"Fake News" in der Berichterstattung deutschsprachiger Printzeitungen. Quantitative Inhaltsanalyse


Forschungsarbeit, 2017

97 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Einbettung
2.1 First-Level-of-Agenda-Setting
2.2 Second-Level-of-Agenda-Setting
2.2.1 Priming
2.2.2 Framing
2.3 Fazit der theoretischen Einbettung

3 Empirische Untersuchung
3.1 Vorstellung der Methode: Quantitativ Inhaltsanalyse
3.2 Operationalisierung der Fragestellung
3.3 Vorbereitung der Erhebung.
3.3.1 Sample
3.3.2 Codebuch
3.3.3 Codiermaske Excel
3.4 Pretest.
3.5 Codierung / Durchführung der Untersuchung.

4 Datenauswertung und Interpretation der Ergebnisse.
4.1 Deskriptive Ergebnisse
4.2 Hypothesenprüfende Ergebnisse.
4.2.1 Prüfung Hypothesenkomplex 1
4.2.2 Prüfung Hypothesenkomplex 2
4.2.3 Prüfung Hypothesenkomplex 3
4.3 Diskussion und Interpretation.

5 Schlussbetrachtung & Methodenkritik.

6 Bibliographie

7 Anhang
7.1 A Tabelle 10 Nationale und Internationale Feinthemen
7.2 B I Stichprobeneinheit: Artikel Nr. 156
7.3 B II Stichprobeneinheit: Artikel Nr. 157
7.4 C CODEBUCH
7.4.1 Hypothesen
7.4.2 Variablen und Ausprägungen
7.4.3 Erläuterungen Allgemein
7.4.4 Codierung Allgemein

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Gekürzter Ausschnitt Kategoriensystem Kategorien und Indikatoren; Quelle: Eigene Darstellung

Abbildung 2 Auszug gekürztes Kategoriensystem; Quelle: Eigene Darstellung

Abbildung 3 Auszug gekürzte Codiermaske Excel; Quelle: Eigene Darstellung

Abbildung 4 Verteilung des Artikelfokus; Quelle: Eigene Darstellung

Abbildung 5 Anzahl veröffentlichter Artikel nach Artikellänge und Mediengattung; Quelle: Eigene Darstellung

Abbildung 6 Aufschlüsselung implizite Begriffe; Quelle: Eigene Darstellung

Abbildung 7 Verteilung der Platzierung der Statements; Quelle: Eigene Darstellung

Abbildung 8 Verteilung Grobthemen national und international Quelle: Eigene Darstellung

Abbildung 9 Tonalität Akteur_Innen international & national im Vergleich; Quelle: Eigene Darstellung

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Häufigste implizite Nennungen; Quelle: Eigene Darstellung

Tabelle 2 Beitragsform nach Medienart und Fokus; Quelle: Eigene Darstellung

Tabelle 3 Ranking häufigster Grobthemen; Quelle: Eigene Darstellung

Tabelle 4 Explizite Feinthemen; Quelle: Eigene Darstellung

Tabelle 5 Ranking nationale und internationale Akteur_Innen Quelle: Eigene Darstellung

Tabelle 6 Top-4 Ranking internationale & nationale Akteur_Innen im Vergleich Quelle: Eigene Darstellung

Tabelle 7 Tonalität international & national im Überblick; Quelle: Eigene Darstellung

Tabelle 8 Tonalität nationaler Akteur_Innen; Quelle: Eigene Darstellung

Tabelle 9 Verteilung Tonalität internationaler Akteur_Innen; Quelle: Eigene Darstellung

Tabelle 10 Internationale und nationale Feinthemen inkl. Grobthemen

1 Einleitung

Der Begriff Fake News wurde von der Jury der Initiative Anglizismus des Jahres zum Anglizismus des Jahres 2016 gekürt, so der Vorsitzender und Gründer der Initiative, Prof. Dr. Anatol Stefanowitsch, auf deren Homepage. Fake News sind „in den Medien und im Internet, besonders in den Social Media, in manipulativer Absicht verbreitete Falschmeldungen“, so die Definition des Online-Duden (Duden 2017).

Diese Falschmeldungen sind an und für sich kein neues Phänomen, gibt es sie doch schon seit Ende des 19. Jahrhunderts als unwahre Meldungen in Zeitungen über ver­schiedene Themen (Stefanowitsch 2016; bitkom 2017; Varol et al. 2017). Den Durch­bruch in den allgemeinen deutschen Sprachgebrauch schafften sie im Rahmen der US- amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2016 (Stefanowitsch 2016; Allcott/Gentzkow 2017, 212). Dem damaligen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump wurde der wis­sentliche Gebrauch von Fake News nachgesagt und einige Autor_Innen suggerierten, dass Trump ohne Fake News die Wahl nicht gewonnen hätte (Parkinson 2016; Read 2016; Dewey 2016).

Davon ausgehend, wurde der Einfluss und die Verbreitung von Fake News öffentlich stark diskutiert und untersucht1. Zahlreiche Medienberichte befassten sich mit Fake News2 - so schien es. Dieser Verdacht wird durch das Googeln des Begriffes erhärtet. Eine Google-Suchanfrage nach Fake News ergab 152.000.000 Ergebnisse in 0,69 Se­kunden (Stand 23.09.2017; 18.03 Uhr MEZ), die Aktuellsten jünger als eine Stunde. Auf den ersten drei Ergebnis-Seiten fast ausschließlich Online-Artikel (abgesehen von Wikipedia), aus etablierten, internationalen Medien, mehrheitlich Printzeitungen (Stand 23.09.2017; 18.03 Uhr MEZ). Eine repräsentative Umfrage des Hans-Bredow Institutes für Medienforschung (2016) ermittelte, dass 47% der Internetnutzer_Innen diesen Weg, über die Google-Suche, wählen, um Informationen zu erhalten.

Die gefundenen Artikel zeigten, dass nicht nur Donald Trump wegen des Gebrauchs von Fake News regelmäßig in den Schlagzeilen stand. Auch deutsche Politiker_Innen gerieten in Zusammenhang mit Fake News in den medialen und öffentlichen Fokus (Bitkom 2017, 10). Das Thema erfuhr vor allem im Zuge der Debatte um Geflüchtete, die US-amerikanische Präsidentschaftswahl und die erstarkende „Neue Rechte“ öffent­liche Aufmerksamkeit (Bitkom 2017, 10).

Aufgrund dieser, als intensiv wahrgenommenen Berichterstattung, wurde von den Auto­rinnen der Studie vermutet, Fake News hätten hohe Relevanz im öffentlichen Diskurs, vor allem in Zusammenhang mit politischen Informationen. Diesen Standpunkt teilen auch Rezipierende, wie das Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov anhand einer repräsentativen Befragung ermittelte (2017, 3-5).

Da die Beiträge meist aus den Onlineangeboten von Printzeitungen stammten, lag die Fragestellung nahe, wie diese über Fake News berichteten.

Auf diesen Gegebenheiten basiert die Fragestellung des vorliegenden Forschungspro­jekts: Wie (Häufigkeit, Tonalität, thematischer Schwerpunkt) wird in deutschsprachigen Printzeitungen über „Fake News“ berichtet? Welche thematischen Akzente setzen Printzeitungen im Rahmen der Berichterstattung? Welche Akteur_Innen behandeln sie besonders häufig? Wie viel Relevanz, in Form von Länge der Artikel, Fokussierung auf das Thema et cetera wird Fake News tatsächlich zuteil?

Diese Überlegungen und Fragen bildeten das Fundament des hier diskutierten For­schungsprojektes. Mittels dreier Hypothesenkomplexe wurde die Forschungsfrage ope- rationalisiert (vgl. Kap. 3). Um sie beantworten zu können, wurden die Beiträge deutschsprachiger Printzeitungen mittels einer quantitativen Inhaltsanalyse untersucht. Als theoretische Fundierung dienten vor allem Studien aus der Medienwirkungsfor­schung. Um eine Verortung im wissenschaftlichen Kontext vornehmen zu können, wur­den vor allem Studien, die sich mit der Darstellung von Themen in den Medien befas­sen, rezipiert. Dazu zählt die Pionierstudie der Agenda-Setting-Forschung, die Chapel Hill Studie. Anhand dieser wurde die Thematisierungsfunktion der Massenmedien ein­gehend studiert (vgl. Kap. 2.1). Vor allem in Bezug auf Indikatoren für Relevanz bot sie wertvolle Anknüpfungspunkte. Jedoch spielten auch die Priming - und Framing -Ansätze eine wichtige Rolle bei der Konzeption des Forschungsprojektes. Diese untersuchten, auf welchen medialen Wirkungsmechanismen Urteilsbildung und Relevanzzuschrei­bung seitens der Rezipierenden beruht (vgl. Kap. 2.2). Da sich Priming- und Framing- Ansätze auf die Wirkung von Fernsehinhalten beziehen, gestaltet sich eine direkte Über­tragung der Ansätze auf Printmedien schwierig. Trotzdem bieten sie kognitiv- interpretative Anknüpfungspunkte mittels derer unter Umständen neue Theorien aufge­stellt werden können. Neben Blaupausen für Indikatoren boten diese Studien Leitlinien für Arbeitsschritte, Perspektiven und natürlich einen Anknüpfungspunkt für die Veror- tung der generierten Ergebnisse. Denn alle diese Studien untersuchten die Wirkung me- dialer Themenhervorhebung, welche auch den zentralen Punkt des vorliegenden For­schungsprojektes darstellt.

Wie die Ergebnisse, mittels derer die Prüfung der Forschungsfrage und der Hypothesen stattfand, gewonnen wurden, ist Schwerpunkt des dritten Kapitels. Dabei wird zuerst die gewählte Methode knapp begründet (vgl. Kap. 3.1). Im Anschluss wird die Operationa­lisierung (vgl. Kap. 3.2) und das methodische Vorgehen, sowie der Forschungsablauf erörtert (vgl. Kap. 3.3-3.5). Es folgt die Datenauswertung und Interpretation der Ergeb­nisse, sowie die Prüfung der Hypothesen (vgl. Kap. 4). Den Abschluss dieses For­schungsberichtes bildet die Diskussion der Ergebnisse (vgl. Kap. 4.3) und eine ausführ­liche methodische Kritik der vorliegenden Studie (vgl. Kap. 5).

2 Theoretische Einbettung

Printzeitungen werden als das ,,[Ä]lteste journalistische Massenmedium“ (Blum/Blum 2001, 19) bezeichnet. Ihre Funktion ist es, Menschen über relevante regionale und über­regionale Themen zu informieren. Sie fungierten schon in der Vergangenheit als Ga­tekeeper, da sie Informationen selektieren und diese nach Relevanz ordnen (Shaw 1979, 96). Diese Priorisierung der Themen spiegelt sich in der Agenda, einer Rangfolge her­vorgehobener Themen. Aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive kann Agenda definiert werden als: „[Ijssues or events that are viewed at a point in time as ranked in a hierarchy of importance” (Rogers/Dearing 1988, 556). Der Professor für Kommunikationswissenschaft Marcus Maurer definiert im Vergleich dazu die Publi­kumsagenda als eine individuelle Prioritätenliste anhand derer Menschen Themen nach Relevanz sortieren (2010, 10). Wie die Medienagenda auf die Publikumsagenda wirkt ist Forschungsschwerpunkt der Agenda-Setting-Forschung.

Im Rahmen dieses Forschungsprojektes wurde untersucht, mit welcher Tonalität, Häu­figkeit und in Zusammenhang mit welchen thematischen Schwerpunkten deutschspra­chige Printzeitungen über Fake News berichten. Um dieser Fragestellung nachzugehen, werden die Theorien aus dem Umfeld der Agenda-Setting-Forschung (vgl. Kap. 2.1 und 2.2) im Folgenden herangezogen.

Zu Beginn wird die Pionierstudie, die Chapel Hill Studie, der Kommunikationswissen­schaftler Maxwell E. McCombs und Donald L. Shaw, die den Kern des First-Level- Agenda-Settings bildet, kritisch erörtert (vgl. Kap. 2.1). Im Anschluss werden die An­sätze des Second-Level-Agenda-Setting, Priming und Framing, die eine Weiterentwick- lung des klassischen Agenda-Setting-Modells darstellen, besprochen (vgl. Kap. 2.2). Die Kernaspekte der vorgestellten Theorien werden im Anschluss in Bezug zum vorlie­genden Forschungsprojekt gesetzt (vgl. Kap. 2.3).

2.1 First-Level-of-Agenda-Setting

Den Grundstein des First-Level-Agenda-Setting bilden theoretische Überlegungen von Bernhard C. Cohen (1963). Laut Cohen geben Medien nicht vor, was Menschen den­ken, jedoch vermitteln sie über ihre Themenagenda worüber Menschen nachdenken.

The press may not be successful much of the time in telling people what to think, but it is stunningly successful in telling its readers what to think about (Cohen 1963, 13 nach McCombs/Shaw 1972, 177).

Studien und Theorien aus dem Umfeld des First-Level-of-Agenda-Setting befassen sich allgemein mit Medienwirkungen und spezifisch mit der Korrelation zwischen Massen­medien-, Politik- und Publikums-Agenden (Dearing/Rogers 1993, 73). Die Forschungs­schwerpunkte sind die Themensetzungsfunktion der Massenmedien, das Zustandekom­men von Agenden, sowie der damit einhergehenden Wirkung auf Rezipierende und de­ren Einstellungen.

Cohens theoretische Überlegungen zur Themensetzungsfunktion der Massenmedien wurden 1968 von McCombs und Shaw in der Chapel Hill Studie (VÖ 1972) empirisch untersucht (vgl. Kap. 2.1). Den in dieser Pionierstudie (McCombs/Shaw 1972) ermittel­ten Themensetzungseffekt betitelten die Forscher als Agenda-Setting-Effect. Der Kom­munikationswissenschaftler Ray Funkhouser veröffentlichte kurze Zeit später die Studie The Issues of the Sixties (1973). Er untersuchte darin die Themensetzungsfunktion der Massenmedien. Funkhouser ermittelte ebenfalls eine hohe Korrelation zwischen Medi­en- und Publikumsagenden. Seine Studie erlangte allerdings keine Bekanntheit (Maurer 2010, 45).

Forscher entwickelten im Rahmen weiterer Untersuchungen zum Thematisierungseffekt der Massenmedien drei Wirkungs-Modelle (Eichhorn 2005, 14-15). Diese beschreiben den Einfluss der Massenmedien auf Rezipierende. Das Aufmerksamkeitsmodell (Awa- reness-Modell) postuliert, dass Nutzer_Innen durch die Medienberichterstattung auf Themen aufmerksam gemacht werden. Das Thematisierungsmodell (Salience-Modell) proklamiert, dass Rezipierende ein Thema, je häufiger Medien über dieses berichten, als umso relevanter empfinden. Das Themenstrukturierungsmodell (Priorities-Modell) be­sagt, dass die Themenrangfolge der Medien sich exakt in der der Konsument_Innen niederschlägt. Die Studien in der Tradition des First-Level-Agenda-Settings befassen sich mit Forschungsfragen bezüglich der Annahmen des Priorities-Modelles (Ro- gers/Dearing 1996).

Die Kommunikationswissenschaftler Everett Rogers und James Dearing (1988) unter­scheiden Studien im Rahmen des First-Level-of-Agenda-Settings in zwei Forschungs­traditionen. Untersuchungen zum klassischen Agenda-Setting-Modell und die Agenda­Building-Forschung (Dearing/Rogers 1988, 556). Die Zusammenhänge und Beeinflus­sungen zwischen Publikums- und Rezipierenden-Agenda zählen in die Forschungstradi­tion des Agenda-Setting-Modells. Schwerpunkt des Agenda-Buildings ist zum einen die Entstehung von (Medien-)Agenden, zum anderen die Wechselwirkungen zwischen poli­tischen- und Medien-/Publikums-Agenden (Dearing/Rogers 1988, 14).

Chapel-Hill-Studie

McCombs und Shaw untersuchten die Themensetzungsfunktion der Massenmedien im Rahmen bevorstehender Präsidentschaftswahlen 1968 in den USA. Die Medien gäben den Rezipierenden die Agenda an Themen vor, die zur politischen Entscheidungsfin­dung relevant seien (McCombs/Shaw 1972, 177).

While the mass media may have little influence on the direction or intensity of attitudes, it is hypothesized that the mass media set the agenda for each political campaign, influencing the salience of attitudes toward the political issues (McCombs/Shaw 1972, 177).

Zur Beantwortung ihrer Forschungsfrage untersuchten McCombs und Shaw, ob zwi­schen den Medien- und Publikumsagenden eine Korrelation besteht. Zur Erhebung der Medienagenda nutzten sie eine quantitative Inhaltsanalyse. Die Publikumsagenda un­entschlossener Wählerinnen ermittelten sie anhand einer Publikums-Befragung. Die Forscher analysierten die Medieninhalte des Zeitraums einer Woche (06. Oktober 1968 bis 12.Oktober 1968). Das Medienpanel bestand aus fünf Zeitungen, zwei Maga­zinen und zwei TV-Nachrichtensendungen. Mittels der Analyse der Berichte dieser Me­dien erstellten McCombs und Shaw eine Rangfolge wichtiger Themen der Massenme­dien: die Medienagenda. Indikatoren für Relevanz waren die Häufigkeit der Berichter­stattung und die Platzierung der Inhalte (McCombs/Shaw 1972, 178). Welche spezifi­schen Themen relevant („major issues“) und weniger relevant („minor issues“) waren,

sowie deren Ranglistenplatz, ermittelten McCombs und Shaw anhand von 15 Katego­rien (1972, 177f). In diesen Kategorien aggregierten sie alle insgesamt genannten The­men. Beispielsweise wurden alle Themen, die in Zusammenhang mit Außenpolitik standen (z. B. Krieg, Handelsabkommen etc.), unter dem Thema „Außenpolitik“ sub- summiert. Über eine Rezipient_Innen-Befragung evaluierten McCombs und Shaw die Publikumsagenden 100 unentschlossener Wählerinnen. Diese wurden anhand einer Schlüsselfrage ermittelt (McCombs/Shaw 1972, 177). Die vom Publikum genannten Schlüsselthemen wurden zu einer Agenda komprimiert und mit der Medienagenda kor­reliert.

Findings

McCombs und Shaw ermittelten eine hohe Korrelation zwischen Publikums- und Medi­enagenda. Aus ihren Ergebnissen schlossen die Forscher auf starke Medienwirkungsef­fekte. Die Medien würden erheblichen Einfluss auf die von den Wählerinnen als wich­tig erachteten politischen Themen haben, so McCombs und Shaw (1972, 181). Als Be­weis für die Existenz eines Agenda-Setting-Effektes führen die Forscher den hohen Korrelationskoeffizienten an (McCombs/Shaw 1972, 184).

The correlation between the major item emphasis on the main campaign is­sues carried by the media and voters' independent judgments of what were the important issues was +.967 (McCombs/Shaw 1972, 181).

Dass Rezipierende Themen beachteten oder ignorierten, sie als wichtig oder unwichtig empfanden, sei auf den Einfluss der Medien zurückzuführen, schlussfolgerte 1979 Eugene Shaw (96).

People tend to include or exclude from their cognitions what the media in­clude or exclude from their content. People also tend to assign an im­portance to what they include that closely resembles the emphasis given to events, issues, and persons by the mass media (Shaw 1979, 96).

Auch während Folgestudien, unter anderem im Rahmen des Second-Level-Agenda­Setting (vgl. Kap. 2.2), ermittelten Wissenschaftler_Innen einen direkten Einfluss der Medien auf das Urteilsvermögen von Rezipierenden (vgl. Iyengar/Kinder 1987, Iyen­gar/Simon 1993, Rössler 1997).

Relatively small exposure to news coverage of particular issues were suffi­cient to induce significant shifts in viewer ‘s beliefs about the relative im­portance of various issues (Iyengar 1992, 34).

Von McCombs und Shaw wurde die im Zuge der Chapel Hill ermittelten Themenset­zungsfunktion der Massenmedien als eindeutiger Indikator für starke Medienwirkung gewertet. Vor allem in Bezug auf das methodische Vorgehen wurde die Studie jedoch kritisiert. Auch die Validität der Ergebnisse und deren Stichhaltigkeit wurden im Zug dessen kritisch erörtert (vgl. Maurer 2010; Rössler 1997; Eichhorn 2005).

[...]


1 Vgl.: YouGov (2017); bitkom (2017)

2 Seemann, Michael (2017); Jedicke, Henriette (2017); FAZ Online (2017); Brücker, Herbert (2017); ARD Online (2017); Beuth, Patrick (2017); ZDF Heute (2017); Hanfeld, Michael (2017); uvm.

Ende der Leseprobe aus 97 Seiten

Details

Titel
"Fake News" in der Berichterstattung deutschsprachiger Printzeitungen. Quantitative Inhaltsanalyse
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Medienwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
97
Katalognummer
V504366
ISBN (eBook)
9783346059055
ISBN (Buch)
9783346059062
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Second-Level-Of-Agenda-Setting, Priming, Framing, First-Level-Of-Agenda-Setting, Inhaltsanalyse, quantitative Inhaltsanalyse, Fake News, Medienwirkung, Operationaliserung, Sample, Kategorien, Indikatoren, Hypothesenbildung, Hypothesenprüfung, Codierung, Variablen
Arbeit zitieren
Felicitas Schneider (Autor), 2017, "Fake News" in der Berichterstattung deutschsprachiger Printzeitungen. Quantitative Inhaltsanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504366

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