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Die Universitätsgründung von Neapel durch Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen

Title: Die Universitätsgründung von Neapel durch Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen

Seminar Paper , 2004 , 25 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Daniela Scharnagl (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die ersten Universitäten in Europa treten etwa um 1200 auf. Sie repräsentieren eine neue Form von Bildungseinrichtung, die nicht mehr nur auf klerikaler Basis geführt wird, sondern entweder durch den Zusammenschluß von Magistern und Studenten aus sich selbst heraus entsteht oder einem Akt fürstlicher Anordnung entspringt. Besonders im südlichen Europa bildeten sich zu Beginn des 13. Jahrhunderts rund zehn neue Hochschulen, wovon in der vorliegenden Arbeit eine, die bis in die heutige Zeit überdauert hat, Gegenstand der Untersuchung sein soll: Die Universität von Neapel - heute benannt nach ihrem einstmaligen Gönner „Università Federico II“. Ausgehend von den spärlichen Dokumenten und urkundlichen Überlieferungen der Gründungsgeschichte, tradiert durch Richard von San Germano und Petrus von Vinea, erfolgt anschließend eine umfassende Betrachtung des Studienbetriebes an der Universität von Neapel, und im dritten Teil der Arbeit wenden wir uns ganz dem Gründer, Friedrich II. von Hohenstaufen zu, um uns eingehend mit den Hintergründen zu befassen, die den Herrscher zu diesem Schritt bewogen haben mögen. Ausklingen wird die vorliegende Abhandlung mit einem Resümee der erörterten Sachverhalte. Hilfreich bei der Erstellung dieser Arbeit waren beim Thema Universitätsgründung insbesondere die Werke von Herbert Grundmann und Walter Rüegg, sowie - bezogen auf die Person Friedrichs II. - die Literatur von Wolfgang Stürner, Eberhard Horst und Klaus van Eickels / Tania Brüsch. Doch auch einige andere Werke wurden hinzugezogen, die ausführlich im Literaturverzeichnis angegeben sind. Jedoch existiert bedauerlicherweise relativ wenig spezifische Literatur zur Universitätsgründung Neapel im Speziellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Universitäten im Mittelalter

2 Die Gründung der Universität zu Neapel als neuer Typus der mittelalterlichen Universität

2.1 Gründungsurkunden und ihre Überlieferungen

2.1.1 Zur Person Richards von San Germano

2.1.2 Zur Person Petrus’ von Vinea

2.1.3 Die Überlieferung in den Briefen des Petrus von Vinea

2.1.4 Zusammenfassung aller originalen Überlieferungen

2.2 Die Universität von Neapel

2.2.1 Motive, Vorgehensweise und Besonderheiten im Zuge der Gründung

2.2.2 Fakultäten, Magister und Scholaren

2.2.3 Konkurrenten, Schwierigkeiten und Kritik an der Universität

2.2.4 Ausblick in die Zukunft der Universität von Neapel

2.3 Zur Person des Gründers – Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen

2.3.1 Friedrichs Bautätigkeit, Reichsverwaltung und Rechtsprechung

2.3.2 Das Interesse für Umwelt, Tiere und Medizin

2.3.3 Beschäftigung mit Geisteswissenschaften, Dichtkunst und Astrologie

2.3.4 Das Falkenbuch als Ausdruck kaiserlichen Wissensdurstes

3 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Gründung der Universität von Neapel durch Kaiser Friedrich II. im Jahr 1224. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie durch diese staatlich gelenkte Neugründung ein neuer Typus der mittelalterlichen Universität geschaffen wurde, der in bewusstem Kontrast zu den bestehenden, korporativen Institutionen stand.

  • Die Entstehungsgeschichte der Universität Neapel anhand zeitgenössischer Quellen.
  • Strukturelle Besonderheiten der Universität als staatliche "Pflanzung".
  • Die Rolle Friedrichs II. als Förderer von Bildung, Wissenschaft und Recht.
  • Das Verhältnis zwischen politischer Instrumentalisierung und wissenschaftlichem Anspruch.
  • Der Einfluss von Wissensdrang und persönlichem Interesse des Kaisers auf die Lehrinhalte.

Auszug aus dem Buch

2.2.2 FAKULTÄTEN, MAGISTER UND SCHOLAREN

Wie schon kurz angemerkt, legte der Kaiser besonderes Augenmerk auf das Studium der Rechte, aber bis auf die Medizin, die weiterhin in Salerno angesiedelt blieb, wollte er auch die anderen Fächer angeboten wissen und so hatte er die Universität „ad generale commodum“, zum „allgemeinen Nutzen“ aller Personen, die studieren und eine wissenschaftliche Ausbildung erwerben wollten, gegründet. Wie in Bologna und vielen anderen italienischen Universitäten spielte die Theologie eine eher untergeordnete Rolle, manche hatten gar keine theologische Fakultät vorzuweisen, was aufgrund der klerikalen Geisteshaltung des Mittelalters verwundert. Die Universität sollte, nach Friedrichs Wünschen, durch ihr reichhaltiges Angebot zur größten und angesehendsten Hochschule des Reiches aufsteigen, was ihr jedoch noch lange verwehrt bleiben sollte.

„Die besten Lehrkräfte seien in Neapel anzutreffen, denn der Kaiser habe seinen Richter Roffred von Benevent neben vielen anderen bedeutenden Männern als Lehrer für die neue Uni bestimmt.“ Besonders über die Auswahl der Dozenten versuchte der Kaiser, seine Einrichtung für die Studenten interessant zu gestalten. Schon bald kamen von anderen italienischen Universitäten Professoren nach Neapel, um dort zu lehren. Eine Besonderheit ist auch hier, daß die Lehrenden nicht wie sonst üblich von den Studenten, sondern vom Staat besoldet und deshalb auch vom Herrscher eingesetzt wurden. Augenfällig ist, daß die Rechtsgelehrten häufig aus der Universität von Bologna kamen, die dem Kaiser sowieso in Angelegenheiten der Jurisprudenz als Vorbild galt, um das römische Recht wohl methodisch und didaktisch hier ähnlich zu lehren wie in Bologna.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Universitäten im Mittelalter: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Entstehung der ersten europäischen Hochschulen um 1200, die entweder aus studentischen Zusammenschlüssen oder fürstlichen Dekreten hervorgingen.

2 Die Gründung der Universität zu Neapel als neuer Typus der mittelalterlichen Universität: Hier wird analysiert, wie Friedrich II. als erster Herrscher eine Universität willentlich gründete, um eine zentrale Ausbildungsstätte für Staatsbeamte und Juristen zu schaffen, die direkt von seiner Herrschaft abhängig war.

3 Resümee: Das Schlusskapitel fasst die Bedeutung Neapels als Vorbild für obrigkeitsstaatliche Bildungsmodelle zusammen und reflektiert das Spannungsfeld zwischen kaiserlichem Machtanspruch und wissenschaftlicher Neugier.

Schlüsselwörter

Kaiser Friedrich II., Universität Neapel, Mittelalter, Gründungsgeschichte, Staatsuniversität, Rechtsstudium, Richard von San Germano, Petrus von Vinea, Bologna, Bildungspolitik, Wissensdrang, Staufer, Wissenschaftsgeschichte, Studium Generale, Verwaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Gründung der Universität Neapel durch Kaiser Friedrich II. im Jahr 1224 und beleuchtet die Hintergründe sowie die Besonderheiten dieser institutionellen Neuschöpfung.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung abgedeckt?

Die Arbeit deckt die Gründungsurkunden, die Struktur der Universität, die Rolle der Lehrenden sowie die vielseitigen wissenschaftlichen Interessen Friedrichs II. ab.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich Neapel als "Staatsuniversität" von den traditionellen, autonomen Universitäten des Mittelalters unterschied und welche politische Strategie der Stauferkaiser damit verfolgte.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin oder der Autor stützt sich auf eine quellenkritische Untersuchung der überlieferten Dokumente, insbesondere der Chronik von Richard von San Germano und der Briefsammlung des Petrus von Vinea.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der Gründungsquellen, der Organisation des Studienbetriebs in Neapel und einer detaillierten Biografie des Kaisers hinsichtlich seiner wissenschaftlichen Ambitionen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Staatsuniversität", "kaiserliche Wissenspolitik", "Rechtsstudium" und die Person des "Stupor mundi" Friedrich II. charakterisiert.

Warum war die Gründung einer Universität in Neapel für Friedrich II. strategisch bedeutsam?

Friedrich benötigte für sein zentralistisches Verwaltungssystem gut ausgebildete Juristen und Beamte, die ihre Ausbildung direkt in seinem Herrschaftsbereich erhielten und nicht an stauferfeindlichen Orten wie Bologna.

Inwieweit lässt sich das "Falkenbuch" als Ausdruck von Friedrichs Geisteshaltung werten?

Das Werk spiegelt den für das Mittelalter außergewöhnlichen empirischen Wissensdrang Friedrichs wider, der theoretisches Wissen stets durch eigene Beobachtungen und praktische Erfahrungen überprüfen wollte.

Wie reagierte die zeitgenössische Umwelt auf die Neugründung in Neapel?

Die Gründung stieß auf Kritik, insbesondere von Seiten der Kirche und bestehender kleinerer Universitäten, die durch die zentralistische Politik des Kaisers und den Zwang für Studenten, nur in Neapel zu studieren, in ihrer Existenz bedroht waren.

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Details

Title
Die Universitätsgründung von Neapel durch Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen
College
LMU Munich  (Institut für Mittelalterliche Geschichte)
Course
Proseminar Mittelalterliche Geschichte
Grade
2,3
Author
Daniela Scharnagl (Author)
Publication Year
2004
Pages
25
Catalog Number
V50344
ISBN (eBook)
9783638465847
Language
German
Tags
Universitätsgründung Neapel Kaiser Friedrich Hohenstaufen Proseminar Mittelalterliche Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Scharnagl (Author), 2004, Die Universitätsgründung von Neapel durch Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50344
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