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Das soziale Verhalten der jüdischen Wirtschaftselite in Köln in der Weimarer Republik

Title: Das soziale Verhalten der jüdischen Wirtschaftselite in Köln in der Weimarer Republik

Term Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Nora Banaim (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Im Folgenden sollen die Fragen beantwortet werden, inwieweit sich die Kölner jüdische Wirtschaftselite an die nichtjüdische Bevölkerung angepasst hat, welche Faktoren dabei gegebenenfalls eine Rolle gespielt haben könnten, ob es einerseits Berührungspunkte zwischen der jüdischen und nichtjüdischen Elite gegeben hat und wo sich beide andererseits bewusst, oder unbewusst voneinander distanzierten. Der Schwerpunkt liegt somit auf dem sozialen Verhalten der Wirtschaftselite. Diesen Fragen zu Grunde liegen die Erkenntnisse von Hansjoachim Henning, der in seinem Beitrag, „Soziales Verhalten Jüdischer Unternehmer in Frankfurt und Köln zwischen 1860 und 1933“ zu dem Schluss kommt, dass die jüdischen Unternehmer nur gering mit der Kölner nichtjüdischen Gesellschaft verflochten waren. Um sich der Fragestellung zu nähern, werden zunächst die Begriffe „Jude“ und „Elite“ definiert und auf die Problematik ihrer Verwendung hingewiesen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zur Situation der jüdischen Bevölkerung in Köln in der Weimarer Republik

2. Fragestellung und Gliederung der Arbeit

3. Zur Definition „Jüdisch“

4. Problematik des Elitebegriffs

5. Die jüdische Elite als Gegenstand der Historischen Forschung

6. Louis Hagen (1855-1932)

6.1. Soziale Herkunft

6.2. Wahl des Ehepartners und Einstellung zum jüdischen Glauben

7. Paul Silverberg (1876-1959)

7.1. Soziale Herkunft, Ausbildung und Karrierewege

7.2. Soziale Netzwerke

8. Gönner und Geldgeber

9. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das soziale Verhalten der jüdischen Wirtschaftselite in Köln während der Weimarer Republik anhand der Fallbeispiele Louis Hagen und Paul Silverberg, um zu klären, inwieweit eine Anpassung an die nichtjüdische Gesellschaft stattfand und welche Faktoren die Distanz oder Integration beeinflussten.

  • Soziale Integration und Anpassungsstrategien jüdischer Unternehmer
  • Definition und Problematik des Elite- und Jüdischkeitsbegriffs
  • Analyse der Rolle als Wirtschaftsführer und Kammerpräsidenten
  • Bedeutung von Mäzenatentum und gesellschaftlichem Engagement
  • Vergleich des privaten und beruflichen Verhaltens von Hagen und Silverberg

Auszug aus dem Buch

6.2. Wahl des Ehepartners und Einstellung zum jüdischen Glauben.

„Die Art und Weise, wie die Bankiers ihre Ehepartner auswählten, die Arbeitsteilung und Konflikte zwischen den Geschlechtern und Generationen und die Kontakte, die sie zur eigenen und zu anderen sozialen Gruppen unterhielten, geben Aufschluss über den Grad ihrer Binnenintegration und ihre Möglichkeiten zur sozialen Vernetzung und damit über ihre potentielle soziale Macht.“33 Für Louis Hagen gilt dieses Zitat im Besonderen. War doch die Heirat mit Emma Hagen, der Tochter des nichtjüdischen Industriellen Gottfried Hagen, die erste Stufe seines gesellschaftlichen Aufstieges und Integration in die nichtjüdische Gesellschaft.34 Sein Streben nach sozialer Vernetzung ist sogar so stark ausgeprägt, dass er sowohl die Konfession, als auch den Namen seiner Frau annahm, während das Bankhaus weiterhin den Namen A. Levy trug. Der Schritt, den Namen seiner Frau anzunehmen, ist insbesondere vor dem Hintergrund der Zeit des Kaiserreiches ein ungewöhnlicher.

Dass sich Hagen durch seine Heirat auch von seinem jüdischen Glauben distanzierte, scheint die These Hennings zu bestätigen, der für „eine kleine Gruppe jüdischer Bankiersfamilien mit unterschiedlicher sozialer Herkunft“ eine radikale Abwendung vom Herkunftsmilieu konstatiert.35 Tatsächlich ist über Hagens Einstellung zu seiner jüdischen Herkunft wenig überliefert. Die Tatsache, dass er sich als überzeugter Katholik gab, 1919 Mitglied des Zentrums wurde, und einen guten Kontakt zu Konrad Adenauer pflegte36, spricht für seine gesellschaftliche Statussicherung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zur Situation der jüdischen Bevölkerung in Köln in der Weimarer Republik: Beschreibt den jüdischen Bevölkerungsanteil von 2,3% und das Merkmal Kölns als Zuzugsgemeinde mit eher geringer gesellschaftlicher Verflechtung.

2. Fragestellung und Gliederung der Arbeit: Definiert das Ziel, das soziale Verhalten der jüdischen Wirtschaftselite zu untersuchen, basierend auf der These Hansjoachim Hennings.

3. Zur Definition „Jüdisch“: Analysiert die Problematik, wer in der Kölner Gesellschaft der Weimarer Republik als Jude galt, insbesondere unter Berücksichtigung von Assimilation und Konversion.

4. Problematik des Elitebegriffs: Erläutert die theoretische Herangehensweise an den Elitebegriff und die spezifische Bedeutung von Wirtschaftsbürgern im 20. Jahrhundert.

5. Die jüdische Elite als Gegenstand der Historischen Forschung: Kritisiert den bisherigen Forschungsstand und begründet den Fokus auf Hagen und Silverberg als Fallbeispiele.

6. Louis Hagen (1855-1932): Untersucht den Aufstieg Hagens vom Bankierssohn zum einflussreichen Wirtschaftslenker und dessen bewusste gesellschaftliche Anpassung.

7. Paul Silverberg (1876-1959): Analysiert den Werdegang des bedeutenden Industriellen, seine akademische Ausbildung und seine Netzwerke in der Weimarer Wirtschaft.

8. Gönner und Geldgeber: Beleuchtet das Engagement der beiden Protagonisten in Kunst, Wissenschaft und karitativen Einrichtungen als Mittel zur gesellschaftlichen Integration.

9. Zusammenfassung: Resümiert, dass Hagen und Silverberg sich erfolgreich in die Kölner Wirtschaftselite integrierten und ihre jüdische Herkunft individuell und strategisch unterschiedlich handhabten.

Schlüsselwörter

Jüdische Wirtschaftselite, Weimarer Republik, Köln, Soziales Verhalten, Louis Hagen, Paul Silverberg, Assimilation, Wirtschaftsbürger, Industrielle, Bankiers, Mäzenatentum, Integration, Konnubium, Elitebegriff, Sozialgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das soziale Verhalten der jüdischen Wirtschaftselite in Köln während der Weimarer Republik anhand der Biografien von Louis Hagen und Paul Silverberg.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Themen soziale Integration, gesellschaftliche Anpassung, Netzwerke jüdischer Unternehmer sowie deren Rolle als Förderer von Wissenschaft und Kunst.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob jüdische Unternehmer tatsächlich nur gering mit der nichtjüdischen Gesellschaft verflochten waren, wie es in der Forschung teilweise behauptet wurde, oder ob sie sich aktiv und erfolgreich integrierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Fallstudienanalyse, die existierende Biografien und wirtschaftshistorische Forschungsliteratur auswertet, um das Sozialverhalten der Akteure zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition der Begriffe „Elite“ und „Jüdisch“, gefolgt von einer detaillierten Untersuchung der Lebenswege von Louis Hagen und Paul Silverberg sowie deren Mäzenatentum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie jüdische Wirtschaftselite, Weimarer Republik, soziale Integration, Assimilation und unternehmerisches Handeln in Köln beschreiben.

Wie distanzierte sich Louis Hagen von seiner jüdischen Herkunft?

Hagen heiratete eine nichtjüdische Frau, nahm deren Namen an und konvertierte zum Katholizismus, blieb jedoch gleichzeitig im Bankwesen aktiv.

Wie unterschied sich Paul Silverbergs Integrationsansatz von dem Hagens?

Während Hagen durch Konversion und Namenswechsel eine radikale Anpassung suchte, war Silverberg bereits lutherisch getauft und pflegte seine Netzwerke weniger über private Familienkontakte als vielmehr über geschäftliche Interessen, wie etwa den Unternehmerclub „Ruhrlade“.

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Details

Title
Das soziale Verhalten der jüdischen Wirtschaftselite in Köln in der Weimarer Republik
College
University of Bonn  (Historisches Seminar)
Course
Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Stadt Köln in der Weimarer Republik
Grade
2,7
Author
Nora Banaim (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V50466
ISBN (eBook)
9783638466813
Language
German
Tags
Verhalten Wirtschaftselite Köln Weimarer Republik Wirtschafts- Sozialgeschichte Stadt Köln Weimarer Republik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nora Banaim (Author), 2005, Das soziale Verhalten der jüdischen Wirtschaftselite in Köln in der Weimarer Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50466
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