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Eneasdichtung bei Veldeke und Vergil

Title: Eneasdichtung bei Veldeke und Vergil

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 30 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stefanie Krüger (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Dido und Lavinia sind zwei Frauen, denen Eneas auf seinem Weg von Troja nach Italien begegnet. Beide Frauen verlieben sich in den Helden Eneas, der eine göttliche Mission, nämlich die Gründung Roms, zu erfüllen hat. Die Beziehung zu Dido endet unglücklich, während Lavinia Eneas heiratet. Ich möchte zunächst sowohl die Beziehung des Eneas zu Dido als auch zu Lavinia genau betrachten. Die grundlegende Fragestellung ist hierbei, welche Ähnlichkeiten bzw. Unterschiede sich in der Darstellung der beiden Beziehungen in den Eneasdichtungen von Vergil bis zu Veldeke ausmachen lassen. Abschließend werde ich der Frage nachgehen, ob, wie vielfach behauptet wurde, Didos Liebe ´unreht´ und die der Lavinia `reht´ ist und aus welchen Gründen dies so sein soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Abkürzungen

2 Dido und Eneas

2.1 Wie kommt es zur Beziehung zwischen Dido und Enas?

2.1.1 Eneas` Auftrag

2.1.2 Dido und frouwe Venûs

2.2 Wie verläuft die Beziehung zwischen Dido und Enas?

2.2.1 Didos Qualen

2.2.2 Dido und Anna

2.2.3 Die Folgen des Jagdausflugs

2.2.4 Wie endet die Beziehung zwischen Dido und Enas?

2.2.5 Eneas` Weiterreise

2.2.6 Didos Selbstmord

2.2.7 Didos Schuld

2.2.8 Eneas` Schuld

2.3 Zusammenfassung

3 Lavinia und Eneas

3.1 Lavinia bei Vergil und Ovid

3.2 Lavinia im Roman d`Eneas und in Veldekes Eneasroman

3.2.1 Wie kommt es zur Beziehung von Lavinia und Eneas?

3.2.1.1 Das Minnegespräch zwischen Amata und Lavinia

3.2.1.2 Der Götterwille

3.2.2 Wie verläuft die Beziehung zwischen Lavinia und Eneas?

3.2.2.1 Die Minnemonologe der Lavinia

3.3 Zusammenfassung

4 Rehte oder unrehte Minne in Veldekes Eneasroman?

4.1 Warum eine Wertung?

4.2 Dido und Lavinia im Vergleich

4.3 Zusammenfassung

5 Schlussbetrachtung

6 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Darstellung der Liebesbeziehungen des Eneas zu Dido und Lavinia in verschiedenen literarischen Vorlagen von Vergil bis zu Heinrich von Veldeke. Das primäre Ziel ist es, Ähnlichkeiten und Unterschiede in der literarischen Ausgestaltung dieser Beziehungen aufzuzeigen und die Frage zu klären, ob Didos Liebe als "unreht" und Lavinias Liebe als "reht" bewertet werden kann sowie welche Gründe dieser Wertung zugrunde liegen.

  • Vergleich der Liebesbeziehungen zwischen Dido-Eneas und Lavinia-Eneas
  • Analyse der Einflüsse antiker Vorlagen auf die mittelalterliche Eneasdichtung
  • Untersuchung des Minnekonzepts und der "rehten" versus "unrehten" Minne
  • Rolle von Götterwille, Minnequalen und Selbstmord im Kontext der Minnedarstellung
  • Die Figur des Eneas und seine Gewissenskonflikte zwischen Auftrag und Liebe

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Didos Qualen

„Mit arbeit und ungemach beginnt die Minne.“ Das heißt, die minnende Person erleidet in erster Linie Qualen, wird umgetrieben, kommt nicht zur Ruhe. So ergeht es zunächst auch Dido, die schon bei Vergil und Ovid an der Minnekrankheit litt. Diese Minnekrankheit wird in den mittelalterlichen Eneasromanen viel umfangreicher beschrieben als in den antiken Vorlagen. Die Symptome der Minnekrankheit sind vielfältig: Dido wird heiß und kalt, sie zittert und meint zu verbrennen, sie kann nicht schlafen und hat keinen Hunger. Diese Merkmale gehen in erster Linie auf die Ovidsche Darstellung der Minnekrankheit zurück, die aufgegriffen und weiter ausgearbeitet wurde. Dido empfindet Qualen, weil sie Eneas ihre Liebe noch nicht eingestanden hat und fürchtet, er könnte ihre Liebe nicht erwidern.

Außerdem denkt Dido aber auch an ihren verstorbenen Mann, dem sie ewige Treue geschworen hatte, sowie an ihr Ansehen, das sie verlieren könnte. Dido befindet sich in einer scheinbar ausweglosen Lage: Welche Möglichkeit sie auch immer wählen würde, es wäre niemals eine wirklich gute Lösung. Die größten Qualen empfindet Dido jedoch ob ihres Treueschwures, den sie ihrem verstorbenen Mann gegeben hatte. Die Zweifel, die sie in dieser Hinsicht plagen, sind im französischen Roman d’Eneas besonders ausgeprägt; Veldeke hingegen hat Didos Zweifel an ihrem eigenen Handeln wieder zurückgedrängt - zugunsten einer detaillierten Darstellung der Minnekrankheit. Wie dies zu bewerten ist, werde ich in dem Kapitel „Didos Schuld“ erläutern.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt das Vorhaben dar, die Liebesbeziehungen des Eneas zu Dido und Lavinia im Vergleich zwischen antiken Vorlagen und der mittelalterlichen Dichtung von Heinrich von Veldeke zu analysieren.

2 Dido und Eneas: Das Kapitel untersucht die Entstehung und den Verlauf der tragischen Beziehung zwischen Dido und Eneas, wobei ein Fokus auf Didos Minnequalen, ihre Schuld und die Rolle göttlicher Einflüsse liegt.

3 Lavinia und Eneas: Hier wird die Entwicklung der Beziehung zwischen Lavinia und Eneas betrachtet, wobei insbesondere die veränderte Rolle Lavinias bei Veldeke im Vergleich zu den antiken Vorlagen und der Einfluss des Minnebriefs hervorgehoben werden.

4 Rehte oder unrehte Minne in Veldekes Eneasroman?: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit der moralischen Bewertung von "rechter" und "unrechter" Minne im Eneasroman auseinander und vergleicht Dido und Lavinia hinsichtlich ihrer Liebeskonzeption.

5 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass Veldeke die Einflüsse der Götter zugunsten einer psychologisch differenzierteren Charakterzeichnung zurückgedrängt hat, um die Vielseitigkeit des Verliebtseins abzubilden.

6 Literaturverzeichnis: Das Verzeichnis enthält die verwendeten Quelltexte sowie die wissenschaftliche Forschungsliteratur zur Eneasdichtung.

Schlüsselwörter

Eneasroman, Heinrich von Veldeke, Dido, Lavinia, Minne, Minnekrankheit, Vergil, Roman d'Eneas, Liebeskonzeption, höfische Epik, Minnequalen, Götterwille, Schuld, Schicksal, Literaturvergleich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Liebesbeziehungen des Helden Eneas zu Dido und Lavinia und analysiert, wie diese Beziehungen in den Eneasdichtungen von der Antike bis zu Heinrich von Veldeke dargestellt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die literarische Ausgestaltung des Minnebegriffs, der Wandel der Charakterzeichnung vom antiken Heldenepos zum höfischen Roman sowie die moralische Bewertung von Liebesbeziehungen als "rehte" oder "unrehte" Minne.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage untersucht, welche Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Darstellung der Beziehungen vorliegen und ob die oft getroffene Unterscheidung zwischen Didos "unrechter" Liebe und Lavinias "rechter" Liebe textimmanent begründet ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, die die antiken Quellen von Vergil und Ovid dem französischen Roman d'Eneas sowie dem mittelhochdeutschen Eneasroman von Heinrich von Veldeke gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Dido-Eneas-Beziehung, die Untersuchung der Lavinia-Eneas-Beziehung und eine abschließende theoretische Bewertung des Minnekonzepts und der "Rehte" der Liebe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Eneasroman, Dido, Lavinia, Minne, Minnekrankheit, Götterwille, Selbstmord und der Vergleich zwischen antiker Vorlage und mittelalterlicher Umdichtung.

Inwiefern beeinflusst die Rolle der Götter die Liebesbeziehungen?

Die Götter (insbesondere Venus und Juno) fungieren als Impulsgeber für das Handeln der Figuren, wobei bei Veldeke eine deutliche Tendenz zur Entmythologisierung erkennbar ist, indem die Liebe als psychologischer Zustand in den Vordergrund rückt.

Warum wird Didos Liebe im Text als "unreht" bezeichnet?

Die "Unrehte" der Liebe Didos resultiert laut Analyse daraus, dass sie einseitig bleibt und ihr Handeln im Konflikt mit gesellschaftlichen Normen zum tragischen Selbstmord führt, wohingegen Lavinia eine erwiderte Liebe erfährt.

Wie unterscheidet sich Veldekes Darstellung von seinen Vorlagen?

Veldeke zeichnet sich durch eine stärkere Ausarbeitung der Minnequalen und eine differenziertere, psychologisierende Charakterzeichnung aus, während er gleichzeitig versucht, Didos Fehlverhalten durch die Macht der Minne zu erklären und zu entschuldigen.

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Details

Title
Eneasdichtung bei Veldeke und Vergil
College
University of Hamburg  (Deutsche Philologie)
Course
Mythen im Mittelalter
Grade
2,0
Author
Stefanie Krüger (Author)
Publication Year
2002
Pages
30
Catalog Number
V50482
ISBN (eBook)
9783638466950
ISBN (Book)
9783638916431
Language
German
Tags
Eneasdichtung Veldeke Vergil Mythen Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Krüger (Author), 2002, Eneasdichtung bei Veldeke und Vergil, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50482
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