Die Menge des seitens des Staates über seine Institutionen in der Volkswirtschaft zur Verfügung gestellten Geldes hat Auswirkungen auf die Preisstabilität, das Investitions- und das Konsumverhalten. Diese Erkenntnis ist Bestandteil aller makroökonomischen Theorien. Die allgemeinen Auswirkungen einer Geldmengenänderung sind seit dem späten 19. Jahrhundert Gegenstand volkswirtschaftlicher Untersuchungen. Seit den ersten Entwürfen makroökonomischer Theorien sind Änderungen der Geldmenge entsprechend auch Bestandteil der auf Empfehlungen der Volkswirte basierenden Versuche, über volkswirtschaftliche Maßnahmen, also über das Setzen von Rahmenbedingungen, die zukünftigen Entwicklungen in wichtigen Bereichen zu beeinflussen. Das Ziel aller Maßnahmen, insbesondere der Geldmengenänderungen ist es, das allgemeine Beschäftigungsniveau, die Kaufkraft der privaten Haushalte nebst deren Sparneigung, die Investitionen der Unternehmen (mit Beschäftigungswirkung) sowie die Stabilität der Preise innerhalb der Volkswirtschaft zu verbessern. Die Vertreter der wichtigsten makroökonomischen Schulen und der Politik sind sich grundsätzlich einig, dass alle vorstehend genannten Ziele nicht zwingend gleichberechtigt, aber so verfolgt werden sollen, dass keines der Ziele zugunsten der anderen so vernachlässigt wird, dass es sich nachhaltig negativ entwickelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2. 1. Geldmengen
2.2. Keynesianismus
2.3. Monetarismus
3. Gang der Untersuchung
4. Wichtige Einflussfaktoren der aktuellen Wirtschaftspolitik mit besonderem Bezug zur Themenstellung
5. Wirtschaftspolitische Ansätze
5.1. Wirtschaftspolitik nach Keynes
5.2. Monetaristische Wirtschaftspolitik
5.3. Gegenüberstellung
6. Auswirkungen ausgewählter aktueller Rahmenbedingungen unter den Annahmen des Monetarismus und Keynesianismus
6.1. Negative Zinsen
6.2. Kryptowährungen
7. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht, wie sich aktuelle wirtschaftliche Rahmenbedingungen auf die Anwendung und Wirksamkeit der Theorien des Monetarismus und des Keynesianismus auswirken. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob die traditionellen Handlungsempfehlungen beider Denkschulen in Zeiten von Negativzinsen und Kryptowährungen weiterhin valide und effektiv umsetzbar sind.
- Vergleichende Analyse keynesianischer und monetaristischer Grundannahmen.
- Einfluss der aktuellen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen auf die Wirksamkeit geld- und fiskalpolitischer Instrumente.
- Untersuchung der Auswirkungen von Negativzinsen auf das Konsum- und Investitionsverhalten.
- Bewertung der Rolle von Kryptowährungen als alternative, dezentrale Zahlungsmittel und deren Herausforderungen für staatliche Steuerungsansätze.
Auszug aus dem Buch
2. 1. Geldmengen
In der Politikwissenschaft gibt es keine einheitliche, allgemein anerkannte Definition von Geld. Die gebräuchlichste Annäherung beschreibt das Vorgehen zentraler Institutionen im Sinne von: „stattdessen werden Geldmengen kreiert, die jede Zentralbank selbst festlegt“. Die europäische Wirtschafts- und Währungsunion hat für sich eigene Geldmengendefinitionen definiert.
Als Geldmenge wird sämtliches theoretisches wie physisches Geld bezeichnet, das nicht dem Bankensektor gehört. Die Veränderung der Geldmenge wird durch Geldmengenaggregate gemessen, die durch »M«(=money) und eine Ziffer bezeichnet werden und sich im Grad ihrer Liquidität unterscheiden. Es existieren im Eurosystem die Geldmengenaggregate M1, M2 und M3, wobei die kleinere eine Untermenge zu größeren ist. Zusätzlich existiert eine Geldbasis M0, das sogenannte Zentralbankgeld. Darunter ist das Geld zu verstehen, dass ausschließlich von der Zentralbank geschaffen werden kann und zum Zweck der Abwicklung des Zahlungsverkehrs im System der Geschäftsbanken verwendet wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert die Bedeutung der Geldmenge für volkswirtschaftliche Ziele sowie die Relevanz veränderter Rahmenbedingungen.
2. Definitionen: Hier werden zentrale Begriffe wie Geldmengen, Keynesianismus und Monetarismus für das weitere Verständnis der Arbeit definiert.
3. Gang der Untersuchung: Dieser Abschnitt beschreibt den methodischen Aufbau der Arbeit und den roten Faden der Argumentation.
4. Wichtige Einflussfaktoren der aktuellen Wirtschaftspolitik mit besonderem Bezug zur Themenstellung: Es werden moderne wirtschaftspolitische Herausforderungen wie das aktuelle Niedrigzinsumfeld und die Entwicklung digitaler Technologien behandelt.
5. Wirtschaftspolitische Ansätze: Das Kapitel bietet eine detaillierte Gegenüberstellung der keynesianischen und monetaristischen Theorien hinsichtlich ihrer Ziele und Instrumente.
6. Auswirkungen ausgewählter aktueller Rahmenbedingungen unter den Annahmen des Monetarismus und Keynesianismus: Hier erfolgt die Anwendung der Theorien auf spezifische Phänomene wie negative Zinsen und Kryptowährungen.
7. Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einer Reflexion über die Anwendbarkeit der klassischen Modelle in der heutigen Wirtschaft.
Schlüsselwörter
Wirtschaftspolitik, Keynesianismus, Monetarismus, Geldmenge, Zentralbank, Negativzinsen, Kryptowährungen, Inflation, Beschäftigung, Fiskalpolitik, Geldpolitik, Konjunktur, Investition, Konsum, Makroökonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der keynesianischen und monetaristischen Wirtschaftstheorien unter den spezifischen Herausforderungen moderner Rahmenbedingungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Zentralbanken, die Bedeutung der Geldmenge, die Wirkung von Zinspolitik sowie die ökonomischen Auswirkungen technologischer Neuerungen wie Kryptowährungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu erörtern, ob klassische wirtschaftspolitische Handlungsempfehlungen des Keynesianismus und Monetarismus in der heutigen Zeit noch wirksam umsetzbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und einen komparativen Ansatz, um die beiden Theorien gegenüberzustellen und auf aktuelle wirtschaftliche Phänomene anzuwenden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen, die Darstellung der gegensätzlichen Steuerungskonzepte beider Schulen und deren kritische Überprüfung anhand aktueller Beispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Wirtschaftspolitik, Monetarismus, Keynesianismus, Geldmengensteuerung sowie aktuelle Einflussfaktoren wie negative Zinsen und Kryptowährungen.
Wie bewerten Monetaristen und Keynesianer die Rolle der Geldmenge unterschiedlich?
Während für Keynesianer die Geldmenge eher ein Instrument zur Beeinflussung von Zins und Beschäftigung ist, betrachten Monetaristen die Geldmenge als zentrale Stellgröße zur Sicherung von Preisstabilität und Wirtschaftswachstum.
Welche Rolle spielen Kryptowährungen aus Sicht der Autoren für die heutige Geldpolitik?
Kryptowährungen werden als eine Erweiterung der Geldmenge interpretiert, die sich der direkten Kontrolle durch Zentralbanken entzieht und somit die Wirksamkeit klassischer geldpolitischer Steuerung erschwert.
- Arbeit zitieren
- Tatjana Bekker (Autor:in), 2019, Mögliche Auswirkungen einer monetaristischen und keynesianischen Wirtschaftspolitik auf eine Volkswirtschaft unter den aktuellen Rahmenbedingungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/503091