Sozial-ökologische Bewegungen im 21. Jahrhundert unterscheiden sich in ihrer nach
außen, in die Öffentlichkeit gerichteten Kommunikation grundlegend von sozialökologischen
Bewegungen des letzten Jahrhunderts. Seit den 1990er Jahren ist ein
starker technischer Fortschritt der Medienlandschaft zu beobachten, so dass die sozialökologischen
Bewegungen neue Möglichkeiten erhalten, sich in der Medienlandschaft
Gehör zu verschaffen. Besonders die sogenannten neuen Medien nehmen hier einen
bedeutsamen Stellenwert ein. Auch der aktuelle Mediatisierungsprozess trägt dazu bei,
dass sozial-ökologische Bewegungen ihre Kommunikationsprozesse in der Öffentlichkeit
und für diese verändern.
Diese Arbeit zeigt auf, wie sozial-ökologisch Bewegungen heute, im 21. Jahrhundert ihre
öffentliche Kommunikation gestalten. Um dem Umfang dieser Arbeit gerecht zu werden,
wird dazu exemplarisch Greenpeace als einer der größten und bekanntesten sozialökologischen
Bewegungen herangezogen. Des Weiteren liegt der Auswahlgrund dieser
Organisation in der vorbildlichen, weltweiten Public Relations-Arbeit von Greenpeace, die
eine sehr hohe Reichweite aufweist und bereits mehrfach ausgezeichnet worden ist. Wie
diese Arbeit noch herausstellen wird, ist Öffentlichkeitsarbeit, also Public Relations,
zentrales Kommunikationsinstrument sozial-ökologischer Bewegungen. Da die
Entwicklung des Medienmarktes besonders auch die Potentiale der neuen Medien
umfasst, wird anhand von zeitnahen Beispielen die Bedeutung dessen für die PR-Arbeit
von Greenpeace und anderen sozial-ökologischen Bewegungen sichtbar gemacht und in
diese Arbeit mit einbezogen. Die hier vorliegende Seminararbeit erstellt in diesem
Zusammenhang einen Einblick über die PR-Arbeit sozial-ökologischer Bewegungen und
ergründet zentrale Instrumente auf Grundlage kommunikationswissenschaftlicher
Erkenntnisse.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Kommunikation sozial-ökologischer Bewegungen
2.1 PR als Kommunikationsinstrument
2.2 Das Web 2.0 als Grundlager aktueller PR
3 Kampagnen als PR-Instrument
3.1 Weshalb Kampagnen von Bildern leben
3.2 Nestlé-Kampagne von Greenpeace
4 Emotionalisierende Bilder als Mindbombs
4.1 Emotionale Reaktionen
4.2 Emotionale Darstellungen
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie sozial-ökologische Bewegungen im 21. Jahrhundert ihre Öffentlichkeitsarbeit gestalten, wobei Greenpeace als zentrale Fallstudie dient, um die Bedeutung von Public Relations als Kommunikationsinstrument in einer zunehmend digitalisierten Medienlandschaft zu analysieren.
- Die Rolle von Public Relations für Non-Profit-Organisationen
- Einfluss des Web 2.0 auf die PR-Arbeit und Kampagnengestaltung
- Die Bedeutung von Bildern als emotionalisierende Kampagnenelemente
- Verwendung von Fallbeispielen (z. B. Nestlé-Kampagne) zur Wirkungsanalyse
- Theoretische Grundlagen visueller Kommunikationsforschung
Auszug aus dem Buch
3.1 WESHALB KAMPAGNEN VON BILDERN LEBEN
Um Aufmerksamkeit zu erzielen sind Medienvermittler wie Journalisten als sogenannte Gatekeeper von starker Bedeutung- sie wählen aus, was medial vermittelt wird (vgl. Tonnemacher 2008: 495). Um die Wahrscheinlichkeit der Auswahl zu erhöhen, sollte dazu das PR-Material um Bilder oder Grafiken ergänzt sein, denn Visualisierung gilt als Nachrichtenfaktor im Journalismus (vgl. Deg 2009: 11ff; Lobinger 2012: 102ff). Mit Bildern kann sich also der PR-Treibende zunächst die Aufmerksamkeit des Journalisten sichern (vgl. Hoffjann 2009: 26f).
Damit ein Bild oder eine PR-Mitteilung von dem Medienvermittler ausgewählt wird und in dem jeweiligen Medium erscheint, ist des Weiteren das Orientieren an journalistischen Codes wichtig, nämlich die der Relevanz, Aktualität und Authentizität. Allein diese Kriterien erfüllt reicht jedoch nicht aus, um mehr als ein neutralisiertes Pressebild zu erzeugen. (Vgl. Lobinger 2012: 139). Es kommt also auf den Inhalt des Bildes an, was das Bild darstellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den Wandel der öffentlichen Kommunikation sozial-ökologischer Bewegungen durch technische Fortschritte und definiert Greenpeace als Fallbeispiel für erfolgreiche Public Relations.
2 Kommunikation sozial-ökologischer Bewegungen: Dieses Kapitel erörtert die Funktionen von PR für Non-Profit-Organisationen und beleuchtet die Rolle des Web 2.0 als Plattform für moderne Kommunikationsstrategien.
3 Kampagnen als PR-Instrument: Es wird analysiert, wie Kampagnen zur Thematisierung von Problemen genutzt werden und warum Bildmaterial ein entscheidender Faktor für die mediale Aufmerksamkeit ist, illustriert am Beispiel der Greenpeace-Kampagne gegen Nestlé.
4 Emotionalisierende Bilder als Mindbombs: Hier werden die psychologischen Wirkmechanismen von Bildern untersucht, insbesondere wie sie emotionale Reaktionen auslösen und als strategisches Instrument der Kommunikation fungieren.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass emotionale Bilder in Kombination mit modernen Web-2.0-Instrumenten das Kernelement einer erfolgreichen, aufmerksamkeitsstarken PR-Strategie für soziale Bewegungen darstellen.
Schlüsselwörter
Sozial-ökologische Bewegungen, Public Relations, Greenpeace, Öffentlichkeitsarbeit, Web 2.0, Online-PR, Kampagnen, Bildkommunikation, Emotionalisierung, Mindbombs, Medienlandschaft, Appraisal-Konzept, Non-Profit-Organisationen, Mediatisierung, Kommunikationswissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sozial-ökologische Bewegungen Public Relations und insbesondere bildbasierte Kampagnen nutzen, um in der modernen Medienlandschaft Aufmerksamkeit zu generieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Rolle von PR für NGOs, die Bedeutung des Web 2.0 sowie die psychologische Wirkungsweise emotionalisierender Bilder innerhalb kommunikativer Strategien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Einblick in die PR-Arbeit von Bewegungen wie Greenpeace zu geben und zu ergründen, warum visuelle Instrumente für den Erfolg im Kampf um öffentliche Aufmerksamkeit essenziell sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch kommunikationswissenschaftliche Erkenntnisse, insbesondere aus den Bereichen der Visuellen Kommunikationsforschung und Emotionspsychologie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der PR-Arbeit, der Einfluss neuer Medien und die spezifische Bedeutung von Kampagnenbildern sowie deren Wirkung auf Rezipienten detailliert dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sozial-ökologische Bewegungen, Public Relations, Emotionalisierung, Web 2.0 und Bildkommunikation.
Wie spielt das Web 2.0 eine Rolle für Greenpeace?
Das Web 2.0 bietet einen niedrigschwelligen Zugang zur Öffentlichkeit und ermöglicht durch interaktive Formate wie Social Communities eine direktere und effizientere Verbreitung von Kampagneninhalten.
Was versteht die Arbeit unter "Mindbombs"?
Der Begriff "Mindbomb" beschreibt, basierend auf dem Konzept von Bob Hunter, emotionale Bilder, die durch ihre starke psychologische Wirkung als Geheimnis kraftvoller Kampagnen gelten.
Was zeigt das Beispiel der Nestlé-Kampagne?
Das Beispiel illustriert, wie Greenpeace durch die vielfältige Nutzung von Trägermedien und emotionalisierenden Bildern erfolgreich auf das Thema Urwaldzerstörung aufmerksam machen konnte.
Warum ist das "Appraisal-Konzept" wichtig?
Es dient dazu, die unbewussten und schnellen emotionalen Reaktionen eines Rezipienten auf ein Bild zu erklären und zu verstehen, wie diese zu einer bestimmten Handlungstendenz führen.
- Citar trabajo
- Alke Eva Caris (Autor), 2014, Sozial-ökologische Bewegungen im 21. Jahrhundert. Public Relations als Kommunikationsinstrument, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502940