Die Hausarbeit versucht eine Antwort auf Auslöser und Strategien der "Gregorian Mission" zur Bekehrung der Angelsachsen zu geben. Untersucht werden hierfür vor allem die "Historia Ecclesiastica des Beda Venerabilis" sowie die Briefe Papst Gregors (Gregorii I papae Registrum epistolarum).
Diese Hausarbeit soll vor allem auf diese Leitfrage eine Antwort finden: Wer war der Initiator der Mission, gab es spezifisch feststellbare Auslöser und was könnten mögliche Ziele gewesen sein?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Verlauf der Mission bei Beda Venerabilis
3. Veranlassung und Ziele der Mission
3.1 Die Angst vor dem nahenden Weltuntergang?
3.2 Die mächtige Königin – Bertha als Anstoß für die Christianisierung?
3.3 Gregor I. als Initiator der Mission
4. Strategien zur Durchsetzung der Mission
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Hausarbeit untersucht die Missionierung der Angelsachsen durch Augustinus von Canterbury, wobei der Fokus auf der Identifizierung der Initiatoren, der Beweggründe und der angewandten Strategien liegt. Ausgehend von der Analyse der „Historia Ecclesiastica Gentis Anglorum“ von Beda Venerabilis und den Briefen von Papst Gregor I. wird die Forschungsfrage beantwortet, welche Auslöser und Ziele der Mission zugrunde lagen und wie diese im Spannungsfeld zwischen religiöser Verpflichtung und pragmatischer Umsetzung zu bewerten sind.
- Historische Rekonstruktion der gregorianischen Mission
- Analyse der Beweggründe: Weltuntergangsängste vs. strategische Kirchenpolitik
- Die Rolle von Akteuren wie Königin Bertha und Papst Gregor I.
- Untersuchung der Durchsetzungsstrategien und ihrer Effektivität
- Kritische Auseinandersetzung mit der Quellenlage (Beda vs. Korrespondenz)
Auszug aus dem Buch
3.2 Die mächtige Königin – Bertha als Anstoß für die Christianisierung?
Viele Historiker sehen den Anstoß für die Christianisierung der Angelsachsen bei Bertha von Kent. Die Ehefrau König Aethelberhts, die aus der merowingischen Frankendynastie entstammte, war christlich getauft und erzogen worden.
Máirín MacCarron beschreibt in ihrem Aufsatz Royal Marriage and Conversion in Bede’s Historia Ecclesiatsica Anglorum fünf verschiedene Ehen, geschlossen zwischen Paganen und Christen. MacCarron argumentiert: “[...] we know of Anglo-Saxon political alliances in this period: royal brides were often offered as peaceweavers to ensure good relations between kingdoms, and [...] alliances between Christian queens and pagan kings [...] .”
In den Jahren nach dem Zerfall römischer Vorherrschaft auf den britischen Inseln kam es häufig zu Konflikten zwischen christlichen Völkern des kontinentalen Europas und anglosächsischen Völkern. Diese wurden immer häufiger durch die Heirat zwischen Paganen und Christen beigelegt. Neben König Aethelberht und seiner christlichen Frau Bertha, erwähnt Beda eine Tochter des Königs namens Aethelburg, welche den paganen König Edwin von Nord Umbrien geheiratet habe.
Doch stellt sich die Frage, welcher Grund hinter Berthas möglichem Drängen auf eine christliche Mission stehen sollte. MacCarron erläutert hierzu: „The belief in complete union through marriage was [...] expressed in 1 Corinthians 6 and Ephasians 5.” Sie bezieht sich hier auf ein biblisches Konzept, nach welchem das Ehepaar in einer zumindest zum Teil christlichen Ehe, eine Verbindung eingeht. Durch diese riskiere der christliche Ehepartner durch seinen nicht-christlichen Gegenüber Gott fern zu sein und, dass ihm folglich die Versprechen der Bibel versagt blieben. Viel mehr argumentiert MacCarron: „they are at risk of defilement by their spouse’s unbeliefe and potential idolatry.”
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die gregorianische Mission bei den Angelsachsen ein, stellt die Quellenlage vor und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Initiatoren und Beweggründe.
2. Der Verlauf der Mission bei Beda Venerabilis: Das Kapitel rekapituliert den Ablauf der Mission basierend auf den Erzählungen Bedas, von der Entsendung durch Papst Gregor I. bis hin zur Etablierung kirchlicher Strukturen in England.
3. Veranlassung und Ziele der Mission: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene Forschungsthesen zu den Motiven der Mission, einschließlich apokalyptischer Ängste, der Rolle der Königin Bertha sowie der Rolle Gregors I. als Initiator.
4. Strategien zur Durchsetzung der Mission: Es wird analysiert, mit welchen Methoden die Missionare vorgingen, etwa durch Vorbildrollen und die bewusste Integration paganer Heiligtümer und Bräuche in den christlichen Ritus.
5. Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen, bewertet die Quellen kritisch und schlussfolgert, dass die Ausbreitung des Christentums als zentraler, von Gregor I. forcierter Wunsch anzusehen ist.
Schlüsselwörter
Angelsachsen, Augustinus von Canterbury, Beda Venerabilis, Christentum, Gregor der Große, Missionierung, König Aethelberht, Königin Bertha, Historia Ecclesiastica, Mittelalter, Kirchengeschichte, Pagane, Konversion, Religiöse Strategie, Britische Inseln
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Untersuchung der Missionierung der Angelsachsen durch Augustinus von Canterbury am Ende des 6. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Initiatoren, die spezifischen religiösen oder politischen Motive sowie die methodischen Strategien, die zur Durchsetzung des Christentums angewandt wurden.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis der „Historia Ecclesiastica“ von Beda und den Briefen Papst Gregors I. die Frage zu beantworten, wer die Mission in Gang setzte und welche Absichten dahinterstanden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Quellenanalyse, bei der primärbedeutende Quellentexte sowie aktuelle wissenschaftliche Forschungsliteratur miteinander in Bezug gesetzt und bewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Rekonstruktion des Missionsverlaufs, die kritische Untersuchung möglicher Motive (z. B. Weltuntergangserwartung, Heiratspolitik) und die Analyse der Missionsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Missionierung, Angelsachsen, Gregor der Große, Augustinus von Canterbury und historische Quellenanalyse charakterisieren.
Welche Bedeutung kommt der Königin Bertha bei der Missionierung zu?
Bertha wird als christliche Ehefrau von König Aethelberht betrachtet; die Arbeit diskutiert, ob sie eine aktive Rolle als Anstoßgeberin oder eher als ein politischer Faktor in einer Heiratspolitik fungierte.
Wie reagierte Gregor der Große auf die Schwierigkeiten der Missionare?
Gregor reagierte mit strategischen Anweisungen, darunter die Duldung und Umnutzung bestehender paganer Heiligtümer, um den Übergang zur neuen Religion für die Bevölkerung zu erleichtern.
- Arbeit zitieren
- Simeon Michalski (Autor:in), Kim Zerhusen (Lektor:in), 2019, Die Missionierung der Angelsachsen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/503511