Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Authentizität im französischen Spielfilm "L’allée du roi". Im ersten Teil der Arbeit, werden Begrifflichkeiten, wie "Spielfilm" und "Authentizität" erklärt. Im darauffolgenden Abschnitt wird auf die visuellen und auditiven Strategien der Authentizität eingegangen.
"L’allée du roi" ist ein französischer Spielfilm, der 1995 in Frankreich erschienen ist und auf der gleichnamigen 14 Jahre zuvor veröffentlichten Buchvorlage basiert. Der Historienfilm handelt von Francoise d’Aubigné, einer Hugenottentochter aus dem 17. Jahrhundert, die zur Geliebten des Königs und im späteren Verlauf zu seiner Ehefrau wird. Im Film werden die Jahre vom ersten Besuch am Hof, im Alter von 32 Jahren, bis zu ihrem Tod gezeigt.
Der Film fällt unter das Genre "Historienfilm" und bezüglich dieses Genres wird oft diskutiert, inwiefern das abgebildete historische Geschehen authentisch ist. In dieser Arbeit werden am Beispiel zweier Filmsequenzen die Authentisierungsstrategien des Spielfilms untersucht. Es soll die Frage geklärt werden, ob die Gestaltung des Spielfilms glaubwürdig ist und welche Authentisierungsstrategien dazu beigetragen haben. Die Gestaltung wird hinsichtlich ihrer möglichen Authentisierung durch Musik, Montage und Raum, Licht, Farbe untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärung
2.1 Genre
2.2 Historienfilm
2.3 Spielfilm
2.3.1 Wirkung des Films
2.3.2 Die Musik im Film
2.4 Der Begriff Authentizität
2.5 Authentisierungsstrategien
3. Filmanalyse
3.1. Inhalt des Films
3.2. Authentisierungsstrategien auf visueller Ebene
3.2.1. Zeitmontage
3.2.2. Sequenzgestaltung
3.2.3. Raum, Licht, Farbe
3.3. Authentisierungsstrategien auf sprachlicher Ebene
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand des französischen Spielfilms „L’allée du roi“ (1995), welche filmgestalterischen Authentisierungsstrategien eingesetzt werden, um historisches Geschehen für den Zuschauer glaubwürdig darzustellen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie visuelle und auditive Mittel – insbesondere Musik, Montage sowie Raum-, Licht- und Farbgestaltung – gezielt zur Erzeugung einer authentischen Wirkung beitragen.
- Analyse des Authentizitätsbegriffs in der Filmtheorie
- Untersuchung von visuellen Authentisierungsstrategien (Zeitmontage, Kamerasprache)
- Analyse der auditiven Ebene und der funktionalen Rolle von Filmmusik
- Betrachtung von Rauminszenierung, Licht und Farbe als Mittel der Authentisierung
- Vergleichende Analyse ausgewählter Filmsequenzen
Auszug aus dem Buch
3.2.3. Raum, Licht, Farbe
Je nachdem wie Vorder-, Mittel-, und Hintergrund eingesetzt werden, können sie Bedeutung generieren. Die Rauminszenierung spielt eine unterschiedlich wichtige Rolle in den verschiedenen Genres. So ist der Raum im Erotikfilm fast unwichtig, während er im Western, wo weite Flächen gezeigt werden, sehr relevant ist.
Die Kategorie Licht kann ebenfalls eine wichtige Bedeutung für das Verständnis eines Films haben. Es können Unterbelichtung, Überbelichtung oder Mehrfachbelichtungen benutzt werden. Durch kalkulierte Beleuchtung werden vertraute Objekte oder Plätze verfremdet, von ihrem Kotext isoliert und damit einhergehend, bedrohlich gemacht. Dunkelheit und Regen werden in Filmen verwendet um Kriminalität, Werterelativismus und Pessimismus darzustellen. Hell angestrahlte Gesichter lassen die Figuren hart und grob wirken.
Farben werden im Filmen bewusst eingesetzt. Ihre Analyse ist allerdings schwierig, denn das Farbspektrum ist sehr begrenzt und ihre Bedeutungen können je nach Epoche oder Kultur variieren. Die Farbe Weiß kann beispielsweise Frühling oder Winter symbolisieren. Mit ihr kann aber auch Hochzeit oder Unschuld assoziiert werden (FAULSTICH 2008 :146- 151).
In der Anfangssequenz sieht man Madame de Maintenon in ihrem Sterbebett liegen. Das Zimmer ist nicht besonders hell und es wird dadurch eine betrübte Stimmung erzeugt. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass die Vorhänge auf der linken Seite des Bildes blau sind. Die Farbe Blau kann hier interpretiert werden, dass sie mit dem Himmel in Verbindung steht und da Madame Maintenon eine sehr gläubige Frau, würde dies logisch sein. Blau strahlt auch Ruhe aus und wird häufig auch mit Nacht und Tod verbunden. Kennt man allerdings den ganzen Film, dann weiß man, dass sie in einer Szene sagt, dass sie das ewige Rot und Grün im Königspalast hasst und sie Lust auf Blau hätte. Das kleine Lämpchen unter ihrem als ist ein sehr interessanter Einsatz von Licht und ganz untypisch für den Film, da ansonsten alles dem 17. Jahrhundert entsprechend inszeniert wurde: Kleider, Räume, Essen. Das blinkende
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Film „L’allée du roi“ ein, benennt die Zielsetzung der Untersuchung und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Begriffserklärung: Hier werden zentrale Fachbegriffe wie Genre, Historienfilm, Spielfilm, Authentizität und Authentisierungsstrategien theoretisch definiert und in den filmtheoretischen Kontext eingeordnet.
3. Filmanalyse: In diesem Hauptteil wird auf Basis des Filmprotokolls die Authentizität der Form untersucht, indem visuelle und auditive Strategien anhand von Sequenzanalysen ausgewertet werden.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Authentizität des Spielfilms durch das komplexe Zusammenspiel vieler Einzelbausteine entsteht.
Schlüsselwörter
L’allée du roi, Authentizität, Authentisierungsstrategien, Historienfilm, Spielfilm, Filmanalyse, Filmmusik, Zeitmontage, Rauminszenierung, Ludwig XIV, Madame de Maintenon, Filmtheorie, Diegese, Visuelle Gestaltung, Auditive Ebene.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der filmischen Gestaltung des Historienfilms „L’allée du roi“ und analysiert, mit welchen spezifischen Mitteln der Film versucht, eine authentische Wirkung auf das Publikum zu erzielen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die Theorie des Historienfilms, die Definition von Authentizität in der Filmwissenschaft sowie die praktische Analyse von visuellen (Montage, Raum, Licht, Farbe) und auditiven (Musik) Gestaltungselementen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, wie glaubwürdig die Gestaltung des Spielfilms ist und welche konkreten Authentisierungsstrategien die Regisseurin Nina Companeez einsetzt, um historische Ereignisse für den Zuschauer erfahrbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Filmanalyse. Dabei werden die Authentisierungsstrategien nach Manfred Hattendorf herangezogen, um das Filmwerk als Produkt einzelner Bausteine zu dekonstruieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Zusammenfassung des Films, gefolgt von einer detaillierten Analyse der visuellen Ebene (unter anderem Zeitmontage und Sequenzgestaltung) sowie einer Untersuchung der auditiven Ebene und deren Musiknutzung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem „Authentisierungsstrategien“, „Historienfilm“, „Filmanalyse“, „diegetische/extradiegetische Musik“ und „Wahrnehmungsvertrag“.
Welche Rolle spielt die Musik in der Analyse?
Die Musik wird als konstitutives Element der Authentizität identifiziert. Die Analyse zeigt, dass rund 38,5 % des Films musikalisch unterlegt sind, wobei die Unterscheidung zwischen diegetischer und extradiegetischer Musik eine zentrale Rolle für die dramaturgische Wirkung spielt.
Warum wird der Begriff des „Wahrnehmungsvertrags“ in der Arbeit thematisiert?
Der Wahrnehmungsvertrag nach Hattendorf beschreibt das Abkommen zwischen Film und Zuschauer. Die Arbeit nutzt diesen Begriff, um zu erklären, wie filmische Markierungen vom Rezipienten als authentisch akzeptiert oder bei Nichtgefallen als Täuschung sanktioniert werden können.
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- Anonym (Author), 2019, Authentizität im französischen Spielfilm "L’allée du roi", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502915