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Wiedergutmachungsgesetzgebung in der Bundesrepublik Deutschland 1949-1956

Titel: Wiedergutmachungsgesetzgebung in der Bundesrepublik Deutschland 1949-1956

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2001 , 32 Seiten , Note: gut

Autor:in: Eva Grammel (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Einleitung

Betrachtet man die Jüdische Geschichte im Nachkriegsdeutschland, so kommt man nicht umhin, sich mit der Thematik der Wiedergutmachungsgesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland zu beschäftigen. Allerdings muss unterschieden werden zwischen der Gesetzgebung, welche die Regelungen innerhalb Deutschlands betrafen und dem Abkommen über Entschädigungsleistungen zwischen Deutschland und Israel, wobei letzteres in dieser Arbeit von größerer Bedeutung sein wird. Die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland wurde durch die Wiedergutmachung geprägt. Genauer gesagt war sie der Auslöser dafür, dass sich zwischen den beiden Staaten überhaupt ein Dialog entwickeln konnte. Die Verhandlungen zwischen deutschen und israelischen Politikern und die Diskussion auf innenpolitischer Ebene haben auch dazu beigetragen, dass die Gräueltaten des Nationalsozialistischen Systems nicht so leicht aus dem kollektiven Gedächtnis verbannt werden konnten, aber es wäre übertrieben zu sagen, dass die Wiedergutmachungsverhandlungen zu einer ernsthaften Auseinandersetzung in großen Teilen der deutschen Bevölkerung mit der eigenen Vergangenheit geführt hätten.

In dieser Arbeit sollen die unterschiedlichen Aspekte der Problematik der Wiedergutmachung dargestellt werden, das heißt, diese aus deutscher und israelischer Sicht zu beleuchten, aber auch die Reaktionen der jüdischen Bevölkerung in Deutschland sollen hierbei eine Rolle spielen.

Die Motivationen der aktiv Beteiligten auf deutscher und israelischer Seite, die Diskussionen um die Wiedergutmachung voranzutreiben oder zu boykottieren soll ebenfalls als ein zentraler Aspekt behandelt werden. Die Beweggründe reichen von moralischer Verantwortung gegenüber den Opfern bis hin zum pragmatischen politischen Kalkül. Die bei dieser Arbeit verwendete Literatur zeigt, dass gerade die Motivationen einiger Akteure der Wiedergutmachungsverhandlungen äußerst kontrovers diskutiert werden.
[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Wiedergutmachungspläne während des Krieges

1.1. Der deutsche Widerstand und die Wiedergutmachung

1.2. Entschädigungsüberlegungen von jüdischer Seite

1.3. Alliierte Wiedergutmachungspläne vor 1945

2. Wiedergutmachung unter den Alliierten 1945-1949

3. Die Situation zwischen 1949 und 1951

3.1. Israel tritt als neuer Verhandlungspartner auf

3.2. Die deutsche Gesellschaft und die Wiedergutmachung

3.3. Die Haltung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland zur Wiedergutmachung

4. Erste Annäherungen

4.1. Adenauers „Regierungserklärung zur Judenfrage“

4.2. Im Vorfeld der Verhandlungen

5. Aufnahme der Verhandlungen in Wassenaar

5.1. Die erste Phase der Verhandlungen

5.2. Die zweite Phase der Verhandlungen

6. Das Luxemburger Abkommen und seine Ratifizierung

7. Das Bundesentschädigungsgesetz von 1953 und seine Novellierung 1956

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den chronologischen Verlauf der Wiedergutmachungsprozesse in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1945 und 1956, mit besonderem Fokus auf die Entstehung der entsprechenden Gesetzgebung und die Verhandlungen über Entschädigungsleistungen mit dem Staat Israel sowie jüdischen Organisationen.

  • Analyse der frühen Entschädigungspläne und Widerstandsbewegungen während des Zweiten Weltkriegs.
  • Untersuchung der Rolle der Alliierten bei der Etablierung erster Rückerstattungs- und Entschädigungsstrukturen.
  • Darstellung der komplexen Verhandlungen in Wassenaar und des resultierenden Luxemburger Abkommens.
  • Evaluation der öffentlichen Meinung in der deutschen Gesellschaft sowie der Reaktionen innerhalb der jüdischen Bevölkerung.
  • Betrachtung der innenpolitischen Dynamiken bei der Verabschiedung des Bundesentschädigungsgesetzes von 1953 und dessen späterer Novellierung.

Auszug aus dem Buch

3.1. Israel tritt als neuer Verhandlungspartner auf

Bisher wurden die Verhandlungen um die Wiedergutmachung von den Alliierten, hauptsächlich den Amerikanern, den Länderparlamenten, bzw. später der Bundesregierung und den verschiedenen Verfolgtenorganisationen, wobei hier die jüdischen Organisationen die größten waren, geführt. Bis dato vertraten diese jüdischen Organisationen die individuellen Wiedergutmachungsansprüche der überlebenden Juden, denn über einen kollektiven jüdischen Wiedergutmachungsanspruch wurde bis dahin nicht diskutiert. Die Situation änderte sich allerdings mit der Gründung des Staates Israel 1948. Die israelische Regierung sah sich von nun an als Vertreter der jüdischen Interessen in der Entschädigungsdebatte, in die sie allerdings erst 1951 aktiv eingriff. In diesem Jahr wandten sich die Vertreter des Staates an die Alliierten in Deutschland, um ihre Forderungen vorzubringen, bzw. ihre Kritik an den herrschenden Zuständen zu äußern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Wiedergutmachungspläne während des Krieges: Dieses Kapitel thematisiert frühe Entschädigungsüberlegungen des deutschen Widerstands und jüdischer Organisationen bereits während des Zweiten Weltkriegs.

2. Wiedergutmachung unter den Alliierten 1945-1949: Hier wird der Schwerpunkt auf die Rückerstattungsproblematik in den Besatzungszonen und die ersten Hürden bei einer einheitlichen Entschädigungsregelung gelegt.

3. Die Situation zwischen 1949 und 1951: Dieses Kapitel beleuchtet den Eintritt Israels als neuer Akteur sowie die ambivalente Haltung der deutschen und jüdischen Bevölkerung zur Wiedergutmachung.

4. Erste Annäherungen: Die diplomatischen Kontakte und die Regierungserklärung Adenauers stehen hier im Zentrum der Betrachtung.

5. Aufnahme der Verhandlungen in Wassenaar: Das Kapitel beschreibt den Prozess und die Akteure der Verhandlungen in Wassenaar in ihren zwei Phasen.

6. Das Luxemburger Abkommen und seine Ratifizierung: Die Unterzeichnung und die darauffolgende gesetzliche Umsetzung des Abkommens bilden den Inhalt dieses Kapitels.

7. Das Bundesentschädigungsgesetz von 1953 und seine Novellierung 1956: Den Abschluss bildet die Analyse der Verabschiedung des Entschädigungsgesetzes und der notwendigen Korrekturen durch die Gesetzesnovelle.

Schlüsselwörter

Wiedergutmachung, Entschädigung, Bundesrepublik Deutschland, Israel, Luxemburger Abkommen, Claims Conference, Bundesentschädigungsgesetz, Rückerstattung, NS-Vergangenheit, Nahum Goldmann, Konrad Adenauer, Reparationen, jüdische Geschichte, Gesetzgebung, Nachkriegszeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Wiedergutmachungsgesetzgebung in der Bundesrepublik Deutschland im Zeitraum von 1945 bis 1956 und analysiert die Verhandlungsprozesse mit Israel und jüdischen Organisationen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel, die politische Haltung zur Entschädigung, die Rolle von Widerstandsgruppen und jüdischen Organisationen sowie die Herausforderungen bei der Umsetzung materieller Entschädigungsleistungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine chronologische Darstellung und Analyse der innen- und außenpolitischen Verflechtungen des Wiedergutmachungsprozesses, um ein umfassendes Bild der Entschädigungsdebatte dieser Ära zu zeichnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt eine chronologische Vorgehensweise, gestützt auf eine kritische Auswertung von zeitgenössischer Literatur, offiziellen Dokumenten und historischen Statistiken, um die einzelnen Etappen der Gesetzgebung nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die historischen Voraussetzungen während des Krieges, die schwierige Phase unter den Alliierten, die Entwicklung der diplomatischen Verhandlungen ab 1949 sowie die konkrete Ausarbeitung und Verabschiedung der Entschädigungsgesetze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Wiedergutmachung, Luxemburger Abkommen, Entschädigung und Nachkriegsgeschichte charakterisieren.

Warum war das Luxemburger Abkommen ein Präzedenzfall?

Es stellte einen Präzedenzfall dar, da zwei Staaten, die zu diesem Zeitpunkt keine diplomatischen Beziehungen unterhielten und sich gegenseitig nicht anerkannten, ein weitreichendes Reparationsabkommen schlossen.

Welchen Einfluss hatte der Widerstand auf die Wiedergutmachungsdebatte?

Bereits während des Krieges gab es Überlegungen innerhalb deutscher Widerstandskreise, wie etwa dem Kreisauer Kreis, Deutschland zur Entschädigung der Verfolgten zu verpflichten, was den Grundstein für spätere Diskussionen legte.

Wie verhielt sich die deutsche Bevölkerung zur Wiedergutmachung?

Die öffentliche Meinung war gespalten; während einerseits eine moralische Notwendigkeit teilweise anerkannt wurde, gab es andererseits große Vorbehalte gegenüber finanziellen Forderungen und ein tief verwurzeltes Vonsichweisen von Schuld.

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Details

Titel
Wiedergutmachungsgesetzgebung in der Bundesrepublik Deutschland 1949-1956
Hochschule
Universität Potsdam  (Neuere Geschichte)
Note
gut
Autor
Eva Grammel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
32
Katalognummer
V5039
ISBN (eBook)
9783638130714
ISBN (Buch)
9783656246060
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wiedergutmachungsgesetzgebung Bundesrepublik Deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eva Grammel (Autor:in), 2001, Wiedergutmachungsgesetzgebung in der Bundesrepublik Deutschland 1949-1956, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5039
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Leseprobe aus  32  Seiten
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