Kaffee ist ein Naturprodukt und dessen Ernten können je nach Umweltbedingungen unterschiedlich ausfallen. Die Marktteilnehmer streben danach, diese nicht vorhersehbaren Einflüsse auszugleichen. Eine Möglichkeit der Risikobegrenzung ist der Handel an Warenterminbörsen. Das Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die Finanzinstrumente, die dabei eingesetzt werden, zu geben.
Es werden vor allem Maßnahmen zur Risikominderung des Preisrisikos betrachtet. Politische- und weitere ökonomische Risiken werden in dieser Arbeit zurückgestellt. Der Bezug zum Rohkaffee soll dabei stets spürbar bleiben. Es wird ausschließlich auf die börsengehandelten Finanzinstrumente eingegangen und nicht auf die wenig standardisierten OTC (Over The Counter) Geschäfte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Grundlagen
2.1. Soft Commodities
2.2. Entwicklung des Commodity Marktes
2.3. Börsen im Kaffeehandel
3. Kaffeehandel
3.1. Marktüberblick
3.2. Kaffeepreis
3.3. Börsenhandel zur Absicherung
4. Finanzinstrumente
4.1. Futures
4.2. Optionen
4.3. Varianten der Order und Sicherheiten
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über börsengehandelte Finanzinstrumente zu geben, die zur Minderung des Preisrisikos im internationalen Rohkaffeehandel eingesetzt werden, wobei der Fokus auf dem Hedging durch Futures und Optionen liegt.
- Struktur und Organisation des globalen Kaffeehandels
- Bedeutung der Rohstoffbörsen für die Preisfindung
- Funktionsweise und Anwendung von Futures zur Risikominimierung
- Einsatzmöglichkeiten von Optionen im Kaffeehandel
- Bedeutung von Spekulation und Liquidität an den Commodity-Märkten
Auszug aus dem Buch
3.3. Börsenhandel zur Absicherung
Welche Finanzinstrumente werden konkret an der Börse eingesetzt, um Absicherung oder Spekulation mit Gewinnabsicht zu erreichen? Der Bedarf solcher Finanzinstrumente ergibt sich aus der Absicht von Händlern und Bauern ihre Preise abzusichern. Seit ca. 1970 steigt auch das Bedürfnis der Investoren Commodities in ihren Portfolios aufzunehmen. Zudem drängen Spekulanten auf den Markt, die aufsteigende oder fallende Kurse wetten wollen. Dadurch werden sie zum einen dem Vorwurf der Preistreiberei ausgesetzt, zum anderen bringen sie aber Liquidität in den Markt und sorgen somit für einfache Handelbarkeit, da Käufer und Verkäufer jederzeit am Markt verfügbar sind. Es folgt ein Überblick über den Anteil der Marktteilnehmer, die Futures zum Zwecke der Absicherung handeln und derer die mit Gewinnabsicht handeln.
Anhand dieser Grafik der Markteilnehmer lässt sich erkennen, dass die Spekulanten (hier: large Trader) zwingend notwendig für die Händler mit der Bestrebung nach einer Absicherung der Position (hier: Commercial Hedger) sind. So wird die nötige Liquidität in den Markt gebracht. Die Gegenposition der Commercial Hedger kann nur gewährleistet werden, wenn die großen Händler Ihre Spekulation mit Futures durchführen dürfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Diese Einleitung stellt die historische Entwicklung und die Bedeutung des Kaffeehandels dar und definiert den Fokus auf börsengehandelte Finanzinstrumente zur Risikominimierung.
2. Grundlagen: Hier werden die Begrifflichkeiten rund um Soft Commodities, die Entwicklung des Commodity-Marktes sowie die zentralen Handelsbörsen für Kaffee erläutert.
3. Kaffeehandel: Dieses Kapitel gibt einen Marktüberblick, analysiert die Einflussfaktoren auf den Kaffeepreis und erläutert die Rolle des Börsenhandels für die Absicherung der Akteure.
4. Finanzinstrumente: Der Abschnitt detailliert die Funktionsweise von Futures und Optionen sowie die verschiedenen Order-Varianten und Sicherheitsanforderungen beim Börsenhandel.
5. Zusammenfassung: Abschließend werden die Verflechtungen zwischen Finanzmärkten und Rohstoffhandel sowie zukünftige Trends wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit reflektiert.
Schlüsselwörter
Rohkaffee, Soft Commodities, Terminbörse, Futures, Optionen, Hedging, Preisrisiko, Marktliquidität, Spekulation, Coffee C, Arabica, Robusta, Preisvolatilität, Finanzinstrumente, Risikomanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den internationalen Handel mit Rohkaffee und zeigt auf, wie Unternehmen durch börsengehandelte Finanzinstrumente ihr Preisrisiko absichern können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Organisation des Kaffeehandels, der Funktionsweise von Warenterminbörsen sowie dem Einsatz von Futures und Optionen als Instrumente des Risikomanagements.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über die eingesetzten Finanzinstrumente zur Minderung des Preisrisikos im Rohkaffeegeschäft zu geben und deren Wirkungsweise zu erklären.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Analyse sowie eine beispielbasierte Herleitung, um die Absicherungseffekte (Hedging) von Finanzinstrumenten transparent zu machen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Grundlagen der Commodities, den Spezifika des Kaffeehandels, der Funktionsweise von Futures-Kontrakten und Optionen sowie den technischen Aspekten der Order-Platzierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Hedging, Soft Commodities, Rohkaffee, Terminbörsen, Futures und Preisrisiko.
Warum sind Spekulanten für den Kaffeehandel wichtig?
Spekulanten bringen notwendige Liquidität in den Markt, was es den kommerziellen Akteuren (Hedgern) ermöglicht, ihre Positionen jederzeit abzusichern oder aufzulösen.
Welchen Einfluss haben Coffee C Futures auf den Markt?
Sie dienen als wichtiges Instrument der Preisfindung und ermöglichen den Produzenten und Händlern eine Absicherung gegen Preisschwankungen durch festgelegte Standards.
Wie unterscheidet sich der Handel von Arabica und Robusta?
Die Kontrakte unterscheiden sich unter anderem in den Handelsbezeichnungen, der Kontraktmenge (37.500 Pfund bei Arabica gegenüber 10 MT bei Robusta) und den lieferbaren Qualitäten.
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- Bastian Dehmel (Author), 2019, Instrumente zur Minderung des Preisrisikos an der Börse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/503636