Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der Boulevardisierung im Journalismus, insbesondere im Sportjournalismus. Den Begriff der Boulevardisierung gibt es noch nicht so lange, er wurde erst in den 80er Jahren als Beschreibung eines Phänomens in der medialen Berichterstattung geprägt.
Wir werden die Merkmale dieses Phänomens in unserer Arbeit beschreiben und versuchen, die Gründe für den Erfolg des Konzepts der Boulevardisierung beim Konsumenten zu finden. Außerdem soll diese Arbeit dazu dienen, dem Medienkonsumenten, dem die Merkmale des populären Journalismus durch Gewöhnung selbstverständlich geworden sind, Mechanismen der populären Medien bewusst zu machen. Dies soll auch zu einer Sensibilisierung für die eventuell bestehenden Gefahren der „Boulevardisierungswelle“ in Presse und Fernsehen führen.
Um dem Phänomen der Boulevardisierung im Sport auf den Grund zu gehen, bedarf es zuerst einer ausführlichen Definition des Begriffs Boulevard.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie und Praxis
2.1. Regeln für einen fairen Journalismus
3. Boulevard/Boulevardpresse/Boulevardisierung
3.1. Definition: Boulevard
3.2. Definition: Boulevardpresse
3.3. Was ist Boulevardisierung?
4. Merkmale der Boulevardisierung
4.1. Sprachlich/stilistische Merkmale
4.2. Optische Merkmale
4.3. Inhaltliche Merkmale
4.4. Merkmale der Titelseite und Schlagzeile
5. Die Geschichte der Bild-Zeitung
6. Wie viele Leser hat die Bild?
7. Gründe für den Kauf einer Bild-Zeitung
7.1. Der psychologische Wirkungsgrund von Boulevard
8. Gefahr und Macht der Bild-Zeitung und des Boulevardjournalismus
9. Beispiele falscher Berichterstattung
9.1. Der Fall Maik Hauke
9.2. Der Fall Gudrun Staeb
9.3. Der Fall Ulla Jelpke
9.4. Der Fall Jürgen Trittin
9.4.1. Panne oder Manipulation? Was Bild zum Vorfall meinte
10. Skandalöse Enthüllungen durch Günther Wallraff
11. Die große Bild-Familie
12. Sind wir für Wahrheiten der Bild empfänglich?
12.1. Polarisierung
12.2. „Bild dir deine Meinung!“
12.3. Agenda Setting
13. Positiv bemerkt
14. Zitate zu Bild
15. Zusammenspiel zwischen Prominenten und Boulevardberichterstattung insbesondere in der Bild
15.1. Symbiose und deren Gefahren, der Star im Boulevard
15.2. Fazit
16. Was tun Sportler für Publicity?
16.1. Beispiel Oliver Kahn
17. Geltungsbedürfnis und Inszenierungszwang?
17.1. Beispiel Francesco Totti
17.2. Aufmerksamkeit um jeden Preis
18. Zunehmende Boulevardisierung Fernsehsportberichterstattung, insbesondere im Profifussball
18.1. Kostenexplosion der TV-Rechte im internationalen Vergleich
19. Boulevardberichterstattung durch die Bild-Zeitung am Beispiel Torwartduells Kahn/Lehmann
20. Persönliche Bemerkungen und Kritik
21. Weblinks
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Phänomen der Boulevardisierung im Journalismus mit einem besonderen Fokus auf die Sportberichterstattung. Das primäre Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, durch die populäre Medien wie die Bild-Zeitung die öffentliche Meinung beeinflussen, und den Leser für die Gefahren einer emotionalisierten, wahrheitsverzerrenden Berichterstattung zu sensibilisieren.
- Merkmale und Definitionen von Boulevardisierung
- Die Macht und Einflussnahme der Bild-Zeitung
- Psychologische Hintergründe der Boulevard-Rezeption
- Wechselspiel zwischen Prominenten, Sportlern und Medien
- Folgen der Boulevardisierung für journalistische Standards
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung:
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der Boulevardisierung im Journalismus, insbesondere im Sportjournalismus. Den Begriff der Boulevardisierung gibt es noch nicht so lange, er wurde erst in den 80er Jahren als Beschreibung eines Phänomens in der medialen Berichterstattung geprägt.
Wir werden die Merkmale dieses Phänomens in unserer Arbeit beschreiben und versuchen, die Gründe für den Erfolg des Konzepts der Boulevardisierung beim Konsumenten zu finden. Außerdem soll diese Arbeit dazu dienen, dem Medienkonsumenten, dem die Merkmale des populären Journalismus durch Gewöhnung selbstverständlich geworden sind, Mechanismen der populären Medien bewusst zu machen. Dies soll auch zu einer Sensibilisierung für die eventuell bestehenden Gefahren der „Boulevardisierungswelle“ in Presse und Fernsehen führen.
Um dem Phänomen der Boulevardisierung im Sport auf den Grund zu gehen, bedarf es zuerst einer ausführlichen Definition des Begriffs Boulevard.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema Boulevardisierung und die Zielsetzung der Untersuchung.
2. Theorie und Praxis: Analyse der journalistischen Berufsethik anhand des Pressekodex im Vergleich zur journalistischen Realität.
3. Boulevard/Boulevardpresse/Boulevardisierung: Begriffsdefinitionen der zentralen Konzepte.
4. Merkmale der Boulevardisierung: Detaillierte Darstellung der sprachlichen, optischen und inhaltlichen Kennzeichen boulevardisierter Berichterstattung.
5. Die Geschichte der Bild-Zeitung: Historischer Abriss der Entwicklung des führenden Boulevardmediums in Deutschland.
6. Wie viele Leser hat die Bild?: Untersuchung zur Reichweite und dem paradoxen Konsumverhalten der Leser.
7. Gründe für den Kauf einer Bild-Zeitung: Erörterung der funktionalen und psychologischen Faktoren, die den Erfolg der Boulevardpresse erklären.
8. Gefahr und Macht der Bild-Zeitung und des Boulevardjournalismus: Diskussion über die politische und gesellschaftliche Einflussnahme.
9. Beispiele falscher Berichterstattung: Fallstudien zu Fehlleistungen in der journalistischen Sorgfaltspflicht.
10. Skandalöse Enthüllungen durch Günther Wallraff: Aufarbeitung der deckungsaufdeckenden Arbeit von Wallraff im Springer-Verlag.
11. Die große Bild-Familie: Überblick über das Medienimperium und die internationale Strategie.
12. Sind wir für Wahrheiten der Bild empfänglich?: Reflexion über die psychologische Manipulierbarkeit und Mechanismen wie Agenda Setting.
13. Positiv bemerkt: Kurze Betrachtung der handwerklichen Leistungen und des Informationsvorsprungs der Redaktion.
14. Zitate zu Bild: Zusammenstellung kritischer und reflektierender Aussagen prominenter Persönlichkeiten.
15. Zusammenspiel zwischen Prominenten und Boulevardberichterstattung insbesondere in der Bild: Analyse der Symbiose zwischen Stars und Boulevardmedien.
16. Was tun Sportler für Publicity?: Untersuchung der Selbstinszenierung von Sportlern.
17. Geltungsbedürfnis und Inszenierungszwang?: Erforschung der Motive hinter exzentrischem Verhalten von Athleten.
18. Zunehmende Boulevardisierung Fernsehsportberichterstattung, insbesondere im Profifussball: Untersuchung des Sport-Show-Geschäfts und der Kostenexplosion.
19. Boulevardberichterstattung durch die Bild-Zeitung am Beispiel Torwartduells Kahn/Lehmann: Praktische Fallstudie zur konstruierten Berichterstattung.
20. Persönliche Bemerkungen und Kritik: Abschließende persönliche Reflexion der Autoren über die Auswirkungen auf Medienopfer.
21. Weblinks: Verweise auf vertiefende Online-Quellen.
Schlüsselwörter
Boulevardisierung, Bild-Zeitung, Journalismus, Sportjournalismus, Medienmanipulation, Soft News, Pressekodex, Agenda Setting, Inszenierung, Prominente, Persönlichkeitsrechte, Medienkritik, Sensationspresse, Sportmedien, Wahrheitsgehalt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Phänomen der Boulevardisierung im Journalismus und beleuchtet kritisch, wie populäre Medien – allen voran die Bild-Zeitung – die Berichterstattung zugunsten von Unterhaltung und Sensation verzerren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Mittelpunkt stehen die Merkmale der Boulevardisierung, die Macht der Bild-Zeitung, die psychologischen Hintergründe der Rezeption, das Zusammenspiel zwischen Medien und Prominenten sowie die Auswirkungen auf den Sportjournalismus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Mechanismen der Boulevardpresse transparent zu machen, um den Medienkonsumenten für eine kritische Distanz gegenüber vorgefertigten Meinungen und zweifelhaften Berichterstattungspraktiken zu sensibilisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch den Pressekodex sowie einer qualitativ-analytischen Auswertung anhand von Fallbeispielen, Quellenstudien und der Analyse medialer Inszenierungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Boulevardisierung, die historische Entwicklung der Bild-Zeitung, psychologische Wirkungsanalysen sowie spezifische Fallstudien zu Fehlberichterstattungen und der Boulevardisierung des Profisports.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Boulevardisierung, Medienmanipulation, journalistische Standards, Agenda Setting, Persönlichkeitsrechte und Sportberichterstattung.
Wie bewerten die Autoren die Rolle der Bild-Zeitung im Sport?
Sie kritisieren, dass die Bild-Zeitung Sportler durch ständige Beobachtung unter massiven Druck setzt und deren Privatleben instrumentalisiert, um Geschichten zu verkaufen, wobei sie sowohl als "Stilbildner" als auch als "Zerstörer" von Karrieren agiert.
Was ist das Ergebnis der Analyse zum Torwartduell Kahn/Lehmann?
Die Analyse verdeutlicht, dass die Bild-Zeitung durch selektive Fotoauswahl und sinnentstellende Bildunterzeilen einen Konflikt künstlich aufbauscht, um eine spannungsgeladene Geschichte zu inszenieren, die mit der tatsächlichen Realität wenig zu tun hat.
Wie gehen die Autoren mit den psychologischen Aspekten um?
Sie erläutern, dass das Interesse an Skandalen und Privatem tief in menschlichen Trieben wie Neugier, Neid und Schadenfreude verwurzelt ist, was die Boulevardpresse gezielt ausnutzt, um Konsumenten an sich zu binden.
- Quote paper
- Julian Borghardt (Author), 2005, Boulevardisierung im Journalismus und Sportjournalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50363