Neue Formen der Erwerbstätigkeit in einer globalisierten Welt. Risiko der Aushöhlung von Mindeststandards für Arbeit und soziale Sicherung?


Essay, 2019
12 Seiten, Note: Sehr gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Abstract

2. Thema des Artikels

3. Zentrale Fragestellungen

4. Theorien der AutorInnen

5. Hypothesen und Methodik der Hypothesenbehandlung

6. Argumentationslinien

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

9. Rechercheprotokoll

1. Abstract

Die vorliegende, wissenschaftliche Arbeit soll den Artikel „Neue Formen der Erwerbstätigkeit in einer globalisierten Welt: Risiko der Aushöhlung von Mindeststandards für Arbeit und soziale Sicherung?“ von Annette Niederfranke und Malte Drewes kurz und prägnant analysieren und reflektieren. Dabei wird zunächst der Inhalt des Artikels komprimiert wiedergegeben, um ein Basisverständnis für die weiteren Analysepunkte zu schaffen. Anschließend werden die zentralen Fragestellungen klamüsert. Diese geben einen Überblick auf die folgenden angeführten Theorien der AutorInnen. Anknüpfend wird offengelegt, welchen Hypothesen der Artikel zugrunde lag und wie die Herangehensweise der Bearbeitung dieser erfolgte. Zuletzt werden die Argumentationslinien angeführt und um das ganze abzurunden, die Hauptargumente resümiert sowie ein Fazit gezogen.

Abstract (engl.)

This scientific paper is intended to analyse and reflect briefly and concisely on the article by Annette Niederfranke and Malte Drewes entitled "Neue Formen von Erwerbstätigkeit in einer globalisierten Welt: Risiko der Aushöhlung von Mindeststandards für Arbeit und soziale Sicherung?“. First, the content of the article is condensed in order to create a basic understanding for the further points of analysis. Then the central questions are clamoured. These give an overview of the following theories of the authors. The hypotheses underlying the article and how it was approached are then revealed. Finally, the lines of argumentation are cited and, to round them off, the main arguments are summed up and a conclusion drawn.

2. Thema des Artikels

Automatisierung und Digitalisierung werden in der heutigen Zeit nicht nur immer mehr zum Begriff, sondern werden auch mit negativen Auswirkungen wie Arbeitslosigkeit und fehlendem sozialen Schutz verbunden. Die Furcht vor dem Aussterben ganzer Berufszweige führt zur begründeten Infragestellung der Sicherung der eigenen Existenz. Mit dieser Entwicklung und den daraus resultierenden Herausforderungen, sowie der Arbeit in der Plattformökonomie und der zukünftigen Arbeitswelt beschäftigen sich Annette Niederfranke und Malte Drewes in dem Artikel „Neue Formen der Erwerbstätigkeit in einer globalisierten Welt: Risiko der Aushöhlung von Mindeststandards für Arbeit und soziale Sicherung?“. Der Artikel wurde in der Zeitschrift „Sozialer Fortschritt“ im Band 66 des Jahres 2017 vom Verlag Duncker & Humblot in Berlin veröffentlicht.

Themen des Artikels sind zunächst die Veränderungen in der Arbeitswelt in Bezug auf atypische Arbeitsformen mit besonderem Augenmerk auf Teilzeit- und Rufbereitschaft, Leiharbeit, Solo-Selbständigkeit und Arbeit in der Gig Ökonomie. (vgl. ILO, 2016, 22) Anschließend werden demographische Entwicklungen mithilfe von Studien dargestellt. Weiters spielt der technologische Wandel eine außergewöhnliche Rolle, denn die Zahl der Beschäftigten, die im Bereich der Plattformökonomie tätig sind, wächst kontinuierlich. (vgl. Niederfranke und Drewes, 2017, 920ff)

Hieran angeschlossen versuchen sie durch prozentuelle Häufigkeiten anschaulich zu machen, wie verschiedene Arbeitsformen auf bestimmte Länder verteilt sind. Hier werden auch potentielle Motive angegeben, warum welche Personengruppen zu diesen greifen, wobei die Liste der Nachteile als relevanter gesehen wird. (vgl. Niederfranke und Drewes, 2017, 922ff)

Zum Abschluss befassen sie sich mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und deren Ziele, als Wegweiser für die Arbeitswelt von morgen zu fungieren. In diesem Aspekt wird von „guten Ansätzen“ berichtet, allerdings soll es noch keine Lösungen geben. (vgl. Niederfranke und Drewes, 2017, 933f)

3. Zentrale Fragestellungen

Im Rahmen des Artikels wurden Fragen am Anfang des ersten Kapitels aufgestellt, um sie in weiterer Folge zu beantworten beziehungsweise zu erklären. Sie werden als besorgniserregende, drängende Gedanken der Bevölkerung präsentiert. Fragen wie „Stehen wir vor den gleichen Herausforderungen wie Ende des 19. Jahrhunderts im Zuge der Industrialisierung?“ (Niederfranke und Drewes, 2017, 920) werden bis zur späteren Bearbeitung im Raum stehen gelassen. Weiters gehen die AutorInnen der Fragestellung nach, wie fortgeschritten die Durchsetzung der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ist. (vgl. Niederfranke und Drewes, 2017, 920) Außerdem werden folgende Forschungsfragen angeführt: Wie sieht es mit den Normen für Arbeit und sozialer Sicherung international aus? Wie wird die Zeit, in der gearbeitet werden soll, standardisiert werden, wenn Unternehmen (in diesem Fall wird besonders auf CallCenter eingegangen) global agieren? Wie können die Rechte der Arbeitnehmer und -nehmerinnen gewahrt werden und wie wird dies kontrolliert? Zu guter Letzt stellt sich die Frage, warum kleine, idiotische Arbeiten nicht im Zuge einer Mechanisierung von Maschinen übernommen werden, um die Kreativität und Intelligenz von Menschen in vollem Ausmaß für andere Arbeiten nutzen zu können. (vgl. Niederfranke und Drewes, 2017, 920)

Zusätzlich wurden auch andere Fragen angeführt, jedoch gehen Niederfranke und Drewes kaum beziehungsweise unzureichend auf die Bearbeitung dieser ein. Fragen wie „Warum nicht neue Kommunikationsmöglichkeiten einsetzen?“ (Niederfranke und Drewes, 2017, 920) werden in weiterer Folge nicht mehr aufgegriffen. Darüber hinaus bleiben folgende (zum Teil rhetorische) Fragen dito unbeantwortet: Ist eine vernünftige Strukturierung der Arbeitnehmervertretung überhaupt noch möglich und realistisch? Warum sollen Entwicklungs- und Schwellenländer keinen Beitrag zur Wirtschaftskonjunktur leisten können, um auf diese Art noch zusätzlich die Diskrepanz entwickelten Industrien zu minimieren? (vgl. Niederfranke und Drewes, 2017, 920)

Meines Ermessens erfolgte die Beantwortung der Leitfragen des Artikels insuffizient. Gewisse Fragen werden im weiteren Verlauf des Textes aufgeworfen, jedoch nur oberflächlich beschrieben. Hauptsächlich werden dabei die Auswirkungen der Globalisierung, Digitalisierung und Mechanisierung auf die soziale Sicherung dramatisiert, indem die Nachteile aufgezählt und schwerwiegend negativ bewertet werden. Die Auflistung positiver Aspekte ist von geringem Umfang. Für mein Dafürhalten ist die Beantwortung der selbst angeführten Fragen unzureichend und lässt sehr zu wünschen übrig.

Vielmehr wurden neue, atypische Formen der Erwerbstätigkeit ins Blickfeld genommen, die zwar im Titel vorkommen, für die jedoch keine Leitfrage zu formulieren notwendig schien.

Dies ist anhand des oben angeführten, ersten Beispiels ersichtlich. Auf die Frage, wie es um die Durchsetzung der Ziele des ILO steht, schreiben Drewes und Niederfranke lediglich, dass Ziel der ILO die Formulierung von Leitplanken für die zukünftige Arbeitswelt mit Augenmerk auf die Frauenerwerbstätigkeit, Green Jobs, Armutsbeseitigung und Förderung von nachhaltigen Unternehmen ist. Weiters sollen „Governance-Mechanismen“ und „Normsetzung- und Beschwerdeverfahren“ an aktuelle Schwierigkeiten adaptiert werden, ohne dabei Erklärungen und Definitionen für diese Fachbegriffe anzuführen. Im Endeffekt wird berichtet, dass es für die nahe Zukunft noch keine Lösungen geben. (vgl. Niederfranke und Drewes, 2017, 933)

4. Theorien der AutorInnen

Das Lesen des Artikels auf selbst aufgestellten Theorien der AutorInnen oder auf Sekundärliteratur basierende Theorien erwies sich als außerordentlich diffizil, da sich die AutorInnen primär nur mit einer Theorie (der Supratheorie) befassten, diese jedoch durch Hypothesen, die im weiteren Verlauf dieser Arbeit noch angeführt werden, unterstützten. Diese Theorie könnte aber als Konstellation kleinerer Subtheorien betrachtet werden, auf diese im Rahmen dieser Analyse zunächst kurz eingegangen wird, um sie zum Abschluss zur zentralen Theorie zu subsumieren.

Bestehend aus hauptsächlich kleinen Abschnitten zu den Themen Familie, Sicherheit, Absicherung, Schere zwischen Arm und Reich, Migrationsentwicklungen, Geschlechterrollen, Automatisierung und Fragmentierung des Arbeitsmarktes sowie der Gefahr des Umgehens von Arbeitsstandards und vielen mehr, handeln diese Subtheorien von den negativen Auswirkungen der Veränderungen der Arbeitswelt, die alle folglich zur Übertheorie führen. (vgl. Niederfranke und Drewes, 2017, 921)

Um nicht den Rahmen dieser Arbeit zu sprengen, wird lediglich eine Subtheorie ausgiebiger diskutiert. Diese besagt, dass bei atypisch Beschäftigten die Gefahr bestünde, dass Arbeitsrichtlinien umgangen werden. Sie verweisen auf die sieben potentiellen Risiken der Internationalen Arbeitsorganisation: mickrige Bezahlung, unsicherer Job, unstetige Arbeitszeiten, mangelnder Arbeitsschutz, geringere Weiterbildungsokkasionen, mangelnde Vollstreckung von Kollektivrechten und eine Schwächung der sozialen Sicherung. (vgl. Niederfranke und Drewes, 2017, 923)

An diesem Beispiel ist erkennbar, in welchem Umfang die Veränderungen auf die Gesellschaft dramatisiert werden. Sie sind überspitzt dargestellt und werden auch nicht präziser ausformuliert, sondern werden allein durch kurze, negativ behaftete Attribute beschrieben. So hinterlassen sie beim Lesen ein Gefühl von Verunsicherung und Skepsis, die ebenso im Großen und Ganzen von der Supratheorie verursacht werden.

Die Supratheorie beschäftigt sich mit der Schattenseite der neuen Formen der Erwerbstätigkeit, die laut den ArtikelverfasserInnen drastischer und gravierender sind als der Allgemeinheit bewusst ist. Obwohl sich die Subtheorien im Inhalt unterscheiden, bleibt das Ergebnis identisch: eine Verschlechterung aller Leben im Zuge der Digitalisierung; die Schattenseite bietet nur ein fehlendes Gerüst an sozialer Stabilität – verursacht durch die Globalisierung der Arbeitswelt.

5. Hypothesen und Methodik der Hypothesenbehandlung

Gleich im ersten Kapitel „1. Herausforderungen für die Arbeitswelt der Zukunft“ leitet Niederfranke nach der Anführung der Fragestellungen durch folgende Hypothese den Sachverhalt ein: „Arbeit zu haben und damit sozial abgesichert zu sein hat nach wie vor die oberste Priorität für Menschen innerhalb der Europäischen Union“. (Niederfranke und Drewes, 2017, 920)

Diese Aussage ist selbsterklärend, wird jedoch nicht durch eine Studie belegt oder durch andere Argumente bewiesen. Sie wird schlicht und einfach angeführt, um als Überleitung zu nicht korrelierenden Studienergebnissen zu fungieren, daher erfolgte keine ausführlichere Hypothesenbehandlung.

Weiters wird berichtet, dass Wandlungen im Arbeitsleben schwerwiegende Folgen auf Menschen über den ganzen Lebenslauf hinweg hätten. Eine Studie der OECD wird herangeführt, um die Aussage zu stützen. Darin werden die prozentuellen Anteile der prognosehaften Veränderungen hinsichtlich der Automatisierung und der neuen Arbeitsbereiche angegeben. Damit wird zwar bewiesen, dass ein Wandel ebenso Konsequenzen auf das Privatleben mit sich zieht (im Falle einer Automatisierung beispielsweise), jedoch ist fraglich, ob sich diese Konsequenzen über den Lebenslauf hinweg auswirken. (vgl. Niederfranke und Drewes, 2017, 921, Arntz et al. 2016)

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Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Neue Formen der Erwerbstätigkeit in einer globalisierten Welt. Risiko der Aushöhlung von Mindeststandards für Arbeit und soziale Sicherung?
Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz
Note
Sehr gut
Autor
Jahr
2019
Seiten
12
Katalognummer
V504002
ISBN (eBook)
9783346048707
ISBN (Buch)
9783346048714
Sprache
Deutsch
Schlagworte
neue, formen, erwerbstätigkeit, welt, risiko, aushöhlung, mindeststandards, arbeit, sicherung
Arbeit zitieren
Schajan Karim (Autor), 2019, Neue Formen der Erwerbstätigkeit in einer globalisierten Welt. Risiko der Aushöhlung von Mindeststandards für Arbeit und soziale Sicherung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504002

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