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Die Kunst des Entscheidens. Warum weniger manchmal mehr ist

Der Einfluss zunehmender Möglichkeiten auf das menschliche Entscheidungsverhalten und die Lebenszufriedenheit

Título: Die Kunst des Entscheidens. Warum weniger manchmal mehr ist

Tesis (Bachelor) , 2018 , 62 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Josefine Rother (Autor)

Psicología - Psicología cognitiva
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Die Studie gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum Einfluss immer wachsender Möglichkeiten im Zuge einer Multioptionsgesellschaft auf das menschliche Entscheidungsverhalten und die Lebenszufriedenheit.

"In zweifelhaften Fällen entscheide man sich für das Richtige." (Karl Kraus) Doch was ist das Richtige? In einer Gesellschaft, die sich durch ihre Komplexität, Schnelllebigkeit moderner Informationssysteme, Globalisierung und Entscheidungsvielfalt aufgrund immer wachsender, nahezu endloser Möglichkeiten auszeichnet, scheint es sich für das "Richtige" zu entscheiden, gar nicht so einfach. Denn wer die Wahl hat, hat bekanntlich auch die Qual. Verhaltensforscher haben herausgefunden, dass wir Menschen jeden Tag 20.000 Entscheidungen treffen. Bei acht Stunden Schlaf am Tag wären das 1.250 Entscheidungen pro Stunde und über 20 Entscheidungen pro Minute, also ungefähr eine Entscheidung alle drei Sekunden.1 Es fängt schon morgens mit dem Klingeln des Weckers an, sofort aufstehen oder noch 5 Minuten Dämmerschlaf? Kaffee oder Tee? Brot oder Brötchen? Wurst oder Käse? Nutella oder Marmelade? Duschen oder nicht? Kleidung? Auto oder Bus? Bevor wir überhaupt richtig wach sind, werden wir mit unzähligen Entscheidungsfragen konfrontiert. Noch nie konnten Menschen so viel wählen. Kein Wunder, dass es manchmal schwierig ist den Überblick zu behalten und das Leben für den einen oder anderen einem ständigen Herumirren in einem Dschungel schier unbegrenzter Möglichkeiten gleicht.

Für die Studie wurde eine systematische Recherche in psychologischen sieben Datenbanken (Google Scholar, Scopus, Researchgate, PsychSpider, PsyArticles, PubMed und PubPsych.) durchgeführt. Es werden 38 Publikationen in die Analyse eingeschlossen. Die Lebenszufriedenheit wird überwiegend mittels der Satisfaction with Life Scale (SWLS) erfasst, das Entscheidungsverhalten über verschiedene Fragebögen. Insgesamt berichten fünfzehn Studien über den Einfluss von Optionsvielfalt auf das Entscheidungsverhalten und dreizehn über den Einfluss von Optionsvielfalt auf die Lebenszufriedenheit. Acht Studien beschäftigen sich mit mindestens einem untersuchten Konstrukt. Insgesamt werden ausschließlich negative Effekte auf beide Konstrukte gefunden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. THEORIE

2.1 DIE MULTIOPTIONSGESELLSCHAFT NACH GROSS

2.1.1 Der Steigerungsimperativ und seine Folgen

2.1.2 Der Demographische Wandel der Gesellschaft

2.2 ENTSCHEIDUNG

2.2.1 Entscheidungstheorien

2.2.1.1 Die Nutzentheorie

2.2.1.2 Die Erwartungstheorie (Prospect Theory)

2.2.1.3 Option

2.2.1.4 Ereignis

2.2.1.5 Konsequenz:

2.2.1.6 Attribut

2.2.1.7 Ziele

2.2.1.8 Gründe

2.2.2 Entscheidungstypen nach Schwartz

2.2.2.1 „Maximizer“, „Der Maximierer“

2.2.2.2 „Satisficer“, „Der Genügsame“

2.2.3 Problemkontext Entscheidung und Multioption

2.2.3.1 „Information Overload“ & Entscheidungsparalyse

2.2.3.2 „Paradox of Choice“

2.3 LEBENSZUFRIEDENHEIT

2.3.1 Problemkontext Lebenszufriedenheit und Multioption

2.3.1.1 Tyrannei der Freiheit / Das Freiheitsparadox

2.3.2 MESSUNG DER LEBENSZUFRIEDENHEIT

3. FRAGESTELLUNGEN

4. METHODIK

5. ERGEBNISSE

5.1 ZUSAMMENHANG OPTIONSVIELFALT & ENTSCHEIDUNGSVERHALTEN

5.2 ZUSAMMENHANG OPTIONSVIELFALT & LEBENSZUFRIEDENHEIT

5.3 ERGÄNZENDE ERGEBNISSE

6. DISKUSSION

6.1 INTERPRETATION DER BEOBACHTETEN ERGEBNISSE UND EIGENE STELLUNGNAHME

6.2 KRITISCHE WÜRDIGUNG UND EMPFEHLUNGEN FÜR FORSCHUNG

7. QUELLEN/LITERATURVERZEICHNIS

7. ANHANG

A STUDIEN

B ABBILDUNGEN

Zielsetzung & Forschungsthemen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, den aktuellen Forschungsstand zum Einfluss der wachsenden Möglichkeiten in einer modernen Multioptionsgesellschaft auf das Entscheidungsverhalten und die Lebenszufriedenheit darzustellen und kritisch zu analysieren. Dabei wird untersucht, ob sich die Zunahme an Optionen negativ auf das menschliche Wohlbefinden und die Qualität der Entscheidungsfindung auswirkt.

  • Die Auswirkungen zunehmender Wahlmöglichkeiten auf das menschliche Entscheidungsverhalten.
  • Die Korrelation zwischen Optionsvielfalt und der subjektiven Lebenszufriedenheit.
  • Die psychologischen Faktoren wie Entscheidungsparalyse, Opportunitätskosten und Reue in Entscheidungsprozessen.
  • Die Identifikation der verschiedenen Entscheidungstypen nach Barry Schwartz (Maximierer vs. Genügsame).

Auszug aus dem Buch

2.2.3.1 „Information Overload“ & Entscheidungsparalyse

Im Zeitalter des Internets, in dem man so gut wie immer und überall auf nahezu eine endlose Vielfalt an Informationen zugreifen kann, gewinnt der Begriff „Information Overload“ zunehmend an Bedeutung. Der Begriff „Information Overload“ kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie, Informationsüberfluss. Bezogen auf die Multioptionsgesellschaft bedeutet das, dass je mehr Wahlmöglichkeiten zur Auswahl stehen, desto mehr Informationen eingeholt, verarbeitet und bewertet werden müssen, um eine Entscheidung treffen zu können. Jedoch kann all das Recherchieren, Prüfen und Abwägen auch sehr ermüdend sein. Hierbei wird von der Entscheidungsparalyse gesprochen, bei der immer weiter nach neuen Erkenntnissen gesucht wird und Details verglichen werden, bis eine Endlosspirale entsteht. Das Hauptproblem ist dabei, dass der Mensch gar nicht in der Lage ist, so viele Informationen gleichzeitig aufzunehmen oder gar zu verarbeiten und bewerten. Der US-amerikanische Psychologe George Armitage Miller veröffentlichte schon 1956 eine Untersuchung darüber, welche Menge an Informationseinheiten ein Mensch gleichzeitig verarbeiten kann und fand heraus, dass es 7+/- 2 Einheiten sind. Seither gibt es Millers magische Zahl 7.

Und wie reagieren die Menschen darauf? Indem sie Zeit schinden und ihre Entscheidung (noch) nicht treffen bzw. verschieben, um etwaige Konsequenzen zu meiden. Dabei wird häufig vergessen, dass sich manche Dinge aber eben nicht besser entwickeln, wenn man sie hinauszögert, sondern eventuell immer schlimmer und die Entscheidungen immer schwerer fallen können. Des Weiteren, können sich Türen, die wir uns versuchen wollen offenzuhalten, um noch weitere Fakten zu sammeln, -die am Ende womöglich doch keine spürbaren Auswirkungen auf die Qualität der Wahl haben,- auch wieder schließen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Führt in die Problematik einer Gesellschaft ein, die durch eine unbegrenzte Optionsvielfalt geprägt ist, und stellt die Kernfrage nach den Auswirkungen auf das menschliche Handeln.

2. THEORIE: Erläutert die soziologischen und psychologischen Grundlagen der Multioptionsgesellschaft sowie Theorien zu Entscheidungstypen und dem Konstrukt der Lebenszufriedenheit.

3. FRAGESTELLUNGEN: Formuliert die zentralen Hypothesen der Arbeit hinsichtlich der negativen Einflüsse von Optionsvielfalt auf Entscheidungsverhalten und Lebenszufriedenheit.

4. METHODIK: Beschreibt das Vorgehen der systematischen Literaturrecherche in sieben psychologischen Datenbanken zur Identifikation relevanter Studien.

5. ERGEBNISSE: Präsentiert die empirischen Befunde aus den 38 ausgewerteten Publikationen zum Zusammenhang von Optionsvielfalt, Entscheidungsverhalten und Lebenszufriedenheit.

6. DISKUSSION: Reflektiert die gefundenen Ergebnisse kritisch, verknüpft sie mit der Theorie und gibt Ausblicke für zukünftige Forschungsansätze.

Schlüsselwörter

Multioptionsgesellschaft, Entscheidungsverhalten, Lebenszufriedenheit, Entscheidungsparalyse, Paradox of Choice, Maximierer, Satisficer, Information Overload, Opportunitätskosten, Entscheidungsfindung, psychologische Determinanten, Wahlfreiheit, Konsumgesellschaft, kognitive Überlastung, Wohlbefinden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss einer stetig wachsenden Anzahl an Wahlmöglichkeiten, wie sie für unsere heutige Gesellschaft typisch ist, auf das menschliche Entscheidungsverhalten und die empfundene Lebenszufriedenheit.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind die sogenannte Multioptionsgesellschaft, verschiedene Entscheidungstheorien, Entscheidungstypen (Maximierer vs. Genügsame), die psychologischen Phänomene des „Information Overload“ und des „Paradox of Choice“ sowie die Messung von Lebenszufriedenheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu klären, ob zunehmende Möglichkeiten einen negativen Einfluss auf das menschliche Entscheidungsverhalten sowie die subjektive Lebenszufriedenheit ausüben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine systematische Übersichtsarbeit (Systematic Review) durchgeführt, bei der 38 relevante Publikationen aus verschiedenen psychologischen und ökonomischen Datenbanken seit 1990 analysiert wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe Multioption, Entscheidung und Lebenszufriedenheit sowie eine detaillierte Ergebnisanalyse von empirischen Studien, die diese Konstrukte untersucht haben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Multioptionsgesellschaft, Entscheidungsverhalten, Lebenszufriedenheit, Paradox of Choice und Entscheidungsparalyse.

Warum leiden Maximierer stärker unter vielen Optionen?

Maximierer streben stets nach dem „absolut Besten“. Bei einer Vielzahl an Optionen steigt für sie der kognitive Aufwand und das Risiko von Reue und Zweifeln, was zu einer geringeren Zufriedenheit führt, selbst wenn sie objektiv das beste Ergebnis erzielen.

Welche Rolle spielt die „Millersche Zahl“ in dieser Arbeit?

Sie wird genutzt, um zu erklären, warum Menschen bei zu vielen Informationen überfordert sind; da das menschliche Gehirn nur eine begrenzte Kapazität für gleichzeitig zu verarbeitende Informationseinheiten besitzt, führt ein Übermaß zu Entscheidungsparalyse.

Final del extracto de 62 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Kunst des Entscheidens. Warum weniger manchmal mehr ist
Subtítulo
Der Einfluss zunehmender Möglichkeiten auf das menschliche Entscheidungsverhalten und die Lebenszufriedenheit
Universidad
Academy for health and sport
Calificación
1,3
Autor
Josefine Rother (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
62
No. de catálogo
V503737
ISBN (Ebook)
9783346125606
ISBN (Libro)
9783346125613
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bachelorarbeit BA Entscheidung Decision Lebenszufriedenheit Optionsvielfalt moderne Gesellschaft well being
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Josefine Rother (Autor), 2018, Die Kunst des Entscheidens. Warum weniger manchmal mehr ist, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/503737
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