Megatrends und ihre Auswirkungen auf den Immobilienmarkt


Bachelorarbeit, 2019
34 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2 Begriffserklärungen
2.1 Megatrend
2.2 Immobilienmarkt

3 Megatrends und deren Auswirkungen
3.1 Urbanisierung
3.2 Konnektivität
3.3 Individualisierung
3.4 New Work
3.5 Neoökologie
3.6 Silver Society

4 Fazit

Literaturverzeichnis.

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Die Megatrend-Map

Abb. 2: Privathaushalte und Haushaltsgröße

Abb. 3: Coworking Spaces

Abb. 4: Apple Park

Abb. 5: Altersstruktur Deutschland

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Trendebenen

Tab. 2: Kriterien für Megatrends

Tab. 3: Vollkommene Märkte und unvollkommene Märkte

Tab. 4: Treiber für Smart-Home-Lösungen

1 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

“Prediction is very difficult, especially if it's about the future.”1 Das Arbeiten und Wohnen sowie das gesellschaftliches Leben von Heute ist geprägt von schnellen Veränderungen und ständigen Anpassungen. Niemand kann die Zukunft vorhersagen, aber die größten und weitreichendsten Veränderungen unserer Zeit können aufgenommen und analysiert werden. Dieser Aufgabe hat sich die Zukunftsinstitut GmbH verpflichtet, welche seit dem Jahr 1998 die Zukunfts- und Trendforschung maßgeblich prägt. Die Zukunftsforscher des Instituts erforschen die aktuellen, weltweiten Veränderungen, um daraus Rückschlüsse für die Wirtschaft und die Gesellschaft zu ziehen.2

Solche langfristigen Veränderungen werden Trends genannt, welche unterschiedliche Tragweiten haben und sich auf die verschiedensten Gesellschaftsbereiche auswirken können.3

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Trendebenen

(Quelle: In Anlehnung an Gatterer/Huber/Kelber u. a., 2012, Arbeiten mit Megatrends, S. 10 f.)

Megatrends sind die größten und weitreichendsten aller Trends, da sie sich in sämtlichen Lebensbereichen und Gesellschaften weltweit zeigen. Somit haben die in den Megatrends beschriebene, langfristige Veränderungen große Auswirkungen auf alle Märkte und Branchen der Welt.4 Diese Arbeit beschreibt die Auswirkungen der Megatrends auf den Immobilienmarkt bzw. auf die Immobilienbranche, da in Zukunft einige Veränderungen auf den weltweiten Immobilienmärkten zu erwarten sind. Dabei werden nicht alle Megatrends betrachtet, sondern es wird ausschließlich auf die Megatrends eingegangen, welche den Immobilienmarkt hauptsächlich beeinflussen.

Im Folgenden werden zuerst die Begriffe „Megatrend“ und „Immobilienmarkt“ genauer beleuchtet. Danach sind die Megatrends Urbanisierung, Konnektivität, Individualisierung, New Work, Neoökologie und Silver Society beschrieben. Im Anschluss beleuchtet diese Arbeit die Auswirkungen der Megatrends auf den Immobilienmarkt ausführlich. Abschließend wird das Fazit die Ergebnisse dieser Arbeit zusammenfassen und die Problematiken der hier prognostizierten Veränderungen und Auswirkungen aufzeigen.

2 Begriffserklärungen

Um die Auswirkungen der Megatrends auf den Immobilienmarkt zu erläutern, erscheint es sinnvoll zunächst die Begriffe „Megatrend“ und „Immobilienmarkt“ zu definieren.

2.1 Megatrend

Der Begriff Megatrend wird vielseitig verwendet und ist Grundlage für viele Entwicklungs- und Forschungsprojekte. Der Erfinder von Megatrends ist der amerikanische Trendforscher John Naisbitt, welcher im Jahr 1984 das Buch „Megatrends“ veröffentlichte. Allerdings werden die zehn dort aufgeführten Megatrends heute eher als Entwicklungskonstanten gesehen, beispielsweise „Frauen in der Führung“ und „Der Triumpf des Individuums“.5 Damit ein Trend heute als Megatrend gilt, gibt es einige Faktoren, welche der Trend aufweisen muss:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 2: Kriterien für Megatrends

(Quelle: In Anlehnung an Gatterer/Huber/Kelber u. a., 2012, Arbeiten mit Megatrends S. 8; Zukunftsinstitut GmbH, 2018e, Trends – Grundlagenwissen)

Megatrends sagen nicht die Zukunft voraus, sondern markieren Veränderungen, welche die Menschen schon lange beeinflussen und in Zukunft weiterhin prägen werden. Deshalb geben Megatrends kein Ergebnis bzw. ein Ziel vor, sondern definieren eine Richtung.6 „Megatrends sind Tiefenströmungen des Wandels.“7 Das bedeutet, dass Megatrends einen epochalen Charakter haben. Sie formen ganze Gesellschaften und bringen dabei technologische, soziale und ökonomische Wandlungsbewegungen zusammen. Dabei betreffen Megatrends die ganze Welt, allerdings sind sie je nach Region und Gesellschaft unterschiedlich stark ausgeprägt.8 Weiterhin ist die Verbindung der Megatrends untereinander ein wichtiges Merkmal. Jeder Megatrend hat einen entscheidenden Einfluss auf die anderen. Beispielsweise wird der Megatrend New Work durch die steigende Digitalisierung – Megatrend Konnektivität – geprägt.9

Die Zukunftsinstitut GmbH hat die zwölf zentralen Megatrends unserer Zeit in einer Megatrend-Map zusammengefasst, welche im nachfolgenden aufgeführt ist. Diese zwölf zentralen Megatrends sind derzeit: Urbanisierung, Globalisierung, Silver Society, New Work, Konnektivität, Individualität, Wissenskultur, Neoökologie, Gender Shift, Gesundheit, Mobilität und Sicherheit.10

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die Megatrend-Map

(Quelle: Zukunftsinstitut GmbH, 2018a, Die Megatrend-Map)

Die Megatrend-Map verbildlicht alle Veränderungsprozesse. Dabei ist zu erkennen, dass Megatrends nicht eindimensional wirken, sondern vielfältig, komplex und vernetzt sind. Die Megatrend-Map zeigt alle Netzwerke, Schnittstellen und Parallelen zwischen den Megatrends. Außerdem wird die Vielschichtigkeit der Megatrends visualisiert und die Einflussfaktoren aufgezeigt, welche im Umfeld der Megatrends wirken.11 Da Megatrends Einfluss auf alle Lebensbereiche der Menschen haben, betreffen sie auch den weltweiten Immobilienmarkt.

2.2 Immobilienmarkt

Es kann nicht nur von dem Immobilienmarkt gesprochen werden, sondern es gibt viele verschiedene Immobilienmärkte in jeder Gesellschaft. Diese lassen sich aufgrund der Heterogenität von Immobilien durch unterschiedliche Kriterien voneinander abgrenzen. Zum einen sind die Immobilienmärkte nach der jeweiligen Nutzungs- oder Objektart der Immobilie zu unterscheiden, z. B. Wohnungs- oder Einzelhandelsimmobilien. Zum anderen werden sie nach der jeweiligen Lage bzw. Standort voneinander abgegrenzt, z.B. lokale oder nationale Immobilienmärkte. Außerdem ist eine Abgrenzung nach dem jeweiligen Lebenszyklus der Baulandentwicklung möglich, z. B. Agrarland oder baureifes Land.12

Immobilienmärkte sind unvollkommene Märkte. Bei vollkommenen Märkten bringt der Preis das Angebot und die Nachfrage in ein effizientes Gleichgewicht. Dies ist bei Immobilienmärkten nicht möglich, da sie den Bedingungen eines vollkommenen Marktes nicht entsprechen.13

Die Unterschiede zwischen einem vollkommenen Markt und einem unvollkommenen (Immobilien)markt wird in Tabelle 3 aufgeführt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 3: Vollkommene Märkte und unvollkommene Märkte

(Quelle: Vornholz, 2017, S. 60 f.)

Da Immobilien nie vollkommen gleich sein können, sind Immobilienmärkte immer heterogen. Auf homogenen Märkten wird die Nachfrage ausschließlich über den Preis bestimmt. Das ist bei Immobilienmärkten nicht möglich; hier haben Nachfrager bestimmte Vorlieben und es bestehen Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Immobilien. Bei einem vollkommenen Markt gibt es unendlich viele Anbieter und Nachfrager. Auf Immobilienmärkten sind nur sehr wenig Anbieter von Immobilien vorhanden, aber es besteht eine sehr große Nachfrage. Die Markttransparenz ist bei Immobilienmärkten ebenfalls sehr gering. Die Gründe dafür sind zum einen die Heterogenität und zum anderen die Standortgebundenheit der Immobilien. Außerdem sind Immobilienmärkte nicht in der Lage sich schnell an Marktveränderungen anzupassen. Wenn beispielsweise die Nachfrage nach Immobilien steigt, kann ein Immobilienmarkt nicht zeitnah reagieren und neue Immobilien realisieren. Die Immobilienmärkte reagieren somit auf Marktveränderungen immer zeitversetzt und weisen eine unelastische Angebotsfunktion auf.14

3 Megatrends und deren Auswirkungen

Im Folgenden werden die Megatrends Urbanisierung, Konnektivität, Individualisierung, New Work, Neoökologie und Silver Society erläutert. Außerdem ist bei jedem Megatrend beschrieben, welche Wirkungen und Konsequenzen dieser auf die Immobilienmärkte hat.

3.1 Urbanisierung

Der Begriff Urbanisierung gibt den weltweiten Anstieg der Bevölkerung in den Städten wider. Die Gründe für die Urbanisierung sind zum einen der natürliche Anstieg der Bevölkerung durch hohe Geburtenraten, zum anderen die Wanderungsbewegungen der Bevölkerung vom Land in die Stadt.15

Im Jahr 2050 sollen 70 Prozent der Weltbevölkerung in den Städten leben, derzeit liegt diese Zahl bereits bei 50 Prozent.16 Laut der Worldbank lag der Grad der Urbanisierung17 im Jahr 2017 in Deutschland bereits bei 77,3 Prozent, im Jahr 2000 betrug er noch 75 Prozent.18 Im weltweiten Vergleich ist der Grad der Urbanisierung in Deutschland noch verhältnismäßig gering. In Hongkong, Singapur und Monaco war der Urbanisierungsgrad im Jahr 2017 bereits bei 100 Prozent. Auch in Europa gibt es Länder mit sehr hoher Urbanisierung. Beispielsweise lag der Grad der Urbanisierung im Jahr 2017 in Belgien bei 98 Prozent und in den Niederlanden ist dieser im Jahr 2017 auf 91,1 Prozent gestiegen.19

Durch die starke Urbanisierung verändern sich die Immobilienmärkte weltweit. Die Auswirkungen der Urbanisierung auf die Immobilienmärkte lassen sich vor allem in den steigenden Mietpreisen und dem geringen Immobilienangebot in den Städten erkennen.20

[...]


1 Zitat von Niels Bohr, dänischer Physiker (1885-1962).

2 Vgl. Zukunftsinstitut GmbH (o. J.), Über uns.

3 Vgl. Gatterer/Huber/Kelber u. a. (2012), Arbeiten mit Megatrends S. 10.

4 Vgl. Gatterer/Huber/Kelber u. a. (2012), Arbeiten mit Megatrends S. 6-11.

5 Vgl. Gatterer/Huber/Kelber u. a. (2012), Arbeiten mit Megatrends S. 8, 13.

6 Vgl. Zukunftsinstitut GmbH (2018b), Megatrends.

7 Gatterer/Huber/Kelber u. a. (2012), Arbeiten mit Megatrends S. 6.

8 Vgl. Gatterer/Huber/Kelber u. a. (2012), Arbeiten mit Megatrends S. 6-11; Vgl. Zukunftsinstitut GmbH (2018b), Megatrends.

9 Vgl. Zukunftsinstitut GmbH (2018c), Megatrends und ihre Wirkung.

10 Vgl. Zukunftsinstitut GmbH (2018a), Die Megatrend-Map.

11 Vgl. Zukunftsinstitut GmbH (2018a), Die Megatrend-Map; Vgl. Gatterer/Huber/Kelber u. a. (2012), Arbeiten mit Megatrends S. 13.

12 Vgl. Vornholz (2017), S. 81-85.

13 Vgl. Vornholz (2017), S. 58-60.

14 Vgl. Vornholz (2017), S. 61-74.

15 Vgl. Bähr (2008), Ursachen von Urbanisierung.

16 Vgl. Gatterer/Huber/Kelber u. a. (2012), Megatrend Urbanisierung S. 8.

17 Anteil der Stadtbewohner an der Gesamtbevölkerung.

18 Vgl. Worldbank (2018), Urbanisierungsgrad: Anteil der Stadtbewohner an der Gesamtbevölkerung in Deutschland in den Jahren von 2000 bis 2017.

19 Vgl. UNDP (2018), Ranking der Länder mit dem höchsten Grad an Urbanisierung im Jahr 2017.

20 Vgl. Link (2017), Zu wenig Wohnraum. Deutschland ist am Miet-Limit.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Megatrends und ihre Auswirkungen auf den Immobilienmarkt
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten  (Betriebswirtschaft)
Veranstaltung
Immobilienmanagement
Note
2,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
34
Katalognummer
V504155
ISBN (eBook)
9783346049216
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Megatrends, Immobilien, Immobilienmarkt
Arbeit zitieren
Sarah Bertele (Autor), 2019, Megatrends und ihre Auswirkungen auf den Immobilienmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504155

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