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Die Materialität der "Berliner Illustrierten Zeitung" und der Einsatz von Fotografie nach Walter Benjamin

Titre: Die Materialität der "Berliner Illustrierten Zeitung" und der Einsatz von Fotografie nach Walter Benjamin

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2018 , 31 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Katharina Schlenz (Auteur)

Science du Livre
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Ziel der vorliegenden Seminararbeit ist es, anhand einer Analyse der Materialität der Berliner Illustrierten Zeitung herauszuarbeiten, auf welche Weise diese zum einen ein authentisches Abbild ihrer Zeit erschuf und zum anderen als erste deutsche Massenzeitung die Aktualität umsetzen konnte. Grundlage sollen dabei der Begriff der Aura nach Walter Benjamin, seine Arbeiten zur Fotografie, sowie zur technischen Reproduzierbarkeit sein. Es gilt, folgende zentrale Fragen zu klären: Welche neuen Reproduktionstechniken kamen zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts auf und wie setzte die BIZ diese ein? Welche Wirkung hatte der vermehrte Einsatz von Fotografien in der Wochenzeitung auf den Rezipienten? Welchen Wandel der Wahrnehmung in der Gesellschaft unterstützte sie damit?

Die reguläre Erstausgabe der Berliner Illustrirten Zeitung erschien am 4. Januar 1892, produziert im Hause Ullstein in der Berliner Charlottenstraße. Bis zur letzten Ausgabe am 29. April 1945 erschien die erste deutsche Massenzeitung jeden Donnerstag. Im Verlauf der Arbeit wird durch einen Querschnitt verschiedener Jahrgänge deutlich, wie sich die Zeitung im Laufe der Zeit und vor ihrem geschichtlichen und technischen Hintergrund entwickelte – jedoch zeichnen sich einige durchweg bestehende Faktoren ab, die die Berliner Illustrierte Zeitung so erfolgreich machten. Dazu gehören zum einen die neuen technischen Möglichkeiten: Der Einsatz von Fotografie, der schnelle Rotationsdruck, welcher den langsamen Flachdruck ablöste und der niedrige Verkaufspreis in Verbindung mit einem Straßenverkauf ermöglichten eine hohe Auflage. Zum Anderen engagierten die Ullsteins herausragende Persönlichkeiten für die Umsetzung der Berliner Zeitschrift, dazu gehörten der Chefredakteur Kurt Korff, Maler wie Kurt Szafranski und der Fotograf Erich Salomon.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Berliner Illustrirte Zeitung

2.1. Fakten

2.2. Vergleich von Ausgaben zwischen 1909 und 1944

3. Theoretischer Hintergrund

3.1 Der Begriff der Aura

3.2 Fotografie und Aura

3.3 Der Verfall der Aura

3.4 Der Aspekt der Geschichtsschreibung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Materialität der Berliner Illustrirten Zeitung (BIZ) und analysiert, wie das Blatt durch den Einsatz von Fotografie einerseits ein authentisches Abbild seiner Zeit schuf und andererseits als frühe Massenzeitung Aktualität generierte. Im Zentrum steht dabei die theoretische Fundierung durch Walter Benjamins Begriffe der Aura, der Fotografie und der technischen Reproduzierbarkeit, um die gesellschaftliche Wirkung und den Wahrnehmungswandel durch die Wochenzeitung zu beleuchten.

  • Analyse der technischen Entwicklung und des Wandels der Berichterstattung der BIZ zwischen 1909 und 1944.
  • Untersuchung der Rolle der Fotografie als Mittel zur Wirklichkeitskonstruktion und Wahrnehmungssteuerung.
  • Anwendung von Walter Benjamins Theorie der Aura auf das Medium der illustrierten Presse.
  • Diskussion der instrumentellen Nutzung von Bildmaterial zu Propagandazwecken im Zeitverlauf.
  • Reflexion über die Montage als Methode einer produktiven Geschichtsschreibung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Begriff der Aura

Der Aura-Begriff Benjamins ist mehrdeutig, ambivalent und lässt sich dadurch nicht eindeutig definieren. Der Philosoph selbst hat kontinuierlich daran gearbeitet, dass der Begriff nicht durch eine Definition festgelegt, sondern quasi durch die „Grenzenlosigkeit“ geprägt ist. In Benjamins Werken ist die Definition der Aura nicht zu finden. Nachweisbar seien nur mehrere, auch schwer vereinbare Hinsichten auf ein kaum objektivierbares Wahrnehmungsphänomen. Eine Hinsicht ist folgende:

„Was ist eigentlich Aura? Ein sonderbares Gespinst von Raum und Zeit: einmalige Erscheinung einer Ferne, so nah sie sein mag. An einem Sommermittag ruhend einem Gebirgszug am Horizont oder einem Zweig folgen, der seinen Schatten auf den Betrachter wirft, bis der Augenblick oder die Stunde Teil an ihrer Erscheinung hat – das heißt die Aura dieser Berge, dieses Zweiges atmen.“

So definiert Walter Benjamin in der Kleinen Geschichte der Photographie die Aura. Demzufolge verbindet diese zwei Komponenten: Raum und Zeit, mit welchen der Betrachter verschmelzen muss, um sie wahrzunehmen. Bezeichnend ist auch der Aspekt der Einmaligkeit. Der Ausdruck „sonderbares Gespinst“ impliziert, dass die Aura für den menschlichen Verstand schwer zu erfassen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein, präsentiert das Forschungsziel und stellt die zentralen Fragen zur Wirkung von Fotografie in der BIZ sowie deren Einfluss auf die gesellschaftliche Wahrnehmung.

2. Die Berliner Illustrirte Zeitung: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Entwicklung der BIZ von 1892 bis 1945 und vergleicht beispielhaft Ausgaben aus verschiedenen Jahrzehnten hinsichtlich ihrer Berichterstattung und Technik.

3. Theoretischer Hintergrund: Hier werden die zentralen theoretischen Konzepte von Walter Benjamin – insbesondere Aura, deren Verfall und die Fotografie – dargelegt und in den Kontext der Analyse gestellt.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie die BIZ als Medium der produktiven Geschichtsschreibung fungierte und wie das „Unbewusste“ der Fotografien heute eine auratische Verbindung zur Vergangenheit ermöglicht.

Schlüsselwörter

Berliner Illustrirte Zeitung, Walter Benjamin, Aura, Fotografie, Materialität, technische Reproduzierbarkeit, Geschichtsschreibung, Massenzeitung, Aktualität, Wahrnehmung, Montage, Bildberichterstattung, Zeitgeschichte, Propaganda, Medienanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Berliner Illustrirte Zeitung als ein zentrales Medium ihrer Zeit und untersucht, wie sie durch den Einsatz von Fotografie und die Gestaltung ihrer Materialität die gesellschaftliche Wahrnehmung prägte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen technischer Reproduzierbarkeit von Bildern, dem Konzept der „Aura“ nach Walter Benjamin und der praktischen Anwendung in einer deutschen Massenzeitung über mehrere Jahrzehnte hinweg.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, auf welche Weise die Zeitung ein authentisches Abbild der Zeit schuf und wie die technische Entwicklung der Fotografie die Berichterstattung sowie die Beziehung zwischen Lesern und den dargestellten Ereignissen veränderte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine medienhistorische Analyse angewandt, die auf einer kritischen Sichtung verschiedener Jahrgänge der BIZ basiert und diese anhand der bildtheoretischen Schriften Walter Benjamins interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Betrachtung der Entwicklung der BIZ von 1909 bis 1944 sowie eine theoretische Fundierung durch Benjamins Aura-Begriffe, um die Verschiebung von einer informativen Berichterstattung hin zur ideologischen Instrumentalisierung zu verdeutlichen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Berliner Illustrirte Zeitung, Walter Benjamin, Aura, Fotografie, technische Reproduzierbarkeit und Geschichtsschreibung.

Wie hat sich die Funktion der Fotografie in der BIZ laut der Autorin über die Zeit verändert?

Während die Fotografie anfangs der wahrheitsgetreuen Abbildung und Aktualität diente, zeigt die Analyse, dass sie insbesondere ab 1933 zunehmend für subjektive, propagandistische Zwecke genutzt wurde, um ein spezifisches Bild der Wirklichkeit zu konstruieren.

Welche besondere Bedeutung kommt dem "Unbewussten" der Fotografien zu?

Die Autorin argumentiert, dass gerade die materiellen Begleiterscheinungen wie Schriftarten, das Layout oder Werbeanzeigen der damaligen Zeit – die nicht bewusst zur historischen Dokumentation intendiert waren – heute das eigentlich „Auratische“ ausmachen und die Zeit transparent werden lassen.

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Résumé des informations

Titre
Die Materialität der "Berliner Illustrierten Zeitung" und der Einsatz von Fotografie nach Walter Benjamin
Université
LMU Munich
Cours
Materialität des Buchs
Note
1,3
Auteur
Katharina Schlenz (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
31
N° de catalogue
V502971
ISBN (ebook)
9783346057266
ISBN (Livre)
9783346057273
Langue
allemand
mots-clé
Walter Benjamin Berliner Illustrirte Zeitung Materialität Fotografie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Katharina Schlenz (Auteur), 2018, Die Materialität der "Berliner Illustrierten Zeitung" und der Einsatz von Fotografie nach Walter Benjamin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502971
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Extrait de  31  pages
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