Die vorliegende Masterarbeit untersucht den optimalen Grad der Integration zwischen dem operationellen Risikomanagement und dem Sicherheitsmanagement in Kreditinstituten. Die Masterarbeit liefert erstmalig eine strukturierte und holistische Untersuchung des Synergiepotentials zwischen dem operationellen Risikomanagement und dem Sicherheitsmanagement. In der vorhandenen Literatur wurde dieser Aspekt bisher nur in Fragmenten oder verkürzt und abstrakt betrachtet. Die Bewertung des Synergiepotentials basiert auf einer theoretischen und einer empirischen Untersuchung (sieben Experteninterviews), welche durch die Übertragung und Anwendung (Transformation) theoretischer Betrachtungen ergänzt und validiert werden. Es wird gezeigt, dass die Verknüpfung von Risiko- und Sicherheitsmanagement einen positiven Wertbeitrag für Kreditinstitute liefern kann, aber ein zu hohes Maß an Integration nachteilig wirkt. Einen besonderen Stellenwert haben dabei der Informationsaustausch und die inhaltliche Abstimmung zwischen den beiden betrachteten Fachbereichen. Es wird zudem ein eigenes allgemeingültig anwendbares Modell entwickelt, um das Synergiepotential bei der Integration von Organisationseinheiten innerhalb eines Unternehmens strukturiert zu bewerten.
Sicherheit hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen: Ob bei der Terrorismusabwehr und in Bezug auf die öffentliche Sicherheit, oder auch in Bezug auf Kreditinstitute und deren Bedeutung für die gesamte Volkswirtschaft. Gleichzeitig sind die regulatorischen Anforderungen an das betriebliche Risikomanagement gewachsen, vor allem auch für Kreditinstitute. Sicherheitsrisiken sind eine Teilmenge der operationellen Risiken, während auch die operationellen Risiken nur einen Teil der gesamten Risiken von Wirtschaftsunternehmen darstellen. Trotz dieser inhaltlichen und definitorischen Nähe zwischen operationellen Risiken und Sicherheitsrisiken, werden diese selten von der gleichen Organisationseinheit gesteuert, sondern meist eher getrennt voneinander bearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung und Relevanz der Thematik
1.2 Zielsetzung und Methodik
1.3 Aufbau und Gang der der Arbeit
2 RISIKOMANAGEMENT, OPERATIONELLES RISIKOMANAGEMENT UND SICHERHEITSMANAGEMENT IN KREDITINSTITUTEN
2.1 Der Wertbeitrag von Risikomanagement und Sicherheitsmanagement in Kreditinstituten
2.2 Risikomanagement in Kreditinstituten
2.2.1 Der Risikobegriff – Definition
2.2.2 Risiko-Architektur in Kreditinstituten
2.3 Operationelles Risikomanagement in Kreditinstituten
2.3.1 Operationelles Risiko – Definition
2.3.2 Abgrenzung von operationellen Risiken zu anderen Risiken
2.3.3 Rechtliche Anforderungen an das operationellen Risikomanagement
2.3.4 Ausgestaltung des Managements operationeller Risiken
2.4 Sicherheitsmanagement in Kreditinstituten
2.4.1 Der Sicherheitsbegriff – Definition
2.4.2 Rechtliche Anforderungen an das Sicherheitsmanagement
2.4.3 Ausgestaltung des Sicherheitsmanagements in Kreditinstituten
2.5 Querbezüge zwischen Risiko- und Sicherheitsmanagement
3 BESCHREIBUNG UND BEWERTUNG VON SYNERGIEPOTENTIALEN
3.1 Der Synergie-Begriff – Definition
3.2 Kategorisierung von Synergieeffekten
3.3 Messung und Bewertung von Synergien
4 EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG ZU UMSETZUNG UND BEWERTUNG DES SYNERGIEPOTENTIALS ZWISCHEN OPERATIONELLEM RISIKOMANAGEMENT UND SICHERHEITSMANAGEMENT
4.1 Methodisches Vorgehen der empirischen Untersuchung
4.2 Inhaltliche Umsetzung der empirischen Untersuchung
4.3 Schlussfolgerungen basierend auf der empirischen Untersuchung
5 BEWERTUNG DES SYNERGIEPOTENTIALS ZWISCHEN OPERATIONELLEM RISIKOMANAGEMENT UND SICHERHEITSMANAGEMENT
5.1 Synergiepotential durch einen Wissenstransfer
5.2 Synergiepotential durch eine Prozessintegration
5.3 Synergiepotential durch Integration der Methodiken
5.4 Synergiepotential durch organisatorische Integration
5.4.1 Aktuelle Organisation und organisationstheoretische Grundlagen
5.4.2 Formen der organisatorischen Integration
5.4.3 Synergien und Dyssynergien im Hinblick auf die Organisation
6 EMPFEHLUNGEN ZUR INTEGRATION VON OPERATIONELLEM RISIKOMANAGEMENT UND SICHERHEITSMANAGEMENT
6.1 Zusammenfassende Bewertung des Synergiepotentials zwischen operationellem Risikomanagement und Sicherheitsmanagement in Kreditinstituten
6.2 Kritische Würdigung
6.3 Modell zur Bewertung von unternehmensinternem Synergiepotential
7 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den optimalen Integrationsgrad zwischen dem operationellen Risikomanagement und dem Sicherheitsmanagement in Kreditinstituten, um Synergiepotentiale zu heben und gleichzeitig Dyssynergien zu vermeiden.
- Analyse der theoretischen Grundlagen von Risiko- und Sicherheitsmanagement in Banken
- Empirische Untersuchung durch Experteninterviews zur Ist-Situation der Integration
- Bewertung von Synergieeffekten durch Wissenstransfer, Prozessintegration und organisatorische Maßnahmen
- Entwicklung eines Modells zur Bewertung von unternehmensinternem Synergiepotential
- Kritische Würdigung der Integrationsbemühungen und Ableitung von Empfehlungen
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Operationelles Risiko – Definition
„Operational Risk is everything which is not credit and market [risk].“
Diese etwas kurz gegriffene Definition macht deutlich, dass operationelle Risiken eine Teilmenge aller Risiken ausmachen und es sich somit um eine spezifische Risikoart handelt. Das gängige Verständnis von operationellen Risiken definiert diese als die Gefahr von Verlusten, die aus unzulänglichen oder fehlgeschlagenen internen Prozessen, Systemen oder Menschen sowie aus externen Ereignissen resultieren. Dabei werden oft auch explizit das strategische Risiko und das Reputationsrisiko ausgeschlossen. Durch die allgemeine ursachenbasierte Definition ergeben sich gegenüber einer effektbasierten Abgrenzung Überschneidungen zu anderen Risiken.
Die Definition von operationellen Risiken ist im Vergleich zu anderen Risikoarten sehr weit gefasst, was dazu führt, dass operationelle Risiken inhärent mit allen Geschäftsaktivitäten verbunden sind. Folglich sind die Art und Höhe der operationellen Risiken auch stark vom Geschäftskonzept und Unternehmensprofil des jeweiligen Instituts abhängig, genauso wie von der Effektivität der Steuerung dieser Risiken. Zudem wirkt sich auch die Unternehmenskultur auf die operationellen Risiken aus. Für gewinnorientiert agierende Unternehmen wie Banken und Sparkassen ist zudem ein relevantes Merkmal, das operationelle Risiken nicht durch einen Zusammenhang zwischen Risiko und Ertrag gekennzeichnet sind, also höhere Risiken keine größeren Ertragschancen generieren und deshalb bewusst eingegangen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Das Kapitel führt in das Thema ein, erläutert die Relevanz der Synergien zwischen Risiko- und Sicherheitsmanagement und stellt die Methodik der Arbeit vor.
2 RISIKOMANAGEMENT, OPERATIONELLES RISIKOMANAGEMENT UND SICHERHEITSMANAGEMENT IN KREDITINSTITUTEN: Es werden die Grundlagen, Definitionen und rechtlichen Anforderungen beider Managementdisziplinen innerhalb von Banken und Sparkassen erläutert.
3 BESCHREIBUNG UND BEWERTUNG VON SYNERGIEPOTENTIALEN: Dieses Kapitel definiert den Synergiebegriff, kategorisiert mögliche Effekte und erörtert theoretische Ansätze zur Messung von Synergien.
4 EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG ZU UMSETZUNG UND BEWERTUNG DES SYNERGIEPOTENTIALS ZWISCHEN OPERATIONELLEM RISIKOMANAGEMENT UND SICHERHEITSMANAGEMENT: Das methodische Vorgehen der Experteninterviews wird dargelegt und die Ergebnisse der Befragungen in den Kontext der Hypothesen gestellt.
5 BEWERTUNG DES SYNERGIEPOTENTIALS ZWISCHEN OPERATIONELLEM RISIKOMANAGEMENT UND SICHERHEITSMANAGEMENT: Eine detaillierte Untersuchung der verschiedenen Integrationstiefen, vom Wissenstransfer bis hin zur organisatorischen Zusammenführung, bildet den Kern dieses Kapitels.
6 EMPFEHLUNGEN ZUR INTEGRATION VON OPERATIONELLEM RISIKOMANAGEMENT UND SICHERHEITSMANAGEMENT: Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen wird ein Modell zur Bewertung von Synergiepotentialen entwickelt und kritisch gewürdigt.
7 FAZIT: Eine zusammenfassende Rückschau auf die Forschungsarbeit, die betont, dass ganzheitliches Management vor allem eine Frage der Unternehmenskultur ist.
Schlüsselwörter
Operationelles Risikomanagement, Sicherheitsmanagement, Kreditinstitute, Synergiepotential, Integration, Risikokultur, Prozessintegration, Wissenstransfer, Schadensfalldatenbank, MaRisk, Risikoanalyse, Wertbeitrag, Dyssynergien, Unternehmensorganisation, Interne Kontrollsysteme.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Masterarbeit befasst sich mit der Frage, wie das operationelle Risikomanagement und das Sicherheitsmanagement in Kreditinstituten sinnvoll verknüpft werden können, um Synergieeffekte zu nutzen.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentral sind die theoretische Fundierung, die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die praktische Umsetzung und organisatorische Einbettung beider Disziplinen in Banken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Bestätigung der Hypothese, dass eine moderate Integration Synergien freisetzen kann, während ein Übermaß an organisatorischer Zusammenführung zu Dyssynergien führt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine Kombination aus einer theoretischen Literaturanalyse und einer empirischen Untersuchung in Form von leitfadenbasierten Experteninterviews bei Kreditinstituten und Bankaufsichtsbehörden angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden verschiedene Integrationsstufen untersucht: Wissenstransfer, Prozessintegration, Methodikangleichung und organisatorische Integration.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die Arbeit fokussiert auf Themen wie operationelles Risikomanagement, Sicherheitsmanagement, Synergiepotentiale, Integration und die spezifische Risikokultur in Kreditinstituten.
Warum ist eine organisatorische Vollintegration oft nicht sinnvoll?
Laut der Studie führt eine zu starke organisatorische Zusammenführung oft zu Inflexibilität, hohen Integrationskosten und einer Überforderung der operativen Einheiten, ohne den Wertbeitrag zu erhöhen.
Welche Bedeutung hat der Wissenstransfer?
Der Wissenstransfer wird als elementar angesehen, da er Doppelarbeiten vermeidet und die Qualität der Risikoanalysen steigert, ohne die fachliche Eigenständigkeit der Disziplinen aufzugeben.
Wie bewertet die Bankenaufsicht diese Ansätze?
Die Aufsicht legt Wert auf ein angemessenes Risikobewusstsein und konsistente Risikobehandlung, wobei die spezifische organisatorische Struktur dem Institut überlassen bleibt, sofern die Prozesse plausibel sind.
- Arbeit zitieren
- Dirk Leonhardt (Autor:in), 2019, Das Synergiepotential. Risikomanagement und Sicherheitsmanagement in Kreditinstituten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504011