Die folgende Arbeit befasst sich mit der sogennanten Blue-Ocean-Strategie und untersucht, ob und in welchen Grenzen sich dieser strategische Ansatz in der deutschen Edelmetallbranche, besonders in der Schmuck- und Uhrenindustrie anwenden lässt.
Dieser Frage geht die vorliegende Arbeit nach, indem sie zunächst einen Überblick über die etablierten Strategierichtungen des marktorientierten und ressourcenorientierten Ansatzes gibt. Sie erläutert die Kritik an den klassischen Ansätzen, die dazu führt, dass nach neuen Modellen gesucht wird. Im Folgenden wird die Blue-Ocean-Strategie mit ihren Tools und Formaten erläutert und aufgezeigt, wie man einen Blauen Ozean findet. Anschließend wird zunächst die Edelmetallbranche vorgestellt und der 5-Schritte-Prozess des Blue-Ocean-Shift anhand von Beispielen aus der Branche erklärt.
Den Abschluss bilden eine kritische Betrachtung und ein abschließendes Fazit. Ergänzt wird die Arbeit durch ein Experteninterview mit Dr. Philipp Reisert, dem Vorsitzenden der Fachvereinigung Edelmetalle in Pforzheim.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Strategie
2.1.1 Begriffsherkunft und Definition
2.1.2 Strategieverständnis
2.2 Strategisches Management
2.2.1 Historische Entwicklung
2.2.2 Merkmale, Ziele und Aufgabe
2.2.3 Phasen des strategischen Managements
2.2.4 Relevante Ansätze des strategischen Managements
3 Die Blue-Ocean-Strategie als innovatives Instrument im strategischen Management
3.1 Entstehung
3.1.1 Rote und blaue Ozeane
3.1.2 Nutzeninnovationen
3.2 Tools und Formate für Strategien zur Eroberung blauer Ozeane (SEOs)
3.2.1 Die strategische Kontur
3.2.2 Das Vier-Aktionen-Format
3.2.3 Kennzeichen guter Strategien: Fokus, Divergenz und überzeugender Slogan
3.3 Wie man Blaue Ozeane findet
3.4 Wie man eine SEO formuliert
3.5 Wie man eine Blue-Ocean-Strategie erfolgreich umsetzt
3.5.1 Die Tipping-Point-Führung
3.5.2 Das Prinzip der Prozessgerechtigkeit
4 Möglichkeiten und Grenzen der Blue-Ocean-Strategie in der Edelmetallbranche
4.1 In den Blauen Ozean segeln – der Blue-Ocean-Shift
4.2 Die Branche im Überblick
4.2.1 Edelmetalle – Eigenschaften und Gewinnung
4.2.2 Die Schmuck- und Uhrenindustrie
4.3 Schritte zur Umsetzung der Blue-Ocean-Strategie
4.3.1 Schritt 1: Den Anfang machen
4.3.2 Schritt 2: Verstehen, wo man sich gerade befindet
4.3.3 Schritt 3: Sich vorstellen, wo man sein könnte
4.3.4 Schritt 4: Den Weg finden
4.3.5 Schritt 5: Sich in Bewegung setzen
5 Grenzen der Blue-Ocean-Strategie
5.1 Kritik und offene Fragen bezüglich der Blue-Ocean-Strategie
5.2 Es geht auch anders: Global Players und ihre Strategie
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit und die Grenzen des Blue-Ocean-Strategie-Modells in der traditionsreichen Edelmetallbranche, insbesondere in der Schmuck- und Uhrenindustrie. Dabei wird analysiert, inwieweit das Modell zur Erschließung neuer Märkte beitragen kann und wo traditionelle Strategieansätze überlegen bleiben.
- Grundlagen des strategischen Managements und Kritik klassischer Ansätze.
- Methodische Einführung in die Blue-Ocean-Strategie sowie deren Tools und Formate.
- Analyse der Edelmetallbranche als Anwendungsfeld.
- Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Umsetzung eines Blue-Ocean-Shifts anhand praktischer Beispiele.
- Kritische Reflexion der Erfolgsaussichten und Grenzen des Modells.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Rote und blaue Ozeane
KIM und MAUBORGNE gehen von einem Marktuniversum aus, in dem es zwei Arten von Ozeanen gibt. Dabei repräsentieren die roten Ozeane (red oceans) alle bestehenden Branchen, also die bekannten Märkte. Deren Grenzen sind definiert und akzeptiert. Sie sind geprägt von Konkurrenzkampf und dem Bestreben, sich einen größeren Anteil an der vorhandenen Nachfrage zu sichern. Die Folge sind Produkte, die zur vergleichbaren Massenware werden, und sinkende Gewinn- und Wachstumschancen. Die Bezeichnung „rot“ soll dabei die „blutige Konkurrenz“ bildlich veranschaulichen.
Blaue Ozeane hingegen stehen für noch nicht erschlossene Märkte. Sie entstehen dadurch, dass Nachfrage durch Nutzeninnovation erzeugt wird. Wettbewerb spielt keine Rolle, da die Spielregeln dafür erst noch festgelegt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Blue-Ocean-Strategie ein, umreißt die Forschungsfrage bezüglich ihrer Anwendbarkeit in der Edelmetallbranche und stellt den Aufbau der Arbeit vor.
2 Grundlagen: Hier werden theoretische Grundlagen des Strategiebegriffs und des strategischen Managements dargelegt, einschließlich der marktorientierten und ressourcenorientierten Ansätze sowie deren Kritik.
3 Die Blue-Ocean-Strategie als innovatives Instrument im strategischen Management: Das Kapitel erläutert Entstehung, Kernkonzepte wie Nutzeninnovation, sowie spezifische Tools und Formate für die Entwicklung und Umsetzung von Blue-Ocean-Strategien.
4 Möglichkeiten und Grenzen der Blue-Ocean-Strategie in der Edelmetallbranche: In diesem Hauptteil wird der Blue-Ocean-Shift-Prozess detailliert auf die Edelmetallbranche übertragen und durch Praxisbeispiele sowie ein Experteninterview veranschaulicht.
5 Grenzen der Blue-Ocean-Strategie: Dieses Kapitel thematisiert Kritik am Ansatz und diskutiert, warum alternative Strategien bei bestimmten Unternehmen oder Nischenmodellen weiterhin erfolgreich sind.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Anwendbarkeit des Modells und gibt einen Ausblick auf die Zukunft der Branche unter dem Einfluss von Globalisierung und Digitalisierung.
Schlüsselwörter
Blue-Ocean-Strategie, Nutzeninnovation, Edelmetallbranche, Strategisches Management, Marktgrenzen, Wettbewerb, Red Ocean, Käufer-Nutzen-Matrix, Tipping-Point-Führung, Prozessgerechtigkeit, Schmuckindustrie, Uhrenindustrie, Disruption, Differenzierung, Kostenführerschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht die Anwendbarkeit des Blue-Ocean-Strategie-Modells, das neue Märkte durch Nutzeninnovation erschließen will, in der spezifischen, traditionsreichen Edelmetallbranche.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Neben der theoretischen Herleitung des strategischen Managements stehen die Tools der Blue-Ocean-Strategie, wie die strategische Kontur und das Vier-Aktionen-Format, sowie deren praktische Anwendung im Vordergrund.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten und Grenzen der Blue-Ocean-Strategie für die Schmuck- und Uhrenindustrie sowie den Dentalbereich aufzuzeigen und zu prüfen, ob dieses Modell Lösungen für schrumpfende Märkte bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Fundierung ergänzt durch eine methodische Analyse (Blue-Ocean-Shift-Prozess), Praxisbeispiele und ein Experteninterview mit einem Fachvertreter der Edelmetallbranche.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Anwendung des 5-Schritte-Prozesses zum Blue-Ocean-Shift auf die Edelmetallbranche, untermauert durch Analysen der Branchenstruktur und spezifischer Unternehmensfälle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Nutzeninnovation, Marktgrenzen, strategisches Management, Wettbewerbsvorteile und die spezifische Branche Edelmetall/Schmuck/Uhren charakterisieren.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung im Experteninterview?
Dr. Reisert betont im Interview, dass Digitalisierung im Recyclingbereich eine wichtige Neuerung darstellt, um Abläufe zu vereinfachen und Transaktionskosten zu senken.
Warum sind PANDORA und SWATCH wichtige Fallbeispiele?
Diese Marken dienen als erfolgreiche Beispiele für Unternehmen, die es geschafft haben, durch eine Neudefinition der Marktfaktoren und gezielte Nutzeninnovation neue, blaue Ozeane zu besetzen.
- Arbeit zitieren
- Petra Löffler (Autor:in), 2019, Strategisches Management mittels der Blue-Ocean-Strategie. Möglichkeiten und Grenzen in der deutschen Edelmetallbranche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504647