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Wandern als erlebnispädagogische Maßnahme

Title: Wandern als erlebnispädagogische Maßnahme

Term Paper , 2003 , 16 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Claudia Franke (Author)

Social Work
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Erlebnispädagogik: Erziehen durch außergewöhnliche Situationen. Was für eine Idee und was für Möglichkeiten verbergen sich wohl dahinter. Seit dem Seminar „Erlebnispädagogik“ habe ich einen ersten Eindruck gewonnen, wie wirkungsvoll und vielfältig diese handlungsorientierte Methode sein kann. Betrachtet man die Gesellschaft, in der wir gegenwärtig leben, muss man nach den Missständen nicht lange suchen. Spontaneität und Eigeninitiative nehmen immer mehr ab und „Individualismus“ wurde zum neuen Massenziel erklärt. Das Leben vieler Deutschen ist geprägt von Hektik, Selbstgefälligkeit und festgefahrenen Strukturen. Die Erlebnispädagogik bietet Elemente, die diesen gesellschaftlichen Mängeln entgegen wirken können. In nichtalltäglichen Situationen wird versucht, den Einzelnen vor physische, psychische und soziale Herausforderungen zu stellen, um damit Erfahrungen zu ermöglichen, aus denen für den Alltag neue Einsichten, Einstellungen oder Verhaltenspotentiale erwachsen sollen.

Diese Form der Pädagogik hat gegenwärtig recht gute Chancen: In dem Maß, in dem Erlebnis– und Erfahrungsräume für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene eingeengt werden oder völlig verschwinden, und in dem eigenes unmittelbares Erleben aus unserer Zeit und Lebenswelt verdrängt wird, in diesem Maße scheint der Bedarf am Erlebnis zu wachsen. Leider zählen Hilfsbereitschaft, Neugierde, Hingabe, Zusammenarbeit etc. nicht mehr zur ‚Grundausstattung’ jedes Individuums und sind längst nicht mehr selbstverständlich. Die Erlebnispädagogik bietet Elemente, wo beispielsweise durch Projekte oder Expeditionen ein Zugang zu solchen Kompetenzen vermittelt werden soll. Deshalb scheint es auch nicht verwunderlich, dass Erlebnispädagogik reformpädagogischer Tradition heute vorwiegend an den Rändern unserer Gesellschaft zu finden ist. Dort, wo bereits die Einstiege in ein Erleben erschwert wurden und Lebensprozesse tatsächliche Gratwanderungen sind. Wodurch aber sollte man ‚Erleben können’ und Lebensgestaltung besser lernen und entwickeln können als eben durch vitales, aktives, unmittelbares Erleben? Im folgenden habe ich mich mit dem Wandern als einer erlebnispädagogischen Maßnahme in diesem Sinne speziell auseinandergesetzt. Nachdem ich einen groben Überblick über Wirkungsmodelle und verschiedenen Aktivitäten der Erlebnispädagogik gebe, stelle ich das Wandern bzw. Pilgern vor und schildere diese Maßnahme mit persönlichen Erfahrungen am Beispiel des spanischen Jacobsweges.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ERLEBNISPÄDAGOGIK

2.1. KURT HAHN

2.2. VERSCHIEDENE WIRKUNGSMODELLE DER ERLEBNISPÄDAGOGIK

2.3. EINE AUSWAHL VON ERLEBNISPÄDAGOGISCHEN AKTIVITÄTEN

3. „AUF DEM WEG“

3.1. NOTWENDIGKEIT DES WANDERNS FÜR JUGENDLICHE

3.2. DER JAKOBSWEG

3.3. PRAKTISCHE ERFAHRUNGEN

4. TRANSFERPROBLEMATIK

5. SCHLUSSWORT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Wandern als eine Form der erlebnispädagogischen Maßnahme und analysiert dessen Potenzial zur individuellen Förderung von Jugendlichen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie durch das Unterwegssein auf Langstrecken – exemplarisch dargestellt am Jakobsweg – neue Verhaltensmuster, Selbstvertrauen und Reflexionsfähigkeiten entwickelt werden können.

  • Grundlagen und Wirkungsmodelle der Erlebnispädagogik
  • Notwendigkeit und Herausforderungen des Wanderns für Jugendliche
  • Symbolik und Bedeutung des Jakobsweges als Metapher des Lebens
  • Fallbeispiel einer erlebnispädagogischen Einzelbetreuung (1:1)
  • Reflexion über den Transfer von Erlebnissen in den Alltag

Auszug aus dem Buch

3.1. Notwendigkeit des Wanderns für Jugendliche

Pilgern oder Langstreckenwandern ist eine Form der Erlebnispädagogik. Doch das Thema Wandern oder Spazieren weckt bei vielen Jugendlichen negativ besetzte Assoziationen und die Wanderausflüge der Schulen gleichen eher lustlosen Pflichtveranstaltungen.

Das Image des Wanderns war unter Jugendlichen nicht immer so schlecht. In der Wandervogelzeit befreite sich die Jugend durch Wandern von den Zwängen der Zivilisation und der Erwachsenengeneration (Heckmair/ Michl 2002).

Wandern mit Jugendlichen ist eine große pädagogische Herausforderung, weil es im Gegensatz zu Segeln, Klettern und Raften wenig Spektakuläres und wenig Spannung verspricht. Doch der Schnelllebigkeit unserer Zeit steht als guter Kontrast die Langsamkeit des Wandern gegenüber.

Unser Gefühlsleben, unsere Wahrnehmungen und Aktionen werden immer mehr zu einem Erleben aus „dritter Hand“. Massenmedien manipulieren die „Filter“ für unsere Wahrnehmung. Unachtsamkeit, Sorglosigkeit, Lieblosigkeit und Verrohung sind die Schlagworte für das daraus resultierende Verhalten.

In der Erlebnispädagogik wird versucht mit Hilfe der Naturerlebnisse wieder ein authentisches Gefühlsleben zu erlangen. In der Natur hat man ein Erleben ohne die subjektive Beeinflussung durch Dritte. Besonders für Jugendliche ist heutzutage eine Langzeit-Abstinenz von Massenmedien, Clicken und Gangs schwer vorstellbar. Umso größer ist der Erfolg, wenn sich diese Jugendlichen auf Pilgerschaft begeben.

In dieser Zeit des Unterwegsseins setzt man sich täglich der Natur aus und dies wirkt heilend auf Körper und Psyche.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die erlebnispädagogische Methode ein und erläutert die Notwendigkeit von Ausgleichsmöglichkeiten zur modernen, hektischen Gesellschaft.

2. ERLEBNISPÄDAGOGIK: Dieses Kapitel behandelt die historischen Grundlagen durch Kurt Hahn sowie verschiedene theoretische Wirkungsmodelle und Aktivitäten der Erlebnispädagogik.

3. „AUF DEM WEG“: Der Autor erörtert die pädagogische Relevanz des Wanderns für Jugendliche, stellt den Jakobsweg als spezifischen Pilgerpfad vor und berichtet von persönlichen praktischen Erfahrungen.

4. TRANSFERPROBLEMATIK: Hier wird die Herausforderung diskutiert, wie die während einer Maßnahme gemachten Erlebnisse nachhaltig in den Alltag übertragbar sind.

5. SCHLUSSWORT: Das Fazit fasst die wesentlichen Vorzüge des Wanderns als kostengünstige und intensive erlebnispädagogische Methode aus Sicht des Autors zusammen.

Schlüsselwörter

Erlebnispädagogik, Wandern, Jakobsweg, Jugendhilfe, Einzelbetreuung, Selbstvertrauen, Naturerlebnis, Reflexion, Transfer, Persönlichkeitsentwicklung, Lebensweg, Pädagogik, Pilgern, Achtsamkeit, Sozialpädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Wandern als eine erlebnispädagogische Methode, um Jugendliche in ihrer Entwicklung durch Naturerfahrungen und physische Herausforderungen zu fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Erlebnispädagogik, verschiedene Wirkungsmodelle, die psychologische Bedeutung des Wanderns und die Transferproblematik in den Alltag.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern Wandern – insbesondere Pilgern – als Methode geeignet ist, um Jugendlichen neue Perspektiven und Verhaltenskompetenzen zu vermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung der Literatur sowie der reflexiven Auswertung einer praktischen 1:1-Betreuung im Rahmen eines Pilgerprojekts.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Erörterung der Wander-Notwendigkeit für Jugendliche sowie einen detaillierten Erfahrungsbericht über den Jakobsweg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Erlebnispädagogik, Wandern, Jakobsweg, Transfer, Reflexion und individuelle Förderung von Jugendlichen.

Wie unterscheidet sich das „Metaphorische Modell“ von anderen Ansätzen?

Es nutzt Bilder und Erlebnisse als „Anker“, um während des Projekts gelernte Verhaltensweisen im Alltag leichter wieder abrufbar zu machen.

Welchen Stellenwert nimmt die Reflexion im Prozess ein?

Der Autor betrachtet die Reflexion als entscheidende Voraussetzung, um aus dem reinen Erlebnis eine nachhaltige, auf den Alltag übertragbare Lerneinheit zu formen.

Warum wird der Jakobsweg als Metapher des Lebensweges genutzt?

Die Ausrichtung von Osten nach Westen sowie Stationen wie Santiago und das „Ende der Welt“ symbolisieren Werden, Sein und Vergehen.

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Details

Title
Wandern als erlebnispädagogische Maßnahme
College
Dresden Technical University
Course
Erlebnispädagogik
Grade
1,4
Author
Claudia Franke (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V50465
ISBN (eBook)
9783638466806
ISBN (Book)
9783638791595
Language
German
Tags
Wandern Maßnahme Erlebnispädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Franke (Author), 2003, Wandern als erlebnispädagogische Maßnahme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50465
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