Is California a Golden State? Entwurf für den Englischunterricht in der 8. Klasse


Unterrichtsentwurf, 2015

19 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1. Bedingungsanalyse

2. Sachanalyse

3. Lehr- und Lernziele

4. Didaktisch-methodische Analyse

5. Verlaufsplanung

5. Literaturverzeichnis

Anlagenverzeichnis

1. Bedingungsanalyse

In diesem Abschnitt sollen die Bedingungen dargestellt 1 werden, die den didaktisch-methodischen Überlegungen der vorgelegten Unterrichtsstunde zugrunde liegen. Die Klasse besteht aus 27 Schülern und die Unterrichtsstunde findet von 8.35-9.20 Uhr statt. Zu dieser Zeit sind die Schüler noch etwas müde und bedürfen für die Umsetzung der Arbeitsanweisungen meist etwas mehr Zeit. Ein Schüler mit Asperger-Autismus hat als Integrationsschüler besonderen Förderbedarf. Zwar kann er seine Aufmerksamkeitsdefizite durch erhöhte Konzentration ausgleichen, er hat jedoch manchmal Schwierigkeiten Arbeitsaufträge in der Fremdsprache zu verstehen. So braucht er hin und wieder Unterstützung durch seinen Banknachbarn oder durch den Lehrenden. In der Regel bearbeitet er die Aufgaben mit ein wenig Zeitverlust nach einer kurzen Hilfestellung oder erneuter Erklärung sofort. Die soziale Klassensituation ist, im Hinblick auf das Miteinander einzelner Schüler, angespannt. Schüler 18 ist wegen seiner besonderen Verhaltensauffälligkeiten (kindliche Kommentare u. Ä.) nicht gut integriert und besonders einige Jungen der Klasse leben ihm gegenüber eine offene Antipathie aus, was das Funktionieren von Partner- und Gruppenarbeiten mit ihm erschwert oder unmöglich macht. Oft kommt es deswegen zu Sitzplanänderungen durch die Klassenlehrerin (siehe aktueller Sitzplan in Anl. 1). Schüler 18 braucht zudem Zuwendung durch den Lehrer, um Arbeitsanweisungen zu folgen und seiner (oft in Irrwege führende) Fantasie Grenzen zu setzten. Die Schüler 1 und 6 sind die sozial extrovertierten Schüler der Klasse, die andere Schüler gerne ablenken. Die Mädchen der Klasse sind eher zurückhaltend und im Klassenverbund introvertiert. Die Schüler und Schülerinnen haben gut ausgeprägte Kompetenzen im Bereich Sprechen und Schreiben. Auch die schwächeren Lernenden sind in der Regel motiviert sich auf Englisch zu äußern. Für die mündliche Produktion haben sich in dieser Klasse Vierergruppen als besonders effektiv herausgestellt. Insgesamt gibt es auch keine großen Disziplinstörungen zu beobachten und die große Mehrzahl der Schüler und Schülerinnen ist dem Fach Englisch positiv eingestellt. Sie beherrschen die Methode des Think-Pair-Share (vgl. Kapitel 3 dieser Arbeit) und Strategien zum produktiven Sprachgebrauch. Die Schüler und Schülerinnen können die Strukturen zur Fragestellung, des simple past und des passive anwenden. Über das erworbene Vokabular zum Themengebiet California hinaus beherrschen die Schüler auch Wortmaterial zum Thema fire fighters. Im Klassenraum stehen Wörterbücher zur Verfügung, deren Gebrauch sie gewöhnt sind. Gerne verwenden sie auch die alphabetische Lernwortschatzübersicht im Buch. Die Schüler sind den Einsatz von Hilfsmitteln in Form von Redemitteln gewöhnt. Erfahrungsgemäß trauen sie sich nicht alleine das Material zu besorgen, wenn sie Hilfe brauchen. Aus diesem Grund werden die Redemittel einzeln an die Schüler verteilt, soweit sie diese in Anspruch nehmen möchten. Die abschließende Klassenarbeit zur aktuellen Unterrichtseinheit musste aus schulinternen Gründen in das neue Jahr verlegt werden. Der Abschluss der Unterrichtseinheit vor den Weihnachtsferien ist damit erforderlich. Im folgenden Kapitel soll der Unterrichtsgegenstand dargestellt werden.

2. Sachanalyse

Gegenstand der vorgelegten Unterrichtsstunde sind in der Unterrichtseinheit erarbeiteten positiven und negativen Aspekte Kaliforniens. Grundlage dafür bildet das Englisch-Lehrbuch (vgl. Schwarz 2008). Ein klarer thematischer Schwerpunkt waren dabei die in Kalifornien lebenden (illegalen) Mexikaner und deren Lebenswirklichkeit. So genannte migrant workers, meist ohne feste Aufenthaltsgenehmigung, arbeiten auf den Kalifornischen Obstplantagen, vornehmlich in der Erdbeerindustrie. Aufgrund niedriger Gehälter sind sie oft dazu gezwungen, mehrere Jobs auszuüben und von Ort zu Ort zu ziehen, um zu überleben. Thematisiert wurde dieses Phänomen auch aus der Perspektive eines Kindes solch einer mexikanischen Familie. Eng damit verbunden ist die Frage nach der Integration von in Kalifornien lebenden Minoritäten. Teenager mit lateinamerikanischem und asiatischem Hintergrund leben in Kalifornien den alltäglichen Spagat zwischen zwei Kulturen und oft auch zwei Sprachen. Sprachliche Barrieren machen es einigen Jugendlichen schwer, gute Noten in der Schule zu bekommen und einen englischsprachigen Freundeskreis aufzubauen. Oft werden sie dann von den amerikanischen Jugendlichen diskriminiert und ausgegrenzt. Die Zweisprachigkeit kann jedoch auch große Vorteile haben- nämlich dann, wenn die Integration in die zwei Kulturen gelingt und die Zweisprachigkeit als klare Zusatzqualifikation im Schul- und Berufsleben zur Geltung kommt.

In den Großstädten Kaliforniens prägt der Kontrast zwischen Arm und Reich das Straßenbild. Für viele Obdachlose bleibt Kalifornien oft ein Land der Träume und der Kontrast zum offen gelebten Reichtum, luxuriösen Villen und teuren Häusern könnte nicht größer sein. Mit den cable cars kommt man bequem die steilen Hügel San Franciscos hinauf. Sie bringen die Touristen und Einheimischen in die verschiedenen Ecken der Stadt: Chinatown, Japantown und Mission. Damit kann man auch den Haight-Ashbury district besuchen, wo ’Flower Power‘ und die Hippies ihren Ursprung haben. Berühmt ist auch der Hollywood Walk of Fame, mit seinen in den Boden eingelassenen Sternen der Hollywoodstars. Als Tourist kann man dort viele verschiedene Schauspieler und andere berühmte Persönlichkeiten sichten und natürlich den Stern seines Lieblingsstars aufsuchen. Hollywood ist ein Vorort von Los Angeles, der größten Stadt Kaliforniens. Bekannt ist Hollywood auch unter dem Namen „Dream Factory“, dominiert es doch die Film- und Fernsehproduktion der westlichen Welt seit etwa 100 Jahren. 1911 wurde der erste amerikanische Film gedreht.

Zu den positiven Aspekten gehört natürlich auch der kalifornische Lifestyle der Surfer, die ihr Leben am Strand genießen. Damit verbunden sind auch die Küstenlandschaften mit ihren beeindruckenden Steilküsten und Stränden. Kalifornien beinhaltet auch verschiedene Nationalparks. Im weltberühmten Sequoia National Park etwa, wachsen die größten Bäume der Welt – die Mammutbäume. Der größte unter ihnen ist 1,489 m[3] groß. Zu den Naturphänomenen gehört weiterhin die andauernde Dürre in Kalifornien, die die Einwohner zu rigorosen Wassersparmaßnahmen zwingt und Farmer ihre Farmen schließen lässt. Weite Ebenen sind ausgetrocknet und Flussläufe haben sich zurückgezogen. Zurückzuführen ist die California drought auf ausbleibende Regenfälle und Schnee (vgl. Ediger 2014: 1). Waldfeuer sind somit keine Seltenheit mehr und Tier und Mensch sind den Gefahren des Feuers ausgeliefert. Feuerwehrleute riskieren bei ihren Einsätzen sogar ihr Leben. Gefährlich sind auch die wiederkehrenden starken Erdbeben in San Francisco, wie etwa die von 1906 und 1989, die Häuser zusammenbrechen ließen und Reparationskosten in Millionenhöhe verursachten. Für Schüler an kalifornischen Schulen ist es damit ein Muss zu lernen, wie sie sich bei einem Erdbeben zu verhalten haben. Alle Kinder kennen den Gefahrenkode: „Drop, cover and hold on!“ (Unter einem Tisch Schutz suchen, die Augen bedecken und sich an etwas festhalten).

Südlich der Stadt befindet sich Silicon Valley, das größte Zentrum Amerikas für Computer- und Hightech-Innovationen. Es erhält seinen Namen durch die vielen ansässigen Firmen, die Silizium-Chips (auf Englisch silicon chips) herstellen. Dort operierende Software-Firmen sind z.B. Adobe, Apple, eBay, Google, Intel und Yahoo!. Im nächsten Kapitel sollen die Lehr- und Lernziele der Stunde dargestellt werden.

3. Lehr- und Lernziele

Im Folgenden sollen die erwünschten Ergebnisse der Stunde aufgelistet und ihre Überprüfbarkeit durch eine operationalisierte Formulierung deutlich gemacht werden. Die Lernziele sind dabei nach kognitiven, instrumentellen und affektiv/personal-sozialen Zielen unterteilt.

Kognitiv:

- Die Schüler wenden Sachwissen zum Themenbereich California an.
- Die Schüler wenden relevante Vokabeln zum Themenfeld California an.
- Die Schüler beherrschen grundlegende Strategien zum produktiven Sprachgebrauch (Planen, Ausführen, Kontrollieren und Reparieren).
- Die Schüler können Arbeitsergebnisse zusammenhängend und überwiegend frei mündlich präsentieren.
- Die Schüler können Gespräche über ihren Erfahrungsbereich weitgehend selbst initiieren, in Gang halten und beenden.
- Die Schüler können gesprochenem Text Informationen entnehmen.

Instrumentell:

- Die Schüler können unter Anleitung die Methode des Think-Pair-Share ausführen.
- Die Schüler können Hilfsmittel zum vertieften sprachlichen, inhaltlichen Produzieren von Sprachäußerungen selbstständig verwenden.

Affektiv/personal-sozial:

- Die Schüler beherrschen Formen des kooperativen Arbeitens (Partnerarbeit und Gruppenarbeit).

4. Didaktisch-methodische Analyse

In diesem Abschnitt soll auf die Stellung des Themas im Lehrplan und in der Unterrichtseinheit Bezug genommen werden. Darüber hinaus sollen die ausgewählten Lernziele begründet und auf die konkrete Klassensituation eingegangen werden. Die Argumentationen beruhen auf lernpsychologischen Überlegungen. Zudem sollen die methodischen Entscheidungen dargestellt und mögliche Alternativen dazu beleuchtet werden.

Didaktisch ordnet sich das Thema „California in Pictures“ in zwei Lernbereiche des sächsischen Lehrplans ein. Einerseits in den Lernbereich 2: Fachbezogene Strategien und andererseits in den Lernbereich 3: Texte und Themenbereiche (Lehrplan Englisch 2011, 20). Im Lernbereich 2 sollen die Schüler grundlegende Strategien zum produktiven Sprachgebrauch beherrschen, d.h. das Planen, Ausführen und Kontrollieren und Reparieren eigener Sprachäußerungen (vgl. Lehrplan Englisch 2011, 18). Da die vorgelegte Stunde die abschließende und zusammenfassende Stunde der Unterrichtseinheit ‚California- a Golden State?‘ darstellt, greift sie zudem eine Reihe an bereits behandelten thematischen Aspekten aus dem Lernbereich 3 auf (siehe Kapitel 2 dieser Arbeit).

Die Unterrichtseinheit baut dabei auf der Reflexion der kontroversen Aspekte Kaliforniens auf. So wurden zum Einstieg in die Unterrichtseinheit bildgestützte Hypothesen über positive und negative Aspekte Kaliforniens von den Schülern gebildet. Die einzelnen Teilaspekte wurden dann in den zurückliegenden Unterrichtsstunden vertieft und relevantes Vokabular erarbeitet. In der vorgelegten Stunde wurde versucht, den thematischen Schwerpunkt der (illegalen) Mexikaner in Kalifornien und der Minoritäten zu berücksichtigen. So bekommen zwei, statt nur ein Schülerpaar, das Thema „farmworker“ und drei Schüler bekommen das Thema „Growing up in two cultures“. Letzteres ergibt sich auch aus der ungeraden Schüleranzahl. Die vorgelegte Stunde setzt dabei den im Lehrplan geforderten didaktischen Grundsatz eines schüler- und handlungsorientierten Englischunterrichts um (Lehrplan Englisch 2011, 4):

Handlungsorientierter Englischunterricht ermöglicht den Schülern, sich im Rahmen authentischer Situationen ziel- und partnerorientiert mündlich oder schriftlich zu äußern. Er ist ein ganzheitlicher und schüleraktiver Unterricht, in dem der Entwicklung von Identität und Sozialkompetenz Rechnung getragen wird. Die Schüler entwickeln Kommunikations- und Teamfähigkeit und lernen, sich adressaten-, situations- und wirkungsbezogen in der Fremdsprache zu verständigen.

Um dieses übergeordnete Ziel zu erreichen, wurde die kooperative Methode des Think-Pair-Share ausgewählt. Diese unterstützt in besonderer Weise das Nachdenken und die Ko-Konstruktion von Wissen, da sie nach einer Einzelarbeitsphase den Austausch untereinander und der Selbstvergewisserung fördert. Voss (2009) bezeichnet diese Methode sogar als Grundprinzip allen schulischen Lernens (vgl. Voss: 2009, 4). Um den Ablauf zu strukturieren, bekommen die Schüler ein Handout (siehe Anl. 4), auf dem die einzelnen Arbeitsanweisungen festgehalten sind. Die schriftliche Fixierung von Arbeitsaufträgen ist zudem für den Integrationsschüler besonders wichtig. Im Folgenden sollen die einzelnen Phasen des geplanten Unterrichtsverlaufs begründet werden. Zur besseren Lesbarkeit werden dafür einzelne Unterkapitel gebildet.

Aktivierung

Die Stunde beginnt mit einer einminütigen Aufwärmphase, mit der Kontakt zu den Schülern hergestellt und auf die Zielsprache eingestimmt wird (vgl. Thaler: 2012, 91). Die Schüler haben in Vorbereitung auf die Stunde die Hausaufgabe bekommen, stichpunktartig negative und positive Aspekte Kaliforniens aufzulisten (siehe Anl. 3). Die Ergebnisse sollen in Partnerarbeit verglichen werden. Alternativ hätte dies auch im Plenum durchgeführt werden können. Dies erscheint jedoch ungünstig, da die Schüler zu Beginn der Stunde meist noch müde sind und nicht so gerne mündlich mitarbeiten. Die Partnerarbeit erlaubt es außerdem auf die partnerorientierte Methode der Stunde einzustimmen und eine Aktivierung aller Schüler zu gewährleisten. Der angeschriebene Ablauf der Stunde an der Tafel soll, im Sinne einer klaren Zielorientierung, kurz erläutert werden (siehe Anl. 2). Über den gesamten Verlauf der Stunde werden die einzelnen Phasen an der Tafel abgehakt, um den Schüler jederzeit verdeutlichen zu können, wo sie sich befinden. Kurze Überleitungen mit kurzen Sätzen helfen dabei die Motivation zu erhöhen und den roten Faden der Stunde sichtbar machen (vgl. Thaler: 2012, 90).

Nach dem Austeilen des Handouts und der Bilder2 (siehe Anl. 4), sollen die Schüler die Arbeitsaufträge durchlesen und Zeit für Rückfragen bekommen. Die Bilder sollen dabei so ausgeteilt werden, dass sich leistungsheterogene Gruppen ergeben und bekannte Schülerinteressen berücksichtigt werden. Die Bilder decken die in der Sachanalyse genannten Themenaspekte ab: Mexican migrant worker, surfer, earth quake, cable car, wild fire, California drought, homeless people, Silicon Valley, Sequoia National Park, Hollywood Walk of Fame, growing up in two cultures.

[...]


1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in der vorlegten Arbeit der generische Maskulin für weibliche und männliche Substantive verwendet.

2 Die verwendeten Bilder in der Lehrprobe können aus urheberrechtlichen Gründen im schriftlichen Unterrichtsentwurf nicht abgebildet werden.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Is California a Golden State? Entwurf für den Englischunterricht in der 8. Klasse
Hochschule
Sächsische Bildungsagentur Dresden
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V504588
ISBN (eBook)
9783346054555
ISBN (Buch)
9783346054562
Sprache
Deutsch
Schlagworte
california, golden, state, entwurf, englischunterricht, klasse
Arbeit zitieren
Hanna Zeidler (Autor), 2015, Is California a Golden State? Entwurf für den Englischunterricht in der 8. Klasse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504588

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