Ziel der Arbeit ist es, die Chancen und Risiken des Influencer Marketing darzulegen und zu untersuchen, welche Position diese Form des Marketing in Zukunft im Marketingmix einnehmen wird. Bei all den positiven und negativen Kritiken müssen folgende Fragen berücksichtigt werden: Ist das Influencer Marketing nur ein kurzweiliger Trend? Welche Position kann und wird diese Disziplin im Marketingmix einnehmen und für wen steckt welches Potential dahinter?
Die Marketingaktivitäten von Unternehmen befinden sich im Wandel. Grund dafür sind zum einen die immer vielfältigeren Möglichkeiten der Kommunikation und Information, welche das Internet bietet, zum anderen das schwindende Vertrauen der Konsumenten in die klassische Werbung. Hieraus resultiert der Trend, mehr Wert auf Empfehlungen von Freunden, Bekannten oder unabhängigen Experten zu legen. Laut aktuellen Studien vertrauen circa 80 % der Befragten den Empfehlungen von Freunden oder Bekannten. Demgegenüber steht lediglich ein Viertel der Befragten, welches den Online-Werbespots und Bannern traut. Studien wie diese zeigen, dass dem Trend des Influencer Marketing, bei welchem persönliche Empfehlungen durch bekannte Personen im Internet ausgesprochen werden, eine immer höhere Bedeutung zukommt. Zu beobachten ist eine Entwicklung von der Informationsbeschaffung über Offline-Kanäle hin zu einer Informationsbeschaffung über soziale Medien, wodurch auch die Bedeutung digitaler Einflussnehmer stetig ansteigt.
Mit der zunehmenden Bedeutung und Verbreitung des Influencer Marketing werden auch immer wieder negative Stimmen laut. Influencer und das zugehörige Influencer Marketing werden mit Skepsis betrachtet. Grund dafür: Das Influencer Marketing, so wie es heute definiert ist, ist eine tendenziell neue Form des Marketing. Für viele ist diese Form der Werbung intransparent und vage. Es existieren keine geregelten Standards im Hinblick auf die Vergütung, das Vorgehen oder die Gesetze. Daher gilt es für eine Vielzahl von Unternehmen zunächst, die eigenen Spielregeln und die eigene Sprache dieser Form des Marketing zu verstehen und zu erlernen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definitionen
2.2.1 Influencer
2.2.2 Influencer Marketing
2.2 Entstehung und Entwicklung des Influencer Marketing
2.3 Abgrenzung des Influencer Marketing
2.3.1 Social Media Marketing
2.3.2 Content Marketing
2.3.3 Empfehlungsmarketing
3. Chancen des Influencer Marketing
3.1 Vertrauen und Glaubwürdigkeit
3.2 Reichweite
3.3 Immunität gegen Ad-Blocker
3.4 Microinfluencer und das Erreichen bestimmter Zielgruppen
4. Risiken des Influencer Marketing
4.1 Betrug im Influencer Marketing
4.2 Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit
4.3 Fehlende Strategie, Auswertung und Kommunikation
4.4 Rechtliche Aspekte
4.5 Kontrollverlust
4.6 Influencer und Markenfit
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Potenziale und Herausforderungen des Influencer Marketings kritisch zu analysieren und dessen zukünftige Rolle im Marketingmix zu bewerten, wobei insbesondere die Forschungsfrage nach der strategischen Positionierung dieser Disziplin im Zentrum steht.
- Theoretische Einordnung des Influencer Marketings und Abgrenzung zu verwandten Disziplinen
- Analyse der Chancen durch Vertrauensaufbau, Reichweitengenerierung und Umgehung von Ad-Blockern
- Untersuchung von Risiken wie Betrugspotenzialen, Kontrollverlust und rechtlichen Hürden
- Bewertung der strategischen Bedeutung von Microinfluencern und dem sogenannten Markenfit
Auszug aus dem Buch
3.1 Vertrauen und Glaubwürdigkeit
Wer Influencer in den sozialen Medien regelmäßig verfolgt, der ist meist von deren Glaubwürdigkeit überzeugt. Umso enger ein Follower sich dem Influencer verbunden fühlt, desto wichtiger ist ihm die Meinung des Influencers. Dieses Phänomen wird als parasoziale Beziehung bezeichnet: Während der Influencer nur einige wenige seiner Follower kennen kann, wissen diese sehr viel über ihn. Neben Meinungen zu bestimmten Themen, sind den Followern häufig auch Dinge wie der typische Tagesablauf oder andere persönliche Informationen bekannt. Häufig wiederkehrende Inhalte formen dabei ein Bild in der Wahrnehmung der Zielgruppe, sodass beim Follower schnell das Gefühl entstehen kann, den Influencer als guten Freund zu haben. Auch wenn diese vermeintliche Freundschaft in der Realität einseitig ist. Aber trotzdem ist diese Tatsache in der Realität enorm wichtig, denn: Was Freunde empfehlen, darauf wird besonders viel Wert und Beachtung bei anstehenden Kaufentscheidungen gelegt. Studien zeigen, dass 83% aller Konsumenten persönlichen Empfehlungen mehr Vertrauen schenken als klassischer Werbung. Influencer Marketing fängt also da an, wo das klassische Marketing aufhört- beim Vertrauen der Fans.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik des Vertrauensverlusts in klassische Werbung ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Chancen und Risiken des Influencer Marketings zu beleuchten.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Begrifflichkeiten geklärt, die historische Entwicklung nachgezeichnet und eine Abgrenzung zu anderen Marketingformen wie Social Media und Content Marketing vorgenommen.
3. Chancen des Influencer Marketing: Das Kapitel erläutert die Vorteile der Disziplin, insbesondere in Bezug auf Glaubwürdigkeit, Reichweite, Umgehung von Werbeblockern und die gezielte Ansprache durch Microinfluencer.
4. Risiken des Influencer Marketing: Es werden kritische Aspekte wie Fake-Reichweiten, die Herausforderung der Erfolgsmessung, rechtliche Unsicherheiten und die Gefahr des Kontrollverlusts für Unternehmen analysiert.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der langfristigen Etablierung des Influencer Marketings und gibt Handlungsempfehlungen für eine strategisch fundierte Implementierung.
Schlüsselwörter
Influencer Marketing, Social Media, Glaubwürdigkeit, Reichweite, Parasoziale Beziehung, Microinfluencer, Ad-Blocker, Markenfit, Authentizität, Kontrollverlust, Werbekennzeichnung, Content Marketing, Empfehlungsmarketing, Online-Marketing, Zielgruppenansprache
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Influencer Marketing als moderne Disziplin im Marketingmix und setzt sich kritisch mit deren Chancen und Risiken für Unternehmen auseinander.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen, die Vorteile in der Zielgruppenansprache und Reichweitenbildung sowie die Risiken durch Betrug, Kontrollverlust und rechtliche Grauzonen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Potenziale des Influencer Marketings darzulegen und zu untersuchen, welche strategische Rolle diese Form des Marketings zukünftig in Unternehmen einnehmen wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung bestehender Studien sowie Expertenberichte, um eine strukturierte Analyse des Fachgebiets vorzunehmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition und Abgrenzung, eine detaillierte Analyse der Stärken (Kapitel 3) und eine Auseinandersetzung mit den operationalen sowie rechtlichen Herausforderungen (Kapitel 4).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Authentizität, Glaubwürdigkeit, Parasoziale Beziehung, Markenfit und Reichweite geprägt.
Was sind Microinfluencer und warum sind sie wichtig?
Microinfluencer zeichnen sich durch kleinere, aber hochspezialisierte Fangemeinden aus, bei denen die Interaktionsrate und das Vertrauen oft deutlich höher sind als bei großen Accounts.
Was versteht man unter dem sogenannten "Markenfit"?
Markenfit beschreibt die Passgenauigkeit zwischen einem Influencer und einem Unternehmen; ein mangelnder Fit führt häufig zu unglaubwürdigen Werbebotschaften und Imageverlusten.
- Quote paper
- Louisa Hawighorst (Author), 2019, Chancen und Risiken des Influencer Marketing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/504824