Im Rahmen dieser Arbeit soll mittels der Fragestellung geprüft werden, in welcher Form ein Zusammenhang zwischen Biopolitik und Fatshaming besteht und in welchem Ausmaß Fatshaming von maßgeblichen Akteuren als Mittel bei übergewichtigen Menschen zur Verhaltensänderung und bei nicht übergewichtigen Menschen zur Abschreckung von einer möglichen Normverletzung eingesetzt wird. Außerdem werden die Instrumente der Biopolitik, wie Medizin, Medien und digitale Mechanismen, die das Fatshaming innerhalb der Gesellschaft fördern, analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Stand der Forschung zu Fatshaming
3. Biopolitische Theorie
3.1.Theorie der Biopolitik nach Michel Foucault
3.2. Normalisierung
4. Rolle des Fatshamings in der heutigen Biomachtausübung
4.1.Statistik
4.2.Fallbeispiele weltweit
5.Instrumente der biopolitischen Normalisierung
5.1.Medizin
5.2.Medien
5.3. Digitale Überwachungsmechanismen
6.Zusammenfassung
7.Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Fatshamings aus einer biopolitischen Perspektive im Sinne von Michel Foucault. Dabei wird analysiert, inwiefern Fatshaming als Instrument der Machtausübung genutzt wird, um gesellschaftliche Normen zu etablieren, abweichendes Verhalten zu disziplinieren und insbesondere bei Frauen einen hohen Anpassungsdruck in Bezug auf Körperidealbilder und Gesundheit zu erzeugen.
- Analyse des Zusammenhangs zwischen Biopolitik und Fatshaming.
- Untersuchung der Rolle staatlicher Institutionen und wirtschaftlicher Akteure bei der Normierung von Körpern.
- Darstellung der Instrumente biopolitischer Kontrolle wie Medizin, Medien und digitale Überwachungstechnologien.
- Betrachtung geschlechtsspezifischer Auswirkungen des Fatshamings auf Frauen.
- Diskussion der abschreckenden und disziplinierenden Funktion von Fatshaming als Ausgrenzungsmechanismus.
Auszug aus dem Buch
1.Einleitung
Seit Bestehen der Menschheit nutzen Menschen ihre Körper und ihre körperlichen Fähigkeiten zur Lösung bestimmter Aufgaben, die sich zum Teil aus der Natur heraus ergeben, zum Teil auch selbst gewählt und mit der Evolution im Wandel befindlich sind. Beispiele für den Einsatz des Körpers als Instrument zur Lösung bestimmter Aufgaben sind: der Körper als Waffe im Krieg, als Produktionsmittel und als Reproduktionsmittel im Sinne von „Geburtsinstrument“ bei Frauen. Der Wandel der Aufgaben des Körpers aufgrund gesellschaftlicher Evolutionen hat sich seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts stark beschleunigt. Dieses Jahrhundert war stark geprägt durch politischen und gesellschaftlichen Systemwandel mittels Krieg, Revolution und gesellschaftlicher Werteverschiebung. Diese Punkte haben das Verständnis und die Wahrnehmung des Körpers verändert.
Die Menschen haben begonnen, den Körper über seine Funktionalität hinaus wahrzunehmen. Neben der Bewertung des eigenen wie fremder Körper bezüglich Funktionen und Leistungsfähigkeit hat das Erscheinungsbild, also die äußere Wahrnehmung des Körpers immer stärker an Bedeutung gewonnen. Die Konsequenz dieser Entwicklung ist eine Betonung von Äußerlichkeit mit Fokus auf eine funktionale Ästhetik, die einen starken, an Religionen erinnernden Einfluss auf gesellschaftliche Moral hat. Das Körpergewicht war noch nie so wichtig und sozial signifikant wie heute. Dies hat Einfluss auf die Werte der Gesellschaft und in der Folge des Einzelnen, der Entwicklungen, Dinge und Handlungen in Kategorien einordnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wandel der Körperwahrnehmung und führt in das Konzept des Fatshamings als gesellschaftspolitische Tendenz ein, die durch verschiedene Stakeholder und den Wunsch nach Optimierung geprägt ist.
2. Stand der Forschung zu Fatshaming: Dieses Kapitel definiert Fatshaming als Mittel zur Stigmatisierung und untersucht, wie Diskurs und mediale Darstellung Hass und Ausgrenzung gegenüber übergewichtigen Personen fördern.
3. Biopolitische Theorie: Es werden die Grundlagen der Biopolitik nach Michel Foucault erläutert, wobei der Fokus auf Machtkonzepten, der Disziplinierung und der Normalisierung von Individuen liegt.
4. Rolle des Fatshamings in der heutigen Biomachtausübung: Hier wird analysiert, wie Fatshaming statistisch belegt und durch mediale sowie reale Fallbeispiele als biopolitisches Kontrollinstrument in der modernen Gesellschaft fungiert.
5. Instrumente der biopolitischen Normalisierung: Das Kapitel detailliert die Rolle der Medizin, der Medien und digitaler Technologien als Werkzeuge zur Überwachung, Normierung und Bestrafung abweichenden körperlichen Verhaltens.
6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die zentralen Erkenntnisse über die Verknüpfung von Biopolitik, Fatshaming und moderner Selbstkontrolle zusammen.
7. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Fatshaming ein vielseitiges biopolitisches Instrument bleibt, dessen Rolle als negative Komponente der Machtausübung weiter zunimmt.
Schlüsselwörter
Biopolitik, Fatshaming, Michel Foucault, Normalisierung, Machtausübung, Biomacht, Stigmatisierung, Körperideal, Disziplinierung, Adipositas, Gesundheitswahn, Fitness-Apps, Medien, Geschlechterrollen, Diskriminierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht Fatshaming als biopolitisches Instrument, das Menschen mittels gesellschaftlicher Normen und Stigmatisierung diszipliniert und kontrolliert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Theorie der Biopolitik nach Foucault, die soziale Konstruktion von Körperidealen, die Rolle von Medizin und Medien bei der Diskriminierung Übergewichtiger sowie die Auswirkungen digitaler Überwachung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit Fatshaming systematisch eingesetzt wird, um sowohl Übergewichtige als auch Nicht-Übergewichtige durch soziale Ausgrenzung und Angst zu einem normkonformen Verhalten zu bewegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse gesellschaftlicher und biopolitischer Konzepte nach Michel Foucault sowie der Auswertung bestehender Studien und Fallbeispiele zum Thema Fatshaming.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der biopolitischen Theorie, der empirischen Einordnung von Fatshaming anhand von Statistiken und Beispielen sowie der Analyse von Instrumenten wie Medizin, Medien und Fitness-Apps.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Biopolitik, Machtausübung, Normalisierung, Stigmatisierung und den Körper als Disziplinierungsobjekt charakterisiert.
Welche Rolle spielt die geschlechtsspezifische Dimension beim Fatshaming?
Laut der Arbeit sind Frauen besonders von dem durch Medien und Wirtschaft erzeugten Druck betroffen, da sie stärker auf ein schlankes Schönheitsideal reduziert werden, was Fatshaming zu einem Instrument der patriarchalen Unterdrückung macht.
Wie verändern digitale Technologien die biopolitische Kontrolle?
Digitale Geräte und Fitness-Apps fördern die permanente Selbstkontrolle, indem sie Körperdaten messen, mit Idealmaßen vergleichen und bei Abweichungen durch Tipps oder Bestrafungsdruck zur Verhaltensänderung motivieren.
- Arbeit zitieren
- Tatjana Bekker (Autor:in), 2019, Wie kann Fatshaming aus einer biopolitischen Perspektive verstanden werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/503090