Anfang letzten Jahres hat das Inkrafttreten des Investionsmodernisierungsgesetzes eine rechtliche Grundlage für eine für den deutschen Finanzmarkt neue Geldanlageform geschaffen. Seit dem 01.01.2004 ist es auch in Deutschland möglich, in Hedge-Fonds, hierzulande offiziell als „Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken“1deklariert, zu investieren2. Aufgrund der vorher strengen Einschränkungen durch das Kapitalanlagegesellschaftsgesetz, das zum Schutz der Anleger diente, waren vorher wichtige Anlageinstrumente, derer man sich üblicherweise bei Hedge-Fonds bedient, in Deutschland verboten. Die vorliegende Hausarbeit soll im Folgenden nun Aufschluss darüber geben, was sich hinter Hedge-Fonds verbirgt. Im zweiten Kapitel werden der Begriff und typische Merkmale von Hedge-Fonds erläutert. Anschließend wird im darauffolgenden Kapitel die historische Entwicklung vom ersten Hedge-Fond, über die Einführung auf dem deutschen Finanzmarkt bis zu einem kurzen generellen Überblick über den heutigen Hedge-Fonds Markt dargestellt. Im vierten Kapitel folgt dann eine Beschreibung der heutzutage üblichen Anlagestrategien für Hedge-Fonds. Schließlich endet die Hausarbeit nach einer Erläuterung der Risiken von Hedge-Fonds in Kapitel 5 mit einem Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DEFINITIONEN UND MERKMALE VON HEDGE-FONDS
2.1 DEFINITION
2.2 RECHTSFORM UND DOMIZIL
2.3 DOMINIERENDE FINANZINSTRUMENTE BEI HEDGE-FONDS
2.3.1 Leerverkäufe
2.3.2 Leveraging
2.4 SPONSOREN UND INVESTOREN
2.5 REPORTING UND TRANSPARENZ
3. HISTORISCHE ENTWICKLUNG
3.1 URSPRUNG
3.2 ENTWICKLUNG IN DEUTSCHLAND
4. STRATEGISCHE MÖGLICHKEITEN
4.1 RELATIVE VALUE
4.2 EVENT DRIVEN
4.3 OPPORTUNISTIC
4.4 MANAGED FUTURES
4.5 MULTI STRATEGY
5. RISIKO
5.1 ALLGEMEINE RISIKEN
5.2 SPEZIELLE RISIKEN
5.2.1 Liquiditätsrisiko
5.2.2 Key Person Risk
5.2.3 Mark-to-Market Risiko
5.2.4 Operationales Risiko
6. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen umfassenden Einblick in die Funktionsweise, Historie, Anlagestrategien sowie die spezifischen Risiken von Hedge-Fonds, insbesondere vor dem Hintergrund der regulatorischen Situation in Deutschland.
- Struktur und Charakteristika von Hedge-Fonds
- Historische Entwicklung der Anlageform
- Systematisierung gebräuchlicher Anlagestrategien
- Analyse allgemeiner und spezifischer Investitionsrisiken
- Rechtlicher Rahmen und Transparenzanforderungen in Deutschland
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition
Wie schon in der Einleitung erwähnt lautet die offizielle Bezeichnung für Hedge-Fonds in Deutschland „Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken“3. Eine andere Definition spricht von „Unternehmen mit dem Geschäftszweck der Spekulation“4. Die umfassendste und aussagekräftigste Definition von Klaus Schäfer findet sich jedoch im Handwörterbuch des Bank- und Finanzwesens: „...gepooltes Investitionskapital, das unter geringer staatlicher Aufsicht ohne Restriktionen bezüglich der Anlagestrategie, der Anlageobjekte oder des Leihkapitals (Leverage) bewirtschaftet wird“5.
Weniger umständlich ausgedrückt, handelt es sich um eine Geldanlage in Form einer Beteiligung an einer privaten Kapitalanlagegesellschaft, die sich eines breiten Portfolios an Anlageinstrumenten und Anlagestrategien bedient, um durch eine breite Risikostreuung sowohl in steigenden als auch fallenden Märkten hohe Renditen zu erzielen. Dabei ist die Auswahl der Anlageinstrumente, derer sich die Fondsmanager bedienen dürfen, kaum staatlichen Einschränkungen unterworfen. In der daher eingeschränkten Kontrollmöglichkeit durch den Staat begründet sich auch ein erhöhtes Investitionsrisiko, das mit Hedge-Fonds einhergeht. Dieses Risiko spiegelt sich besonders in der deutschen Bezeichnung „Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken“6 wider. Um ein hohes Maß an Handlungsfreiheit, besonders bei der Wahl der Anlageinstrumente, gewähren zu können, bedient man sich daher einer privaten Organisationsform, die der deutschen Kommanditgesellschaft entspricht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die rechtliche Situation in Deutschland und Zielsetzung der Arbeit.
2. DEFINITIONEN UND MERKMALE VON HEDGE-FONDS: Erläuterung der Begriffe, rechtlichen Strukturen und Instrumente wie Leerverkäufe und Leverage.
3. HISTORISCHE ENTWICKLUNG: Betrachtung der Entstehungsgeschichte ab 1949 und die Etablierung in Deutschland.
4. STRATEGISCHE MÖGLICHKEITEN: Detaillierte Darstellung verschiedener Investmentansätze von Relative Value bis zu Managed Futures.
5. RISIKO: Aufarbeitung der marktbezogenen und spezifischen operationellen Risiken beim Investment in Hedge-Fonds.
6. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung des Chancen-Risiko-Profils für Anleger.
Schlüsselwörter
Hedge-Fonds, Sondervermögen, Risikomanagement, Leerverkäufe, Leverage-Effekt, Anlagestrategien, Relative Value, Event Driven, Global Macro, Managed Futures, Markttransparenz, Finanzmarktregulierung, Kapitalanlagegesellschaft, Investitionsrisiko, Liquiditätsrisiko
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Hedge-Fonds als eine spezifische Form der Geldanlage, deren Merkmale, Strategien und Risiken.
Welche Themenfelder stehen im Fokus?
Zentrale Felder sind die Definition und Struktur von Hedge-Fonds, ihre geschichtliche Entwicklung, die verschiedenen Anlagestrategien sowie die mit diesen Investitionen verbundenen Risiken.
Was ist das Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser ein grundlegendes Verständnis darüber zu vermitteln, was sich hinter Hedge-Fonds verbirgt und welche Bedeutung diese Anlageform insbesondere auf dem deutschen Markt einnimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literatur- und Quellenanalyse basiert, um den aktuellen Kenntnisstand zu Hedge-Fonds systematisch aufzubereiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Definitionen und Merkmale, die historische Herleitung, eine detaillierte Beschreibung der Anlagestrategien sowie eine Risikoanalyse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Wichtige Begriffe sind Hedge-Fonds, Leerverkäufe, Leverage, Anlagestrategien, Risikodiversifizierung und Finanzmarktregulierung.
Warum wird für Hedge-Fonds oft die Rechtsform der Kommanditgesellschaft gewählt?
Diese Rechtsform wird gewählt, um dem Fondsmanager ein hohes Maß an Handlungsfreiheit bei der Wahl von Märkten, Instrumenten und Strategien zu ermöglichen, da sie weniger strengen Beschränkungen unterliegt.
Welche Rolle spielt die sogenannte "High Watermark" bei den Risiken?
Die High Watermark ist eine Schwelle, unter der der Manager bei schlechter Performance seine Incentive Fee verliert, was in manchen Fällen zu riskantem Verhalten oder zur Liquidation des Fonds führen kann.
- Quote paper
- Arne Heuking (Author), 2005, Hedge Fonds - Merkmale, Historie, Strategische Möglichkeiten, Risiko-Hedgefonds, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50347