In diesem Essay stellt die Autorin ihre Modellierung sozialer Nachhaltigkeit vor. Antrieb der Idee war ihr Wille, dass wirtschaftlich agierende Unternehmen sich sozial nachhaltig verhalten, weil sie aus ihrer Sicht ein konstituierender Teil des Gesellschaftsgefüges sind. Daher tragen diese zum einen eine hohe Verantwortung und besitzen zum anderen das monetäre Potential, sich im besonderen Maße sozial zu engagieren. Sozial nachhaltiges Verhalten von Unternehmen bedeutet für die Autorin, dass dieses nicht trotz der ökonomischen Absichten möglich ist, sondern dass ein solches Verhalten im Handlungsspielraum von Unternehmen liegt und mit wirtschaftlichen Interessen vereinbar sein muss, damit es funktioniert.
Das vorgestellte Modell soll eine Option sozial nachhaltigen Verhaltens aufzeigen, das sich aus der Sicht der Autorin ergibt. Die Modellierung in diesem Essay ist keinem Anspruch auf Richtigkeit verpflichtet. Es diente vor allem dazu, im Seminar die Diskussion zu fördern und auf diese Weise die Thematik der sozialen Nachhaltigkeit zu erarbeiten. Die modellleitende Hypothese lautet: "Wenn sich Unternehmen sozial nachhaltig verhalten, dann wird die Entwicklung zu sozial nachhaltigem Verhalten innerhalb der gesamten Gesellschaft gefördert." Da das Modell die Kommunikation fokussiert, gibt es eine zweite, abgeleitete Hypothese zur Überprüfung: "Wenn die Kommunikation dabei sozial nachhaltig ist, ist der Effekt der sozialen Nachhaltigkeit größer." Dazu muss geklärt werden, was soziales Verhalten ist, wie soziale Nachhaltigkeit zu verstehen ist, welche Form der Kommunikation sozial nachhaltig ist und wie diese Begriffe im Modell angewendet werden. Auf diese Weise folgt als Resultat der Ausführungen das konstruierte Modell mit seiner Funktionsweise.
Inhaltsverzeichnis
I EINLEITUNG
1 SOZIALE NACHHALTIGKEIT
1.1 BESTIMMUNG DES SOZIALEN
1.2 INDIKATOREN VON SOZIALER NACHHALTIGKEIT
1.3 EINORDNUNG VON SOZIALER NACHHALTIGKEIT
1.4 SOZIALE NACHHALTIGKEIT ALS AUSHANDLUNGSPROZESS
2 KOMMUNIKATION
2.1 SOZIAL NACHHALTIGE KOMMUNIKATION
2.2 QUALITÄT VON PUBLIC RELATIONS
3 MODELL
3.1 MODELLIERUNG SOZIALER NACHHALTIGKEIT
3.2 KOMMUNIKATIONS- UND AUSHANDLUNGSPROZESS
3.3 BEISPIELHAFTER AUSHANDLUNGSPROZESS
4 SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit entwickelt ein Modell, das soziale Nachhaltigkeit als einen kontinuierlichen, gesellschaftlichen Aushandlungsprozess begreift. Dabei wird untersucht, wie Unternehmen durch professionelle Kommunikation und öffentliche Aushandlung mit ihrer Umwelt zur Förderung einer sozial nachhaltigen Gesellschaft beitragen können.
- Soziale Nachhaltigkeit als Aushandlungsprozess
- Rolle der Kommunikation in gesellschaftlichen Systemen
- Qualitätskriterien für sozial nachhaltige Kommunikation
- Public Relations als Vermittlungsinstanz zwischen Unternehmen und Gesellschaft
- Modellierung von Issues-Verläufen zur nachhaltigen Interessenabwägung
Auszug aus dem Buch
3.1 MODELLIERUNG SOZIALER NACHHALTIGKEIT
In meinem Modell gehe ich von Themen aus, die das Potential haben, sich zu Themen der sozialen Nachhaltigkeit mit öffentlichem Interesse zu entwickeln. Diese können sowohl in Unternehmen als auch in der Unternehmensumwelt entstehen. Solche Themen sind zunächst nur Themen über soziale Ereignisse, die innerhalb der Gruppen und zwischen den Gruppen kommuniziert werden.
Angelehnt an Grundmanns Theorie von Sozialisation als soziale Praxis (vgl. Grundmann 2016: 164f.)
„Sozialisation ist Vollzugswirklichkeit, ein individueller und kollektiver Gestaltungsprozess, im Zuge dessen Menschen Persönlichkeitseigenschaften, Identitäten, Zugehörigkeiten, Vorstellungen und Werte sowie soziale Praktiken des Miteinanders ausbilden. Im Zentrum dieser Vollzugswirklichkeit stehen sozialisatorische Interaktionen, aus dessen Verlauf sich sowohl in den beteiligten Akteuren als auch zwischen den Akteuren eine Wirklichkeit aufspannt, an denen sie ihr Handeln ausrichten. Diese Wirklichkeit ist voraussetzungsvoll, also gesellschaftlich und kulturell gerahmt“, (Grundmann 2016)
verstehe ich diese Kommunikation als Anschlusskommunikationen. Es stellt einen Prozess dar, in dem sich die Menschen über soziale Ereignisse verständigen und darüber Empfindungen, Handlungsimpulse und Reflexionen ausgelöst werden. Diese wirken nicht nur als kommunikative, sozial nachhaltig durchgeführte Akte auf das soziale Miteinander, sondern auch auf die Person selbst und fließen in die Persönlichkeitsentwicklung, also auch auf die Einstellungen und Meinungen über das, was sozial ist, ein. Die folgende Grafik soll diese Vorhänge veranschaulichen.
Zusammenfassung der Kapitel
I EINLEITUNG: Die Autorin legt ihr persönliches Interesse an sozialer Nachhaltigkeit dar und formuliert Hypothesen zur Wirkung sozial nachhaltigen Unternehmensverhaltens auf die Gesellschaft.
1 SOZIALE NACHHALTIGKEIT: Dieses Kapitel erarbeitet eine Arbeitsdefinition von sozialer Nachhaltigkeit und ordnet sie theoretisch ein, wobei soziale Nachhaltigkeit als fortwährender Prozess verstanden wird.
2 KOMMUNIKATION: Die Autorin erläutert, warum Kommunikation das zentrale Medium zur Aushandlung sozial nachhaltiger Konventionen ist und welche Anforderungen dabei an die Akteure gestellt werden.
3 MODELL: Hier wird das Kernstück der Arbeit präsentiert: Ein Modell, das den Aushandlungsprozess von Themen zu sozialer Nachhaltigkeit unter Verwendung von Issues-Management-Theorien beschreibt.
4 SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Autorin reflektiert die Stärken und Grenzen ihres idealisierten Modells und unterstreicht die Notwendigkeit von demokratischen Teilhabechancen.
Schlüsselwörter
Soziale Nachhaltigkeit, Kommunikation, Aushandlungsprozess, Unternehmen, Public Relations, Issues Management, Gesellschaft, Sozialisation, Interessenabwägung, Partizipation, Nachhaltigkeitskommunikation, Idealtypus, Lebensqualität, Diskurs, Legitimation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Modellierung sozialer Nachhaltigkeit aus Sicht der Kommunikationswissenschaft, wobei der Fokus auf Prozessen des sozialen Austauschs und der Aushandlung liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen soziale Nachhaltigkeit, Kommunikationswissenschaften, Public Relations sowie Theorien der Sozialisation und gesellschaftliche Issues-Prozesse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines Idealtypus-Modells, das aufzeigt, wie soziale Nachhaltigkeit als kontinuierlicher Prozess durch Kommunikation zwischen Unternehmen und ihrer Umwelt gestaltet und verhandelt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin wählt einen interdisziplinären Ansatz, der soziologische Sozialisationstheorien mit kommunikationswissenschaftlichen Ansätzen (insbesondere Issues Management und Theorien des kommunikativen Handelns) verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird das Modell der sozialen Nachhaltigkeit schrittweise hergeleitet, die Rolle der Public Relations beleuchtet und der idealtypische Verlauf eines sozialen Themas anhand eines Issues-Lebenszyklus grafisch und textuell beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie soziale Nachhaltigkeit, Aushandlungsprozess, Kommunikation, Public Relations und gesellschaftliche Teilhabe charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die im Text genannte "soziale Aktivität" von einer "sozial nachhaltigen Aktivität"?
Soziale Aktivitäten werden zu sozial nachhaltigen Aktivitäten, wenn sie in einem Aushandlungsprozess als förderlich für die Gemeinschaft, ihre Beziehungen und das Gemeinwohl definiert und akzeptiert werden.
Warum spielt das Issues Management laut der Autorin eine so bedeutende Rolle in ihrem Modell?
Issues Management wird als notwendig erachtet, um die Dynamik und Komplexität öffentlicher Debatten zu strukturieren und um Interessen von Unternehmen und Gesellschaftsakteuren in einen konstruktiven Dialog zu bringen.
- Quote paper
- Alke Eva Caris (Author), 2016, Modellierung sozialer Nachhaltigkeit. Der Effekt von sozial nachhaltig handelnden Unternehmen auf die Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/502982