Die Arbeit beschäftigt sich mit den Planetengötterreliefs am Campanile in Florenz hinsichtlich ihrer astrologischen Bedeutung. Dazu wird der Künstler Andrea Pisano vorgestellt. Es folgt eine allgemeine Beschreibung des Campanile und des gesamten Reliefzyklus sowie eine Beschreibung der Planetengötterreliefs und deren astrologische Bedeutung.
Florenz befand sich am Anfang des 14. Jahrhunderts im Reichtum. Der Handel boomte. Fast jeder konnte sich Bildung leisten. Nicht einmal politische Unruhen oder Kriege konnten dies bremsen. Eine neue Selbstverständlichkeit entwickelt sich, die Rückbesinnung auf das Altertum. Um dies zu feiern errichtete man neue Bauwerke. Dazu gehört der Domcampanile und seine reiche Dekoration. Der Campanile in Florenz ist ein herausragendes und faszinierendes Bauwerk. Er prägt neben dem Dom und dem Baptisterium das Stadtbild von Florenz und verweist auf den Reichtum der damaligen Zeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Andrea Pisano
2.2 Der Campanile
2.3 Der Reliefzyklus
2.4 Die Planetengötterreliefs und ihre Bedeutung
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Reliefs der Planetengötter am Florentiner Domcampanile unter besonderer Berücksichtigung ihrer astrologischen Bedeutung und ikonographischen Darstellung im Kontext der scholastischen Denkweise des 14. Jahrhunderts.
- Biografie und künstlerisches Wirken von Andrea Pisano
- Architektonische Analyse und Aufbau des Florentiner Campanile
- Systematik und symbolische Bedeutung des Reliefzyklus
- Detaillierte ikonographische Analyse der Planetengötterdarstellungen
Auszug aus dem Buch
2.4 Die Planetengötterreliefs und ihre Bedeutung
Die Reliefs der Planetengötter befinden sich auf der Westseite des Campanile, über den sechseckigen Reliefs von Adam und Eva, ihren Tätigkeiten sowie die Tätigkeiten und Erfindungen ihrer Nachkommen.
Der Zyklus beginnt links mit dem Relief des Saturns (Abb. 3). Er trägt ein langes, einem Talar ähnliches Gewand, langes Haar und einen langen Bart. Passend zu seinem Wesen ist sein Blick schwermütig. In den Händen hält Saturn ein Rad und einen nackten Menschen. Diese beiden Attribute verweisen auf Saturn als Personifikation der Zeit, die in stätigem Rollen die Lebensjahre verschlingt.43 Seinen Ursprung hat Saturn im babylonischen Jagdgott Ninurta und er wird mit dem griechischen Gott der Zeit, Kronos, gleichgesetzt.
Im Bereich der Astrologie wird ihm ein widersprüchliches Naturell zugeordnet. Zum einen ist er der Erfinder und Beschützer des Ackerbaus und der Baukunst. Zum anderen wird er aber auch als kindermordende Gottheit dargestellt. Die Ermordung der Kinder spricht neben den fehlenden Nachkommen auch dafür, dass die Zeit während ihres Fortlaufens alles verschlingt. Saturns Darstellung mit dem Rad und dem Menschen verweisen auf diese beiden Aspekte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den historischen Reichtum Florenz' im 14. Jahrhundert, stellt das Thema der Arbeit vor und gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu den Reliefs am Campanile.
2. Hauptteil: Dieser Abschnitt beleuchtet das Leben und Wirken des Künstlers Andrea Pisano, beschreibt die Architektur und Gliederung des Campanile, analysiert den gesamten Reliefzyklus und untersucht die sieben Planetengötterreliefs in ihrem astrologischen und ikonographischen Kontext.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung des Campanile als architektonisches Zeugnis des 14. Jahrhunderts zusammen und resümiert die scholastische Deutung der Reliefs, bei der die Planetengötter als steuernde, aber unbeeinflussbare höhere Mächte verstanden werden.
Schlüsselwörter
Florenz, Campanile, Andrea Pisano, Reliefzyklus, Planetengötter, Astrologie, Scholastik, Ikonographie, Saturn, Jupiter, Mars, Sol, Venus, Merkur, Luna
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der ikonographischen und astrologischen Analyse der Planetengötterreliefs am Glockenturm (Campanile) des Florentiner Doms.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der künstlerischen Biografie Andrea Pisanos, der architektonischen Struktur des Campanile sowie der Deutung der skulpturalen Reliefzyklen im Kontext der Scholastik.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die Planetengötterdarstellungen am Campanile detailliert zu beschreiben und deren astrologische Bedeutung sowie die Intention hinter ihrer Anordnung zu erörtern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine kunsthistorische Analyse der Reliefs, gestützt durch Literaturrecherche zum Forschungsstand und ikonographische Vergleiche mit mythologischen Ursprüngen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung Andrea Pisanos, die architektonische Einordnung des Campanile, die Erläuterung des gesamten Reliefzyklus und eine detaillierte Beschreibung der sieben einzelnen Planetengötter.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Florenz, Campanile, Andrea Pisano, Reliefzyklus, Planetengötter, Astrologie, Scholastik und Ikonographie.
Warum wird Saturn auf dem Relief als "kindermordend" dargestellt?
Dies symbolisiert in der Astrologie die Zeit, die in ihrem stetigen Fortschreiten die "Lebensjahre verschlingt" und damit auch die eigene Schöpfung vernichtet.
Welche Rolle spielt die Scholastik für das Verständnis der Reliefs?
Die Scholastik dient als interpretativer Rahmen: Sie erklärt die Weltordnung durch das Zusammenwirken von abstrakten, göttlichen Mächten (Planeten/Tugenden) und menschlichem Handeln.
Warum sitzt die Luna-Figur auf Wellen?
Dies symbolisiert den Einfluss des Mondes auf die Gezeiten der Meere, was als eines der natürlichen Attribute der Luna-Gestalt interpretiert wird.
Was unterscheidet die Reliefs des oberen vom unteren Register am Campanile?
Das obere Register zeigt abstrakte, den Menschen leitende Mächte, während das untere Register menschliche Errungenschaften, Kreativität und die Entstehung des Lebens darstellt.
- Arbeit zitieren
- Melanie Grätz (Autor:in), 2019, Die Planetengötterreliefs von Andrea Pisano am Campanile in Florenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504555