Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Pommerschen Kunstschrank vor dem Hintergrund der Epoche der Renaissance. Im weiteren Verlauf erfolgt eine Beschreibung und Ikonographie des geschlossenen Schrankes als auch bei geöffneten Türen.
Die Renaissance (um 1420 bis 1600) ist als Epoche nach dem Mittelalter und als Beginn der Neuzeit einzuordnen und steht eng mit dem Humanismus in Verbindung. Anfänglich entwickelte sie sich In Italien (Rinascimento), in der Stadt Florenz. Sie breitete sich bis zum Jahr 1500 immer weiter in Europa, auch bis nach Deutschland aus. Dort entwickelte sich die Renaissance, mit Künstlern wie Albrecht Dürer, zeitgleich mit der 1517 eingeleiteten Reformation, wobei sich beide Bewegungen gegenseitig förderten.
Die Renaissance brachte weitreichende Veränderungen mit sich, welche sich sowohl in der Kunst, als auch in der gemeinen Gesellschaft auswirkten. In Deutschland war Augsburg zu dieser Zeit ein großes Zentrum für Kunsthandwerk und belieferte Fürsten und hohe Persönlichkeiten in ganz Europa.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Epoche der Renaissance
2. Kunst und Wunderkammern
3. Philipp Hainhofer
4. Herzog Philipp II. Von Pommern-Stettin
5. Der Pommersche Kunstschrank
5.1 Beschreibung und Ikonographie des geschlossenen Schrankes
5.2 Beschreibung und Ikonographie bei geöffneten Türen
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Pommerschen Kunstschrank als zentrales Artefakt der Renaissance, das sowohl als kunsthandwerkliches Meisterwerk als auch als philosophisches Abbild der damaligen Weltordnung fungiert. Ziel ist es, die Verbindung zwischen wissenschaftlichem Fortschritt, künstlerischer Allegorie und fürstlichem Repräsentationsbedürfnis zu beleuchten.
- Die geistesgeschichtliche Einordnung der Renaissance
- Die Funktion und Kategorisierung von Kunst- und Wunderkammern
- Die Rolle von Philipp Hainhofer als Konzeptionist und Kunstvermittler
- Die ikonographische Analyse der materiellen und allegorischen Ausgestaltung des Kunstschranks
Auszug aus dem Buch
5.1 Beschreibung und Ikonographie des geschlossenen Schrankes
Der Kunstschrank war 1,15 Meter breit und 1,36 Meter hoch. Er war aus Ebenholz gefertigt und mit Silber, Gold, verschiedenen Edelsteinen und Elfenbein besetzt. Im Inneren bestand er aus Palisander, Rosen- und Ebenholz und rotem Leder.
Der Schrank hat einen nahezu architektonischen Aufbau und kann in drei Teile untergliedert werden. Den Körper bildet ein großer rechteckiger Teil, welcher auf vier vergoldeten Greifenfiguren zu ruhen scheint, welche jeweils das Wappen der Herzogin und des Herzogs in den Klauen halten. Darauf sitzt ein kleines Mittelstück, welches dadurch einen kleinen Sims auf dem Größeren Teil des Schrankes bildet. Auf dieses ist noch ein Aufsatz angebracht, auf welchem an der Spitze eine Figur thront.
Über den Greifenfiguren beginnt der Schrank mit einer heraustretenden Wölbung, welche horizontal verlaufend mit floralen Silbermotiven besetzt ist. Darüber verläuft ebenfalls horizontal ein weiteres silber verziertes Band, in welchem in Silber gefasst mehrere bemalte Edelsteine zu sehen sind.
Der untere und größte Teil des Schrankes hat an Vorder- und Rückseite jeweils 2 Türen und auf den schmaleren Seiten jeweils eine einzelne. Diese sind jeweils mit floralen Motiven ausgeschmückt und zeigen Relieffiguren, welche in ein Oval eingefasst sind. Die Figuren stellen die Personifikation von 6 der 7 freien Künste mit den jeweiligen Attributen dar, welche von vielfältigen, geschwungenen Verzierungen eingefasst sind. In diesen Schwüngen zeigen sich außerdem immer wider Tierköpfe mit weit aufgerissenen Mäulern. Bei der Betrachtung der Figuren fällt auf, dass die Kunst der Musik erst an einer anderen Stelle des Schrankes auftaucht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Epoche der Renaissance: Ein Abriss über die historische und kulturelle Ära, die sich durch Humanismus, Rückbesinnung auf die Antike und das Ideal des "uomo universale" auszeichnet.
2. Kunst und Wunderkammern: Erläuterung der Bedeutung von Sammlungen für das Streben der Fürsten nach Wissen und Repräsentation sowie die Einteilung in Artificialia, Naturalia, Scientifica und Exotica.
3. Philipp Hainhofer: Porträt des Augsburger Staatsmanns und Kunstkenners, der als maßgeblicher Konzeptionist für die bedeutendsten Kunstschränke seiner Zeit agierte.
4. Herzog Philipp II. Von Pommern-Stettin: Vorstellung des Auftraggebers, dessen wissenschaftliche Interessen und Sammelleidenschaft zur Entstehung des Pommerschen Kunstschranks führten.
5. Der Pommersche Kunstschrank: Detaillierte Untersuchung des Prunkmöbels in Bezug auf seinen Entstehungsprozess, seine Materialität und seine historische sowie kunstgeschichtliche Einordnung.
5.1 Beschreibung und Ikonographie des geschlossenen Schrankes: Beschreibung des architektonischen Aufbaus und der allegorischen Figurendarstellungen im geschlossenen Zustand.
5.2 Beschreibung und Ikonographie bei geöffneten Türen: Analyse des komplexen Innenlebens und der darin verwahrten wissenschaftlichen Instrumente und künstlerischen Darstellungen.
6. Fazit: Zusammenführende Betrachtung des Schrankes als Verbindung von Kunsthandwerk und Weltverständnis der Renaissance.
Schlüsselwörter
Pommerscher Kunstschrank, Renaissance, Philipp Hainhofer, Kunstkammer, Wunderkammer, Allegorie, Ikonographie, Augsburger Kunsthandwerk, Naturalia, Artificialia, Wissenschaft, Uomo universale, Herzog Philipp II., Prunkmöbel, Humanismus.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptthema der Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung, der symbolischen Bedeutung und dem kulturellen Kontext des Pommerschen Kunstschranks im 17. Jahrhundert.
Welche Rolle spielt Philipp Hainhofer?
Philipp Hainhofer war ein gelehrter Staatsmann aus Augsburg, der als Kopf hinter der Konzeption, Materialbeschaffung und organisatorischen Umsetzung dieses Meisterwerks fungierte.
Warum wurde der Kunstschrank geschaffen?
Er diente als repräsentatives Prunkmöbel zur Zurschaustellung der Gelehrtheit und des Kunstverständnisses des Herzogs Philipp II. von Pommern-Stettin innerhalb seiner Kunstkammer.
Welche methodischen Schwerpunkte setzt der Autor?
Die Arbeit nutzt kunsthistorische Beschreibungen und eine ikonographische Analyse, um die allegorischen Bedeutungen der gestalterischen Elemente des Schranks zu entschlüsseln.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung der Renaissance, die Bedeutung der Kunstkammern, die Person Hainhofers und die detaillierte Untersuchung des Schranks, inklusive seiner äußeren Gestaltung und seines reichhaltigen Inhalts.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Kunstschrank, Renaissance, Allegorie, Wissenschaft, Kunsthandwerk und Sammlertum.
Welche Bedeutung kommt der Musik am Schrank zu?
Die Kunst der Musik wird durch Statuetten der Musen besonders hervorgehoben und auf eine eigene, herausragende Stufe gestellt, da sie im unteren Teil der freien Künste nicht integriert war.
Wie verhielt sich der Wert des Schranks während der Herstellung?
Der Wert stieg im Laufe der siebenjährigen Arbeit von anfangs kalkulierten 100 Gulden auf letztlich 30.000 Gulden an, was auf die zunehmende Komplexität und den Umfang des Projekts hindeutet.
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- Elias Hackenberg (Author), 2019, Der Pommersche Kunstschrank. Ein Meisterwerk der Renaissance, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/503629