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Disziplin in Thomas Morus' "Utopia"

Untersuchung der Disziplinierungstechniken und Mechanismen nach Michel Foucault

Titel: Disziplin in Thomas Morus' "Utopia"

Hausarbeit , 2018 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dorothea Korona (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Neuzeit (ca. 1350-1600)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Hausarbeit untersuche ich das Wirklichkeitsbild der Utopier in Hinblick auf die Entstehung und Festigung des Wesensmerkmals der Selbstdisziplin, welches das Inselleben und die Gesellschaft dominiert. Rhaphael Hythlodeus´ Schilderungen der Struktur der Insel Utopia, ihrer hierarchischen Struktur, des beruflichen und privaten Alltags der Utopier, ihres Aussehens, des Reiseverhaltens, des Umganges mit Sklaven auf der Insel und des Kriegswesens sowie der religiösen Anschauungen der Bewohner dienen mir dabei als Ist-Zustand ihrer Gesellschaft bzw. ihres Wirklichkeitsbildes.

Diesen interpretiere ich unter Berücksichtigung ausgewählter Aspekte der Machttheorie nach Michel Foucault, der in "Überwachen und Strafen"3die Entstehung einer Disziplinarmacht innerhalb der sozialen Institution des Gefängnisses beschreibt, die
schließlich durch diverse Disziplinierungstechniken und Mechanismen den sozial konformen Menschen produziert und damit "das Ordnen menschlicher Vielfältigkeiten" sicherstellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Herangehensweise

2.1 Die Struktur der Insel Utopia

2.1.1 Interpretation

2.2 Die hierarchische Struktur der Utopier

2.2.1 Interpretation

2.3 Der berufliche und private Alltag der Utopier

2.3.1 Interpretation

2.4 Das Aussehen der Utopier

2.4.1 Interpretation

2.5 Das Reiseverhalten der Utopier

2.5.1 Interpretation

2.6 Von den Sklaven der Utopier

2.6.1 Interpretation

2.7 Vom Kriegswesen der Utopier

2.7.1 Interpretation

2.8 Die religiösen Anschauungen der Utopier

2.8.1 Interpretation

3 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Wirklichkeitsbild der Utopier in Thomas Morus' Werk "Utopia" mit einem besonderen Fokus auf die Entstehung und Festigung des gesellschaftlich dominierenden Wesensmerkmals der Selbstdisziplin unter Anwendung machttheoretischer Aspekte von Michel Foucault.

  • Analyse der räumlichen und sozialen Strukturierung der utopischen Gesellschaft
  • Untersuchung von Kontrollmechanismen im beruflichen und privaten Alltag
  • Deutung der gesellschaftlichen Rolle von Sklaverei und Militärdienst
  • Betrachtung von religiösen Anschauungen als Disziplinierungsinstrument
  • Anwendung der Foucaultschen Machttheorie zur Interpretation des Ist-Zustandes

Auszug aus dem Buch

Die Struktur der Insel Utopia

Die Insel selbst liegt geschützt und ist "durch Natur oder Kunst so stark befestigt, daß selbst gewaltige Truppenmassen von wenigen Verteidigern abgewiesen werden können"9. Die 24 Städte der Insel haben "dasselbe Aussehen"10, ihnen stehen jeweils "drei ältere, erfahrene Bürger"11vor. Die Hauptstadt Utopias heißt Amaurotum, deren Gebäude in eine "lange und durch den ganzen Straßenzug zusammenhängende Reihe"12 geordnet sind. Jede "Stadt ist in vier gleich große Quartiere eingeteilt; in der Mitte eines jeden Quartiers befindet sich ein Markt für Waren aller Art"13. Die Häuser sind in Häuserreihen angelegt, denen "einige geräumige Hallenbauten"14 zugewiesen sind. "Jeder Halle sind dreißig Familien zugeteilt, auf jeder Seite fünfzehn, die dort ihre Mahlzeiten einnehmen"15. Die Häuser stehen offen und "lassen so jeden hinein"16, der hinein möchte. Jedes Haus verfügt über einen eigenen Garten, dessen Pflege nicht nur einem Vergnügen entspringt, "sondern auch einem Wettstreit der Straßenzüge untereinander"17. Auf dem Land leben die Bürger in Familienverbänden, sogenannten Hofgemeinschaften, die nicht "weniger als vierzig Köpfe"18 zählen und deren Vorstand von "Hausvater und Hausmutter"19 gebildet wird. Die Familienverbände der Stadt bestehen aus nicht "weniger als zehn und mehr als sechzehn Erwachsenen"20. Stadt und Land werden gleichermaßen bewohnt, da die Utopier jährlich "abwechselnd dorthin ziehen"21 bzw. der "Überschuss der überfüllten Großfamilien in weniger köpfereiche Familien versetzt"22 wird. In den Städten selbst "tauschen sie alle zehn Jahre"23 die Häuser.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in Thomas Morus' "Utopia" ein, hinterfragt die Entstehung der als hochgradig selbstdiszipliniert beschriebenen Gesellschaft und definiert das Ziel der Untersuchung des Wirklichkeitsbildes.

2 Herangehensweise: Dieses Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise, welche den Ist-Zustand der utopischen Gesellschaft mittels der machttheoretischen Konzepte von Michel Foucault aus "Überwachen und Strafen" interpretiert.

2.1 Die Struktur der Insel Utopia: Hier wird die physische und soziale Organisation des Lebensraums beschrieben, deren starre, parzellierte Struktur die Überwachung und Kontrolle der Bewohner massiv begünstigt.

2.2 Die hierarchische Struktur der Utopier: Dieses Kapitel beleuchtet das vierstufige System der Obrigkeiten, welches durch ständige Kontrolleure eine lückenlose Erfassung von Fehlverhalten sicherstellt.

2.3 Der berufliche und private Alltag der Utopier: Die genaue Taktung des Lebens durch feste Arbeits-, Essens- und Freizeitvorschriften dient als Werkzeug zur effizienten Disziplinierung der Individuen.

2.4 Das Aussehen der Utopier: Die erzwungene ästhetische Einheitlichkeit und das Verbot von privatem Luxus werden als Instrumente der Normalisierung und der schnellen Identifizierung von Normabweichungen gedeutet.

2.5 Das Reiseverhalten der Utopier: Das Reiseverbot ohne Genehmigung und die strikte Überwachung während der Abwesenheit gewährleisten, dass die Bürger auch außerhalb ihres Zuhauses ihren Pflichten nachkommen.

2.6 Von den Sklaven der Utopier: Die Sklaverei dient sowohl zur Erledigung "unwürdiger" Arbeiten als auch als weit verbreitetes Sanktionsmittel, das durch Abschreckung die Konformität der gesamten Gesellschaft stärkt.

2.7 Vom Kriegswesen der Utopier: Das Militärwesen ist funktional organisiert, wobei der Einsatz von Söldnern und die Einbindung der eigenen Bürger in ihre angestammten Verbände die Disziplinierung bis in den Kampf hinein fortführt.

2.8 Die religiösen Anschauungen der Utopier: Die Religionsfreiheit ist an die Bedingung geknüpft, dass keine Spaltung entsteht, wobei der Glaube an ein höchstes Wesen als moralische Instanz zur Tugenderziehung und Disziplinierung genutzt wird.

3 Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass die in Utopia beobachtete Gleichheit das Ergebnis ständiger Fremdkontrolle durch ein Netz aus Institutionen und Mitbürgern ist, die das Individuum zur Selbstdisziplin zwingt.

Schlüsselwörter

Thomas Morus, Utopia, Michel Foucault, Disziplinierung, Machttheorie, Selbstdisziplin, Überwachung, Gesellschaftsordnung, Konformität, Staatsroman, Kontrolle, Normalisierung, Wirklichkeitsbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die utopische Gesellschaft von Thomas Morus unter dem Aspekt der Disziplinierung und untersucht, wie ein System aus räumlichen und sozialen Strukturen die Bürger zur Selbstdisziplin bewegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Themenfeldern zählen die bauliche Struktur, die soziale Hierarchie, der getaktete Tagesablauf, das Aussehen der Bürger, das Reiseverhalten, das Sklavenwesen, das Kriegswesen und die Religion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, das Wirklichkeitsbild der Utopier zu rekonstruieren und zu verstehen, wie das Wesensmerkmal der Selbstdisziplin innerhalb dieser Gesellschaft entsteht und gefestigt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine interpretative Methode, indem sie den geschilderten Ist-Zustand in "Utopia" auf Basis der machttheoretischen Kernaussagen von Michel Foucaults "Überwachen und Strafen" analysiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Lebensbereiche wie Wohnen, Arbeit, Reise und Religion, wobei jeder Bereich sowohl deskriptiv anhand der Textvorlage als auch machttheoretisch interpretiert wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Selbstdisziplin, Disziplinierung, Macht, Foucault, Überwachung, Konformität und utopische Gesellschaft.

Warum spielt das Schamgefühl für die Utopier eine solche Rolle?

Das Schamgefühl ist ein Ergebnis der ständigen gegenseitigen Überwachung; das Individuum diszipliniert sich selbst aus Angst, gegen die soziale Ordnung zu verstoßen und von der Gemeinschaft stigmatisiert zu werden.

Welche Rolle spielt der Tod bzw. die Verstorbenen in diesem System?

Die Utopier glauben, dass Verstorbene als Zuschauer ihrer Taten fungieren, was als wirksamer Anreiz zur Tugend dient und die Bewohner auch in privaten Momenten vor Schandtaten zurückschrecken lässt.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Disziplin in Thomas Morus' "Utopia"
Untertitel
Untersuchung der Disziplinierungstechniken und Mechanismen nach Michel Foucault
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,0
Autor
Dorothea Korona (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
16
Katalognummer
V503602
ISBN (eBook)
9783346055071
ISBN (Buch)
9783346055088
Sprache
Deutsch
Schlagworte
disziplin thomas morus utopia untersuchung disziplinierungstechniken mechanismen michel foucault
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dorothea Korona (Autor:in), 2018, Disziplin in Thomas Morus' "Utopia", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/503602
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Leseprobe aus  16  Seiten
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