Der Klimawandel und die damit einhergehenden Herausforderungen finden eine zunehmende Bedeutung in den strategischen Entscheidungen von Unternehmen. Dies wird bspw. an der Fortentwicklung der Elektromobilität und einer verstärkten Berücksichtigung der Verwendung erneuerbarer Ressourcen deutlich. Viel mehr wirken sich die zunehmenden ökologischen Effekte auf das Anlegerverhalten aus und beeinflussen auf diese Weise den Kapitalmarkt. Für eine kapitalmarktorientierte Bewertung ergibt sich dadurch folgende Konsequenz: Die Berücksichtigung von ökologischen und ethischen Kriterien in Kapitalanlagen erweitern den Prozess der Vorteilhaftigkeitsbewertung um eine außerökonomische Dimension. Eine vergangenheitsorientierte Betrachtung verdeutlicht den von Kontingenz geprägten Charakter ethischen Verhaltens. Denn Unternehmen sind oftmals im Unklaren, inwiefern ein unethisches Verhalten zu Abstrafungen durch den Markt führen wird.
Eine präzise Schätzung des Marktvolumens für ethische Kapitalanlagen erweist sich besonders durch den nicht einheitlich festgelegten Begriff der ethischen Investitionen und der damit einhergehenden mangelnden Transparenz als schwierig. Nichtsdestotrotz ist ein Trend für den Markt der nachhaltigen Investments zu erkennen, der auf ein starkes Wachstum hindeutet. Eine Studie vom Fachverband Forum nachhaltige Geldanlagen kalkuliert das Marktvolumen 2014 ethischer Investmentfonds im deutschsprachigem Raum auf 50,2 Milliarden Euro, während die Zahl in 2005 noch ca. 6 Milliarden Euro betrug.
Inhaltsverzeichnis
1. Kapitalmarkt und Ethik
2. Ethik aus Sicht der Kapitalmarktteilnehmer
2.1 Der ethische Investor
2.1.1 Historie des ethischen Investierens
2.1.2 Investorenverhalten
2.2 Ethische Investments aus Unternehmenssicht
3. Finanzielle Performance nachhaltiger Investments
3.1 Dimensionen der Performance
3.2 Performance-Maße
3.3 Performance-Measurement in der Fachliteratur
3.3.1 Neutralperformance
3.3.2 Underperformance
3.3.3 Outperformance
4. Ethische Investments versus Konventionelle Anlagen – eine empirische Analyse
4.1 Methodisches Vorgehen
4.1.1 Analyse der Verfahren
4.1.2 Auswahl geeigneter Untersuchungsobjekte
4.2 Risikoadjustierte Performancemessung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die finanzielle Performance von ethischen gegenüber konventionellen Geldanlagen, um zu klären, ob Investitionen unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Kriterien eine finanziell sinnvolle Alternative darstellen. Dabei wird insbesondere der Einfluss des Anlegerverhaltens sowie die Rolle der Unternehmen bei der Umsetzung von CSR-Strategien analysiert.
- Stellung der Ethik im modernen Kapitalmarkt
- Einfluss von Socially Responsible Investments (SRI) auf das Anlegerverhalten
- Corporate Social Responsibility (CSR) als strategischer Faktor für Unternehmen
- Empirischer Vergleich der Performance zwischen dem DJSI World und dem S & P 500
- Risikoadjustierte Analyse von Renditekennzahlen
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Underperformance
Weisen ethische Anlagemöglichkeiten verglichen mit konventionellen Investments schlechtere risikoadjustierte Renditen bzw. schlechtere Risiko-Rendite-Verhältnisse auf, tritt der Fall einer Underperformance ein. Eine solche Underperformance kann auf mehreren Gründen beruhen. Zweifelsohne ist die beschränkte Anzahl von Anlagemöglichkeiten, welche die Diversifizierung des Risikos erschwert, ein bedeutender Aspekt, der zu einer niedrigeren risikoadjustierten Rendite führt. Des Weiteren kann die Identifikation bzw. der Auswahlprozess einer ethischen Anlage zu weiteren Kosten führen, welche diese unrentabel machen können. Nicht zu vernachlässigen ist auch der Ausschluss von unethischen Unternehmen, die bspw. Glücksspiel betreiben bzw. Alkohol, Tabak oder Rüstung produzieren, denn diese erzielen eine signifikante Outperformance im Vergleich zum Markt.
Renneboog et al. (2007) analysieren die Performance ethischer Geldanlagen mithilfe des Jensen Alpha, welches auf dem CAPM-Modell beruht und regionale Ergebnisse liefert. Die empirische Analyse der Autoren liefert negative Werte für das Alpha von SRI-Anlagefonds aus den USA, dem Vereinigten Königreich und Europa, was bedeutet, dass die betrachteten Fonds schlechter abschneiden als ihre konventionellen Gegenstücke, jedoch ist das Ergebnis und somit der Unterschied der beiden Anlagemöglichkeiten insignifikant.
Signifikante Ergebnisse liefern die Autoren erst mit dem French-Fama-Vierfaktoren-Modell, welches zuzüglich zum CAPM-Modell die Faktoren der Marktkapitalisierung, des Buchwert-Marktwert-Verhältnisses und des Momentes betrachtet. Durch das Heranziehen dieser Erweiterung erhalten die Autoren keine signifikanten Resultate für die USA und das Vereinigte Königreich, aber eine empirische Bestätigung für eine starke und deutliche Underperformance von SRI-Fonds in vor allem europäischen Ländern (Belgien, Frankreich, Irland, Norwegen, etc.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Kapitalmarkt und Ethik: Einleitung in die Bedeutung von Klimawandel und Ethik für den Kapitalmarkt sowie Definition der Forschungsfrage.
2. Ethik aus Sicht der Kapitalmarktteilnehmer: Analyse der Beweggründe des ethischen Investors und der strategischen Bedeutung von CSR für Unternehmen.
3. Finanzielle Performance nachhaltiger Investments: Theoretische Herleitung der Performance-Maße und Kategorisierung der Ergebnisse in der Fachliteratur.
4. Ethische Investments versus Konventionelle Anlagen – eine empirische Analyse: Durchführung eines Vergleichs zwischen dem DJSI World und dem S & P 500 anhand risikoadjustierter Kennzahlen.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion der finanziellen Sinnhaftigkeit ethischer Investments.
Schlüsselwörter
Ethisches Investieren, Socially Responsible Investment, SRI, Kapitalmarkt, Performance, Nachhaltigkeit, CSR, Corporate Social Responsibility, DJSI, S & P 500, Sharpe-Ratio, Treynor-Maß, Jensen Alpha, Rendite, Risikoadjustierte Performance
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob ethische Geldanlagen im Vergleich zu konventionellen Anlagen eine konkurrenzfähige finanzielle Performance aufweisen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung ethischer Anlagestrategien, der Rolle von CSR in Unternehmen und der empirischen Messung der Investment-Performance.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Vergleich zwischen ethischen und konventionellen Anlagen transparent darzustellen und wissenschaftlich fundiert zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine empirische Analyse durchgeführt, die auf der Berechnung von risikoadjustierten Performance-Kenngrößen (Sharpe-Ratio, Treynor-Maß, Jensen Alpha) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung des Investorenverhaltens und der CSR-Strategien sowie eine konkrete empirische Untersuchung auf Basis von Indexdaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind SRI, ethisches Investieren, Nachhaltigkeit, finanzielle Performance und risikoadjustierte Rendite.
Wie unterscheidet sich die Performance des DJSI World vom S & P 500?
Die empirische Analyse zeigt eine leichte Underperformance des ethischen Indexes, wobei die Unterschiede zwischen den Portfolios insgesamt als gering einzustufen sind.
Warum spielt die Unternehmenskommunikation bei SRI-Investitionen eine Rolle?
Die Kommunikation unternehmerischer Nachhaltigkeit (CSR) wird immer wichtiger, da Anleger ihr Anlageverhalten verstärkt an ethischen Kriterien ausrichten und eine transparente Berichterstattung fordern.
- Arbeit zitieren
- Adam Liskar (Autor:in), 2018, Die Rolle der Ethik im Investment, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/503740