Zehn Jahre ist es her, seit dem Start der beruflichen Karriere des Autors dieser
Ausarbeitung. Im Jahr 2008 startete die Ausbildung zum Altenpfleger, in einer familiär
geführten Pflegeeinrichtung und die Welt der Pflege schien so sinnvoll, wie einfach.
Pflegende helfen den zu Pflegenden bei dessen zu verrichtenden Alltagsaufgaben in den
Bereichen Körperpflege, Ernährung, Mobilität und in dem Bereich der sozialen Interaktion,
heute besser bekannt unter dem großen Themenfeld der Beschäftigung. Die Fassade einer
heilen, friedvollen Welt, in der sich beruflich pflegende begaben, fing jedoch schnell an zu
bröckeln. So wurden die Auszubildenden doch schnell damit konfrontiert, dass praktische
und theoretische Grundlagen nicht unbedingt zueinander passen und sich der Pflegealltag
doch gänzlich anders gestaltet als es von der damaligen theoretischen Grundausstattung für
die Pflegeschüler gefordert wurde. Es wurde zu einer Koexistenz zweier, eigentlich
zueinander gehörenden, wichtigen Grundpfeiler der Wissensvermittlung, doch liegt aber die
Umsetzung Theorie und Praxis weit auseinander. Das erzeugte zeitweise einen surrealen
Blick auf die Arbeit der professionell Pflegenden. Beruflich Pflegende könnten mit größter
Wahrscheinlichkeit auch gute Anekdoten schreiben, allerdings nur für begrenztes Publikum,
denn um zu verstehen welchen humoristischen Hintergrund Begutachtungen bzw.
Überprüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen kurz MDK, Heimaufsicht
oder auch Anleitungssituationen bzw. Sichtstunden von Lehrern der Pflegeschulen mit
Auszubildenden mit sich bringen benötigt man fundiertes Hintergrundwissen aus dem
beruflichen Alltag einer Pflegekraft. In diesen Momenten wird der gesamte ausgelagerte und
nicht für wichtig empfundene theoretische Anteil der Pflegewelt in den praktischen
Arbeitsalltag integriert. In diesen kurzen Momenten oder auch Phasen ist es möglich, dass
die Theorie mit der Praxis verschmilzt, um dann nach Beendigung der „besonderen“
Situationen auch zeitnah wieder getrennt zu werden. Natürlich dürfen Sie als Leser dieser
Ausarbeitung dem Autor jetzt der Schwarzmalerei bezichtigen und verständlicherweise
müsste dann zugegeben werden, dass es auch sehr viele positive Aspekte der Ausbildung
und der beruflichen Laufbahn gegeben hat, die die Arbeit als berufliche Pflegekraft mit sich
brachte. Die Qualität und Güte der Ausbildung in der anfänglich vom Autor beschriebenen
Pflegeeinrichtung...
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Führung
2.1 Führung als soziales Phänomen
2.2 Führung – nicht ohne Sinn
2.3 Führung benötigt Macht
2.4 Führung und Hierarchie
3. Kommunikation
3.1 Paul Watzlawick
3.1.1 Die Unmöglichkeit nicht zu kommunizieren
3.1.2 Die Inhalts- und Beziehungsaspekte von Kommunikation
3.1.3 Die Interpunktion von Ereignisfolgen
3.1.4 Digitale und analoge Kommunikation
3.1.5 Symmetrische und komplementäre Kommunikation
3.2 Friedemann Schulz von Thun
3.2.1 Der vierfache Gehalt einer Äußerung: das Kommunikationsquadrat
3.3 Fazit
4. Führungskompetenz
4.1 Ethik
4.1.1 Moral
4.1.2 Werte und Normen
4.1.3 ethisches Dilemma
5. Kommunikation als Instrument der Mitarbeiterführung
5.1 Regeln für gelingende Kommunikation nach Rogers
5.2 Die Kunst des Fragens
5.2.1 Fragen
5.2.2 Fragentypen
5.2.3 Die Idee systemischer Fragen
5.3 Mitarbeitergespräche
5.3.1 Ziele und Inhalte von Mitarbeitergesprächen
5.3.2 Das Mitarbeitergespräch als Führungsinstrument
5.3.3 Formen der Mitarbeitergespräche – regelmäßig und/oder anlassbedingt
6. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle der Kommunikation als fundamentales Instrument erfolgreicher Mitarbeiterführung im Kontext der Pflege. Ziel ist es, theoretische Kommunikationsmodelle mit praktischen Führungsanforderungen zu verknüpfen, um Führungskräften Strategien zur Motivationssteigerung, Konfliktlösung und Professionalisierung des Führungsalltags an die Hand zu geben.
- Grundlagen der Mitarbeiterführung und soziale Hierarchien.
- Kommunikationstheoretische Ansätze nach Watzlawick und Schulz von Thun.
- Bedeutung von Ethik und Emotionaler Intelligenz für Führungskräfte.
- Methodische Anwendung kommunikativer Instrumente wie systemisches Fragen und aktives Zuhören.
- Strukturierung und Durchführung effektiver Mitarbeitergespräche.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Die Unmöglichkeit nicht zu kommunizieren
„Es muss ferner daran erinnert werden, dass das <
Nach Auffassung des Autors ist dies ein sehr wichtiger Aspekt, dessen sich eine Führungskraft bewusst sein muss. Durch das eigene Verhalten, durch Mimik, durch Gestik, durch Körpersprache, unbewusst oder vielleicht bewusst, werden Informationen an die Mitarbeiter gesandt. Dieses Bewusstsein und die Sensibilisierung, dass jede Situation zwischenmenschlicher Begegnungen einen Mitteilungscharakter hat. Das ist ein wichtige Erkenntnis im Leiten und Führen von Mitarbeitern. Nicht die Möglichkeit etwas zu ändern – denn dies scheint nur schwer möglich, sondern das Wissen, um das Vorhanden sein dieses Axiomes ist ein wertvoller Bestandteil von Führungsverantwortlichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Diskrepanz zwischen theoretischer Ausbildung und dem praktischen Pflegealltag und betont die Notwendigkeit, Kommunikation als Führungsinstrument zu professionalisieren.
2. Führung: Dieses Kapitel erläutert Führung als soziales Phänomen, beleuchtet die Bedeutung von Macht und Hierarchie sowie die Notwendigkeit, den Mitarbeitern einen Sinn in ihrem Handeln zu vermitteln.
3. Kommunikation: Hier werden die zentralen Theorien von Watzlawick und Schulz von Thun dargelegt, um das komplexe Zusammenspiel von Senden und Empfangen von Nachrichten zu verdeutlichen.
4. Führungskompetenz: Dieses Kapitel analysiert fachliche, psychosoziale und persönliche Kompetenzen sowie die Bedeutung von Ethik und Emotionaler Intelligenz für modernes Führen.
5. Kommunikation als Instrument der Mitarbeiterführung: Dieser Teil führt konkrete Techniken wie Rogers' wertschätzende Kommunikation, die Kunst des Fragens und verschiedene Formen von Mitarbeitergesprächen ein.
6. Schlusswort: Das Fazit fasst zusammen, dass eine Symbiose aus theoretischem Verständnis und praktischer Anwendung sowie eine ausgeprägte emotionale Intelligenz den langfristigen Führungserfolg sichern.
Schlüsselwörter
Kommunikation, Mitarbeiterführung, Führungskraft, Pflege, Kommunikationsquadrat, Watzlawick, Schulz von Thun, Ethik, Mitarbeitergespräch, Emotionale Intelligenz, Aktives Zuhören, Systemische Fragen, Führungskompetenz, Wertschätzung, Motivationsmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung professioneller Kommunikation als essenzielles Werkzeug für Führungskräfte in der Pflege, um Mitarbeitende zielgerichtet zu führen und zu motivieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Grundlagen menschlicher Interaktion, ethischem Handeln, der Anwendung kommunikativer Methoden sowie der praktischen Gestaltung von Mitarbeitergesprächen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, eine Brücke zwischen akademischen Kommunikationstheorien und dem täglichen Führungsalltag in Pflegeeinrichtungen zu schlagen, um die Führungskompetenz nachhaltig zu stärken.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Axiome von Paul Watzlawick, das Kommunikationsquadrat von Friedemann Schulz von Thun und das personenzentrierte Konzept von Carl Rogers.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Führung als sozialem Prozess, die Erläuterung psychologischer Kommunikationsgrundlagen, ethische Dilemmata in Führungssituationen und die konkrete Anwendung von Fragetechniken und Mitarbeitergesprächen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind die Begriffe Kommunikation als Führungsinstrument, Mitarbeitergespräch, Emotionale Intelligenz, systemisches Fragen und professionelle Führungsethik.
Warum ist das "Kommunikationsquadrat" für eine Führungskraft in der Pflege relevant?
Es hilft Führungskräften, die Vielschichtigkeit ihrer Äußerungen zu verstehen, um Missverständnisse zu vermeiden und sowohl die Sachebene als auch die Beziehungsaspekte im Team bewusst zu steuern.
Wie unterscheidet sich die Gesinnungsethik vom Utilitarismus in diesem Kontext?
Während die Gesinnungsethik strikt an Werten festhält, bewertet der Utilitarismus das Handeln danach, ob der resultierende Nutzen für die Gesamtheit die dabei entstehenden "Kosten" rechtfertigt.
Welche Rolle spielen systemische Fragen in der Mitarbeiterführung?
Systemische Fragen dienen als Diagnose- und Interventionsinstrument, das Mitarbeitende dazu anregt, eigene Perspektiven zu erweitern und konstruktive Lösungswege selbst zu entwickeln.
- Arbeit zitieren
- Tim Grupe (Autor:in), 2018, Kommunikation als Instrument der Mitarbeiterführung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504460