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Aspekte weiblichen Schreibens in der frühen Lyrik Mascha Kalékos

Title: Aspekte weiblichen Schreibens in der frühen Lyrik Mascha Kalékos

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 26 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Silvia Bannenberg (Author)

German Studies - Modern German Literature
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„Eher eine epigone als eine moderne Art von Dichtung“, die in der romantischen Tradition Heines stehe – so lautet Herman Hesses Urteil zum lyrischen Frühwerk Mascha Kalékos in den Neuen Deutschen Büchern 1935-1936 (76):
Aber diese kleinen Dichtungen haben dennoch einen echten Liebreiz, sie sind auf eine graziöse und sympathische Weise verspielt und tändelnd, sie sind von echter Jugendlichkeit, uns so sind sie uns willkommen in ihrer Anmut und Schlichtheit, hinter der soviel Traurigkeit und Sehnsucht nach einem echteren und edleren Leben steckt.

Lassen sich wohl in einer Lyrik, von männlicher Intellektualität als „kleine Dichtung“ bezeichnet und mit dem Prädikat „von echtem Liebreiz“ versehen, Aspekte ‘weiblichen Schreibens’ entdecken? Die vorliegende Arbeit wird versuchen, dieser Frage auf den Grund zu gehen.
In einem ersten Teil wird deshalb eine Annäherung an den Begriff ‘weibliches Schreiben’ zu unternehmen sein; hier soll eine Grundlage für die nachfolgende Untersuchung von Gedichten aus Kalékos ersten beiden Lyrikbänden, Das lyrische Stenogrammheft und Kleines Lesebuch für Große, geschaffen werden. Gedichte, die nach Kalékos Emigration entstanden sind, können im Rahmen dieser Arbeit leider nicht mit berücksichtigt werden. Die Person und Dichterin Mascha Kaléko wird in einem zweiten Teil dieser Arbeit im Mittelpunkt stehen. Da nicht unbedingt von einer detaillierten Kenntnis der Vita der Autorin ausgegangen werden kann, erscheint eine etwas umfangreichere Darstellung ihrer Biographie sinnvoll. Leben und Sozialisation Kalékos, ihr weibliches (Selbst-) Bewusstsein, stellen zudem eine wichtige Grundlage für die zu untersuchenden Aspekte ‘weiblichen Schreibens’ dar. Ein letzter Teil dieser Arbeit wird sich schlussendlich mit der Zusammenführung der zuvor heraus-gearbeiteten Erkenntnisse zu beschäftigen haben: einer detaillierteren Untersuchung von frühen Gedichten Mascha Kalékos hinsichtlich Aspekten ‘weiblichen Schreibens’.
Angesichts einer sich teilweise sehr differierend präsentierenden feministischen Literaturwissenschaft und einer wenig umfangreichen Forschungsliteratur zu Werk und Person Mascha Kalékos sei darauf hingewiesen, dass diese Arbeit nicht mehr leisten kann als den Versuch, das genannte Thema in den Blick zu nehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Was meint ‘weibliches Schreiben’?

1.1 Das Phänomen ‘Weiblichkeit’

1.2 Zur Annahme einer „weiblichen Ästhetik“

1.3 Überblick der Theorien

1.4 Definition

2. Mascha Kaléko

2.1 Biographisches

2.2 Selbstwahrnehmung und -darstellung

2.3 Kalékos (frühe) Lyrik in zeitgeschichtlichem und literarischem Kontext

3. ‘Weibliches Schreiben’ und Kalékos frühe Lyrik

3.1 Aspekten ‘weiblichen Schreibens’ auf der Spur

3.2 Eine Abwägung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht, inwiefern im lyrischen Frühwerk von Mascha Kaléko Aspekte eines sogenannten „weiblichen Schreibens“ identifizierbar sind, indem sie das Werk im Kontext seiner Entstehungszeit analysiert und theoretische Ansätze zur Geschlechterdifferenz in der Literatur anwendet.

  • Grundlagendiskussion zum Begriff des „weiblichen Schreibens“ und relevanter feministischer Theorien.
  • Biographische Aufarbeitung des Lebens und der Selbstwahrnehmung von Mascha Kaléko.
  • Analyse der frühen Lyrik im zeithistorischen und literarischen Kontext der Neuen Sachlichkeit.
  • Untersuchung von Motivik, Sprache und dem Spannungsfeld zwischen Anpassung und Subversion.
  • Vergleichende Betrachtung mit männlichen Zeitgenossen wie Erich Kästner.

Auszug aus dem Buch

3.1 Aspekten ‘weiblichen Schreibens’ auf der Spur

Kalékos biographisches Gedicht „Hätte ich einen Vater gehabt ...“ (Kaléko 1980 : 76 f.) kreist um die Frage „was wäre wenn?“ und um die Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität: Den beiden ersten Zeilen, „Hätte ich einen Vater gehabt / Oder gar eine Mutter!“, wohnt ein Wunsch inne, der noch nicht einmal explizit formuliert wird, da die Realität ihn schon im Entstehen widerlegt. Die Eltern sind oft abwesend, anwesend dagegen „Fremde gegen ein Monatsgehalt“ (Z. 14); anstelle eines erträumten Bruders gibt es die reale, aber ungeliebte Schwester (vgl. Z. 10-13), als deren Gegenbild Kaléko sich selbst als aufsässiges, mutiges, wildes, unangepasstes Kind nachzeichnet. Auf-sich-selbst-gestellt-Sein ist der jungen Mascha ebenso früh bekannt wie das Gefühl des Auf-der-Suche-Seins (vgl. Abschnitt 2.2). Die sechste Strophe des Gedichts „Hätte ich einen Vater gehabt ...“ fasst zusammen:

Was ich mir wünschte

Bekam ich nie.

Aber auch darauf war kein Verlaß.

Das Beinah war schlimmer als das Nein.

Die schon seit ihrer Kindheit prägenden Erfahrungen des Alleinseins, der Heimatlosigkeit und der unerfüllten Sehnsüchte, des melancholischen „Beinah“, durchziehen als Konstanten Kalékos Leben; sie bestimmen ihr Sein in der sie umgebenden Welt sowie ihren Blick auf dieselbe. Dass diese „Konstanten“ darüber hinaus auch Eingang in Kalékos lyrisches Werk finden, bezeugen allein Gedichttitel wie „Sehnsucht nach einer kleinen Stadt“ (32), „Schienen-Sehnsucht“ (44), „Melancholie eines Alleinstehenden“ (52), „Einsamer Abend“ (56) und „Einmal sollte man ...“ (57) aus dem Lyrischen Stenogrammheft sowie „Sentimentales Sonett“ (105) und „Herbst-Melancholie“ (151) aus dem Kleinen Lesebuch für Große. Kalékos lyrischen Figuren ist, wie ihr selbst im realen Leben, oft ein latenter oder dezidierter Pessimismus eigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Was meint ‘weibliches Schreiben’?: Dieses Kapitel nähert sich dem theoretischen Begriff des weiblichen Schreibens an, hinterfragt den Essentialismus und stellt verschiedene feministische Ansätze der Literaturwissenschaft vor.

2. Mascha Kaléko: Der biographische Teil beleuchtet Kalékos Lebensweg sowie ihre Rolle in der Berliner Bohème und ihre Selbstwahrnehmung als schreibende Frau.

3. ‘Weibliches Schreiben’ und Kalékos frühe Lyrik: Hier erfolgt die eigentliche Untersuchung von Kalékos Texten auf spezifische motivische und sprachliche Aspekte eines weiblich geprägten Schreibstils und deren Abwägung im Vergleich zu männlichen Kollegen.

Schlüsselwörter

Mascha Kaléko, weibliches Schreiben, Lyrik, Neue Sachlichkeit, feministische Literaturwissenschaft, Geschlechterkonstruktion, Exilliteratur, Berliner Alltag, Selbstwahrnehmung, Subjektivität, Gender, Epigonalität, Sprachmontage, Alltagsdichtung, Rollenbilder

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwiefern die frühen Lyrikbände von Mascha Kaléko spezifische Aspekte eines weiblich geprägten Schreibens aufweisen, unter Berücksichtigung feministischer Literaturtheorien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung fokussiert sich auf die Schnittstelle zwischen Biographie, der zeitgenössischen Strömung der Neuen Sachlichkeit und dem literarischen Ausdruck von Weiblichkeit.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist es, herauszuarbeiten, ob Kalékos Lyrik eine spezifisch weibliche Sichtweise vermittelt, die über die bloße Spiegelung damaliger Geschlechterrollen hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine diskursanalytische Herangehensweise mit werkimmanenter Textanalyse und vergleichenden Methoden, um Kalékos Schreibweise in ihren Kontext einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Neben der theoretischen Grundlegung wird Mascha Kalékos Vita beleuchtet und ihre Lyrik auf typische Merkmale wie Ironie, den Gebrauch von Alltagssprache und spezifische Motivik untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Mascha Kaléko, „weibliches Schreiben“, Neue Sachlichkeit, Gender, Identität und die lyrische Gestaltung der modernen Großstadtwelt.

Wie positioniert sich Kaléko gegenüber der neuen Sachlichkeit?

Kaléko greift zwar die Ästhetik der Neuen Sachlichkeit auf, verbindet diese jedoch stärker mit Subjektivität und einem melancholischen Unterton, anstatt sich rein politisch zu engagieren.

Welche Rolle spielt das „man“ in Kalékos Lyrik?

Die Arbeit diskutiert, ob das häufige Pronomen „man“ als ironische Chiffre für das „männliche“ Rollenbild oder als allgemeines Ausdrucksmittel für die Entfremdung des modernen Menschen zu verstehen ist.

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Details

Title
Aspekte weiblichen Schreibens in der frühen Lyrik Mascha Kalékos
College
University of Marburg
Grade
sehr gut
Author
Silvia Bannenberg (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V50308
ISBN (eBook)
9783638465533
Language
German
Tags
Aspekte Schreibens Lyrik Mascha Kalékos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silvia Bannenberg (Author), 2004, Aspekte weiblichen Schreibens in der frühen Lyrik Mascha Kalékos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50308
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