Das Herrschaftssystem der Ägyptischen Pharaone


Facharbeit (Schule), 2018

14 Seiten, Note: 1-


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung in die Thematik

2. Erläuterung der Hierarchie

3. Absolutismus und Herrschaftssymbolik
3.1 Äußeres Erscheinungsbild des Pharao
3.2 Herrschaftssymbolik und Architektur

4. Was trägt die Religion zum Herrschaftssystem bei?

5. Die Entwicklung und der Zerfall des Reiches

6. Wieso zerfiel das Reich?

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung in die Thematik

Wir befinden uns im Alten Ägypten, welches seinen Ursprung beim ersten Pharao ungefähr im Jahre 3032 v. Chr., vermutlich mit dem Namen Menes findet.

Eine eindeutige namentliche Feststellung ist nicht möglich, da handfeste Überlieferungen fehlen.

Nach der Eroberung durch Alexander den Großen 332 v. Chr. erfährt Ägypten sowie die Kultur zunehmend eine durch die ptolemäischen sowie römischen Herrscher hervorgerufene Entwicklung, die immer mehr von der altägyptischen Kultur abweicht.

Somit reicht unter anderem auch das auf die Thematik spezialisierte Fachgebiet der Ägyptologie bis zu diesem Zeitpunkt. Das Ägyptische Reich unter den Pharaonen findet schließlich auch sein Ende in der Griechisch-Römischen Zeit bis 395 n. Chr., welche geprägt ist durch den Konflikt der Ptolemäer und Kleopatra sowie dem des Römischen Reiches und Kleopatra.1

Die Facharbeit hat die Zielsetzung, das Herrschaftssystem der Pharaonen zu erörtern sowie wesentliche Elemente, wie zum Beispiel die Religion oder die Herrschaftssymbolik, zu beschreiben.

Abschließend wird die Entwicklung des Systems beschrieben sowie Gründe für dessen Zerfall untersucht. Zunächst einmal lässt sich das Alte Ägypten in Ober- und Unterägypten unterteilen. Eine präzise geographische Grenze lässt sich nicht manifestieren, jedoch grenzt man das Gebiet ungefähr vom ersten Nilkatarakt bis hin zum Mittelmeer ein.1

Der Nil ist aufgeteilt in sechs sogenannte Katarakte; an diesen Punkten ist die Oberfläche des Wassers durch natürliche Barrieren aus Granit unterbrochen.3 Der erste Nilkatarakt stellt hierbei auch eine Grenze zum benachbarten Land Nubien dar, dessen Besitzergreifung lange Zeit Bestreben des benachbarten Ägyptens war.1

Die Einigung Unter- und Oberägyptens stellt nun den Beginn des Pharaonischen Herrschaftssystems dar, so wurde der Pharao auch als „Neb-taui“ bezeichnet, was sich mit „Herr beider Länder“ übersetzen lässt. Tatsächlich besaß der Pharao viele Titulierungen, wohingegen der eigentliche Begriff „Pharao“ im Alten Ägypten überhaupt nicht verwendet wird und sich erst später etabliert.

2. Erläuterung der Hierarchie

Die altägyptische Hierarchie wird präferiert in 5 gesellschaftliche Schichten unterteilt, dabei stellt die erste Schicht den Pharao als absolutistischen Alleinherrscher dar. Die zweite Schicht setzt sich nun aus zwei Positionen zusammen. Zum einen aus dem sogenanntem Wesir, der als ranghöchster Beamter direkt unter dem Pharao in der Überwachung der ägyptischen Beamten, der Nahrungsmittelversorgung, der Schatzkammer und der Justiz agierte. 1

Zum anderen aus den Hohepriestern, die den Pharao in den Tempeln des Landes repräsentierten, und ihm damit an heiligen Orten eine Art Allgegenwärtigkeit verleihen sollten. Hohepriester waren zudem Landeseigentümer, die nicht zur Zahlung von Steuern verpflichtet waren.1

Die dritte Schicht bestand nun aus den vom Wesir überwachten Beamten, die sich primär mit der Steuereintreibung befassten, und den Schreibern, die nach einer ungefähr zehnjährigen Unterrichtung das komplexe Schriftsystem der Hieroglyphen beherrschten.1

Die nun folgende vierte Schicht repräsentierte den Großteil der Bevölkerung, bestehend aus Handwerkern, Händlern und Bauern. Letztere lebten oft am Rande des Existenzminimums, was durch die hohen Steuersätze verursacht wurde und außerdem dienten sie in Phasen der landwirtschaftlichen Ertragslosigkeit als Bauarbeiter für architektonische Projekte wie den Pyramiden.1

Die letzte Schicht bestand nun aus den Sklaven, wobei sich im Alten Ägypten dabei nun etwas Unübliches ergibt; so war der Sklave zwar seinem Besitzer unterstellt und dieser Besitzer war auch eindeutig als Eigentümer des Sklaven zu betrachten, jedoch wurde dem Sklaven eine individuelle Persönlichkeit zugesprochen. Des Weiteren besaß dieser das Recht auf persönliches Eigentum und Nahrung. Sklavenkinder durften außerdem keine körperlich schwer anspruchsvollen Tätigkeiten ausüben.1,2

Sklaven waren unweigerlich dazu angehalten, die von ihrem Besitzer auferlegten Pflichten zu erfüllen; somit war es auch möglich, dass diese trotz ihres Standes Berufe ausführten, die normalerweise in höher liegenden Schichten ausgeübt wurden. Das heißt, Sklaven arbeiteten unter anderem als Handwerker oder auch Händler; so verfügten sie teilweise über bessere Lebensbedingungen als ein gewöhnlicher Bauer.2

3. Absolutismus und Herrschaftssymbolik

Wie nun schon aus der Hierarchie bekannt, handelte es sich beim Pharao um einen absolutistischen Alleinherrscher, der lediglich vom Wesir beeinflusst werden konnte, sofern es der Pharao denn zuließ.

Hierbei gilt zu berücksichtigen, dass der Pharao als direkter Nachfahre des Sonnengottes Re angesehen wurde, dem daher auch mit höchster Achtung entgegnet wurde.

Aufgrund dieser essentiellen Verbindung zwischen Staat und Religion ergibt sich natürlich auch eine unverkennbare Herrschaftssymbolik des Pharao als Gottkönig, dem folglich also auch göttliche Fähigkeiten nachgesagt wurden.

So hat sich unter anderem auch der Glaube manifestiert, der amtierende Pharao sei die Inkarnation des Gottes Horus, dem Herrn des Totenreiches, was den Pharao schlussfolgernd zum absoluten Gott machte. Daher wurde dem König also auch keine eigenständige Persönlichkeit nachgesagt, vielmehr wurde er als menschliche, tragende Hülle des Göttlichen angesehen.

Die Herrschaftssymbolik spiegelt sich jedoch nicht ausschließlich in dem göttlichen Erbe des Pharao wieder, so wird zum Beispiel auch die Einigung Unter- und Oberägyptens in der Kleidung des Pharao manifestiert. Es gab jeweils eine Krone für Unter- und Oberägypten, deren Zusammenlegung zur Doppelkrone die Herrschaftssymbolik des Pharao darstellt.

Die eine Krone, auch rote Krone genannt, war die Krone Unterägyptens, ihre Form sollte der der Schutzgöttin des Landes „Uto“ gleichen, die als aufgerichtete Kobra dargestellt wird. Die andere Krone, auch weiße Krone genannt, war die Krone Oberägyptens. Ihre Form war vergleichbar mit der einer Birne; außerdem war auf der Vorderseite der Krone die Gestalt der Oberägyptischen Schutzgöttin „Nechbet“ abgebildet, die wiederum das äußere Erscheinungsbild eines Geiers besaß. Zusammengesetzt ergaben diese beiden Kronen dann die Doppelkrone „Sechemty“, die nun symbolisierte, dass der Pharao Herr beider Länder war.

Der Pharao besaß neben diesen drei Kronen noch weitere, deren genaue Bedeutung heutzutage jedoch nicht mehr eindeutig festzustellen ist.

Statt einer Krone konnte der Pharao auch ein sogenanntes „Nemes“ tragen, eine Kopfbedeckung aus Stoff, die Stirn und Ohren verdeckte und die wohl geläufigste Kopfbedeckung des Pharao darstellt.1,2,3

3.1 Äußeres Erscheinungsbild des Pharao

Neben der Krone besaß der Pharao selbstverständlich auch andere Kleidungsstücke, die dem Titel des Gottkönig gerecht werden sollten. So trug der Pharao zum Beispiel auch einen sogenannten Königsgürtel aus goldenem Stoff, übersäht mit Stickereien wie der Kobra, die Uto darstellen sollte. Über dem Gürtel trug der Pharao nun einen bis zu den Füßen fallenden, transparenten Rock.1

Die Kleidungsstücke des Pharao waren oft mit reichlich Gold übersät. Das Gold sollte hierbei den Reichtum und die Überlegenheit des Herrschers symbolisieren. Unter anderem waren auch die Schuhe des Pharao mit goldenen Fäden durchzogen1,2

Darüber hinaus finden wir den Pharao oft mit dem Krummstab und der Geißel dargestellt, die sich gekreuzt auf seiner Brust befinden. Mit einer unzweifelhaften Eindeutigkeit lässt sich deren Symbolik jedoch nicht belegen; dennoch vermutet man hinter dem Krummstab einen Hirtenstab, der metaphorisch den Pharao als Hirten und sein Volk als Schafe verkörpert. Die Schafe werden hierbei vom Hirten vor Feinden bewahrt, indem der Hirte sie mit der Geißel erschlägt.3

Weniger bekannt dagegen ist zum Beispiel das „Was-Zepter“, welches die Symbolik des Gottes Seth innehatte und die Aggressivität sowie die Macht des Trägers aufzeigen sollte.5

Weitere Zepter des Pharao waren unter anderem das „Cherep-Zepter“ und das „Sechem-Zepter“, deren Bedeutung für den Pharao jedoch rein spekulativ bleiben.4

Außerdem signifikant für den Pharao war der Königsbart; so trugen die Pharaonen zu zeremoniellen Anlässen einen künstlich angefertigten Kinnbart, der am Kinn befestigt wurde. Interessant hierbei auch, dass der Königsbart auch von weiblichen Herrschern getragen wurde.6

3.2 Herrschaftssymbolik und Architektur

Das wohl prägnanteste Beispiel für die Herrschaftssymbolik der Pharaonen sind die Pyramiden, die die letzte Ruhestätte eines Pharao waren.

Warum genau die Grabstätten in ihrer imposanten Bauweise gebaut wurden, ist bis heute umstritten, genauso wie ihre eigentliche Bauart. Heutige Forscher gehen davon aus, dass es sich bei dem ägyptischen Volk um ein sehr fortschrittliches gehandelt haben muss. Die ägyptischen Ingenieure scheinen sich schon lange Zeit, bevor andere Kulturen sie entdeckten, unter anderem mit mathematischen Zahlen wie Pi auseinandergesetzt zu haben.

Problematisch hierbei ist jedoch, dass zu Zeiten der Eroberung durch Alexander den Großen das gesammelte Wissen der altägyptischen Kultur zerstört wurde, wodurch sich viele Fragen über die Entstehung der Pyramiden ergeben.1

Allgemein bekannt hingegen dürfte jedoch der Verwendungszweck der Pyramiden als Grabstätte der Pharaonen sein. Die erste bekannte Pyramide ist die des Pharao Djoser, der ungefähr 2650 v. Chr. erstmals statt des ursprünglich flachen Grabmals eines Königs eine 62 Meter hohe Pyramide für sich erbauen lässt.2

Weitere Entwicklung hinsichtlich des Pyramidenbaus lieferte dann Pharao Snofru, der für den Bau von gleich mehreren Pyramiden verantwortlich war und im Gegensatz zu allen anderen Pharaonen dabei am meisten Steine verbaute, nämlich um die 3.750.000 Kubikmeter.

Snofru ist vor allem bekannt für den Bau der sogenannten Knickpyramide, die jedoch nie ihren Zweck als Grabmal fand, was ihrer Instabilität geschuldet war. Signifikant für die Pyramide ist die Abflachung des Neigungswinkels auf der Hälfte der Höhe. Dies war ein fehlschlagender Versuch der instabilen Pyramide Stabilität zu verleihen.

Darauffolgend beginnt Snofru mit dem Bau der sogenannten Roten Pyramide, die bis heute die dritthöchste Pyramide Ägyptens ist.2

Snofrus Nachfolger Cheops erbaut anschließend die wohl bekannteste Pyramide Ägyptens, die Cheops-Pyramide, die nicht aufgrund der schieren Masse ein architektonischen Wunder darstellt, sondern auch wegen ihrer sehr präzisen Bauart. So weisen die Seiten und das Fundament mit nur minimalen Abweichungen eine extreme Gleichmäßigkeit auf.2

Der Wettkampf um die größte Pyramide schwächt sich in den darauffolgenden Jahren jedoch langsam ab, so wird unter anderem das Gelände um die Pyramiden herum immer mehr von Relevanz, indem man verschiedenste Anlagen drumherum baut, bis dann die Pyramide als Symbol eines Königsgrabmals an Bedeutung verliert und nunmehr auch für Arbeitern als Grabmal errichtet wird.2

[...]


1 Quelle: Selket

2 Quelle: Wikipedia:„Pa-neb-taui“

3 Quelle: Nilkreuzfahrten

4 Quelle: www.mein-altaegypten.de: Pharao

1 Quelle: tutoria Wiki: Gesellschaft im Alten Ägypten

2 Quelle: touregypt.net: Sklaven

1 Quelle: www.mein-altaegypten.de: Pharao

2 Quelle: www.Selket.de

3 Quelle: Wikipedia: Wadje

1 Quelle: mein-altaegypten: Volk, Kleidung

2 Quelle: ägyptenkönig.blogspot: Pharaonen-Kleidung

3 Quelle: lichtleben-lexikon: Pharao-Aussehen

4 Quelle: mein-altaegypten: Pharaonen-Insignien

5 Quelle: Selket: wie der Pharao aussah

6 Quelle: Wikipedia: Königsbart

1 Quelle: Planet-Wissen: Pyramidenbau

2 Quelle: br: Die Geheimnisse der Königsgräber

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Das Herrschaftssystem der Ägyptischen Pharaone
Note
1-
Autor
Jahr
2018
Seiten
14
Katalognummer
V504562
ISBN (eBook)
9783346059543
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ägypten Geschichte Herrschaftssystem
Arbeit zitieren
Louis Erler (Autor), 2018, Das Herrschaftssystem der Ägyptischen Pharaone, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504562

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