Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf die Frage, in welcher Form „Bindestrich-Komposita“ auf Covern von Frauenzeitschriften auftreten. Dafür wird zunächst beschrieben, was ein Cover ausmacht und welche Bedeutung dieses für eine Zeitschrift hat. Im darauffolgenden Kapitel wird erklärt, was es mit der Komposition auf sich hat und welche zentralen Kompositionstypen es gibt. Anschließend wird die Kompositaschreibung erläutert, wobei vor allem auf die Bindestrichschreibung eingegangen wird.
Darauf aufbauend werden unterschiedliche BKs empirisch analysiert, wofür exemplarisch drei Frauenzeitschriften herangezogen werden: die „Joy“, die „InStyle“ und die „Shape“. Mithilfe von deren Covern wurde ein Korpus erstellt, welches Komposita mit Bindestrichschreibung enthält. Diese werden in Kompositionstypen unterteilt und auf ihre Zusammensetzung untersucht. Zudem erfolgt eine Prüfung der Verwendung der Bindestriche. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse wird im Schluss die Forschungsfrage beantwortet.
Lifestyle-, People- oder Modemagazine – Frauenzeitschriften sind aus dem Zeitschriftensortiment nicht mehr wegzudenken. Sie thematisieren Dinge, um die sich das Leben von Frauen jeglicher Altersgruppe dreht: Promi-News, Beauty, Wohnen, Kochen, Sport, Partnerschaft und vieles mehr. Es gibt demnach für jeden erdenklichen Frauentyp eine eigene Zeitschrift. Alle gemeinsam bieten sie ihren LeserInnen etwas Zeit für sich selbst und inspirieren sie zu neuen Dingen. Auch auf morphologischer Ebene ist ein bestimmtes Phänomen immer wieder zu beobachten: Wörter wie „Beauty-Routine“, „Pastell-Denim“ oder „Gute-Laune-Yoga“ schmücken die Cover. Dabei handelt es sich um Komposita, welche mit einem Bindestrich geschrieben werden, sogenannte „Bindestrich-Komposita“.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHER TEIL
2.1 COVER VON ZEITSCHRIFTEN
2.2 KOMPOSITION
2.3 BINDESTRICH
3. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
3.1 KOMPOSITIONSTYPEN
3.2 BINDESTRICHSCHREIBUNG
4. SCHLUSS
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die morphologische Struktur und Verwendung von Bindestrich-Komposita auf den Covern von Frauenzeitschriften. Ziel ist es, zu analysieren, welche Kompositionstypen und Formen der Bindestrichschreibung – obligatorisch oder fakultativ – in diesem spezifischen medialen Kontext bevorzugt eingesetzt werden, um die Aufmerksamkeit der Leserschaft zu maximieren.
- Morphologische Analyse von Komposita in Lifestyle-Medien
- Einfluss von Anglizismen auf die Wortbildung
- Unterscheidung zwischen obligatorischer und fakultativer Bindestrichsetzung
- Bedeutung der Leseerleichterung durch Bindestriche auf Titelseiten
Auszug aus dem Buch
2.2 Komposition
Die Komposition gilt als urgermanisches Wortbildungsmuster, welches durch althochdeutsche und gotische Belege belegt werden kann. Sie zählt neben der Derivation und der Konversion zu den Hauptwortbildungsarten des Deutschen. Dabei versteht man unter einer Komposition die Kombination von zwei oder mehreren Wörtern. Durch sie können im Deutschen sehr komplexe Wörter entstehen.
Komposita werden auch als Zusammensetzungen bezeichnet, da der Begriff Komposition von dem lateinischen Wort „compositio“ abstammt, welcher „Zusammenstellung“ bedeutet. Die grundsätzliche Bedeutung der Komposition für das Sprachsystem wird durch die „Formbeständigkeit des Musters, dem frühen Zeitpunkt des Erwerbs [im Kindesalter] und einem hohen Grad an Resistenz gegenüber Sprachstörungen“ deutlich. Sie ist weltweit verbreitet und vor allem in germanischen Sprachen, wie Deutsch, Englisch oder Niederländisch, ein hochproduktives Wortbildungsmuster. Dabei ist aus sprachvergleichender Perspektive das Deutsche eine „in hohem Maße kompositionsfreudige Sprache“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Es wird die Bedeutung von Frauenzeitschriften als Medium thematisiert und die Forschungsfrage nach dem Auftreten von Bindestrich-Komposita auf deren Covern formuliert.
2. THEORETISCHER TEIL: Dieser Abschnitt erläutert die Funktion von Zeitschriften-Covern, die theoretischen Grundlagen der Komposition sowie die orthographischen Regeln der Bindestrichschreibung.
3. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: Hier erfolgt die Analyse des erstellten Korpus von 96 Bindestrich-Komposita aus den Zeitschriften „Joy“, „InStyle“ und „Shape“ hinsichtlich ihrer Struktur und Schreibweise.
4. SCHLUSS: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und belegen, dass es sich ausschließlich um Determinativkomposita handelt, wobei der Bindestrich primär zur Leseerleichterung eingesetzt wird.
Schlüsselwörter
Bindestrich-Komposita, Frauenzeitschriften, Komposition, Determinativkomposita, Phrasenkomposita, Anglizismen, Wortbildung, Orthographie, Bindestrichschreibung, Sprachökonomie, Hybrid-Komposita, Leseerleichterung, Morphologie, Lexikalisierung, Mediensprache
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Auftreten und die morphologische Beschaffenheit von Komposita, die mit einem Bindestrich geschrieben werden, auf den Titelseiten von Frauenzeitschriften.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der deutschen Wortbildung, speziell der Komposition, der Funktion von Bindestrichen sowie dem Einfluss von Anglizismen im modernen Mediendeutsch.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt nach der Form, in der Bindestrich-Komposita auf den Covern auftreten, und warum diese spezifische Schreibweise dort gewählt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein Korpus aus den Ausgaben von drei Zeitschriften (Joy, InStyle, Shape) erstellt und eine empirische Analyse der enthaltenen 96 Komposita durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Wortbildung und eine empirische Auswertung der Kompositionstypen und Bindestrichsetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Bindestrich-Komposita, Wortbildung, Determinativkomposita, Anglizismen und Leseerleichterung.
Welche Rolle spielen Anglizismen in den untersuchten Komposita?
Anglizismen sind sehr präsent; sie machen einen Großteil der untersuchten Hybrid-Komposita aus und werden oft durch Bindestriche visuell hervorgehoben.
Warum wird der Bindestrich auf Covern so häufig fakultativ gesetzt?
Der Bindestrich dient primär dazu, unübersichtliche oder komplexe Begriffe für den Leser schneller erfassbar zu machen und die Lesbarkeit auf den plakativ gestalteten Covern zu erhöhen.
Gibt es Unterschiede in der Verwendung zwischen den Zeitschriften?
Ja, die Zeitschrift „Joy“ weist in dem untersuchten Zeitraum die höchste Anzahl an Bindestrich-Komposita auf, während „InStyle“ etwa keine Phrasenkomposita auf ihren Covern zeigt.
Was ist das Hauptergebnis der Untersuchung?
Alle 96 untersuchten Wörter sind Determinativkomposita, wobei der Bindestrich vorwiegend zur Leseerleichterung und nicht zwingend aufgrund orthographischer Pflichtregeln eingesetzt wird.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Was hat es mit "Bindestrich-Komposita" auf Covern von Frauenzeitschriften auf sich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504429