Hedge Fonds - Merkmale, Historie, Strategische Möglichkeiten, Risiko-Hedgefonds


Hausarbeit, 2005

23 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen und Merkmale von Hedge-Fonds
2.1 Definition
2.2 Rechtsform und Domizil
2.3 Dominierende Finanzinstrumente bei Hedge-Fonds
2.3.1 Leerverkäufe
2.3.2 Leveraging
2.4 Sponsoren und Investoren
2.5 Reporting und Transparenz

3. Historische Entwicklung
3.1 Ursprung
3.2 Entwicklung in Deutschland

4. Strategische Möglichkeiten
4.1 Relative Value
4.2 Event Driven
4.3 Opportunistic
4.4 Managed Futures
4.5 Multi Strategy

5. Risiko
5.1 Allgemeine Risiken
5.2 Spezielle Risiken
5.2.1 Liquiditätsrisiko
5.2.2 Key Person Risk
5.2.3 Mark-to-Market Risiko
5.2.4 Operationales Risiko

6. Fazit

II. Literaturverzeichnis

Erklärung

1. Einleitung

Anfang letzten Jahres hat das Inkrafttreten des Investionsmodernisierungsgesetzes eine rechtliche Grundlage für eine für den deutschen Finanzmarkt neue Geldanlageform geschaffen. Seit dem 01.01.2004 ist es auch in Deutschland möglich, in Hedge-Fonds, hierzulande offiziell als „Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken“[1] deklariert, zu investieren[2]. Aufgrund der vorher strengen Einschränkungen durch das Kapitalanlagegesellschaftsgesetz, das zum Schutz der Anleger diente, waren vorher wichtige Anlageinstrumente, derer man sich üblicherweise bei Hedge-Fonds bedient, in Deutschland verboten.

Die vorliegende Hausarbeit soll im Folgenden nun Aufschluss darüber geben, was sich hinter Hedge-Fonds verbirgt. Im zweiten Kapitel werden der Begriff und typische Merkmale von Hedge-Fonds erläutert. Anschließend wird im darauffolgenden Kapitel die historische Entwicklung vom ersten Hedge-Fond, über die Einführung auf dem deutschen Finanzmarkt bis zu einem kurzen generellen Überblick über den heutigen Hedge-Fonds Markt dargestellt. Im vierten Kapitel folgt dann eine Beschreibung der heutzutage üblichen Anlagestrategien für Hedge-Fonds. Schließlich endet die Hausarbeit nach einer Erläuterung der Risiken von Hedge-Fonds in Kapitel 5 mit einem Fazit.

2. Definitionen und Merkmale von Hedge-Fonds

2.1 Definition

Wie schon in der Einleitung erwähnt lautet die offizielle Bezeichnung für Hedge-Fonds in Deutschland „Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken“[3]. Eine andere Definition spricht von „Unternehmen mit dem Geschäftszweck der Spekulation“[4]. Die umfassendste und aussagekräftigste Definition von Klaus Schäfer findet sich jedoch im Handwörterbuch des Bank- und Finanzwesens: „...gepooltes Investitionskapital, das unter geringer staatlicher Aufsicht ohne Restriktionen bezüglich der Anlagestrategie, der Anlageobjekte oder des Leihkapitals (Leverage) bewirtschaftet wird“[5].

Weniger umständlich ausgedrückt, handelt es sich um eine Geldanlage in Form einer Beteiligung an einer privaten Kapitalanlagegesellschaft, die sich eines breiten Portfolios an Anlageinstrumenten und Anlagestrategien bedient, um durch eine breite Risikostreuung sowohl in steigenden als auch fallenden Märkten hohe Renditen zu erzielen. Dabei ist die Auswahl der Anlageinstrumente, derer sich die Fondsmanager bedienen dürfen, kaum staatlichen Einschränkungen unterworfen. In der daher eingeschränkten Kontrollmöglichkeit durch den Staat begründet sich auch ein erhöhtes Investitionsrisiko, das mit Hedge-Fonds einhergeht. Dieses Risiko spiegelt sich besonders in der deutschen Bezeichnung „Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken“[6] wider. Um ein hohes Maß an Handlungsfreiheit, besonders bei der Wahl der Anlageinstrumente, gewähren zu können, bedient man sich daher einer privaten Organisationsform, die der deutschen Kommanditgesellschaft entspricht.

Unter Berücksichtigung des hohen Risikos, das mit der Investition in Hedge-Fonds verbunden ist, ist der immer noch gebräuchliche Begriff Hedge-Fond irreführend. So versteht man unter dem englischen Wort Hedging das Absichern gegen mögliche Preis-, Devisen-, und Zinsänderungen durch den Eingang entsprechender Gegenpositionen, mit dem Zweck, mögliche Risiken am Finanz-, Rohstoff-, und Devisenmarkt, einzuschränken[7]. Das widerspricht dem Prinzip der Hedge-Fonds, bei denen tendenziell ein eher hohes Risiko eingegangen wird, um eine hohe Rendite erzielen zu können[8]. Der Hedging-, also Absicherungsaspekt spiegelt sich insofern wider, dass man sich eines möglichst weitdiversifizierten Investitionsportfolios bedient, das sowohl, wie bereits erwähnt, bei steigenden und fallenden Märkten Gewinne verspricht[9]. Somit ist man nicht von dem Erfolg einer einzelnen Anlage abhängig.

2.2 Rechtsform und Domizil

Bezüglich der Wahl der Rechtsform für Hedge-Fonds bedient man sich einer Kommanditgesellschaft[10]. Dabei fungiert der Sponsor als Komplementär, dem damit allein die Entscheidungsgewalt über das Fondmanagement obliegt, und die Investoren als Kommanditisten, als reine Kapitalgeber[11].

Als Domizil wird oft ein sogenanntes Offshore Zentrum gewählt, um die dort gewährten Steuer- und Regulierungsvergünstigungen zu nutzen, und somit eine möglichst große Handlungsfreiheit bei der Wahl der Anlagestrategien und Anlageinstrumente zu erhalten[12]. Zu beliebten Offshore Zentren zählen zum Beispiel die Cayman Islands, die Bahamas, die britischen Kanalinseln, Gibraltar, aber auch Luxemburg, Irland und Monaco. Das Management selbst sitzt jedoch in der Regel in einem der großen Finanzzentren, beispielsweise in den USA. Durch die Wahl des Domizils sollen die in den Offshore Zentren üblichen geringen Einschränkungen der Kapitalmarktgesetzgebung und die vorteilhaften Steuergesetze ausgeschöpft werden, um eine maximale Rendite für die Anleger erreichen zu können.[13]

2.3 Dominierende Finanzinstrumente bei Hedge-Fonds

2.3.1 Leerverkäufe

Eines der beiden beliebtesten Anlageinstrumente, das aufgrund seiner Risikoträchtigkeit dem traditionellen Anlagemanagement[14] untersagt ist und in Deutschland auch erst im Rahmen des Investitionsmodernisierungsgesetzes legalisiert wurde[15], sind Leerverkäufe. Bei Leerverkäufen, im Englischen auch als short selling bezeichnet, handelt es sich um den Verkauf überbewerteter Papiere, die nach dem erwarteten Wertverlust, u.a. bewirkt durch die Reaktion der Marktteilnehmer auf den eigenen Verkauf, zu einem günstigeren Preis zurückgekauft werden. Das Besondere an dieser Technik ist, dass sich die Papiere vor dem Verkauf nicht im Eigentum der Fondmanager befunden haben, sondern gegen einen Leihzins geliehen worden waren.[16] Oft dienen diese Short-Positionen zur Gegenfinanzierung von Long-Positionen, bei denen vermeintlich unterbewertete Papiere gekauft und nach Kursgewinn wieder verkauft werden[17].

2.3.2 Leveraging

Wird beim Kauf von Wertpapieren auch Fremdkapital eingesetzt und ist die Investition somit auch kreditfinanziert, so spricht man von Leveraging[18]. Dabei bedient man sich der Hebelwirkung des sogenannten Leverage Effekts. Der Leverage Effekt tritt ein, wenn die Gesamtkapitalrendite den Fremdkapitalzins überschreitet. Damit steigt die Eigenkapitalrendite bei zunehmender Verschuldung.[19] Durch Leveraging lässt sich somit die Gewinnmarge des Fonds erhöhen, wobei parallel aber auch das Verlustrisiko steigt[20].

2.4 Sponsoren und Investoren

Da die Anlagestrategien, die in Kapitel 4 beschrieben werden, sehr komplex sind, bedarf der Fondsmanager, der auch Sponsor genannt wird, einer besonderen Qualifikation. Dafür verfügt er bei dieser Anlageform aber auch über ein hohes Maß an Handlungsfreiheit. Diese Handlungsfreiheit ist darauf zurückzuführen, dass der Fondsmanager bezüglich der Wahl der geeigneten Märkte, Instrumente und Strategien lediglich durch den Gesellschaftsvertrag eingeschränkt ist.[21] Darüber hinaus bieten auch die Kündigungsfristen, denen der Investor unterliegt und die selbst in Deutschland bis zu drei Monate betragen können, dem Sponsor die Möglichkeit illiquide Positionen einzugehen[22]. Außerdem erhält der Fondsmanager neben einer depotwertabhängigen Entlohnung (ca. 1-2% des Anlagevermögens) auch eine Erfolgsbeteiligung an der erzielten Rendite, die üblicherweise zwischen 15 und 20% beträgt[23]. Damit unterliegt er dem Reiz ein möglichst hohes Risiko einzugehen, um so seinen eigenen Gewinnanteil zu maximieren. Die eigene oft nicht unbeträchtliche Kapitalbeteiligung des Sponsors und die Verpflichtung nach Verlusten vorübergehend auf eine Gewinnbeteiligung verzichten zu müssen, schränken die Risikofreude des Fondsmanagers jedoch ein.[24] Auch gesetzlich sind die Sponsoren in Deutschland zur Einhaltung der Anlagestrategie und Überwachung des Risikos verpflichtet[25].

Bei den Investoren handelt es sich größten Teils um Privatanleger, die primär von den hohen Renditen angezogen werden[26]. Aufgrund von Unterschieden zwischen den Renditen von bis zu zwanzig Prozentpunkten ist die sorgfältige Auswahl eines dauerhaft erfolgversprechenden Hedge-Fonds sinnvoll[27]. Wenn auch zahlenmäßig den privaten Anlegern unterlegen, unter Berücksichtigung des Anlagevolumens jedoch klar an erster Stelle, sind die institutionellen Investoren. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Pensionsfonds, Stiftungen, traditionelle Investmentfonds, Versicherungsgesellschaften und Investmentbanken, die sich der Hedge-Fonds hauptsächlich zur Optimierung und Diversifikation ihres Wertpapierportfolios bedienen.[28]

[...]


[1] Vgl. Bundesjustizministerium: InvG.

[2] Vgl. o.V.: Hedge-Fonds. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Hedge-Fonds (26.09.2005).

[3] Vgl. Bundesjustizministerium: InvG.

[4] Vgl. o.V.: Hedge-Fonds. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Hedge-Fonds (26.09.2005).

[5] Schäfer, K.: Hedgefonds. In: Handwörterbuch des Bank- und Finanzwesens. 3. Auflage. Stuttgart. Schäffer-Poeschl Verlag. 2001. S.1005.

[6] Vgl. Bundesjustizministerium: a.a.O.

[7] Vgl. Olfert, K. / Rahn, H.J. (Hrsg.): Hedging. In: Lexikon der Betriebswirtschaft. Ludwigshafen. Kiehl Verlag. 2001.

[8] Vgl. Schäfer, K.: a.a.O.

[9] Vgl. o.V.: Hedge-Fonds. In: http://hedgefonds.onvista.de/base_knowledge.html?id=1078 (27.09.2005).

[10] Vgl. o.V.: Hedge-Fonds. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Hedge-Fonds (26.09.2005).

[11] Vgl. Schäfer, K.: a.a.O. S.1007.

[12] Vgl. ebda.

[13] Vgl. o.V.: Hedge-Fonds. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Hedge-Fonds (26.09.2005).

[14] Vgl. o.V.: Hedge-Fonds. In: http://hedgefonds.onvista.de/base_knowledge.html?id=1078 (27.092005).

[15] Vgl. Bundesjustizministerium: a.a.O.

[16] Vgl. o.V.: Hedge-Fonds. In: http://hedgefonds.onvista.de/base_knowledge.html?id=1078 (27.09.2005).

[17] Vgl. Schäfer, K.: a.a.O. S.1006.

[18] Vgl. o.V.: Hedge-Fonds. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Hedge-Fonds (26.09.2005).

[19] Vgl. Schäfer, K.: a.a.O. S.1009.

[20] Vgl. o.V.: Hedge-Fonds. In: http://hedgefonds.onvista.de/base_knowledge.html?id=1078 (27.09.2005).

[21] Vgl. Schäfer, K.: a.a.O. S.1008.

[22] Vgl. o.V.: Hedge-Fonds. In: http://hedgefonds.onvista.de/base_knowledge.html?id=1078 (27.09.2005).

[23] Vgl. Schäfer, K.: a.a.O. S.1009.

[24] Vgl. ebda.

[25] Vgl. Kaiser, D. G. (Hrsg.): Hedgefonds. Entmystifizierung einer Anlageklasse, Strukturen – Chancen – Risiken. 1. Auflage. Wiesbaden. Gabler. 2004.

[26] Vgl. Schäfer, K.: a.a.O. S.1008.

[27] Vgl. o.V.: Hedge-Fonds. In: http://hedgefonds.onvista.de/base_knowledge.html?id=1078 (27.09.2005).

[28] Vgl. Schäfer, K.: a.a.O. S.1008.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Hedge Fonds - Merkmale, Historie, Strategische Möglichkeiten, Risiko-Hedgefonds
Hochschule
Universität Osnabrück
Veranstaltung
Wertpapieranalyse
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
23
Katalognummer
V50347
ISBN (eBook)
9783638465878
Dateigröße
615 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hedge, Fonds, Merkmale, Historie, Strategische, Möglichkeiten, Risiko-Hedgefonds, Wertpapieranalyse
Arbeit zitieren
Arne Heuking (Autor), 2005, Hedge Fonds - Merkmale, Historie, Strategische Möglichkeiten, Risiko-Hedgefonds, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50347

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