Anhand der Perikope Mt 3,13-17 „Die Taufe Jesu“ sollen in der vorliegenden Proseminararbeit verschiedene Methoden der Bibelauslegung angewendet werden. Grundlage für die exegetische Arbeit sind in der erster Linie der deutschsprachige Text der Einheitsübersetzung der Hl. Schrift sowie – jedoch nur, wenn zum besseren Verständnis notwendig – der griechische Text gemäß Interlinearübersetzung des Neuen Testaments. Wo auf den griechischen Text Bezug genommen wird, wird explizit darauf hingewiesen.
Die Textkritik ist zumeist einer der ersten Methodenschritte in der Bibelexegese, wird daher auch als „niedere Kritik“ bezeichnet. Vorrangige Aufgabe der Textkritik ist dabei die Rekonstruktion des ursprünglichen Wortlautes eines historischen Bibel-Textes. Notwendig ist sie, da bei der Abschrift des Textes sehr oft Änderungen vorgenommen wurden. Dabei kann es sich sowohl um bewusste Veränderungen, als auch um unwissentlich-gemachte Fehler handeln.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Textsegmentierung nach Propositionen
3. Textkritik
3.1. Worum geht es bei der Textkritik?
3.2. Anwendung der textkritischen Methode auf die Perikope Mt 3,13-17
4. Textabgrenzung
5. Textzusammenhang (Textualität)
6. Gattungsanalyse
7. Redaktionsanalyse
8. Traditionsanalyse
9. Situationsanalyse („Sitz im Leben“)
10. Motivanalyse
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die biblische Perikope „Die Taufe Jesu“ (Mt 3,13-17) mittels verschiedener exegetischer Methoden zu untersuchen, um den ursprünglichen Wortlaut, die Gattung und die theologische Intention des Evangelisten Matthäus im Kontext seiner Gemeinde zu ergründen.
- Methodische Anwendung der Textkritik, Textabgrenzung und Gattungsanalyse.
- Untersuchung des redaktionsgeschichtlichen Profils des Matthäusevangeliums.
- Traditionsgeschichtliche Einordnung der Erzählung im Vergleich mit anderen Evangelien.
- Analyse des zentralen Motivs der „Gerechtigkeit“ in matthäischer Perspektive.
- Erörterung des sozialgeschichtlichen „Sitz im Leben“ der matthäischen Gemeinde.
Auszug aus dem Buch
3.1. Worum geht es bei der Textkritik?
Die Textkritik ist zumeist einer der ersten Methodenschritte in der Bibelexegese, wird daher auch als „niedere Kritik“ bezeichnet. Vorrangige Aufgabe der Textkritik ist dabei die Rekonstruktion des ursprünglichen Wortlautes eines historischen Bibel Textes. Notwendig ist sie, da bei der Abschrift des Textes sehr oft Änderungen vorgenommen wurden. Dabei kann es sich sowohl um bewusste Veränderungen, als auch um unwissentlich-gemachte Fehler handeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Perikope Mt 3,13-17 als Grundlage für die Anwendung exegetischer Methoden unter Verwendung der Einheitsübersetzung und griechischer Interlinearhilfen.
2. Textsegmentierung nach Propositionen: Strukturelle Aufarbeitung des griechischen und deutschen Textes in logische Sinneinheiten (Propositionen).
3. Textkritik: Definition der textkritischen Methode und Anwendung auf Mt 3,13-17 zur Identifikation von Varianten in verschiedenen Handschriften.
4. Textabgrenzung: Untersuchung der inhaltlichen und formalen Gründe, warum die Erzählung einen eigenständigen Abschnitt im Matthäusevangelium bildet.
5. Textzusammenhang (Textualität): Analyse der sprachlichen Verknüpfungen und der narrativen Struktur der Perikope innerhalb des Evangeliums.
6. Gattungsanalyse: Zuordnung der Perikope zu gattungsgeschichtlichen Kategorien wie Akklamation, Vision und Audition sowie der Synkrisis.
7. Redaktionsanalyse: Untersuchung der spezifisch matthäischen Ausgestaltung des Textes gegenüber anderen synoptischen Quellen.
8. Traditionsanalyse: Analyse der Vorlagen und der gezielten Abweichungen des Evangelisten von der markinischen Tradition.
9. Situationsanalyse („Sitz im Leben“): Erörterung des soziokulturellen Kontextes, in dem die matthäische Gemeinde und der Verfasser standen.
10. Motivanalyse: Vertiefende Untersuchung des zentralen matthäischen Gerechtigkeitsbegriffs und seiner Bedeutung für die christliche Lebensführung.
Schlüsselwörter
Matthäusevangelium, Taufe Jesu, Exegese, Bibelauslegung, Gerechtigkeit, Textkritik, Redaktionsgeschichte, Gattungsanalyse, Traditionsgeschichte, Sitz im Leben, Synkrisis, Christologie, Johannes der Täufer, Matthäusgemeinde, Hermeneutik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich der exegetischen Analyse der Perikope von der Taufe Jesu im Matthäusevangelium (Mt 3,13-17).
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der methodischen Analyse des griechischen Textes, der Gattungsbestimmung und der theologischen Deutung der matthäischen Eigenart.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Tauferzählung durch wissenschaftliche Methoden wie Textkritik und Redaktionsanalyse besser zu verstehen und in den theologischen Kontext des Evangelisten einzuordnen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden klassische exegetische Methoden angewandt, insbesondere Textkritik, Textabgrenzung, Gattungs-, Redaktions-, Traditions-, Situations- und Motivanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Untersuchung der Verse, von der strukturellen Segmentierung über die Gattungsfrage bis hin zur detaillierten Motivanalyse des Begriffs „Gerechtigkeit“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind das Matthäusevangelium, die matthäische Gerechtigkeit, Synkrisis und der sozialgeschichtliche Sitz im Leben der Gemeinde.
Wie unterscheidet sich die Taufe Jesu bei Matthäus von anderen Evangelisten?
Matthäus betont die Rolle Johannes des Täufers und das Motiv der „Gerechtigkeit“, das Jesus in den Dienst einer göttlichen Forderung stellt, was in anderen Evangelien so nicht formuliert ist.
Welche Bedeutung kommt dem Begriff „Gerechtigkeit“ in dieser Perikope zu?
Die „Gerechtigkeit“ wird bei Matthäus als eine Forderung Gottes interpretiert, die Jesus durch sein Handeln erfüllt und die auch die Gemeinschaft der Gläubigen miteinbezieht.
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- Sebastian Riedel (Autor:in), 2014, Die Taufe Jesu in Mt 3,13-17, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504091