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Die Nationalflagge des Deutschen Reiches. Eine Analyse der Kämpfe und Kompromisse

Title: Die Nationalflagge des Deutschen Reiches. Eine Analyse der Kämpfe und Kompromisse

Term Paper , 2015 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Raimo Riedel (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit untersucht das Thema der Reichsflagge in der Weimarer Republik. Die Hauptthese dieser Arbeit wird sein, dass die offene Flaggenfrage nicht unerheblich zum Scheitern der Weimarer Republik beigetragen hat. Dieser Einfluss war anderer Art als beispielsweise die Hyperinflation, die Weltwirtschaftskrise oder die naive Verfassung der Republik. Dennoch dokumentieren viele Zitate der Zeit, dass Fragen nach der staatlichen Symbolik dermaßen emotional aufgeladen waren, dass eine negative Wirkung auf die Stabilität der Republik nicht bestritten werden kann. Der Hauptthese wird sich mit Hilfe von soziologischen oder geschichtswissenschaftlichen Grundbegriffen genähert, die den Rahmen für verschiedene Einzelthesen bilden.

Politische Herrschaft muss wahrnehmbar sein, denn die Sichtbarkeit der Macht gehört zum Wesen des Politischen. Neben anderen Medien wie Denkmälern, Hymnen und Feiertagen gewähren Flaggen diese Sichtbarkeit. Ihr Hissen verkündet einen Herrschaftsanspruch, genauso wie es durch das Absetzen von anderen Gruppen eine Verständigung über die Zusammengehörigkeit einer Gruppe schaffen kann. In dieser Arbeit werden Nationalflaggen thematisiert.

Im Idealfall sollte eine solche die weltanschauliche Einigkeit eines Staates symbolisieren. Dies ist aber nur selten in Gänze der Fall. Einzelne Volksstämme, Minderheiten oder politische Strömungen fühlen sich durch eine Nationalflagge wenig vertreten. Im Gegenteil – oft stehen sie konträr (aber noch friedlich), oder aber schon aggressiv einer Nationalflagge gegenüber. Hier setzt diese Hausarbeit an. Ganz besonders im Deutschen Reich zwischen dem Ende des 1. Weltkriegs und den ersten Jahren des Dritten Reichs war dies der Fall.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte und Symboliken der zu betrachtenden Flaggen

2.1. Schwarz-Rot-Gold

2.2. Schwarz-Weiß-Rot

2.3. Hakenkreuzflagge

2.4. Rot

3. Wahlverwandtschaften – Ähnlichkeiten und Unterschiede in den Flaggenpräferenzen

3.1. Prämissen

3.2. Die Konstellation Rechts – Rechts

3.3. Die Konstellation Links – Links

3.4. Die Konstellation Rechts – Schwarz-Rot-Gold

4. Die „Paradoxie der Toleranz“ und ihre Anwendung auf die „offene Gesellschaft“ der Republik

4.1. Inkonsequenzen und Naivitäten der „offenen Gesellschaft“

4.2. Widerstände und Gegenmaßnahmen der Republik

4.3. Die Feinde der „offenen Gesellschaft“ und ihre Konsequenz

5. Der Flaggendualismus Preußen – Österreich als ein Ausdruck der „verspäteten Nation“

5.1. Inkompatibilität von Österreich und Preußen im 19. Jahrhundert

5.2. Die Nachwirkungen im Flaggenstreit der Weimarer Republik

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die symbolträchtige und konfliktreiche Auseinandersetzung um die Nationalflagge während der Weimarer Republik und der Frühphase des Nationalsozialismus. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die tiefgreifende Spaltung der Gesellschaft durch die Symbolik der verschiedenen Flaggen (Schwarz-Rot-Gold, Schwarz-Weiß-Rot, Hakenkreuzflagge und Rot) sichtbar wurde und inwiefern diese zur Destabilisierung der demokratischen Ordnung beitrug.

  • Historische Herleitung und symbolische Bedeutung der deutschen Flaggenfarben.
  • Analyse politischer Wahlverwandtschaften und deren Einfluss auf die Flaggenpräferenzen der Milieus.
  • Anwendung des Konzepts der „offenen Gesellschaft“ auf die Toleranzgrenzen der Weimarer Republik.
  • Untersuchung des Flaggendualismus im Kontext der „verspäteten Nation“ Preußen und Österreich.

Auszug aus dem Buch

3.1. Prämissen

Ohne Prämissen zu setzen ist es schwer die nötige Struktur in einer Betrachtung der verschiedenen Wahlverwandtschaften zu gewährleisten. Die folgenden Grundannahmen entbehren nicht einer gewissen Naivität und Grobheit, aber diese ist um einer größtmöglichen Klarheit willen notwendig. Dass viele Ambiguitäten und Widersprüche eine Eindeutigkeit herausfordern wird ersichtlich werden.

Prämisse 1:

Politisch Rechte sowie politisch Linke sind jeweils miteinander „wahlverwandt“ und ziehen bei allen Differenzen im Detail bei Herausforderungen mehr oder weniger an einem Strang.

Prämisse 2:

Der Einfachheit halber müssen die verschiedenen Milieus und politischen Lager mit Präferenzen für jeweils eine Flagge gleichgesetzt werden:

Schwarz-Rot-Gold: gemäßigtes, sozialdemokratisches Arbeitermilieu, andere Republikaner.

Schwarz-Weiß-Rot: rechtsnationales, monarchistisches, konservativ-bürgerliches Milieu.

Hakenkreuzflagge: extreme Rechte, Nationalsozialismus.

Rot: kommunistischer Flügel der Arbeiterbewegung; Spartakusbund (später KPD).

Von diesen Zugrundelegungen ausgehend wird zu untersuchen sein, ob sich die Prämissen bestätigen oder nicht. Dies wird mit Hilfe von Zeitzeugenzitaten getan, die als Beobachtungen oder als eigene Erlebnisse Kunde geben von den Zuständen im Betrachtungszeitraum. Es wird sich in der Arbeit auf die drei prägnantesten und ergiebigsten Kombinationen konzentriert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung politischer Symbole als Herrschaftsausdruck und Darstellung der Ausgangslage der Weimarer Republik.

2. Geschichte und Symboliken der zu betrachtenden Flaggen: Historische Entwicklung und Bedeutung der verschiedenen deutschen Flaggenfarben bis in die Weimarer Zeit.

3. Wahlverwandtschaften – Ähnlichkeiten und Unterschiede in den Flaggenpräferenzen: Untersuchung der Verbindungen zwischen politischen Milieus und deren bevorzugten Flaggensymbolen.

4. Die „Paradoxie der Toleranz“ und ihre Anwendung auf die „offene Gesellschaft“ der Republik: Diskussion über die Grenzen der Toleranz in einer instabilen Demokratie gegenüber ihren antidemokratischen Feinden.

5. Der Flaggendualismus Preußen – Österreich als ein Ausdruck der „verspäteten Nation“: Analyse des historischen Konflikts zwischen Preußen und Österreich und dessen Nachwirkungen auf die deutsche Identitätssuche.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Rolle der Flaggenfrage als Symptom und Katalysator für das Scheitern der Weimarer Republik.

Schlüsselwörter

Weimarer Republik, Nationalflagge, Schwarz-Rot-Gold, Schwarz-Weiß-Rot, Hakenkreuzflagge, Rote Fahne, Wahlverwandtschaften, Offene Gesellschaft, Karl Popper, Symbolik, Identitätspolitik, Preußen, Österreich, Demokratie, Nationalsozialismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die symbolpolitische Bedeutung der verschiedenen deutschen Nationalflaggen im Zeitraum von 1918 bis 1935 und wie diese zur gesellschaftlichen Spaltung beitrug.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die historische Genese der Flaggen, die soziologische Verknüpfung von Milieus mit Symbolen sowie das Spannungsfeld zwischen Toleranz und staatlicher Selbstbehauptung.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass die „Flaggenfrage“ weit mehr als ein Detail war und die Inkonsequenz der Weimarer Republik im Umgang mit ihren Symbolen verdeutlicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Der Autor nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der historische Analysen mit soziologischen Begriffen (wie Max Webers „Wahlverwandtschaft“ oder Karl Poppers „Offene Gesellschaft“) kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Flaggenpräferenzen verschiedener politischer Lager, die Paradoxien der Toleranz gegenüber Staatsfeinden und den historischen Dualismus zwischen Preußen und Österreich.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation am besten?

Politische Symbolik, Flaggenstreit, Weimarer Republik, gesellschaftliche Polarisierung, Identitätsstiftung, Antidemokratismus.

Wie wirkten sich die unterschiedlichen Flaggen auf das gesellschaftliche Klima aus?

Die Flaggen fungierten als identitätsstiftende Abgrenzungsmerkmale, die dazu beitrugen, dass sich politische Lager als unversöhnliche Gegner gegenüberstanden, anstatt einen gemeinsamen demokratischen Konsens zu finden.

Inwiefern spielt der Begriff der „verspäteten Nation“ eine Rolle für die Flaggenfrage?

Er verdeutlicht, dass die Schwierigkeit, ein einheitliches nationales Symbol zu finden, tief in der historischen Konkurrenz zwischen dem kleindeutschen Preußen und Österreich sowie der Suche nach einer nationalen Identität verwurzelt war.

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Details

Title
Die Nationalflagge des Deutschen Reiches. Eine Analyse der Kämpfe und Kompromisse
College
University of Hagen
Grade
2,0
Author
Raimo Riedel (Author)
Publication Year
2015
Pages
25
Catalog Number
V503032
ISBN (eBook)
9783346052230
ISBN (Book)
9783346052247
Language
German
Tags
nationalflagge deutschen reiches eine analyse kämpfe kompromisse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Raimo Riedel (Author), 2015, Die Nationalflagge des Deutschen Reiches. Eine Analyse der Kämpfe und Kompromisse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/503032
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