Didaktische Ansätze von Waldorf und Montessori im Vergleich


Hausarbeit, 2018

10 Seiten, Note: 1,0

Darwin Drude (Autor)


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Biographie Rudolf Steiners

Was ist Waldorfpädagogik?

Biographie Maria Montessoris

Was ist Montessoripädagogik?

Schluss: Waldorf und Montessori im Vergleich

Quellen und Literaturverzeichnis

Einleitung

Maria Montessori und Rudolf Steiner, zwei besondere Menschen, die beide eine Idee hatten, nämlich die, das Schulsystem neu zu begründen und zu revolutionieren. Meine Hausarbeit soll jene beiden Persönlichkeiten und ihre didaktischen Ansätze in den Mittelpunkt rücken. Rudolf Steiner als Begründer der Anthroposophie und Waldorfpädagogik und Maria Montessori als Begründerin der „Montessorimethode“ und Montessoripädagogik. Ich möchte gerne wie folgt vorgehen: Als erstes werde ich mich mit der Waldorfpädagogik im Allgemeinen und der Biographie Rudolf Steiners beschäftigen, da ich es für wichtig halte mich mit seiner Herkunft auseinanderzusetzen, um seine Pädagogik besser zu verstehen. Mit Maria Montessori und der Montessoripädagogik möchte ich mich danach befassen; auch hier werde ich mich mit der Biographie beschäftigen. Zum Abschluss möchte ich Waldorf und Montessoripädagogik im Vergleich sehen und mir selbst ein Fazit bilden.

Literarisch möchte ich mich hauptsächlich mit dem Orientierungsbuch für Eltern und Pädagogen von Marielle Seitz und Ursula Hallwachs beschäftigen.1

Ich habe mich für die beiden Schulformen als Themenbereiche entschieden, da ich es schon immer spannend fand, dass es neben der „normalen“ Schulform, welche ich auch selbst besucht habe noch andere Formen gibt, von denen man zwar schonmal gehört hat, aber so richtig viel auch nicht drüber weiß. Deshalb freue ich mich in dieser Hausarbeit mal etwas mehr in die Materie der Waldorf- und Montessoripädagogik einzusteigen.

Biographie Rudolf Steiners

Am 27. Februar 1861 wurde Rudolf Josef Lorenz Steiner in Kraljevec, im heutigen Kroatien, aber damaligen Ungarn geboren und starb am 30. März 1925 in Dornach, in der Schweiz. Steiner war das erste Kind der niederösterreichischen Verheirateten Franziska und Josef Steiner. Er hatte eine Schwester, Leopoldine, geboren 1864, und einen Bruder, Gustav, geboren 1866. Da sein Vater erst Telegrafist, dann aber Stationsvorsteher bei der österreichischen Südbahn war, musste öfters der Wohnort gewechselt werden.

1879 machte Rudolf Steiner sein Abitur mit Auszeichnung und studierte daraufhin an der Technischen Hochschule in Wien auf Realschullehramt mit den Hauptfächern Physik, Mathematik, Botanik, Zoologie und Chemie, als Nebenfächer besuchte er Geschichte, Literatur und Philosophie.

1890 wurde Steiner Mitarbeiter am Goethe-Schiller-Archiv und arbeitete mit an der Herausgabe einiger naturwissenschaftlicher Schriften Goethes, welche zwischen 1891 und 1896 erschienen sind.

1891promovierte er zum Dr. phil. an der Universität Rostock mit einer Arbeit über „Die Grundfrage der Erkenntnistheorie mit besonderer Rücksicht auf Fichtes Wissenschaftslehre“. 1892 erschien eine weitere Arbeit Steiners mit dem Titel „Wahrheit und Wissenschaft“.

Das philosophische Hauptwerk Steiners „Die Philosophie der Freiheit“ erscheint 1893.2

1897-1900 ist Steiner Redakteur und Herausgeber des „Magazins für Literatur“ und der „Dramaturgischen Blätter“. In diesen Magazinen veröffentlichte Steiner mehrere seiner Essays, bezüglich philosophischer und literarischer Fragen.

In der Zeit von 1899 bis 1904 unterrichtete Rudolf Steiner an mehreren Schulen. Erst an der Wilhelm-Liebknecht-Arbeiterbildungsschule in Berlin, dann an der freien Hochschule, welche von Bruno Wille, einem deutschen Philosophen, Journalisten und Schriftstellern3, sowie von Wilhelm Bösche, einem Schriftsteller, gegründet wurde.4

1904 erscheint dann Steiners existenzielles Werk für Anthroposophie „Theosophie“.

1913-19 gab Steiner den Leiter bezüglich eines neuen Baus des sogenannten Goetheanums in Dornach, in der Schweiz, und half sowohl bei der Berechnung, sowie der künstlerischen Gestaltung des Baus. 1914 heiratete er Marie von Sivers.

Zwischen 1920 und 1925 hielt Steiner mehrere Vorträge in Deutschland, als auch im Ausland, für Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft, mit folgenden Themen: „Entsprechungen zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos, Anthroposophie als Kosmosophie, Der Mensch als Zusammenklang des schaffenden, bildenden und gestaltenden Weltenwortes, sowie Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge.“5

1924 schrieb Steiner seine Autobiographie „Mein Lebensgang“ und starb letztendlich 1925 in Dornach.6

Was ist Waldorfpädagogik?

Um die Pädagogik Rudolf Steiners zu verstehen, bedarf es einer Auseinandersetzung mit der auch von Steiner erfundenen „Anthroposophie“. „Anthroposophie“ meine einen Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltall führen möchte.7 Rudolf Steiners Ziel seiner anthroposophischen Pädagogik, auf welche auch die Waldorfpädagogik aufbaut, war es, sich nicht an einem weltanschaulichem System zu orientieren, sondern eigene Erfahrungen und verborgene Talente der Kinder und Jugendlichen zu fördern. Die persönliche Gestaltung des Lebens der Kinder und Jugendlichen soll im Vordergrund stehen, Steiners Pädagogik hingegen soll nur als Hilfsmittel zur individuellen Gestaltung dienen.

Aber was ist nun explizit Waldorfpädagogik? Da das Kind, auf welches die Pädagogik abzielt, als „noch-nicht erwachsen“ gilt, muss es noch erst „programmiert“ werden, um einmal vollkommen in die Gesellschaft integriert zu werden. Um jenes Ziel zu erreichen gibt es verschiedene Angebote, wie z.B. den Waldorfkindergarten, als auch die Waldorfschule. Steiner beschreibt das menschliche Leben in 7er-Zyklen, da wohl die Zellen eines menschlichen Körpers sich nach sieben Jahren neu anordnen, bzw. ausgetauscht werden. Außerdem wird jedes Kind in verschiedene Charaktere unterteilt, die sogenannten „Temperamente“, welche wie folgt unterteilt werden: Der Melancholiker, der Choleriker, der Sanguiniker, der Phlegmatiker, und den physischen Leib. Eben genannte Temperamente haben verschiedene Behandlungsformen, welche aber alle nach dem homöopathischen Grundsatz: „Gleiches wird mit Gleichem behandelt“ behandelt werden. Ein Beispiel wäre, dass ein phlegmatisches Kind eher etwas ruhiges, dem cholerischen Kind eher etwas Kraftvolles entgegengebracht wird.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Waldorfpädagogik ist das ganzheitliche Begreifen. Jenes meint, dass durch mehr praktischer Anwendung im Unterricht eine Pädagogik entwickelt wurde, welche Denken, Wollen und Fühlen mehr verbindet und somit der ganze Mensch vollkommen beansprucht wird und nicht nur wie in Regelschulen das Theoretische. Dieses Begreifen gibt es aber nicht erst seit gestern. Schon früher gab es Ähnlichkeiten zu heute, nur, dass dieses Begreifen durch hierarchische Gebilde von den Höherstehenden geleitet wurde und dadurch geistliches nicht von weltlichem getrennt wurde. Steiner wollte damit erreichen, dass alle Erfahrung, welche ein Kind sammelt, durch den Körper, den Kopf und dem Gefühl zur Verfügung steht. Ein Beispiel dazu wäre die Geometrie im Mathe Unterricht, welche im normalen Schulunterricht durch ein Diagramm im Schulbuch vermittelt wird, in der Waldorfpädagogik aber durch ein schlichtes Feldmessen in der freien Natur praktisch angewandt wird.

Steiner beschreibt Kinder als „Sinneswesen“: Jedes Kind sei bis zu seinem 7. Lebensjahr eines. Von diesen Sinnen gebe es 12, welche auch nochmal in Kategorien unterteilt sind. Als „äußerliche Sinne“ bezeichnet Steiner den Ichsinn, Gedankensinn, Wortesinn und Gehörsinn und sind zugleich dem Denken zugeordnet. Als „äußerlich-innerliche Sinne“ bezeichnet Steiner Wärmesinn, Sehsinn, Geschmackssinn und Geruchssinn, welche zugleich dem Fühlen zugeordnet werden. Den „inneren Sinnen“ sind nach Steiner Gleichgewichtssinn, Bewegungssinn, Lebenssinn und Tastsinn zugeordnet und gehören dazu noch zum Wollen. Steiner spricht davon, dass Sinne bei Kindern sehr ausgeprägt sind und durch alltägliche Dinge, wie Waschen oder Backen einen pädagogischen Wert erzielen. Dabei ist nur zu beachten, dass die ursprünglich menschlichen Arten zu waschen bzw. zu backen benutzt werden. Hieße im Klartext, dass zum waschen ein Waschzuber, keine Waschmaschine, und zum backen ein schlichter Holzlöffel, kein elektrischer Mixer genutzt wird. Das hat den Hintergrund, dass alle Sinne beansprucht werden sollen und sich Holz z.B. auch wie Holz anfühlen sollte, um pädagogisch wertvoll zu sein.8

Aber auch der Pädagoge, Erzieher oder Lehrer selbst spielt eine entscheidende Rolle in der Pädagogik Steiners. Bis ein Kind 14 Jahre alt ist lernt es hauptsächlich durch Nachfolge oder Nachahmung. Sollte ein Lehrer also während dieser Zeit oft temperamentvoll oder melancholisch wirken färbt dieser Zustand auf das Kind ab und ein falsches Arbeitsklima wird geschaffen. Arbeitet der Lehrer aber hart an sich und seine Art sein Wissen zu vermitteln so würde der Lehrer nach Steiner später weniger Disziplinprobleme haben.9

Biographie Maria Montessoris

Maria Montessori wurde als einziges Kind der Eheleute Renilde und Alessandro Montessori am 31. August 1870 in der Provinz Ancona, in Chiaravalle, in Italien geboren. Ihre Mutter Renilde entstammte einer Gelehrtenfamilie, ihr Vater Alessandro war italienischer Staatsbeamter. Da von Montessoris Kindheit nicht viel bekannt ist, man aber davon ausgeht, dass sie ein selbstbewusstes und zielsicheres Elternhaus hatte, sie dadurch gut auf ihr späteres Leben vorbereitet sein würde.10 Sie war eine gute Schülerin und meisterte alle Schuldisziplinen mit Leichtigkeit. Außerdem interessierte sie sich sehr für Mathematik. Nach der Grundschule besuchte sie eine technische Schule für Jungen. Der eigentliche Wunsch Montessoris Ingenieurin zu werden verflüchtigte sich und sie studierte als erste Frau Italiens Medizin und schloss ihr Studium 1896 ab. Wenig Zeit danach vertrat sie Italien auf einem internationalen Frauenkongress in Berlin.

1897 arbeitete Maria Montessori in Rom als Assistenzärztin und 1899 gründete sie eine Arztpraxis, die sie von nun an ihr Eigen nennen konnte. Sie machte viel Erfahrung mit Kindern, welche in keiner Weise Erziehung oder Förderung genossen haben. Montessori fand heraus, dass man Kinder gezielt fördern müsse und, dass dies auch erforderlich war.

1898 bekam Montessori einen Sohn zusammen mit ihrem Freund Giuseppe Montesano, was später auch noch zu einem Liebesverhältnis werden sollte. Zu einer Heirat der beiden kam es aber nicht.

1900 wurde sie die Leiterin des „Scuola Magistrale Ortofrenica“ ein medizinisch-pädagogisches Institut.

Ihren eigenen Lehrstuhl in Anthropologie bekam Montessori 1904 an der Universität Rom. Sie wurde Lehrerin, obwohl sie eigentlich erst strikt dagegen war.

Sie eröffnete 1907 ihr eigenes Kinderhaus in San Lorenzo, die „Casa die Bambini“.

1909 beschrieb Montessori ihre erste Methode in einem Buch: „Il Metodo della Pedagogica Scientifica applicato all’educazione infantile nelle Casa die Bambini“, welches erst 1913 eine deutsche Ausgabe bekommen sollte.

Montessori begann ihre Methode weiterzugeben und bildete mit Kursen Lehrer aus und 1929 wurde dann die AMI (Association Montessori Internationale) zusammen mit ihrem Sohn Mario gegründet.11

Während des 2. Weltkrieges war Montessori mit ihrem Sohn zusammen in Indien und bildete über 1000 Lehrer aus. Sie starb am 6. Mai 1952 mit 81 Jahren in Noordwijk aan Zee und wurde auch dort begraben.12

[...]


1 M. Seitz/U. Hallwachs: Montessori oder Waldorf? Ein Orientierungsbuch für Eltern und Pädagogen, München 1996.

2 https://www.goetheanum.org/anthroposophische-gesellschaft/rudolf-steiner.

3 https://hpd.de/node/1039.

4 http://gutenberg.spiegel.de/autor/wilhelm-bolsche-1156.

5 https://www.goetheanum.org/anthroposophische-gesellschaft/rudolf-steiner.

6 Ebd.

7 J. Kiersch: Die Waldorfpädagogik. Eine Einführung in die Pädagogik Rudolf Steiners. Verlag Freies Geistesleben. 1997, Stuttgart.

8 M. Seitz/U. Hallwachs: Montessori oder Waldorf? Ein Orientierungsbuch für Eltern und Pädagogen, München 1996, S.108-123.

9 Ebd.

10 Ebd. S.17.

11 M. Seitz/U. Hallwachs: Montessori oder Waldorf? Ein Orientierungsbuch für Eltern und Pädagogen, München 1996, S. 17-21.

12 Ebd.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Didaktische Ansätze von Waldorf und Montessori im Vergleich
Hochschule
Universität zu Köln  (Humanwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Reformpädagogische Theorien, Modelle und Forschungsbereiche
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
10
Katalognummer
V504140
ISBN (eBook)
9783346254429
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Waldor, Montessori, Pädagogik
Arbeit zitieren
Darwin Drude (Autor), 2018, Didaktische Ansätze von Waldorf und Montessori im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504140

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Didaktische Ansätze von Waldorf und Montessori im Vergleich



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden