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Europäische Identität und Identifikation. Herausbildung einer europäischen Identität oberhalb der Nationalstaatsebene?

Title: Europäische Identität und Identifikation. Herausbildung einer europäischen Identität oberhalb der Nationalstaatsebene?

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 23 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Marco Librera (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Institutionell ist die Europäische Union in den letzten Jahren immer mehr zusammengewachsen. Immer mehr Bereiche wurden über die vergangenen Entwicklungsstadien hinweg vergemeinschaftet und sind unter gleiches europäisches Recht gefallen. Dazu gekommen sind in jüngster Zeit sowohl die Verhandlungen über eine weitere Osterweiterung der Union als auch Diskussionen über eine verstärkte Integration innerhalb der jetzigen Mitgliedsstaaten.
Bei letzterem spielt auch immer wieder die Überlegung zur Gründung einer gemeinsamen Europäischen Verfassung eine wichtige Rolle. Befürworter dieses Gedankens bringen vor allem das momentan bestehende Legitimationsproblem und das damit verbundene Demokratiedefizit innerhalb der Union als Argument dafür an. Darunter wird die Problematik verstanden, dass die Organe der EU immer mehr Kompetenzen zugesprochen bekommen und in immer mehr Bereichen rechtsverbindliche Entscheidungen treffen können, die direkten Einfluss auf die Bürger haben. Gleichzeitig erfolgt die Legitimierung eben dieser Organe nach wie vor fast ausschließlich über den Umweg der jeweiligen Parlamente und Regierungen der einzelnen Mitgliedsstaaten. Lediglich diese können sich in ihrem Handeln momentan vollständig auf eine wirkliche Legitimation durch ihr Staatsvolk berufen. Dies hat zur Folge, dass die Akzeptanz von Entscheidungen, die auf europäischer Ebene getroffen worden sind, auf lange Sicht nicht unbedingt gewährleistet ist. Das jedoch ist eine entscheidende Voraussetzung sowohl für eine weitere Integration der Mitgliedstaaten als auch für eine erfolgreiche Erweiterung der Europäischen Union.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Definitorische Klärung der Begriffe „Identität“ und „Nation“

III. Einschätzungen über das Entstehen einer europäischen Identität

III. 1. Argumente für die Herausbildung einer europäischen Identität

III. Zwei Argumente gegen die Herausbildung einer europäischen Identität

IV. Empirische Daten über die Messung der Herausbildung einer europäischen Identität

V. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politikwissenschaftliche Forschungsfrage, ob die Herausbildung einer europäischen Identität bei den Bürgern der Europäischen Union oberhalb der nationalstaatlichen Ebene möglich ist. Dabei werden theoretische Debatten zur kollektiven Identität und empirische Befunde zur Einstellung der Unionsbürger kritisch gegenübergestellt.

  • Legitimation der Europäischen Union und Demokratiedefizit
  • Definitorische Abgrenzung von Identität, Demos und Nation
  • Debatte um supranationale versus nationale Identität
  • Analyse empirischer Daten zur europäischen Identifikation
  • Rolle von Vertrauen und Solidarität für die europäische Integration

Auszug aus dem Buch

III. 1. Argumente für die Herausbildung einer europäischen Identität

Fuchs führt für seine Argumentation über die mögliche Herausbildung einer europäischen Identität den analytischen Begriff des Demos ein. Unter diesem versteht er die politische Bezugsebene einer Gemeinschaft bzw. eines Volkes (vgl. Fuchs 2000: 217). Die Nation sieht er als eine weitere Bezugsebene an, sie steht damit auf gleicher Ebene wie der Demos. Fuchs´ Definition der Nation habe ich bereits in Abschnitt II erläutert, deshalb werde ich im folgenden nur auf die Unterschiede des Demos im Verhältnis zum Begriff der Nation eingehen, und auch das nur insofern, als sie für das weitere Verständnis notwendig sind.

Zuerst einmal sieht er im Demos „neben [dem] Kratos eine der beiden Komponenten des Demokratiebegriffs“ (Fuchs 2000: 219). Das bedeutet, dass eine Gemeinschaft nur als Demos bezeichnet werden kann, wenn sie sich zu demokratischen Werten bekennt und diese als verbindlich erachtet. Ein Demos ist somit immer an eine bestimmte politische Ordnungsvorstellung gebunden, nämlich an die der Demokratie. Nach Fuchs sind „drei Ebenen des Demos zu unterscheiden, von denen die höhere die jeweils niedrigere(n) voraussetzt“ (ebd.). Diese drei Ebenen sind „die formale Definition des Demos durch eine Verfassung“, „die kognitive Wahrnehmung dieses Demos durch seine Mitglieder und das subjektive Verständnis der Mitglieder als Angehörige des Demos“ und schließlich „die Identifikation der Mitglieder mit dem Demos“ (ebd.). Mit dieser Definition wird deutlich, dass der Begriff des Demos weitaus enger gefasst ist als der Begriff der Nation. Innerhalb der Europäischen Union trifft diese Definition auf alle Gemeinschaften der Mitgliedstaaten zu, insofern besitzt jeder Mitgliedstaat momentan einen eigenen Demos, dessen Grenzen identisch mit denen der Nationalstaatsgrenzen sind.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Legitimationsproblem und das Demokratiedefizit der Europäischen Union vor dem Hintergrund fortschreitender Integration und Erweiterung.

II. Definitorische Klärung der Begriffe „Identität“ und „Nation“: In diesem Kapitel werden die theoretischen Konzepte der kollektiven Identität und der Nation erarbeitet, um sie als analytische Instrumente für die Untersuchung der europäischen Identität nutzbar zu machen.

III. Einschätzungen über das Entstehen einer europäischen Identität: Hier wird der theoretische Diskurs zwischen Skeptikern und Befürwortern einer supranationalen Identität dargestellt.

III. 1. Argumente für die Herausbildung einer europäischen Identität: Dieses Unterkapitel analysiert Ansätze, die eine europäische Identität als realistisch und notwendig für die Demokratisierung der Union erachten.

III. Zwei Argumente gegen die Herausbildung einer europäischen Identität: Hier stehen jene Positionen im Fokus, die den Nationalstaat als unverzichtbare Basis für kollektive Identität und demokratische Legitimation betrachten.

IV. Empirische Daten über die Messung der Herausbildung einer europäischen Identität: Das Kapitel präsentiert Auswertungen von Eurobarometer-Daten, um den aktuellen Stand der Identifikation der Bürger mit der EU zu beleuchten.

V. Schlussfolgerung: Das Fazit führt die theoretischen und empirischen Befunde zusammen und diskutiert die Möglichkeiten für den weiteren Integrationsprozess.

Schlüsselwörter

Europäische Identität, Europäische Union, Demos, Nation, Politische Theorie, Demokratiedefizit, Legitimationsproblem, Kollektive Identität, Eurobarometer, Politische Integration, Solidarität, Vertrauen, Nationalstaat, Verfassungspatriotismus, Supranationalität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob es möglich ist, bei den Bürgern der Europäischen Union eine europäische Identität zu entwickeln, die über die bestehenden nationalen Identitäten hinausgeht.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Text?

Im Zentrum stehen die Konzepte der kollektiven Identität, der demokratischen Legitimität der EU-Organe sowie die theoretische Unterscheidung zwischen Nation und Demos.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, den aktuellen Stand der Debatte über die europäische Identitätsbildung theoretisch zu systematisieren und durch empirische Erkenntnisse zu hinterfragen, um die Integrationsfähigkeit der EU besser zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse politikwissenschaftlicher Standardwerke sowie eine Sekundärauswertung empirischer Umfragedaten des Eurobarometers.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine definitorische Grundlegung, die theoretische Diskussion der Identitätsbildung unter Berücksichtigung renommierter Wissenschaftler (wie Offe, Fuchs, Habermas, Lepsius) und eine empirische Überprüfung mittels ausgewählter Studien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Europäische Identität, Legitimationsproblematik, politischer Demos und nationale versus supranationale Integrationsmodelle beschreiben.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Nationalstaates für die europäische Identität?

Sie arbeitet heraus, dass der Nationalstaat nach Meinung einiger Theoretiker das bisher einzige stabile Gefäß für Solidarität und demokratische Pflichten bleibt, während andere dies auf europäischer Ebene für prinzipiell möglich halten.

Welche Schlussfolgerung ergibt sich aus den empirischen Daten?

Die Daten zeichnen ein uneinheitliches Bild, deuten aber darauf hin, dass eine instrumentelle Akzeptanz der EU bei den Bürgern zwar vorhanden ist, eine tiefgreifende affektive europäische Identität jedoch kaum flächendeckend existiert.

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Details

Title
Europäische Identität und Identifikation. Herausbildung einer europäischen Identität oberhalb der Nationalstaatsebene?
College
University of Tubingen  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Demokratietheorie und Staatlichkeit im Zeitalter der Globalisierung
Grade
1,5
Author
Marco Librera (Author)
Publication Year
2004
Pages
23
Catalog Number
V50480
ISBN (eBook)
9783638466943
Language
German
Tags
Europäische Identität Identifikation Herausbildung Identität Bürgern Europäischen Union Nationalstaatsebene Demokratietheorie Staatlichkeit Zeitalter Globalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marco Librera (Author), 2004, Europäische Identität und Identifikation. Herausbildung einer europäischen Identität oberhalb der Nationalstaatsebene?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50480
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