Die Risiken der Private Equity Finanzierung

Am Beispiel Beluga Shipping und Oaktree Capital


Hausarbeit, 2019
19 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Prinzipal-Agent-Theorie
2.1. Problemursache
2.2. Konsequenzen
2.3. Lösungsmöglichkeiten

3. Private Equity
3.1. Definition
3.2. Ablauf einer Private Equity Finanzierung
3.2.1. Erstkontakt und Letter of Intent
3.2.2. Due Diligence
3.2.3. Vertragsabschluss und Closing
3.3. Finanzierungsphasen
3.3.1. Gründungsphase
3.3.2. Wachstumsphase
3.3.3. Reifephase

4. Analyse
4.1. Investitionsablauf Beluga Shipping und Oaktree Capital
4.2. Ergebnis

5. Handlungsempfehlung und Fazit

Literaturverzeichnis

Abkiirzungsverzeichnis.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Wie erfolgreich ein Unternehmen ist, hängt davon ab, wie eigenkapitalstark dieses ist. Wenn junge oder wachstumsstarke Unternehmen neues Eigenkapital benötigen, um am Markt bestehen zu können oder Investitionen zu tätigen, fällt die erste Wahl meist auf die Finanzierung durch einen Bankkredit. Gerade die jungen, wachstumsstarken, besonders innovativen oder schnell wachsende Unternehmen weisen jedoch oftmals nicht die notwendige oder ausreichende Sicherheit auf, die für eine Kreditvergabe nötig wäre. Wenn ein Börsengang oder andere alternative Finanzierungsmöglichkeiten, zum Beispiel Crowdinvesting nicht in Frage kommen, bringt das die Unternehmen in eine schwierige Situation. Diese Situation haben sich Private Equity Gesellschaften zu Nutze gemacht. Sie versprechen sich durch ein Investment in diese Unternehmen eine verhältnismäßig hohe Rendite. Wie hoch die Rendite ist, hängt davon ab wie erfolgreich das neu gewonnene Kapital im Unternehmen eingesetzt wird. Der Chance auf überdurchschnittliche Kapitalerträge stehen aber auch Risiken gegenüber. Ein Ursprung dieser Risiken ist die durch die Vertragsverhandlungen entstehende Informationsasymmetrie, die in der Prinzipal-Agent-Theorie dargestellt wird. Diese Theorie beschreibt, dass die Private Equity Gesellschaft das Unternehmen, in das es investieren möchte, nur bis zu einem bestimmten Punkt überprüfen und durchleuchten kann. Der Private Equity-Investor ist darauf angewiesen, alle notwendigen Informationen im Laufe der Vertragsverhandlungen vollständig und wahrheitsgemäß vom jeweiligen Unternehmen zur Verfügung gestellt zu bekommen. Das Unternehmen kann die Verhandlungen beeinflussen und Informationen zurückhalten oder verfälschen, um zu einem, für das Unternehmen, besseren Vertragsabschluss oder gar, zu einem Vertragsabschluss allgemein zu kommen.

Die vorliegende Hausarbeit erläutert die Ursprünge dieser Informationsasymmetrie und stellt mögliche Konsequenzen und Lösungsmöglichkeiten vor. Des Weiteren wird auf die Private Equity-Finanzierung eingegangen. Der Begriff Private Equity sowie der Ablauf der Vertragsverhandlungen zwischen Private Equity-Investor und Kapitalnehmer wird vom Erstkontakt bis zum Closing beschrieben. Anschließend wird kurz erklärt welche Finanzierungsphasen es gibt und welche Finanzierungsmöglichkeiten sich daraus ergeben oder für das Unternehmen am ehesten anbieten. Die Frage mit der sich diese Hausarbeit auseinandersetzt ist: Was sind die Risiken einer Private Equity-Finanzierung und wie kann man diese eingrenzen? Am Beispiel der Private Equity-Finanzierung zwischen Beluga Shipping und Oaktree Capital werden diese Risiken dargestellt und analysiert. Abschließend wird auf Basis der Analyse eine Handlungsempfehlung aufgezeigt.

2. Prinzipal-Agent-Theorie

Die Prinzipal-Agent Theorie beschreibt die Problemstellung der asymmetrischen Informationsverteilung und ist ein Teil der Neuen Institutionenökonomik. Von Informationsasymmetrie spricht man, wenn eine der beiden potentiellen Vertragsparteien zu einem bestimmten Zeitpunkt vor, während oder nach Vertragsabschluss über ein höheres Maß an Informationen über das Entscheidungsproblem verfügt als die jeweils andere. Bezogen auf die Prinzipal-Agenten-Theorie besitzt der Agent einen Informationsvorsprung gegenüber dem Prinzipal.

Im Rahmen der Informationsasymmetrien gibt es im Wesentlichen vier Problemtypen in Agenturbeziehungen: Hidden Characteristics, Hidden Intention, Hidden Information und Hidden Action. Nachfolgend werden die Entstehungszeitpunkte und die Charakteristiken dieser Ursachen kurz beschrieben.1

2.1 Problemursache

Hidden Characteristics

Diese Form der Informationsasymmetrie tritt im Anfangsstadium der Vertragsverhandlungen auf, wenn die Vertragsprobleme, auch Agenturprobleme genannt, noch nicht beobachtbar sind. Der Prinzipal macht dem Agenten ein Vertragsangebot, wobei ihm zu diesem Zeitpunkt noch viele Informationen über den Agenten fehlen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Agent dem Prinzipal falsche Angaben macht, wie negative Eigenschaften verschleiert oder mit guten übertreibt ist zu diesem Zeitpunkt der Vertragsverhandlungen verhältnismäßig hoch. Diese Taktik des Agenten dient dazu, möglichst gute Vertragskonditionen auszuhandeln und wird Eigenmarketing genannt. Sollte ein Vertrag unter diesen Bedingungen zustande kommen, führt das dazu, dass der Vertrag nach Vertragsabschluss nicht mehr oder nicht ohne weitere Kosten geändert werden kann.

Hidden Intention

Hidden Intention wird meist durch die Ähnlichkeit mit Hidden Characteristics nicht gesondert behandelt. Sie beschreibt das Problem des nicht beobachtbaren Verhaltens des Agenten vor und während der Vertragsverhandlungen. Der Agent beabsichtigt nicht, mögliche Fehler oder Unvollständigkeiten im Vertrag zu korrigieren oder offen zu legen, da er diese später zu seinem Vorteil nutzen möchte. Für den Prinzipal bedeutet diese Strategie dadurch eine resultierende Abhängigkeit vom Agenten oder eventuell aufkommende hohe Mehrkosten durch Nachverhandlungen.

Hidden Information

Die Handlungen des Agenten sind in diesem Fall zwar beobachtbar, aber aufgrund des Informationsvorsprungs des Agenten für den Prinzipal nicht oder nur schwer zu beurteilen. Das Expertenwissen, welches der Agent durch den Informationsvorsprung, aufgrund der Auftragserfüllung erlangt hat, möchte sich der Prinzipal nun zu Nutze machen. 2

Hidden Action

Diese Informationsasymmetrie entsteht nach Vertragsabschluss und zeichnet sich durch das für den Prinzipal nicht beobachtbare Verhalten des Agenten aus. Der Agent unternimmt hierbei für den Prinzipal verborgene Handlungen um das gewünschte Ziel zu erreichen. Um diese zu kontrollieren, müsste der Prinzipal kostenintensive Nachforschungen anstellen, die es zu vermeiden gilt. Für den Prinzipal wird es in dieser Phase schwer sein, einzuschätzen, ob die Handlungen des Agenten aus Leistung oder durch äußere Einflüsse entstanden sind.3

2.2.Konsequenzen

Aufgrund des Ungleichgewichtes in der Informationsverteilung können negative Konsequenzen für den Prinzipal entstehen, jedoch nur, wenn der Agent seinen Informationsvorsprung ausnutzt. Es entsteht also nicht grundsätzlich und mit Gewissheit ein Nachteil für den Prinzipal. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich der Agent seinen Vorteil zu Nutze machen wird um seinen Profit zu maximieren. Eine dieser Konsequenzen nennt sich Hold up oder auch Überfall und beschreibt das Verhalten des Agenten gegenüber dem Prinzipal während des Vertragsabschlusses. Der Ursprung wäre zum Bespiel eine unvollständige Formulierung oder Regelung in der Auftragsgestaltung. Das unvorhersehbare Verhalten des Agenten lässt dem Prinzipal keine größere Handlungsmöglichkeit. Es ist somit nebensächlich, ob der Agent vor oder während des Vertragsabschlusses seine Chance erkannt hat, da zu diesem Zeitpunkt nur entscheidend ist, ob und inwieweit der Agent seinen Vorteil ausnutzen wird. Eine weitere mögliche Konsequenz für alle vier Typen der Informationsasymmetrie, ist das moralische Risiko oder auch Moral Hazard. Moral Hazard beschreibt die moralische Haltung des Agenten gegenüber des Prinzipals nach Vertragsabschluss. Die Handlungen des Agenten sind für den Prinzipal teilweise verborgen und nur schwer bis gar nicht zu beurteilen. So kann in einigen Fällen nur schwer oder gar nicht beurteilt werden, ob sich eine Situation oder ein Ereignis ergeben hat oder eingetreten ist, weil es bewusst gewollt war oder nur durch Zufall. Ein gewünschtes Ziel wurde unter Umständen nur erreicht, weil äußere Umstände oder Zufälle dazu geführt haben. Der Prinzipal kann nicht nachvollziehen, ob der Agent bewusst zum Ergebnis beigetragen hat .4

2.3.Lösungsmöglichkeiten

Für den Prinzipal gibt es jedoch einige Möglichkeiten, um diese Informationsasymmetrien und somit das Risiko einer Fehlinvestition zu minimieren. Vor Vertragsabschluss bietet sich Screening und Signalling für den Prinzipal an. Das Screening umfasst Maßnahmen der zusätzlichen Informationsbeschaffung. Die Informationsbeschaffung umfasst meist die Finanzielle Lage, wie Kreditwürdigkeit, Einstellungstests und Arbeitsproben. Beim Signalling wiederum, versucht der Agent durch seine Taten und sein Verhalten den Prinzipal von seinen guten Absichten zu überzeugen. Dazu gehört beispielsweise die Herausgabe von Zeugnissen oder Gutachten. Eine weitere Möglichkeit die Prinzipal-Agenten-Beziehung nach Vertragsabschluss zu beseitigen oder zumindest zu verringern ist es, anreizkompatible Verträge abzuschließen. Diese Verträge werden so gestaltet, dass sich die Interessen beider Parteien in eine Richtung bewegen. Folglich ist es auch im Interesse des Agenten die im Vertrag festgehaltenen Ziele aus eigener Kraft zu erreichen und somit auch im Sinne des Prinzipals handelt und die ungleiche Informationsasymmetrie nicht zu seinen Gunsten ausnutzt. Ein Beispiel für einen anreizkompatiblen Vertrag wäre eine Gewinnbeteiligung für die Mitarbeiter.5

3.Private Equity

Nachfolgend werden der Begriff Private Equity, dessen Finanzierungsablauf und die Finanzierungsphasen, in denen sich das zu finanzierende Unternehmen befindet, dargestellt und erläutert.

3.1.Definition

Der Begriff Private Equity bedeutet ins Deutsche übersetzt Privates Eigenkapital und stammt ursprünglich aus dem angelsächsischen Raum, in Deutschland wird auch von außerbörslichem Eigenkapital gesprochen. Dieses Eigenkapital stammt beispielsweise von Investoren, Pensionskassen, Banken, aber auch von wohlhabenden und risikobereiten Privatpersonen. Die Investoren versprechen sich von ihrer Anlage in Private Equity Gesellschaften eine hohe Rendite von bis zu 25%. Private Equity ist keine Form der Fremdkapitalfinanzierung sondern der externen Eigenkapitalbeschaffung. Häufig wird Private Equity im Zusammenhang mit Venture Capital genannt, da Venture Capital eine Unterform der Private Equity ist. Während Venture Capital Gesellschaften häufig in der Anfangs- und Wachstumsphase in Unternehmen investieren, investieren Private Equity Gesellschaften in Unternehmen, die bereits Bestand am Markt haben und neues Eigenkapital benötigen, um z.B. zu expandieren oder finanzielle Engpässe zu überbrücken.6 Neben diesem sogenannten Wagniskapital stellen die Investoren auch Beratungsleistungen zur Verfügung. Oftmals kann diese nichtfinanzielle Unterstützung von entscheidender Bedeutung für den erfolgreichen Werdegang der Unternehmen sein. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Jungunternehmer einen technischen Hintergrund aufweisen und dementsprechend nur über sehr eingeschränkte Managementerfahrungen verfügen. Für den Private Equity-Investor gibt es einige Exit- Möglichkeiten um die Beteiligung zu veräußern. Auf diese Thematik wird in dieser Hausarbeit nicht intensiver eingegangen. Einige Beispiele wären jedoch der Börsengang oder ein Buy-Out.7

[...]


1 https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/prinzipal-agent-theorie-42910 , Zugriff am 22.07.2019.

2 Vgl. Heyd, R., Beyer, M., Die Prinzipal-Agenten-Theorie in der Finanzwirtschaft, 2011, S.27.

3 Vgl. Heyd, R., Beyer, M., Die Prinzipal-Agenten-Theorie in der Finanzwirtschaft, 2011, S.31.

4 Vgl. Heyd, R., Beyer, M., Die Prinzipal-Agenten-Theorie in der Finanzwirtschaft, 2011, S.32.

5 Vgl. Heyd, R., Beyer, M., Die Prinzipal-Agenten-Theorie in der Finanzwirtschaft, 2011, S.34.

6 Vgl. Eckstaller, C., Huber-Jahn, I., Private Equity und Venture Capital, 2006, S. 11.

7 Vgl. https://www.bvkap.de/beteiligungskapital/fragen-antworten/welche-exit-moglichkeiten-haben-private-equity-gesellschaften, Zugriff am 16.07.2019.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Risiken der Private Equity Finanzierung
Untertitel
Am Beispiel Beluga Shipping und Oaktree Capital
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Bremen früher Fachhochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
19
Katalognummer
V503073
ISBN (eBook)
9783346066558
ISBN (Buch)
9783346066565
Sprache
Deutsch
Schlagworte
beluga, shipping, oaktree, capital, risiken, private, equity, finanzierung
Arbeit zitieren
Birte Heißenbüttel (Autor), 2019, Die Risiken der Private Equity Finanzierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/503073

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