In dieser Arbeit wird der Versuch unternommen, den Homo oeconmicus und seine Bedeutung in der Wirtschaftswissenschaft zu skizzieren. Der Begriff „Homo Oeconomicus“ setzt sich aus den Wortbedeutungen Homo Sapiens und dem lateinischen Wort „Oecomicus“ zusammen, was man als wirtschaftend übersetzen kann. Der Homo Oeconmicus kann also als „wirtschaftender Mensch“ übersetzt werden. Heute ist es ein Modell, was in den aktuellen Wirtschaftswissenschaften immer mehr ins Wanken kommt, aber noch viele Befürworter hat. Im Ursprung wurde damit eine Bedarfsgemeinschaft, wie eine Familie oder ein Dorf, beschrieben, welche durch Tauschbeziehungen sich besser zu stellen versuchten.
Durch den aufkommenden Merkantilismus in der frühen Neuzeit bekam die Marktwirtschaft immer mehr an Gewicht und erste Handelsgruppen und Kaufleute kauften gezielt in größeren Mengen Güter, um sie mit Profit wieder zu verkaufen. Dadurch veränderte sich die Sicht eines Individuums, dass sich in wirtschaftlichen Beziehungen bewegt richtungsweisend hin zum Profitmaximierer.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zum Begriff und seiner Entstehung
3. Zentrale Annahmen des HOEC
4. Funktion des HOEC
5. Ökonomische Rationalität und deren Ambivalenz
6. REMM- resourceful maximizing man
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung, Kritik und die Grenzen des Modells des „Homo Oeconomicus“ innerhalb der Wirtschaftswissenschaften und stellt mit dem „REMM“ (Resourceful Maximizing Man) einen alternativen Ansatz vor, um menschliches Handeln differenzierter abzubilden.
- Historische Herleitung des Begriffs „Homo Oeconomicus“
- Analyse der zentralen Prämissen und Funktionen ökonomischer Modelle
- Kritische Auseinandersetzung mit der ökonomischen Rationalität
- Gegenüberstellung des „Homo Oeconomicus“ mit dem „REMM“-Modell
- Plädoyer für eine ethisch fundierte Wirtschaftswissenschaft
Auszug aus dem Buch
3. Zentrale Prämissen des HOEC
Die erste Prämisse des Homo oeconomicus kann in dem Begriff „Individualprinzip“ erklärt werden und impliziert zweierlei: Erstens geht man davon aus, dass jeder Akteur nur aus dem Interesse der Erfüllung der eigenen Präferenzen handelt, also nur seinen eigenen Interessen, ohne die Präferenzen der weiteren Akteure zu beachten.
Zweitens wird davon ausgegangen, dass jeder Akteur zu jeder Zeit eine klare Rangordnung seiner Präferenzen hat und er niemals in diesen „befriedigt“ ist. Also immer aus der Perspektive der Knappheit agiert.
Die zweite Prämisse bezieht sich direkt auf den letzten Satz der Beschreibung der Ersten. Der HOEC (homo oeconomicus) handelt fokussiert an dem Problem der Knappheit und versucht somit (immer kurzfristig) den höchstmöglichen Nutzen für ihn selbst zu ermöglichen.
Die dritte Prämisse beschreibt die vollständige Informiertheit des Akteurs hinsichtlich seiner Präferenzen und Restriktionen (Beschränkungen). Beschränkungen sind hierbei „als Grenzen von Spielräumen von Handlungsentscheidungen zu begreifen“. Restriktionen können z.B. Budget- und rechtliche Grenzen sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die weite Verbreitung und die Kontroversen rund um das Modell des Homo oeconomicus und stellt die Zielsetzung der Arbeit vor.
2. Zum Begriff und seiner Entstehung: Das Kapitel beleuchtet die etymologische Herkunft des Begriffs und zeichnet die historische Entwicklung vom wirtschaftenden Menschen hin zum Profitmaximierer nach.
3. Zentrale Annahmen des HOEC: Hier werden die theoretischen Grundpfeiler des Modells, wie das Individualprinzip, die Nutzenmaximierung und die vollständige Informiertheit der Akteure, detailliert dargelegt.
4. Funktion des HOEC: Dieses Kapitel erläutert den praktischen Nutzen des Modells in der Wirtschaftspolitik und Simulation, auch im Kontext von Dilemmastrukturen wie dem Gefangenendilemma.
5. Ökonomische Rationalität und deren Ambivalenz: Der Autor setzt sich kritisch mit der einseitigen Ausrichtung auf materielle Nutzenmaximierung auseinander und fordert eine Integration ethischer Reflexion.
6. REMM- resourceful maximizing man: Es wird das alternative Modell des REMM vorgestellt, welches das Individuum als kreatives und kontextbewusstes Wesen beschreibt.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Kritik zusammen und plädiert dafür, die Wirtschaftswissenschaften durch alternative Menschenbilder flexibler und lebensnäher zu gestalten.
Schlüsselwörter
Homo Oeconomicus, REMM, Wirtschaftsphilosophie, Nutzenmaximierung, Rationalität, Wirtschaftsethik, Marktstrukturen, Individualprinzip, Gefangenendilemma, Wirtschaftswissenschaft, Knappheit, Präferenzen, Adam Smith, ökonomische Modelle, Transformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Modell des „Homo Oeconomicus“, analysiert seine theoretischen Annahmen und beleuchtet kritisch, warum eine rein ökonomische Rationalität den komplexen Anforderungen menschlichen Handelns oft nicht gerecht wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Geschichte der ökonomischen Theoriebildung, die funktionale Anwendung des Homo Oeconomicus in der Politik sowie der Bedarf an alternativen Menschenbildern, die auch soziale und ethische Aspekte integrieren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Grenzen der eindimensionalen Nutzenmaximierung aufzuzeigen und ein alternatives Forschungsmodell, den „REMM“, vorzustellen, um die Wirtschaftswissenschaften für neue Perspektiven zu öffnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf einer Literaturstudie zur Wirtschaftsphilosophie und zur Geschichte ökonomischer Denkschulen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Prämissen und Funktionen des Homo Oeconomicus, eine kritische Auseinandersetzung mit der ökonomischen Rationalität und die Vorstellung des alternativen REMM-Konzepts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind Homo Oeconomicus, Nutzenmaximierung, REMM, ökonomische Rationalität, Wirtschaftsethik und die kritische Distanz zum unbegrenzten Wachstum.
Warum wird das Gefangenendilemma im Text erwähnt?
Es dient als Beispiel dafür, wie der Homo Oeconomicus genutzt wird, um komplexe Marktinteraktionen und Konkurrenzsituationen mathematisch zu modellieren, auch wenn dabei soziale Kooperationen oft unterschätzt werden.
Welche Kernbotschaft vermittelt der Autor im Fazit?
Die Kernbotschaft lautet, dass eine rein materielle Nutzenmaximierung als Endzweck unzureichend ist und die Wirtschaft wieder stärker in ethische und gesellschaftliche Zusammenhänge integriert werden muss.
- Arbeit zitieren
- Moritz Köhn (Autor:in), 2016, Der Homo Oeconomicus. Seine Bedeutung, Kritik und Alternativen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502892