Jeder Mensch hat das Recht auf Inklusion bzw. auf die Zugehörigkeit zum gesellschaftlichen Leben, so steht es in der UN-Behindertenkonvention. Diese Aussage gilt auch für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Menschen mit psychischen Erkrankungen sind teilweise in der Gesellschaft angekommen, sie sind aber teilweise auch von Stigmatisierung bedroht. Die Psychiatrische Pflege unterstützt, betreut und hilft diesen Menschen bei der Eingliederung in das gesellschaftliche Leben.
Aus dem deutschsprachigen und englischsprachigen Raum liegen einige Publikationen zur Inklusionsarbeit von Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Psychiatrie vor. Das Ziel dieser Literaturübersicht ist es, einen Überblick über die Rolle der Psychiatrischen Pflege bei der Integration psychisch erkrankter Menschen zu schaffen. Es wurde eine systematische Literatursuche in den Datenbanken PubMed, Aktion psychisch Kranke und der Zeitschrift Pflegewissenschaft durchgeführt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Problemstellung
Fragestellung
Zielsetzung
1. Methodik
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Stützpunkte der Arbeit und deren Definitionen
2. 2 Inklusion und Integration
2.3 Integration
2.4 Inklusion
2.5 Ziel und Aufgaben der Inklusion
3 Einführung in die Definition von psychiatrische Erkrankungen
3.2 Klassifikation psychischer Erkrankung
3.3 Folgen von psychischen Erkrankungen
4 Ergebnisse
5 Psychiatrische Pflege im Zusammenhang mit der Inklusion
5.1 Die Aufgaben der psychiatrischen Pflege
5.2 Die Rolle der psychiatrischen Pflege bei der Inklusion psychisch erkrankter Menschen in der Gesellschaft
5.3 Unterstützung beim selbstbestimmten Wohnen
5.4 Teilhabe an Arbeit und Beschäftigung
5.5 Die Rolle der psychiatrischen Pflege bei der Inklusion psychisch erkrankter Menschen in der Gesellschaft aus Sicht von Dirk Richter
6 Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle der psychiatrischen Pflege bei der Inklusion und Integration von Menschen mit psychischen Erkrankungen in die Gesellschaft, um aufzuzeigen, wie Pflegekräfte aktiv zur sozialen Teilhabe beitragen können.
- Rolle der psychiatrischen Pflege bei der Inklusion
- Abgrenzung und Definition von Integration vs. Inklusion
- Auswirkungen psychischer Erkrankungen und deren Stigmatisierung
- Unterstützung bei selbstbestimmtem Wohnen und Beschäftigung
- Perspektiven der Gemeindepsychiatrie
Auszug aus dem Buch
5.1 Die Aufgaben der psychiatrischen Pflege
Die psychiatrische Versorgung ist sowohl im Gesundheitswesen als auch im Bereich Sozialwesen angesiedelt. Bei der psychiatrischen Pflege steht der Mensch im Mittelpunkt (vgl. BAPP, 2005,1).
Die Aufgaben der psychiatrischen Pflege sind nach Gold et. al. (2008) breit gefächert und setzen ein professionales Pflegewissen voraus (20ff). Einer der zentralen Hauptaufgaben der Pflegenden ist es, die Gestaltung und den Aufbau eines tragfähigen professionellen Beziehungsaufbaus zu ermöglichen/zu fördern/zu gewährleisten, da psychiatrisch betroffene Patienten immer unter einer Beziehungsstörung leiden.
Dies bewirkt nach BAPP (2005), dass viele psychisch erkrankte Menschen in großer Isolation leben und nicht mehr in der Lage sind, für sie lebensnotwendige Kontakte zu knüpfen (1):
„Deshalb kommt der psychiatrischen Pflege dem Beziehungsprozess als notwendige Basis und als Methode der psychiatrischen Pflege eine besondere Bedeutung zu“ (vgl. BAPP 2005, 1). Durch den Unterstützungsbedarf ergibt sich die Möglichkeit, Defizite, Bedürfnisse und Ressourcen psychisch Erkrankter zu erkennen (vgl. Schädle- Deininger 2010, 34). Mit Hilfe des Beziehungsaufbaus wird dem Betroffenen eine Art Sicherheit geboten/gewährleistet (vgl. Gold et.al. 2008, 10).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des Themas, des Aufbaus der Thesis sowie der gewählten systematischen Literaturrecherche als methodische Grundlage.
Problemstellung: Darstellung der hohen Prävalenz psychischer Erkrankungen sowie der gesellschaftlichen Stigmatisierung und Benachteiligung der Betroffenen.
Fragestellung: Ableitung der zentralen Frage nach der Rolle der psychiatrischen Pflege bei der Integration psychisch erkrankter Menschen.
Zielsetzung: Festlegung des Ziels, die Rolle der psychiatrischen Pflege im Kontext der Integration zu verdeutlichen.
1. Methodik: Beschreibung der systematischen Literaturrecherche unter Verwendung von Ein- und Ausschlusskriterien zur Wissensgewinnung.
2 Theoretischer Hintergrund: Theoretische Fundierung durch Definitionen von Inklusion und Integration im Kontext der psychiatrischen Versorgung.
3 Einführung in die Definition von psychiatrische Erkrankungen: Definition und Klassifikation psychischer Erkrankungen sowie Betrachtung der Folgen wie Stigmatisierung.
4 Ergebnisse: Auswertung der recherchierten Studien und Zusammenfassung der Erkenntnisse zur pflegerischen Inklusionsarbeit.
5 Psychiatrische Pflege im Zusammenhang mit der Inklusion: Analyse des direkten Einflusses der Pflege auf die gesellschaftliche Inklusion durch Unterstützung in Alltag und Beruf.
6 Schlussfolgerung: Zusammenfassende Beantwortung der Fragestellung und Fazit zur Bedeutung der psychiatrischen Pflege für die soziale Teilhabe.
Schlüsselwörter
Inklusion, Soziale Inklusion, Integration, Eingliederung, Gemeindepsychiatrie, Psychiatrische Pflege, Psychische Erkrankung, Stigmatisierung, Sozialpsychiatrie, Wohnen, Arbeitsmarkt, Pflegeplanung, Betreuung, Beratung, Teilhabe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Rolle und Aufgaben der psychiatrischen Pflege bei der Unterstützung von Menschen mit psychischen Erkrankungen im Prozess der gesellschaftlichen Inklusion.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von Inklusion und Integration, die Rolle der psychiatrischen Pflege in der Versorgung sowie Aspekte der sozialen Teilhabe am Arbeitsmarkt und beim Wohnen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie psychiatrische Pflege durch professionelle Unterstützung zur erfolgreichen Integration und Teilhabe psychisch erkrankter Menschen beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche in Datenbanken wie PubMed und der Zeitschrift Pflegewissenschaft sowie einer händischen Recherche in Bibliothekskatalogen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Grundlagen, einer Einführung in psychische Erkrankungen, deren Folgen (wie Stigmatisierung) sowie den konkreten Aufgabenfeldern der Pflege.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Inklusion, Integration, Gemeindepsychiatrie, Psychiatrische Pflege und soziale Teilhabe charakterisiert.
Wie definiert die Autorin den Unterschied zwischen Inklusion und Integration?
Während Integration oft als Eingliederung in ein bestehendes System gesehen wird, bedeutet Inklusion die von Anfang an gleichberechtigte Zugehörigkeit aller Menschen zu gesellschaftlichen Prozessen.
Welche Rolle spielt die Stigmatisierung in der Arbeit?
Stigmatisierung wird als wesentliches Hindernis für die Inklusion analysiert, das sowohl von außen durch die Gesellschaft als auch von innen durch die Betroffenen selbst entstehen kann.
Wie bewertet Dirk Richter die Rolle der psychiatrischen Pflege?
Richter betont, dass die Pflege primär zur Verhinderung sozialer Exklusion beitragen muss, warnt jedoch vor einer zu starken Ausrichtung auf die Integration in bloße "Parallelwelten".
Welchen Stellenwert hat die "Beratung" in der psychiatrischen Pflege?
Beratung wird als wesentliches Aufgabenfeld identifiziert, das Pflegende dazu befähigt, Betroffene professionell bei der selbstständigen Bewältigung ihres Alltags zu unterstützen.
- Arbeit zitieren
- Sandra Goodman (Autor:in), 2017, Die Rolle der psychiatrischen Pflege bei der Inklusion von psychisch erkrankten Menschen in die Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/503316