betrachtung

Titel: Die Konstruktion des Phänomen Terrorismus durch die Massenmedien

Akademische Arbeit , 2016 , 26 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Moritz Köhn (Autor:in)

Soziologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Terrorismus, insbesondere der islamistische Terrorismus, ist eines der prägendsten Phänomene unserer modernen Welt. Fast täglich ist in den Medien die Rede von neuen Anschlägen, Kriegen und Interventionen, die zum Teil direkt, zum Teil indirekt mit Terror zu tun haben. Die Anschläge auf das World Trade Center im September 2001 stehen symbolisch für den Beginn dieser damals neuen Bedrohung. Seit diesem Zeitpunkt haben weitere Anschläge und Angriffe die Welt, und wie sie von den Menschen wahrgenommen wird verändert. Diese Wahrnehmung lässt sich insbesondere über Medien konstituieren und bietet damit die Möglichkeit zu erfahren, wie man mit Terrorismus umgeht.
Im Folgenden wird sich mit der Konstruktion des Terrorismus in den Massenmedien beschäftigt. Zu diesem Zweck beschränkt sich die Analyse auf zwei Ausgaben von unterschiedlichen Wochenzeitungen direkt nach den Pariser Anschlägen am 13. November 2015. Von Interesse ist vor allem die, mit der Verwendung des Begriffs „Terrorismus“, implizierte Wir/Sie Unterscheidung und mit welchen Werkzeugen sie in den Medien konstruiert wird und wie sie sich darin unterscheiden.
Anfangs wird der Begriff Terrorismus und die damit einhergehenden Schwierigkeiten erläutert. Terrorismus an sich ist nicht ansprechbar, hat keinen Adressaten, kann nicht als ein Objekt ausgemacht werden. Somit ist es nur möglich seine Wirksamkeit anhand von etwas Konkretem zu untersuchen. Also um sich der Beschaffenheit von Konstruktionen des Terrorismus zu nähern, scheint es sinnvoll dies anhand von dem Medium Zeitung zu tun. Zu diesem Zweck werden vorerst die Massenmedien im Allgemeinen mithilfe der Systemtheorie untersucht, um ihre Strukturen, mit denen sie ihre Realität erzeugen genauer zu betrachten. Dabei ist zu erkennen, dass verschiedene Schemabildungen zu beobachten sind, die direkte Auswirkungen auf die Konstruktion von Objekten, also auch Problemen, haben. Zu vermuten ist, dass schon die Bezeichnung Terrorismus und die dazugehörige Beschreibung eine Kategorisierung und Abgrenzung, durch eine Wir/Sie Kontrastierung, dem Phänomen immanent ist.
Zum Schluss können darüber Vermutungen angestellt werden inwiefern die Art und Weise wie der Terrorismus konstruiert wird Auswirkungen auf Kommunikationen der Rezipienten hat und somit auch auf andere Funktionssysteme, wie das der Politik.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einführung

II. Hauptteil

1. Versuch einer Terrorismusdefinition

2. Warum die Anschläge des 13. November in Paris

3. Massenmedien

3.1. Terrorismus und Massenmedien

3.2. Was wird hier als Konstruktion verstanden?

3.3. Konstruktion des Terrorismus als allgemeine Problemkonstruktion

3.4. Massenmedien als System

3.5. Die Erzeugung einer Konstruktion eines Objektes/Problems

3.6. Massenmedien als soziales Gedächtnis

4. Anmerkung zu der Wahl des Mediums

5. Diskursanalyse und ihre Operationalisierung

5.1. Diskursanalyse nach Michel Foucault

5.2. Operationalisierung der Diskursanalyse durch die Diskurslinguistik

6. Analyse

6.1. Analyse der Welt am Sonntag (Ausgabe 46/ 2015)

6.2. Analyse der Zeit (Ausgabe 47/ 2015)

III. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Massenmedien das Phänomen Terrorismus durch sprachliche und gestalterische Mittel konstruieren, wobei der Fokus auf den Pariser Anschlägen vom 13. November 2015 liegt, um zu analysieren, wie eine „Wir/Sie“-Unterscheidung medienwirksam erzeugt wird.

  • Systemtheoretische Betrachtung der Rolle der Massenmedien
  • Diskursanalytische Untersuchung von Wochenzeitungen
  • Konstruktion von Freund-Feind-Schemata und Kriegsrhetorik
  • Einfluss der Medienberichterstattung auf die gesellschaftliche Wahrnehmung

Auszug aus dem Buch

3.4. Massenmedien als System

Die Massenmedien versorgen die Gesellschaft kontinuierlich mit Informationen und sorgen damit ständig für Irritationen beim Rezipienten. Eine Information ist „irgendein Unterschied der bei einem späteren Ereignis einen Unterschied macht.“ (Bateson 1981: 488). Eine Irritation ist hier als eine Störung des Erwartungshorizonts zu verstehen. Informationen müssen immer einen relevanten Neuigkeitswert haben und verlieren diesen in dem Moment in dem er bereitgestellt wird. Information und Nichtinformation ist der Code, mit dem innerhalb der Massenmedien operiert wird und dieser unterscheidet, was unangetastet in der Umwelt des Systems bleibt und was beobachtet und aufgenommen wird. Dass jedes siebte Kleinkind in den Entwicklungsländern (160 Millionen) deutliche Erscheinung an Unterernährung aufweist, wird nicht täglich in den Nachrichten gesendet (Millenniums-Entwicklungsziele Bericht: 2015)

Die Massenmedien stellen nicht nur eine ausgewählte Gesamtheit von Informationen bereit. Sie sorgen auch für die Bearbeitung und Verständlichkeit dieser Irritationen. Diese Verarbeitungsleistung von Irritationen wird durch Schemabildungen vollzogen. Schemabildungen sind hier als Regeln für Unterscheidungen, die getroffen werden um zu verstehen (Unterscheidungen, die getroffen werden sind Operationen eines Systems). Eine Funktion und Leistung der Massenmedien liegt also dabei durch Unterscheidungen Informationen zu konstruieren und die erzeugten Schemabildungen machen sie relevant, bearbeitbar und verständlich. Somit kann man die „Realität der Massenmedien […] nicht begreifen, wenn man ihre Aufgabe in der Bereitstellung zutreffender Informationen über die Welt sieht und daran ihr Versagen […] misst“ (Luhmann 2009: 119).

Zusammenfassung der Kapitel

Versuch einer Terrorismusdefinition: Erläutert die Schwierigkeiten einer eindeutigen Terrorismusdefinition aufgrund fehlender wissenschaftlicher Konsense und der subjektiven Perspektive von Tätern und Opfern.

Warum die Anschläge des 13. November in Paris: Analysiert, warum diese spezifischen Anschläge aufgrund ihrer sozialen Wirkung und ihres Organisationsgrades für eine diskursanalytische Untersuchung besonders geeignet sind.

Massenmedien: Betont die Rolle der Medien als Konstrukteure der gesellschaftlichen Realität durch Selektion und Schemabildung, insbesondere bei der Verbreitung von Schrecken.

Anmerkung zu der Wahl des Mediums: Begründet die Auswahl der Wochenzeitungen „Die Zeit“ und „Welt am Sonntag“ basierend auf ihrer hohen Reichweite und diskursiven Ausführlichkeit.

Diskursanalyse und ihre Operationalisierung: Stellt den theoretischen Rahmen nach Foucault sowie die diskurslinguistische Methodik zur Analyse der Texte bereit.

Analyse: Untersucht konkret die Berichterstattung der beiden Zeitungen hinsichtlich ihrer sprachlichen Mittel, Kriegsrhetorik und visuellen Gestaltung.

Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen, dass beide Medien aktiv eine „Wir/Sie“-Unterscheidung konstruieren, wobei „Die Zeit“ dabei reflektierter vorgeht als die „Welt am Sonntag“.

Schlüsselwörter

Terrorismus, Massenmedien, Konstruktivismus, Systemtheorie, Diskursanalyse, Kriegsrhetorik, Wir-Sie-Unterscheidung, Paris, Islamistischer Terror, Medienberichterstattung, Fremdreferenz, Schemabildung, Emotionalisierung, Identität, Diskurs.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das Phänomen „Terrorismus“ von Massenmedien konstruiert wird und welche Rolle dabei diskursive Mechanismen zur Abgrenzung spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die systemtheoretische Analyse von Massenmedien, die diskurslinguistische Untersuchung von Printmedien sowie die Konstruktion von Identitäten (Wir vs. Sie).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, mit welchen sprachlichen und gestalterischen Werkzeugen Medien den Terrorismus als Bedrohung für das „Wir“ der westlichen Gesellschaft darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen diskursanalytischen Ansatz nach Foucault, operationalisiert durch die Diskurslinguistik nach Warnke und Spitzmüller.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben theoretischen Grundlagen zu Terrorismus und Massenmedien zwei konkrete Fallbeispiele („Die Zeit“ und „Welt am Sonntag“) analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Terrorismus, Konstruktivismus, Systemtheorie, Diskursanalyse und Kriegsrhetorik.

Wie unterscheidet sich die Berichterstattung zwischen „Die Zeit“ und „Welt am Sonntag“?

Während die „Welt am Sonntag“ stark auf emotionale und entmenschlichende Darstellungen der Täter setzt, zeigt „Die Zeit“ einen etwas differenzierteren und reflektierteren Umgang mit der Thematik.

Inwiefern beeinflusst Kriegsrhetorik die Wahrnehmung der Leser?

Kriegsrhetorik erzeugt ein klares Freund-Feind-Schema, das zur Mobilisierung dient, jedoch gleichzeitig die Komplexität des Phänomens und mögliche alternative Lösungsansätze ausblendet.

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Details

Titel
Die Konstruktion des Phänomen Terrorismus durch die Massenmedien
Untertitel
Eine diskursanalytische und systemtheoretische Betrachtung
Hochschule
Universität Witten/Herdecke
Note
2,0
Autor
Moritz Köhn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
26
Katalognummer
V502890
ISBN (eBook)
9783346036520
ISBN (Buch)
9783346036537
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konstruktion phänomen terrorismus massenmedien eine betrachtung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Moritz Köhn (Autor:in), 2016, Die Konstruktion des Phänomen Terrorismus durch die Massenmedien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502890
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Leseprobe aus  26  Seiten
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