Heutzutage ist Armut nicht mehr ein Problem, das nur in den Entwicklungsländern auftritt. In Deutschland und den anderen westlichen Industrienationen ist Armut weiter verbreitet, als allgemein angenommen wird.
Viele Kinder und Jugendliche leben in Deutschland in Armut. Sie sind die Bevölkerungsgruppe, die am stärksten davon betroffen ist.
Im Vorliegenden wird auf dieses Problem eingegangen, und die Auswirkungen der Armut für die Kinder werden verdeutlicht. Hierbei werden speziell die physischen und psychischen Folgen betrachtet.
Zur Vorbereitung auf das Thema wird zunächst auf die Definition von Armut eingegangen und anschließend die Armutsentwicklung in Deutschland erörtert.
Es folgen allgemeine Daten und Fakten zur Kinderarmut. Hier wird insbesondere verdeutlicht, welches die Gründe sind, aufgrund derer ein Kind in Armut leben muss. Außerdem wird der Begriff der „Infantilisierung der Armut“ erläutert - ein Trend, der seit den 90er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland zu beobachten ist und neue Anforderungen an die Politik stellt.
Anschließend werden anhand von zwei Tabellen aus dem Armutsbericht der Hans-Böckler-Stiftung, des Deutschen Gewerkschaftsbunds und des Paritätischen Wohlfahrtsverbands aus dem Jahr 2000 die Ergebnisse verdeutlicht.
Im weiteren Verlauf wird auf die Folgen der Kinderarmut eingegangen. Zunächst werden Auswirkungen der Armut und Arbeitslosigkeit beleuchtet, da gerade in der Kindheit physische, psychische und soziale Erfahrungen Einfluss auf das spätere Leben haben.
Es folgt eine kurze Überlegung dazu, ob reiche Kinder gesünder sind als arme. Der „Erste Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung“ bestätigt, dass Armut negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Da dieses besonders in Bezug auf Kinder ein Problem ist, widmet sich der letzte Punkt den gesundheitsbeeinflussenden Faktoren der Kinderarmut.
Den Schluss bildet eine Zusammenfassung mit grundsätzlichen Überlegungen zum Thema.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Armut in Deutschland: Was ist Armut in einem reichen Land?
2.1 Armutsdefinitionen
2.2 Zahlen und Entwicklung
3 Kinderarmut in Deutschland
3.1 Kinderarmut allgemein: Auftreten, Ausmaß und Entwicklung
3.2 Kinderarmut in Zahlen
4 Die Folgen der Kinderarmut
4.1 Armut und Arbeitslosigkeit und die allgemeinen Auswirkungen auf die Kinder
4.2 Macht Armut krank und Reichtum gesund?
5 Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht das Ausmaß und die Auswirkungen von Kinderarmut in Deutschland. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie materielle Entbehrung die physische und psychische Entwicklung von Kindern nachhaltig beeinflusst und welche Rolle Faktoren wie Arbeitslosigkeit der Eltern oder mangelnde soziale Unterstützung dabei spielen.
- Definition von Armut im Kontext eines wohlhabenden Industrielandes.
- Statistische Analyse der Kinderarmut und ihrer Entwicklung seit den 90er Jahren.
- Zusammenhang zwischen elterlicher Arbeitslosigkeit und kindlichen Lebensbedingungen.
- Untersuchung der gesundheitlichen Folgen von Armut und sozialer Benachteiligung bei Kindern.
- Diskussion politischer Handlungsbedarfe zur Verbesserung der Situation betroffener Familien.
Auszug aus dem Buch
4.2 Macht Armut krank und Reichtum gesund?
Ein Sprichwort im 19. Jahrhundert lautete „Wenn du arm bist, musst du früher sterben“ (BUTTERWEGGE 2000: 31). In Gewisser Weise trifft dieser Satz auch auf die gesellschaftliche Realität zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu. Aber auch Reichtum macht krank. Viele Kinder aus wohlhabenden Familien leiden gegenwärtig an körperlichen und seelischen Beschwerden: Allergien, chronische Erkrankungen und Verhaltensstörungen nehmen immer mehr zu und durch Fernsehen, Computer und Videospiele leiden die Kinder oft unter Reizüberflutung.
Die veränderten Lebensstile und Lebensbedingungen in den (reichen und armen) Familien tragen aber auch zur gesundheitlichen Beeinträchtigung der Kinder bei. Die Auflösung sozialer Bindungen durch Scheidung und Trennung stört oft die Persönlichkeitsentwicklung des Nachwuchses (NEUBERGER 1998: 190 F.).
Viele Kinder klagen über Nervosität, Kopfschmerzen und Unruhe, sowie Rückenschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten und Schlaflosigkeit. Da diese Ergebnisse auf Kinder der unterschiedlichsten Einkommensklassen zutreffen, kann man zu der Schlussfolgerung kommen, dass gesellschaftlicher und individueller Reichtum nicht die Gesundheit der Kinder garantiert. (EBD.: 191). Und trotzdem gibt es einen Unterschied zwischen Kindern aus einkommensschwachen Familien und Kindern der Oberschicht, der im Folgenden erläutert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Problem der Kinderarmut in Deutschland ein und beschreibt den Aufbau der Arbeit sowie die untersuchten Aspekte.
2 Armut in Deutschland: Was ist Armut in einem reichen Land?: Dieses Kapitel definiert den Armutsbegriff und erörtert die Entwicklung der Armut in Deutschland sowie die statistische Erfassung.
3 Kinderarmut in Deutschland: Es werden Daten und Fakten zur Kinderarmut präsentiert, inklusive Trends wie der "Infantilisierung der Armut" und Ursachen für den Sozialhilfebezug.
4 Die Folgen der Kinderarmut: Das Kapitel analysiert die physischen, psychischen und sozialen Auswirkungen von Armut auf die kindliche Entwicklung sowie den Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit.
5 Schluss: Die Arbeit endet mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und Forderungen an die Politik für präventive Maßnahmen.
Schlüsselwörter
Kinderarmut, Deutschland, Sozialhilfe, Armutsforschung, relative Armut, Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Auswirkungen, soziale Benachteiligung, Bildungsungleichheit, Alleinerziehende, Kinder- und Jugendbericht, Existenzminimum, soziale Polarisierung, Ernährung, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Phänomen der Kinderarmut in Deutschland und untersucht, wie sich materielle und soziale Notlagen auf die physische sowie psychische Entwicklung betroffener Kinder auswirken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Definition von Armut, die aktuelle statistische Verbreitung der Kinderarmut, die Ursachen für Armut in Familien sowie die spezifischen Auswirkungen auf Gesundheit und Ernährung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, die weitreichenden Konsequenzen von Kinderarmut aufzuzeigen und die Notwendigkeit politischer Handlungsmaßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Familien hervorzuheben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Statistiken, Berichte (wie dem Armuts- und Reichtumsbericht) und wissenschaftlicher Studien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung, die Analyse von Daten zur Kinderarmut, eine Untersuchung der Auswirkungen elterlicher Arbeitslosigkeit und eine detaillierte Betrachtung des Zusammenhangs zwischen Armut und gesundheitlicher Beeinträchtigung.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den zentralen Begriffen gehören Kinderarmut, soziale Polarisierung, gesundheitliche Ungleichheit, Armutsprävention und das familiäre Umfeld.
Was bedeutet der im Text erwähnte Begriff der "Infantilisierung der Armut"?
Damit wird der soziologische Trend beschrieben, dass sich das Armutsrisiko in den letzten Jahrzehnten von älteren Bevölkerungsgruppen hin zu Kindern und Jugendlichen verschoben hat.
Wie beeinflusst Armut laut Autorin das Ernährungsverhalten von Kindern?
Armut führt oft zu einer einseitigen Ernährung, da Familien aus finanzieller Not bei Lebensmitteln sparen müssen, was negative Folgen für die Gesundheit und die Entwicklung der Kinder hat.
Welche Rolle spielt die Arbeitslosigkeit der Eltern für die Situation der Kinder?
Arbeitslosigkeit wird als eine der Hauptursachen für Kinderarmut identifiziert; sie verschlechtert die Lebenslage der Kinder unmittelbar durch materielle Einschränkungen, sozialen Ausschluss und ein belastetes Familienklima.
- Citation du texte
- Sabine Köhler (Auteur), 2004, Kinderarmut in Deutschland. Macht Armut krank und Reichtum gesund?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50298