Heute findet wohl kaum ein Theologe so weit über die theologische Fachleserschaft hinaus so viel Beachtung und Resonanz wie Dietrich Bonhoeffer. Das ist nicht nur darauf zurückzuführen, dass er auf Fachjargon meistens verzichtet und seine theologischen Ausführungen Laien zugänglicher zu sein scheinen. Wohl hat sein tragisches Ende seinen Worten und Taten die machtvolle Autorität eines Märtyrers gewährt. Vielmehr kommt ihm, der sowohl sein Handeln im Kirchenkampf, als auch seine Tätigkeit im politisch genannten Widerstand als christlich verantwortliches Handeln verstand, eine große Glaubwürdigkeit zustatten aufgrund einer immer wieder betonten Einheitlichkeit von “Leben und Verkündigung” (E.H. Robertson), “ Einheit von Denkart und Lebensakt ” (Gremmels, Pfeifer), der “Versöhnung von Lehre und Leben” (H.J. Schultz), der konsequenten Verknüpfung von Theorie und Praxis.
Ob und wie diese Wechselwirkung von Theorie und Praxis, die man Bonhoeffer zuschreibt, sich in seinem Leben bewährt, das ist die Frage, der diese Studie systematisch auf den Grund geht.
Der erste meist biographische Teil skizziert Bonhoeffers Leben; der zweite rein theologische Teil zeigt die christologische Grundlage für Bonhoeffers christliches Handeln. Teil III und Teil IV befassen sich jeweils mit Bonhoeffers christlich verantwortlichem Denken und Handeln im Kirchenkampf (1933-1940) und im Widerstand (1940-1945) und setzen Theorie und Praxis systematisch einander gegenüber.
Inhaltsverzeichnis
I. TEIL: GRUNDKENNTNISSE DER BIOGRAPHIE BONHOEFFERS, STATIONEN EINES LEBENS IN GEHORSAM UND FREIHEIT, Zucht, Tat, Leiden und Tod.
Einleitung: Stationen auf dem Wege zur Freiheit
I.I. ZUCHT
A. Das sechste Kind einer großbürgerlichen Familie. Kindheit und Jugend (1906- 1923)
1. Das Bonhoeffersche Elternhaus, Gegebenheiten.
1.1. Die Eltern.
1.2. Der Geschwisterkreis.
1.3. Die Umwelt: Das Berliner Bildungsbürgertum.
2. Der vierte Sohn aus dem Bonhoefferschen Elternhaus, Wirkungen.
2.1. Eingewirkte Nachwirkung: das dankbare und verantwortliche Standesbewußtsein der Bonhoeffers.
2.2. Nicht eingewirkte Bewirkung: die Berufswahl Dietrich Bonhoeffers.
B. Die wissenschaftlichen Anfänge eines strebsamen Theologiestudenten. Studium (1923-1927)
1. Tübingen (1923-24).
2. Rom (1924).
3. Berlin (1924- 27).
C. Der Praxis orientierte Werdegang eines angehenden Theologen und Pfarrers.
1. Vikar in Barcelona (1928).
2. Assistent in Berlin (1929-30).
3. Seminarist in New-York (1930).
I.II. TAT
A. Christlicher Pazifist aus Verantwortung (1931-1939)
1. “Wendung des Theologen zum Christen.”
2. Mit der Kirche handeln für die Verfolgten.
B. Christlicher Verschwörer aus Verantwortung (1939-1943)
1. “Wendung des Christen zum Zeitgenossen.”
2. Mit politisch Gleichgesinnten handeln gegen die Verfolger.
I.III. LEIDEN UND TOD.
A. Leiden.
B. Tod.
Ergebnis: In der Verantwortung realisiert sich beides, Gehorsam und Freiheit.
II. TEIL: GRUNDLEGUNG DER THEOLOGIE BONHOEFFERS: URSPRUNG, WESEN UND ZIEL CHRISTLICHEN LEBENS, Christologie und christusgemäßes Handeln
Einleitung.
II.I. WER IST CHRISTUS?: DIE ONTO-CHRISTOLOGISCHE FRAGE, GRUNDLEGUNG DER CHRISTOLOGIE BONHOEFFERS
Einführung: Die Entfaltung der christologischen Frage.
A. Der gegenwärtige Christus, das Pro-me.
1. Die Gestalt des Christus.
1.1 als Wort. 1.2. als Sakrament. 1.3. als Gemeinde.
2. Der Ort des Christus.
2.1 als Mitte der Existenz 2.2. als Mitte der Geschichte 2.3. als Mitte der Natur.
B. Der geschichtliche Christus.
II.II. WAS WILL CHRISTUS HEUTE VON UNS?: DIE VERVOLLSTÄNDIGUNG DER CHRISTOLOGISCHEN FRAGE, GRUNDLAGE FÜR CHRISTUSGEMÄßES HANDELN NACH BONHOEFFER
A. Die Gestalt des geglaubten Christus und seine Anrede an den Glaubenden.
1. Gestalt Christi für uns.
2. Gestaltgewinnenwollen Christi unter uns.
Exkurs: Rechtfertigung und Nachfolge bei M. Luther.
B. Die Antwort des Glaubenden: die Gleichgestaltung mit Christus.
Ergebnis.
III. TEIL: BONHOEFFERS EKKLESIOLOGIE UND SEIN CHRISTLICH VERANTWORTLICHES HANDELN IM BEKENNTNISKIRCHLICHEN WIDERSTAND (1933-1939)
III.I. BONHOEFFERS EKKLESIOLOGIE IM DIENSTE DER CHRISTUS BEKENNENDEN KIRCHE.
A. Die wahre Kirche.
1. Die Kirche als wahre Offenbarungsgestalt.
1.1. Die in und durch Christus realisierte Kirche.
1.1.1. Christi stellvertretendes Handeln als Begründung der Kirche.
1.1.2. Die Grundstrukturen der Kirche in und durch Christus.
1.2. Die durch den Heiligen Geist als Wort aktualisierte Kirche.
1.2.1. Verkündigung und Gemeinde Christi.
1.2.2. Dauerverkündigung und Gemeindestruktur.
2. Die wirkliche Kirche, die empirische Gestalt der wahren Kirche.
2.1. Kirche in der Welt.
2.1.1 Göttlichkeit und Weltlichkeit der Kirche in der Welt.
2.1.2 Grenzen der Kirche in der Welt.
Ergänzendes Ergebnis: Christus, die Wirklichkeit und das Gute.
2.2. Kirche für die Welt.
2.2.1 Das Wort der Kirche an die Welt.
2.2.2 Der Dienst der Kirche an der Welt.
Ergebnis: Die letzten und die vorletzten Dinge.
3. Die Bekennende Kirche, eine zeitgeschichtliche Gestalt der wahren Kirche.
3.1. Zeitbedingte Fragen, die man nicht umgehen kann: Kirchengemeinschaft und Bekenntnis.
Exkurs: Die Kirchengemeinschaft und der Arierparagraph.
3.2. Zeitgeschichtliche Fakten, hinter die man nicht zurückkann: Die Bekennende Kirche und ihr Bekenntnis (Stand 1936).
3.3. Faktisch getroffene Entscheidungen.
3.3.1. Praktisch nicht befolgte Entscheidungen.
3.3.2. Schleunigst zu treffende Entscheidungen.
B. Die Kirche und der Staat.
1. Die Kirche und der Staat im Normalfall.
1.1 Die respektiven Mandate der Kirche und des Staates.
1.2 Die gegenseitige Begrenzung von Kirche und Staat.
2. Die Kirche und ein Zuviel oder Zuwenig an Staat, ein Problemfall.
3. Die Kirche, der NS-Staat und der Arierparagraph, ein Notfall.
III.II. BONHOEFFERS CHRISTLICHES BEKENNTNIS DURCH CHRISTLICH VERANTWORTLICHES HANDELN IM KIRCHLICHEN WIDERSTAND.
A. Berlin, 1933.
1. Der neue Staat und seine Religion.
1.1 Januar-März: Hitlers Machtergreifung und Ermächtigungsgesetze.
1.2 April: Die Deutschen Christen und ihre Forderungen.
1.3 Bonhoeffers Stellungnahme zur Judenfrage.
2. Anfänge der kirchenpolitischen Opposition.
2.1 Mai-Juni: Die Jungreformatoren.
2.2 Juli: Kirchenwahlen.
2.3 August: Das Betheler Bekenntnis (Erstfassung).
3. Veränderung der kirchlichen Konstellation.
3.1. September: Arierparagraph.
3.2. Schisma?
4. Bonhoeffers Entscheidung, in England ein Pfarramt zu übernehmen.
B. London, 1933-1935.
1. Bonhoeffers informatorische Tätigkeit.
1.1. Bei deutschen Pfarrern in England.
1.2. Bei britischen Verantwortlichen in England.
2. Bonhoeffers ökumenische Tätigkeit.
2.1. Bonhoeffers indirektes Wirken in der Ökumene über den Bischof von Chichester.
2.2. Bonhoeffers direktes Wirken in der Ökumene anläßlich der Konferenzen auf Fanø (August 1934).
2.2.1. Bonhoeffers Beitrag zur Vorbereitung der Konferenzen.
2.2. Beiträge auf den Konferenzen und Ergebnisse.
3. Bonhoeffers kirchliche und diakonische Tätigkeit.
3.1. Bonhoeffers Wirken und Bewirken in den Auseinandersetzungen der deutschen Auslandsgemeinden mit der Reichskirchenregierung.
3.2. Bonhoeffers kirchliches und diakonisches Wirken und Nachwirken in seinen beiden Londoner Gemeinden.
4. Bonhoeffers Entscheidung, in Deutschland die Leitung eines illegalen Predigerseminars zu übernehmen.
C. Pommern und Hinterpommern, 1935-1940.
1. Gemeinsames Leben: illegale Theologenausbildung.
1.1. Zielsetzung des gemeinsamen Lebens.
1.2. Zeit der illegalen Predigerseminare in Pommern, 1935-1937.
1.2.1. “ Innerste Konzentration...”
1.2.2. “ ...für den Dienst nach außen.”
1.3. Zeit der getarnten Sammelvikariate in Hinterpommern, 1938-1940.
2. Bonhoeffers Bekenntnis zu Zeiten der Verschärfung der Judenverfolgung und der Abschwächung der Bekennenden Kirche (1935-1937).
2.1. 1935, Synoden.
2.2. 1936, Aktionen.
2.3. 1936-1937, Schwächen.
3. Bonhoeffers Bekenntnis zu Zeiten des Pogroms gegen die Juden und der Krise der Bekennenden Kirche (1938).
3.1. Wendepunkt in der Judenverfolgung: die Kristallnacht.
3.2. Tiefpunkt der bekenntniskirchlichen Krise: der Treueid auf Hitler.
3.3. Anklagepunkte: Bonhoeffers Schuldbekenntnis für sich und seine Kirche.
4. Bonhoeffers Lebensentscheidung, in Deutschland an Deutschlands Geschick teilzuhaben (1939-1940).
4.1. Amerika.
4.2. Abwehr.
IV. TEIL: BONHOEFFERS CHRISTLICH VERANTWORTLICHES DENKEN UND HANDELN IN DEM POLITISCHEN WIDERSTAND UND DER HAFT. (1940-1945)
IV.I. BONHOEFFERS CHRISTLICH VERANTWORTLICHES HANDELN IM POLITISCHEN WIDERSTAND UND SEINE ETHIK IM ERNSTFALL.
A. Bonhoeffers konspirative Tätigkeit im Auftrag der Abwehr.
1. Anfänge seiner konspirativen Tätigkeit (1940-1941): Auftrag und Auftraggeber.
1.1. Anfänge des Doppellebens als Visitator für die Kirche und Informator für die Abwehr in Ostpreußen (Sommer 1940).
1.2. Übergänge zum Verbindungsmann der Abwehrstelle VII in München (Herbst-Winter 1940-1941).
2. Zentrum seiner konspirativen Tätigkeit (1941-1942): Reisen für die Abwehrfronde.
2.1 Die erste Schweizer Reise (24.2.-24.3.1941).
2.2 Die zweite Schweizer Reise (29.8.-26.9.1941).
2.3. Die Norwegenreise (11.4.-18.4. 1942).
2.4. Die dritte Schweizer Reise (11.5.-26.5.1942).
2.5. Die Blitzreise nach Schweden (30.5.-2.6.1942).
2.6. “Unternehmen 7”.
3. Ende seiner konspirativen Tätigkeit (1943-1945): Verfahren gegen die Abwehr(fronde).
3.1. Verdächtigungen und Verhaftung.
3.2. Vermittlungen und Verarbeitung.
3.3. Vernehmungen und Vernichtung.
B. Bonhoeffers Ethik im Ernstfall: das freie Wagnis verantwortlichen Handelns.
1. Geschichte und christliche Verantwortung.
1.1 Die Geschichte und das Gute.
1.2 Die Geschichte und die Bergpredigt.
2. Verantwortliches Leben.
2.1. Definition der Verantwortung.
2.2. Struktur des verantwortlichen Lebens.
2.2.1. Bestimmung der Verantwortung durch “die Bindung des Lebens an Gott und Mensch.”
2.2.1.a. Stellvertretendes Leben.
2.2.1.b. Wirklichkeits- und sachgemäßes Handeln.
2.2.2. Bestimmung der Verantwortung durch “die Freiheit des eigenen Lebens.”
2.2.2.a. Verantwortung, Gewissen und Schuldübernahme.
2.2.2.b. Verantwortung, Gehorsam und freies Wagnis.
IV.II. BONHOEFFERS VERANTWORTLICHES LEBEN UND DENKEN IN DEN GEFÄNGNISJAHREN. (1943-1945).
A. Verantwortung ohne Freiheit?: Einblicke in Bonhoeffers Gefängnisalltag.
1. Dasein im Gefängnis.
2. Dasein für andere im Gefängnis.
B. Verantwortung für gestern, heute und morgen: Einblicke in Bonhoeffers theologische Reflexionen in den Gefängnisjahren.
1. Die Vergangenheit verantworten.
2. Die Gegenwart verantwortlich wahrnehmen.
3. Die Zukunft verantwortlich gestalten.
Schlußbetrachtungen: Dietrich Bonhoeffers diesseitige Zukunft post mortem.
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das christlich verantwortliche Handeln von Dietrich Bonhoeffer, indem sie das Spannungsfeld zwischen theologischer Theorie und praktischem Handeln im Kontext der historischen Herausforderungen durch den Nationalsozialismus analysiert. Im Zentrum steht die Frage, wie Bonhoeffers Christologie und Ekklesiologie sein Engagement im bekenntniskirchlichen und politischen Widerstand begründeten und wie sich dies aus seinem biographischen Werdegang ableiten lässt.
- Biographische Stationen Bonhoeffers und ihre Bedeutung für seine Berufung.
- Grundlagen der Theologie Bonhoeffers: Christologie und christusgemäßes Handeln.
- Bonhoeffers Ekklesiologie und sein Einsatz für die Bekenntniskirche.
- Das Spannungsfeld zwischen Gehorsam, Freiheit und verantwortlichem Handeln im Widerstand.
- Die Reflexion der Haftzeit: Verantwortung für gestern, heute und morgen.
Auszug aus dem Buch
Die Entfaltung der christologischen Frage.
“ Christus ist der Logos Gottes.” “Christologie ist Lehre, Rede, Wort vom Wort Gottes...Christologie ist Logologie...Die Tatsache, daß der Logos Mensch geworden ist, ist Vorraussetzung.” (CV 280 f.)
“Nach dem Wer kann nur dort legitim gefragt werden, wo sich der Gefragte selbst vorher schon offenbart hat (...); nach dem Wer kann nur gefragt werden unter der Voraussetzung der bereits vorher geschehenen Antwort. Und dies wieder heißt, die christologische Frage kann wissenschaftlich nur im Raum der Kirche gestellt werden unter Voraussetzung der Tatsache, daß der Anspruch Christi, das Wort Gottes zu sein, zurecht besteht.(...) In der Kirche, in der Christus sich als das Wort Gottes offenbart hat, stellt der menschliche Logos die Frage: Wer bist Du, Jesus Christus? Logos Gottes! Die Antwort ist gegeben.(...)” “ Die Frage nach dem “Wer” ist die Frage nach der Transzendenz.(...) Die “Wer-Frage” ist zugleich die Existenzfrage des Fragenden.(...) Die Existenzfrage ist die Transzendenzfrage des Menschen (...), theologisch ausgedrückt, weil von Gott her der Mensch allein weiß, wer er ist. (...) Die “Wer-Frage” kann vom Menschen selbst nicht beantwortet werden.(...) Streng genommen ist also die “Wer-Frage” allein im Glauben sprechbar, wo sie ihre Antwort erhält.” (CV 283-288). “Die “Wer-Frage” kann an Jesus nur im Hören der Rückfrage [“Wer bist denn Du, daß Du so fragst?... Wer bist Du, der Du nur darum nach mir fragen kannst, weil Du durch mich der Gerechtfertigte, der Begnadete bist?] gestellt werden. So ist die “Wer-Frage” nur in dem Glauben auszusprechen, der Rückfrage und Antwort bereits enthält.” (GS III, 175)
Zusammenfassung der Kapitel
I. TEIL: GRUNDKENNTNISSE DER BIOGRAPHIE BONHOEFFERS, STATIONEN EINES LEBENS IN GEHORSAM UND FREIHEIT, Zucht, Tat, Leiden und Tod.: Dieses Kapitel skizziert die biographischen Stationen Bonhoeffers von seiner Kindheit in einer großbürgerlichen Familie bis hin zu seiner Hinrichtung, wobei die Verwobenheit von Zucht, Tat, Leiden und Tod als Weg zur Freiheit hervorgehoben wird.
II. TEIL: GRUNDLEGUNG DER THEOLOGIE BONHOEFFERS: URSPRUNG, WESEN UND ZIEL CHRISTLICHEN LEBENS, Christologie und christusgemäßes Handeln: Hier wird Bonhoeffers Theologie dargelegt, wobei seine Christologie als das ontologische Fundament für christusgemäßes Handeln und die ethische Gestaltung des Lebens nach der Gestalt Christi verstanden wird.
III. TEIL: BONHOEFFERS EKKLESIOLOGIE UND SEIN CHRISTLICH VERANTWORTLICHES HANDELN IM BEKENNTNISKIRCHLICHEN WIDERSTAND (1933-1939): Dieser Teil thematisiert Bonhoeffers Ekklesiologie im Dienst der Bekennenden Kirche und analysiert seinen kirchlichen Widerstand, insbesondere in Bezug auf die Judenfrage und das Bekenntnis als Tat.
IV. TEIL: BONHOEFFERS CHRISTLICH VERANTWORTLICHES DENKEN UND HANDELN IN DEM POLITISCHEN WIDERSTAND UND DER HAFT. (1940-1945): Dieses Kapitel widmet sich Bonhoeffers konspirativer Tätigkeit, seiner Ethik des freien Wagnisses im politischen Widerstand sowie seinen theologischen Reflexionen während der Gefängniszeit.
Schlüsselwörter
Dietrich Bonhoeffer, Christologie, Ekklesiologie, Verantwortung, Stellvertretung, Widerstand, Bekennende Kirche, Ethik, Nachfolge, Gehorsam, Freiheit, Politik, Glaube, Menschenwürde, Religion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das christlich verantwortliche Handeln Dietrich Bonhoeffers und wie dieses theoretisch in seiner Theologie begründet sowie praktisch in seinem biographischen und historischen Kontext vollzogen wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Christologie, die Ekklesiologie (Lehre von der Kirche), die Ethik und das Konzept der Stellvertretung im Kontext des Widerstands gegen den Nationalsozialismus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die innere Einheit von Bonhoeffers Denken und Handeln aufzuzeigen, indem die Wechselbeziehung zwischen Theorie (Theologie) und Praxis ( Widerstand) dargestellt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine biografisch-theologische Analyse angewandt, die Bonhoeffers eigene Werke, Briefe und Aufzeichnungen kontextualisiert und chronologisch im Spannungsfeld der Zeitgeschichte interpretiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die biographischen Grundlagen, die theologischen Fundamente (Christologie), die ekklesiologischen Ausführungen im Kontext des kirchlichen Widerstands und schließlich die ethischen Überlegungen in der politischen Widerstandstätigkeit und Haft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Verantwortung, Stellvertretung, Widerstand, Christologie, Ekklesiologie und Ethik fassen die zentralen Konzepte der Arbeit zusammen.
Wie bewertet Bonhoeffer die Rolle der Kirche gegenüber dem Staat im Unrechtsregime?
Bonhoeffer vertritt die Auffassung, dass die Kirche den Staat an seine Grenzen erinnern muss, insbesondere dann, wenn der Staat seine Kompetenzen überschreitet, wie bei der Verfolgung von Juden. Die Kirche ist verpflichtet, für die Opfer einzutreten und dem Unrecht aktiv entgegenzuwirken.
Was bedeutet der Begriff "Stellvertretung" in Bonhoeffers Denken?
Stellvertretung ist für Bonhoeffer das Lebensprinzip der Kirche und des Christen, abgeleitet von Christus, der für die Menschheit eintritt. Es bedeutet, aktiv Verantwortung für andere zu übernehmen und dabei gegebenenfalls eigene Sicherheit und Unbescholtenheit aufzugeben.
- Citar trabajo
- Andrea Tam (Autor), 1998, Dietrich Bonhoeffer: christlich verantwortliches Handeln. Theorie und Praxis, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50311