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Is sharing really caring? Die Auswirkungen der Sharing Economy auf den Wohnungsmarkt in Berlin-Kreuzberg

Titel: Is sharing really caring? Die Auswirkungen der Sharing Economy auf den Wohnungsmarkt in Berlin-Kreuzberg

Bachelorarbeit , 2019 , 98 Seiten , Note: 1,2

Autor:in: Marvin Sprute (Autor:in)

BWL - Investition und Finanzierung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Bachelorarbeit erforscht den Einfluss der kommerziellen Sharing Economy im Bereich Wohnen auf den Wohnungsmarkt und den damit verbundenen Gentrifizierungsprozess in Berlin-Kreuzberg.

Die E-Commerce1-Plattform-Landschaft des 21. Jahrhunderts hat die Entwicklung neuer und innovativer Formen von Online-Marktplätzen erlebt. Zu diesen zählen vor allem die in Deutschland stark wachsenden Sharing Economy Plattformen. Im Jahr 2017 nutzten 39 Prozent aller Bundesbürger bei steigender Tendenz die Dienste von Airbnb, Uber und co. Der Sharing Economy Markt in Deutschland weist zudem ein Volumen von über 20 Milliarden Euro auf. Der kollaborative Konsum verspricht sich durch diese Art des Wirtschaftens die Stärkung sozialer Beziehungen, die Einsparung von Ressourcen sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Unter dem Begriff Sharing Economy ist das systematische Ausleihen und Teilen von Gütern zu verstehen. Zentrales Thema stellt dabei der gemeinschaftliche Konsum (engl. Collaborative Consumption) durch Privatpersonen oder Interessensgruppen. Genutzt werden können Güter entweder gegen eine Gebühr oder kostenfrei. Für die vorübergehende Nutzung muss kein Eigentum an der Ressource erworben werden. Die entsprechenden Netzwerke entstehen meist über webbasierte Plattformen, durch die Nutzer auf Ressourcen anderer zugreifen oder eigene Ressourcen anderen Nutzern anbieten können.

Doch das systematische Teilen wird auch von negativen Nebeneffekten begleitet. Bei diesen handelt es sich unter anderem um Arbeitsbedingungen, Steuerhinterziehung und Wohnraumverknappung (Schulz, 2014). Letztere hat in den letzten Jahren große Aufmerksamkeit in Berlin erfahren. Der kommerziellen Home-Sharing Plattform Airbnb wird vorgeworfen, durch das Anbieten von Ferienwohnungen die Mietpreisentwicklung anzuheizen, wodurch dem Markt reguläre Mietwohnungen entzogen werden und Wohnraumverknappung resultiert.

Der Lebensraum in der Großstadt verändert sich somit in zunehmendem Maße, wodurch die Wohnungssuche für die Einwohner sehr erschwert wird. 3,7 Millionen Einwohner wies die Hauptstadt im Jahr 2018 auf (Statistik Berlin Brandenburg, 2018). Das Einwohnerwachstum von 2011 bis 2016 betrug rund 50.000, neue Wohnungen werden daher dringend benötigt. Doch obwohl in Berlin so viele Neubauprojekten realisiert werden wie seit 20 Jahren nicht mehr, beläuft sich das Angebotsdefizit an Wohnungen auf ca. 100.000 Einheiten (Bath, 2019).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Teilen

2.2 Wohnungsmarkt

2.3 Gentrifizierung

2.4 Doppeltes Invasions-Sukzessions-Zyklus Modell nach Dangschat

3. Auswirkungen der Home-Sharing Dienste auf den Wohnungsmarkt

3.1 Wohnungsmärkte und Gentrifizierung

3.2 Sharing Economy

3.3 Wohnraumentzug in Berlin in Verbindung mit Home-Sharing Diensten

4. Methodik und Operationalisierung

5. Ergebnisse

5.1 Interviewergebnisse in Bezug zur Sekundärliteratur

5.2 Interviewergebnisse in Bezug zum Doppelten-Invasions-Sukzessions-Zyklus

6. Diskussion und Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen der Bachelorarbeit

Die Arbeit untersucht den Einfluss der kommerziellen Sharing Economy auf den Wohnungsmarkt und den damit verbundenen Gentrifizierungsprozess im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, um zu analysieren, ob Home-Sharing Plattformen als Treiber für Wohnraumverknappung und Mietpreissteigerungen fungieren.

  • Analyse der Sharing Economy und ihrer Geschäftsmodelle im Unterkunftssektor
  • Untersuchung der Gentrifizierungsprozesse mittels des Modells des doppelten Invasions-Sukzessions-Zyklus
  • Bewertung des Einflusses von Airbnb auf den Berliner Wohnungsmarkt
  • Diskussion regulatorischer Maßnahmen wie Zweckentfremdungsgesetz und Mietpreisdeckel
  • Empirische qualitative Expertenbefragung zur Validierung der theoretischen Erkenntnisse

Auszug aus dem Buch

2.1 Teilen

Der Begriff des Teilens wird stark durch Russell W. Belk geprägt. Beim Teilen handelt es sich für ihn um die Handlung und den Prozess der Verteilung eigener Ressourcen an andere zu deren Gebrauch und/oder um die Handlung und den Prozess des Empfangens oder Nehmens von etwas von anderem zum eigenen Nutzen (Belk, 2007, S. 127). Eine prägnantere Definition liefert Benkler, der das Teilen als ein nicht wechselseitiges pro-soziales Verhalten bezeichnet (Jaeger-Erben/ Rückert-John / Schäfer, 2017, S.101). Menschen teilen sowohl aus funktionalen Gründen, um beispielsweise zu überleben, als auch aus selbstlosen Gründen, die als Bequemlichkeit, Hilfbereitschaft, Höflichkeit oder Freundlichkeit gegenüber anderen zu verstehen sind (Fine, 1980, S.5). Belk (Belk, 2010, S. 715) charakterisiert das Teilen als die wahrscheinlich älteste Form des Konsums, die in den menschlichen Gesellschaften seit einigen hunderttausend Jahren Bestand hat und Price (Price, 1975, S. 3) bezeichnet das Teilen als somit denkbar grundlegendste Form der wirtschaftlichen Verteilung. Zudem ist das Teilen ein gemeinschaftlicher Akt, der Menschen miteinander verbindet (Belk, 2010, S. 717). Allerdings ist der Sharing Begriff laut Belk eher im Bereich der Familie anzusiedeln, da sie als die unmittelbar an das erweiterte Selbst angrenzende Schicht des Individuums qualifiziert wird und in dieser Schicht auch das größte Maß an Austausch stattfindet (Belk, 2010, S. 724). Aufgrund von anthropologischen Studien, welche die Nahrungsteilung der Generation der Jäger und Sammler untersucht haben, stellt Belk die These auf, dass das Teilen positive Auswirkungen auf eine Gesellschaft hat, wie beispielsweise eine erhöhte Paarungschance derer, die teilen (Belk, 2010, S. 716). Hingegen stellt wirtschaftliches Teilen keine menschlichen sozialen Verbindungen her, sondern aus dem Teilen resultieren ökonomische Verpflichtungen, wie die Entrichtung eines Geldbetrags durch den Käufer und das Aushändigen der Ware durch den Verkäufer (Belk, 2010, S. 718). Nach dem Transaktionsabschluss ist die Beziehung vorerst beendet. Für Belk wird beim Teilen keine Rollenverteilung praktiziert, es gibt weder einen „share-giver“ noch einen „share taker“ (Belk, 2010, S.720).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Sharing Economy ein und thematisiert die damit verbundenen Herausforderungen für den Berliner Wohnungsmarkt, woraus die zentrale Forschungsfrage abgeleitet wird.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die soziologischen und ökonomischen Konzepte des Teilens, die Marktmechanismen des Wohnungsmarktes und stellt das Modell des doppelten Invasions-Sukzessions-Zyklus nach Dangschat als theoretisches Gerüst vor.

3. Auswirkungen der Home-Sharing Dienste auf den Wohnungsmarkt: Hier werden die spezifischen Einflüsse von Home-Sharing Diensten wie Airbnb analysiert, wobei besonders der regulatorische Kontext in Berlin und Berlin-Kreuzberg betrachtet wird.

4. Methodik und Operationalisierung: Dieser Abschnitt beschreibt das qualitative Forschungsdesign der Arbeit, einschließlich der Auswahl der Experten und der Anwendung der Inhaltsanalyse nach Mayring.

5. Ergebnisse: Die Ergebnisse der Experteninterviews werden präsentiert und in Bezug zur Sekundärliteratur sowie zum theoretischen Modell des Invasions-Sukzessions-Zyklus gesetzt.

6. Diskussion und Schlussfolgerung: Das letzte Kapitel interpretiert die Ergebnisse, reflektiert Limitationen der Studie und gibt ein Fazit zur Forschungsfrage ab.

Schlüsselwörter

Sharing Economy, Wohnungsmarkt, Berlin-Kreuzberg, Gentrifizierung, Airbnb, Home-Sharing, Mietpreisdeckel, Zweckentfremdungsgesetz, Collaborative Consumption, Wohnraumverknappung, Stadtentwicklung, Invasions-Sukzessions-Zyklus, Qualitative Inhaltsanalyse, Mietenpolitik, Immobilienmarkt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen kommerzieller Home-Sharing Angebote (insbesondere Airbnb) auf den Wohnungsmarkt und den Gentrifizierungsprozess im Berliner Stadtbezirk Friedrichshain-Kreuzberg.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die ökonomischen Grundlagen der Sharing Economy, die Dynamiken der städtischen Gentrifizierung, die aktuelle Wohnungsmarktsituation in Berlin sowie rechtliche Regulierungsversuche zur Begrenzung von Kurzzeitvermietungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Was sind die möglichen negativen Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt in Berlin-Kreuzberg und den damit einhergehenden Gentrifizierungsprozess durch kommerzielle Home-Sharing Plattformen?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus einer ausführlichen Literaturanalyse (Sekundärliteratur) und einer qualitativen Primärforschung, bei der fünf Experten aus verschiedenen Bereichen interviewt und mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (u.a. das Modell von Dangschat) dargelegt, die aktuelle Marktsituation in Berlin-Kreuzberg analysiert, bisherige politische Maßnahmen bewertet und die Ergebnisse der Expertenbefragung diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Schlagworten zählen Sharing Economy, Wohnungsmarkt, Gentrifizierung, Airbnb, Zweckentfremdungsgesetz und Berlin-Kreuzberg.

Wie bewerten die befragten Experten den Einfluss von Airbnb auf Kreuzberg?

Die Experten sind sich einig, dass Plattformen wie Airbnb einen negativen Einfluss haben und als Treiber für Mietsteigerungen fungieren, betonen jedoch, dass aufgrund des mangelnden Datenaustauschs seitens der Plattformen das genaue Ausmaß nur schwer zu quantifizieren ist.

Welche Rolle spielt das Zweckentfremdungsgesetz laut der Untersuchung?

Das Gesetz wird grundsätzlich als wirkungsvolles Instrument angesehen, jedoch kritisieren die Experten die schwierige praktische Kontrolle, das Fehlen von Personal in den Wohnungsämtern sowie das Umgehungsverhalten der Anbieter.

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Details

Titel
Is sharing really caring? Die Auswirkungen der Sharing Economy auf den Wohnungsmarkt in Berlin-Kreuzberg
Note
1,2
Autor
Marvin Sprute (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
98
Katalognummer
V504136
ISBN (eBook)
9783346109002
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sharing Economy Wohnungsmarkt Berlin-Kreuzberg Airbnb Gentrifizierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marvin Sprute (Autor:in), 2019, Is sharing really caring? Die Auswirkungen der Sharing Economy auf den Wohnungsmarkt in Berlin-Kreuzberg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504136
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Leseprobe aus  98  Seiten
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