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Der Versandhandel von Arzneimitteln in Deutschland

Eine kritische Bestandsaufnahme

Titel: Der Versandhandel von Arzneimitteln in Deutschland

Masterarbeit , 2018 , 116 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Carolin Schmidt (Autor:in)

Gesundheitswissenschaften - Gesundheitslogistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Masterarbeit sollen die Auswirkungen des EuGH-Urteils vom 19.Oktober 2016 auf den deutschen Apothekenmarkt dargelegt werden. Hierbei werden die Marktanteile von verschreibungspflichtigen und apothekenpflichtigen, rezeptfreien OTC-Präparaten vor und nach dem Urteil analysiert und eine Abschätzung für zukünftige Entwicklungen gegeben. Im Mittelpunkt stehen dabei die wichtigsten Gutachten, die sich mit den Folgen des EuGH-Urteils auseinandersetzen und Forderungen daraus ableiten. Außerdem werden die veröffentlichten Daten zur Rx- und OTC-Marktentwicklung betrachtet. Der Fokus liegt dabei auf der Gesetzlichen Krankenversicherung, da knapp 90% aller Einwohner bei der GKV versichert sind. Abschließend werden die Zahlen der zwei umsatzstärksten Versandapotheken in Deutschland mit einbezogen. Die Quellen werden hierbei kritisch betrachtet sowie die jeweiligen Bemessungsgrundlagen und Interessen der Anspruchsgruppen berücksichtigt. Ziel ist es eine belastbare Basis für die Beantwortung der Forschungsfrage zu erhalten.

Zur Beantwortung der Frage wird zu Beginn näher auf die Entwicklung des deutschen Apothekenmarkts eingegangen. Danach werden die rechtlichen Grundlagen des Apothekenbetriebs und Versandhandels erläutert, bevor oben genannte Rechtsprechung genauer untersucht wird. Den Hauptteil bildet die Untersuchung der relevanten Gutachten und Daten. Die kritische Auseinandersetzung mit diesen und Ableitung des Gesamtergebnis bildet den Abschluss dieser Masterarbeit.

Arzneimittel zählen zu den Waren besonderer Art und unterliegen deshalb einer Vielzahl von gesetzlichen Regelungen. Die Besonderheit bildet dabei ein einheitlicher Apothekenverkaufspreis für Rx-Arzneimittel in Deutschland. Bis dato galt diese Regelung auch für Versandapotheken, die ihren Standort in einem anderen Mitgliedsstaat der EU haben und von dort aus Rx-Arzneimittel nach Deutschland verschicken. Der europäische Gerichtshof hat abweichend davon, am 19.10.2016, die Preisbindung für EU-Versandapotheken für nichtig erklärt. EU-Versandapotheken dürfen seitdem vom einheitlichen Apothekenabgabepreis für Rx-Humanarzneimittel, nach §78 Abs.2 S.2 AMG, abweichen, wenn sie Arzneimittel nach Deutschland versenden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Zielsetzung

2. Deutscher Apothekenmarkt

3. Rechtliche Grundlagen

3.1 Apothekenbetrieb

3.2 Versandhandel

4 Rechtsprechung EuGH Arzneimittelpreisbindung

5 Ergebnisse

5.1 Vorstellung der einzelnen Gutachten und Daten

5.1.1 May, Bauer, Dettling, 2017: Versandverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel

5.1.2 Brodtkorb, 2017: SEMPORA Hochrechnung Bedeutung Rx-Versand bis 2021

5.1.3 An der Heiden, Meyrahn, 2018: Ermittlung der Erforderlichkeit und des Ausmaßes von Änderungen der in der AMPreisV geregelten Preise

5.1.4 Bundesministerium für Gesundheit, 2017: Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit

5.1.5 EAMSP, 2017: Stellungnahme zum Gesetzentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit für ein „Gesetz zum Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln“

5.1.6 EAMSP, 2017: Stellungnahme zum Antrag "Gute und wohnortnahe Arzneimittelversorgung"

5.1.7 Wambach u.a., 2018: Wettbewerb 2018- XXII. Hauptgutachten der Monopolkommission gemäß § 44 Abs. 1 Satz 1 GWB

5.1.8 Maag, Carius, Wald-Eßer, 2016-2018: IQVIA Marktberichte

5.1.9 Bundesministerium für Gesundheit, 2005-2018: Gesetzliche Krankenversicherung Rechnungsergebnisse

5.1.10 Ziwica, Lüthi, 2017-2018: Geschäftsbericht Zur Rose Group

5.1.11 Wandel, Schirmer, 2017-2018: Shop Apotheke Europe-Annual Report

5.1.12 Hensoldt u.a., 2018: OTC-Apothekenmarktentwicklung Juli 2018

5.2 Gesamtergebnis

6. Diskussion

7. Limitationen

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Auswirkungen des EuGH-Urteils vom 19. Oktober 2016 auf den deutschen Apothekenmarkt zu analysieren. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich das Urteil auf Marktanteile im Rx- und OTC-Bereich auswirkt und welche regulatorischen Maßnahmen, insbesondere im Kontext des geplanten Versandhandelsverbots für verschreibungspflichtige Arzneimittel, diskutiert werden.

  • Analyse der Auswirkungen des EuGH-Urteils zur Aufhebung der Arzneimittelpreisbindung.
  • Kritische Gegenüberstellung aktueller Gutachten und Marktdaten zur Apothekenentwicklung.
  • Untersuchung der wirtschaftlichen Situation von Präsenzapotheken vs. Versandapotheken.
  • Diskussion der flächendeckenden Arzneimittelversorgung in Deutschland.
  • Bewertung von Alternativszenarien zum Versandhandelsverbot (z.B. "Sanfter Wettbewerb").

Auszug aus dem Buch

1.1 Problemstellung

Arzneimittel zählen zu den Waren besonderer Art und unterliegen deshalb einer Vielzahl von gesetzlichen Regelungen. Die Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln obliegt, nach §1 Abs.1 Apothekengesetz (ApoG), grundsätzlich den Apotheken. Apotheker handeln demnach im öffentlichen Interesse und dienen "der Gesundheit des einzelnen Menschen und des gesamten Volkes" (§1 Bundes-Apothekerordnung (BApO)). Die Besonderheit bildet dabei ein einheitlicher Apothekenverkaufspreis für verschreibungspflichtige (Rx) Arzneimittel in Deutschland. Diese werden in der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) reguliert. Fest definierte Großhandels- und Apothekenzuschläge auf den Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmers (ApU) resultieren in einheitlichen Abgabepreisen. Das bedeutet, dass jedes identische Rx-Präparat, das zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgegeben wird, in jeder Apotheke denselben Preis hat (§2-3 AMPreisV).

Bis dato galt diese Regelung auch für Versandapotheken, die ihren Standort in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) haben und von dort aus Rx-Arzneimittel nach Deutschland verschicken. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hat abweichend davon, am 19. Oktober 2016, die Preisbindung für EU-Versandapotheken für nichtig erklärt. Das bedeutet, dass nationale Regelungen des Arzneimittelpreisrechts beim grenzüberschreitenden Arzneimittelversand innerhalb der EU keine Anwendung mehr finden. EU-Versandapotheken dürfen seitdem vom einheitlichen Apothekenabgabepreis für Rx-Humanarzneimittel, nach §78 Abs.2 S.2 Arzneimittelgesetz (AMG), abweichen, wenn sie Arzneimittel nach Deutschland versenden. Der EuGH sieht in dem einheitlichen Apothekenabgabepreis eine Beeinträchtigung des freien Warenverkehrs innerhalb der EU. Eine derartige Regelung gleicht der Rechtsprechung nach einer mengenmäßigen Einfuhrbeschränkung nach Art.34 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV), die auf EU-Versandapotheken eine stärkere Auswirkung, als auf inländische Apotheken hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Beschreibt die Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit im Kontext des EuGH-Urteils zur Arzneimittelpreisbindung.

2. Deutscher Apothekenmarkt: Bietet einen Überblick über die aktuelle Anzahl der Apotheken, ihre Struktur und die wirtschaftliche Entwicklung des Marktes.

3. Rechtliche Grundlagen: Erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Apothekenbetrieb und den Versandhandel in Deutschland.

4 Rechtsprechung EuGH Arzneimittelpreisbindung: Analysiert die juristische Begründung des EuGH-Urteils und dessen Auswirkung auf die Preisbindung für EU-Versandapotheken.

5 Ergebnisse: Stellt die zentralen Gutachten, Marktdaten sowie Prognoseszenarien zur Rx- und OTC-Marktentwicklung detailliert vor.

6. Diskussion: Setzt sich kritisch mit den vorliegenden Studienergebnissen, den Interessen der beteiligten Akteure und den potenziellen Auswirkungen eines Versandhandelsverbots auseinander.

7. Limitationen: Reflektiert die methodischen Einschränkungen der Analyse, insbesondere hinsichtlich der Datenlage und der Aktualität des Themas.

8. Fazit: Fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet die Notwendigkeit eines Versandhandelsverbots zur Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung.

Schlüsselwörter

Apotheken, Versandhandel, Rx-Arzneimittel, EuGH, Preisbindung, Arzneimittelpreisverordnung, GKV, Marktentwicklung, Apothekenversorgung, Präsenzapotheke, Online-Apotheken, Arzneimittelgesetz, Wettbewerb, Gesundheitspolitik, Versorgungsauftrag

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des EuGH-Urteils vom Oktober 2016 zur Aufhebung der Preisbindung für EU-Versandapotheken auf den deutschen Arzneimittelmarkt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen, die wirtschaftliche Situation deutscher Apotheken, die Marktentwicklung des Rx- und OTC-Versandhandels sowie die Debatte um ein mögliches Rx-Versandhandelsverbot.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, auf Basis vorliegender Gutachten und Daten zu prüfen, ob die Aufhebung der Preisbindung eine Gefahr für die flächendeckende Arzneimittelversorgung in Deutschland darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine qualitative und quantitative Analyse von Fachgutachten, Marktberichten (z.B. IQVIA) und gesetzlichen Grundlagen, die kritisch miteinander verglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Vorstellung und Diskussion der wichtigsten Gutachten zu diesem Thema sowie eine umfangreiche Auswertung von Marktdaten zur Apothekenanzahl und GKV-Ausgaben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Apotheken, Versandhandel, Preisbindung, EuGH, Marktentwicklung und Arzneimittelversorgung charakterisieren.

Welche Rolle spielen die niederländischen Versandapotheken?

Sie sind als umsatzstärkste Akteure im grenzüberschreitenden Versandhandel zentral für die Analyse, da sie durch ihre Boni-Modelle maßgeblich zur Debatte um die Preisbindung beigetragen haben.

Zu welchem Fazit kommt die Arbeit bezüglich des Versandhandelsverbots?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Rx-Versandhandelsanteil derzeit so gering ist, dass er keine Bedrohung für die flächendeckende Versorgung durch Vor-Ort-Apotheken darstellt und somit kein Verbot rechtfertigt.

Ende der Leseprobe aus 116 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Versandhandel von Arzneimitteln in Deutschland
Untertitel
Eine kritische Bestandsaufnahme
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Veranstaltung
Pharmamanagement
Note
1,0
Autor
Carolin Schmidt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
116
Katalognummer
V503436
ISBN (eBook)
9783346038548
ISBN (Buch)
9783346038555
Sprache
Deutsch
Schlagworte
EuGH-Urteil Versandhandel Onlineversandhandel online rx otc Arzneimittel Rx-Arzneimittel Ausgabenentwicklung Apothekensterben Versandapotheke Onlineversandapotheke EU-Versandapotheke EuGH-Urteil vom 19.10.2016 EuGH-Urteil vom 19.Oktober 2016 Gutachten Europäischer Gerichtshof §78 AMG
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carolin Schmidt (Autor:in), 2018, Der Versandhandel von Arzneimitteln in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/503436
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